Der „al­te Ha­se“

Für Mar­tin Fer­ber ist es be­reits der ach­te Wahl­kampf

Pforzheimer Kurier - - DER COUNTDOWN LÄUFT - Mar­tin Fer­ber

2. De­zem­ber 1990 – ge­nau zwei Mo­na­te nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands fin­den die ers­ten ge­samt­deut­schen Bun­des­tags­wah­len statt. Für mich ist es der ers­te Bun­des­tags­wahl­kampf, den ich als Berlin-Kor­re­spon­dent er­le­ben und ver­fol­gen darf, nach­dem ich im Mai 1990 mei­ne Ar­beit in der Spree-Me­tro­po­le auf­ge­nom­men ha­be. Noch sitzt die Politik in Bonn, ein­zig die PDS, die Nach­fol­ge­rin der SED, hat ih­re Zen­tra­le in Berlin, für sie und den Wahl­kampf in den neu­en Län­dern bin ich als Be­richt­er­stat­ter zu­stän­dig.

27 Jah­re spä­ter bin ich noch im­mer Berlin-Kor­re­spon­dent – und die­ser Bun­des­tags­wahl­kampf ist mitt­ler­wei­le der ach­te, den ich als Be­richt­er­stat­ter im Zen­trum des Ge­sche­hens er­le­ben und ver­fol­gen darf, denn seit dem Um­zug von Bun­des­tag und Bun­des­re­gie­rung von Bonn nach Berlin 1999 spielt die Mu­sik in Berlin. Je­der Wahl­kampf hat­te sei­nen ei­ge­nen Cha­rak­ter, je­der war an­ders, auch wenn sich man­ches wie­der­holt.

Be­son­ders span­nend war es al­ler­dings 2002 – Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der ge­gen CSU-Chef Ed­mund Stoi­ber. Zwei Al­pha-Tie­re, die sich nichts schen­ken und ein knap­pes Kopf-an-KopfRen­nen lie­fern. Un­ver­ges­sen bleibt auch der Wahl­kampf 2005, als Ger­hard Schrö­der nach der vor­zei­ti­gen Auf­lö­sung des Bun­des­tags schein­bar aus­sichts­los hin­ten lag – und dann nach ei­ner fu­rio­sen Auf­hol­jagd auf der Ziel­ge­ra­den fast noch die heu­ti­ge Re­gie­rungs­che­fin An­ge­la Mer­kel ein­ge­holt hät­te. Seit­dem bei­ßen sich die So­zi­al­de­mo­kra­ten an der ewi­gen Kanz­le­rin die Zäh­ne aus. Ob es dem jet­zi­gen SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz bes­ser er­geht als vor ihm Frank-Wal­ter St­ein­mei­er und Peer St­ein­brück? Ich darf es live er­le­ben und ver­fol­gen. Ich freue mich dar­auf! Mar­tin Fer­ber

AR­BEITS­PLATZ DER BNN-KOR­RE­SPON­DEN­TEN: Im Bun­des­pres­se­haus in Berlin, das di­rekt an der Spree liegt, ha­ben Mar­tin Fer­ber und Bern­hard Jun­gin­ger ihr Bü­ro. Fo­tos: Fer­ber/pr

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