„Ol­dies“sind tech­nisch über­holt

Heiz­kes­sel dür­fen nicht län­ger als 30 Jah­re in Be­trieb sein / ebz bie­tet Be­ra­tun­gen an

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Enz­kreis/Pforz­heim (PK). 15 Grad – und das im Hoch­som­mer. Manch ei­ner denkt bei die­sem Schmud­del­wet­ter schon wie­der an die nächs­te Heiz­pe­ri­ode. Da­bei gilt es ei­ni­ges zu be­ach­ten. Al­te Heiz­kes­sel dür­fen ge­mäß der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) nicht län­ger als 30 Jah­re be­trie­ben wer­den. Dar­auf weist das Ener­gie- und Bau­be­ra­tungs­zen­trum Pforz­heim/Enz­kreis (ebz) hin. Bei Mo­der­ni­sie­run­gen müs­sen zu­dem die Re­ge­lun­gen des Er­neu­er­ba­reE­ner­gi­en-Wär­me­ge­set­zes (EEWär­meG) be­ach­tet wer­den.

„Ein Mensch gilt mit 30 noch als jung, Hei­zungs­an­la­gen da­ge­gen nicht“, sagt Uwe Mül­ler, Ener­gie­be­ra­ter im ebz. Die Ol­dies sei­en nach die­ser Zeit tech­nisch über­holt, ver­brauch­ten über­mä­ßig viel Brenn­stoff, ver­ur­sach­ten ho­he Emis­sio­nen und sei­en zu­dem war­tungs­an­fäl­lig. Für Heiz­kes­sel, die mehr als drei Jahr­zehn­te in Be­trieb sind, schreibt die EnEV da­her seit 2014 ei­nen Aus­tausch vor. Der Schorn­stein­fe­ger prüft, ob die Vor­schrift ein­ge­hal­ten wird. Falls nicht, setzt er dem Haus­ei­gen­tü­mer ei­ne Frist, um die Auf­la­gen zu er­fül­len.

„Jetzt ist die rich­ti­ge Zeit, um al­te An­la­gen zu er­neu­ern oder dies zu pla­nen“, rät Mül­ler. In ei­ner qua­li­fi­zier­ten Be­ra­tung durch die Fach­leu­te des ebz geht es um die Ent­schei­dung, wel­cher Hei­zungs­typ mit wel­cher Leis­tung und Tech­nik am bes­ten passt. „Auch par­al­le­le Maß­nah­men wie der Aus­tausch der un­ge­re­gel­ten Hei­zungs­pum­pe, ei­ne Iso­lie­rung der Hei­zungs­roh­re und ein hy­drau­li­scher Ab­gleich kom­men am bes­ten gleich mit in die Pla­nung“, emp­fiehlt Mül­ler.

Bei neu­en An­la­gen müs­sen laut Ge­setz min­des­tens 15 Pro­zent der ein­ge­setz­ten Ener­gie aus er­neu­er­ba­ren Qu­el­len stam­men. Dies sind Solar­ther­mie, Holz, Bio­gas, Bio­öl und Wär­me­pum­pen. „Um die Auf­la­ge zu er­fül­len, ste­hen aber auch et­li­che Zu­satz­op­tio­nen zur Wahl“, er­klärt Uwe Mül­ler. Da­zu zäh­len et­wa die Ge­bäu­de­däm­mung, der Ein­satz von Fo­to­vol­ta­ik, die Kraft-Wär­me-Kopp­lung und ein fi­nan­zi­ell ge­för­der­ter Sa­nie­rungs­fahr­plan für das Ge­bäu­de. Die Re­gie­rung will mit dem Ge­setz den Weg für er­neu­er­ba­re Ener­gi­en be­rei­ten und fos­si­le Brenn­stof­fe zu­guns­ten

Aus­tausch kann sich wirt­schaft­lich loh­nen

des Kli­ma­schut­zes zu­rück­drän­gen. Denn Hei­zung und Warm­was­ser­be­rei­tung ver­ur­sa­chen knapp ein Vier­tel der Treib­haus­gas-Emis­sio­nen im Land. Der An­teil er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en am Ener­gie­ver­brauch lag in Ba­den-Würt­tem­berg 2014 bei rund 13 Pro­zent. Von den 21 Mil­lio­nen Hei­zungs­an­la­gen, die in deut­schen Kel­lern ste­hen, ist rund ein Fünf­tel äl­ter als 27 Jah­re. Mehr als 30 Jah­re ha­ben nach Schät­zun­gen ei­ne Mil­li­on Heiz­kes­sel auf dem Bu­ckel. Die meis­ten da­von dür­fen laut EnEV nicht mehr län­ger lau­fen. „Die Re­ge­lung gilt für Kon­stant-Tem­pe­ra­tur-Kes­sel mit ei­ner Nenn­leis­tung von vier bis 400 Ki­lo­watt“, sagt Uwe Mül­ler. Brenn­wert- und Nie­der­tem­pe­ra­tur­kes­sel sei­en nicht be­trof­fen. Aus­ge­nom­men sind An­la­gen von Haus­be­sit­zern, die seit 2002 oder län­ger in ih­rem Ei­gen­heim woh­nen. Wie alt ein Kes­sel ist, lässt sich am Ty­pen­schild der An­la­ge oder aus dem Pro­to­koll des Schorn­stein­fe­gers ab­le­sen. „Ei­ne en­er­ge­ti­sche Prü­fung durch ei­nen Fach­be­trieb lohnt sich be­reits, wenn die Hei­zungs­an­la­ge seit rund 20 Jah­ren läuft“, weiß Mül­ler. Denn ne­ben ei­ner er­höh­ten An­fäl­lig­keit für Stö­run­gen kön­ne ein Aus­tausch nicht nur um­welt­freund­li­cher, son­dern oft auch wirt­schaft­lich sein: Mo­der­ne Brenn­wert­kes­sel ver­brau­chen bis zu 25 Pro­zent we­ni­ger Brenn­stoff. De­tail­lier­te und neu­tra­le In­for­ma­tio­nen zur Aus­tausch­pflicht für al­te Hei­zun­gen, zum EWär­meG und al­len an­de­ren The­men rund um die en­er­ge­ti­sche Ge­bäu­de­sa­nie­rung er­hal­ten In­ter­es­sier­te beim ebz.

Kon­takt

Zu er­rei­chen ist das ebz in Pforz­heim (Am Mühl­ka­nal 16) te­le­fo­nisch un­ter (0 72 31) 39 71 36 00 oder per E-Mail an in­fo@ebz-pforz­heim.de. Die Be­ra­tungs­zei­ten sind Di­ens­tag und Don­ners­tag, 15 bis 18 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung. Das ebz ar­bei­tet mit der Ver­brau­cher­zen­tra­le zu­sam­men. Auch dort ge­ben Fach­leu­te Aus­kunft un­ter der kos­ten­frei­en Te­le­fon­num­mer (08 00) 8 09 80 24 00.

HEI­ZUNGS­AN­LA­GEN, die äl­ter als 30 Jah­re sind, müs­sen er­neu­ert wer­den. Wer da­bei gleich sei­ne ver­al­te­te Hei­zungs­pum­pe aus­tauscht, spart noch mehr. Fo­to: PK

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