Ein­kau­fen im Wohn­zim­mer

Mö­bel­häu­ser set­zen auf di­gi­ta­le Hel­fer / Noch gibt es Kin­der­krank­hei­ten

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Düs­sel­dorf. Wie das wohl zu Hau­se aus­sieht? Passt das über­haupt in die Ecke? Wer schon ein­mal im Mö­bel­haus vor dem Ob­jekt sei­ner Wahl ge­stan­den hat, kennt die­se Fra­gen. Mit­hil­fe von „Aug­men­ted Rea­li­ty“-An­wen­dun­gen wol­len Mö­bel­händ­ler nun ih­ren Kun­den die Ent­schei­dung er­leich­tern. Je­der soll mit den di­gi­ta­len Hel­fern sein per­fek­tes Mö­bel­stück fin­den – ganz be­quem von zu Hau­se aus.

Kon­kret funk­tio­niert das Kon­zept so: Der Kun­de lädt sich ei­ne App auf sein Smart­pho­ne oder Ta­blet. An­schlie­ßend be­trach­tet er durch die Ka­me­ra am Ge­rät sei­ne Um­ge­bung, et­wa die Wohn­zim­mer­ecke, in der das neue Mö­bel­stück ste­hen soll. Auf sei­nem Bild­schirm kann er dann vir­tu­el­le Ob­jek­te wie Stüh­le oder Re­ga­le ein­fü­gen. Die An­wen­dung soll zei­gen, wie das neue Stück in den ei­ge­nen vier Wän­den wirkt. Schon vor vier Jah­ren hat­te Ikea ei­nen ers­ten Vor­stoß in Rich­tung Aug­men­ted Rea­li­ty (AR) un­ter­nom­men. Ab Herbst will das Un­ter­neh­men nun ge­mein­sam mit App­le ei­ne neue An­wen­dung an­bie­ten.

Das Vor­ha­ben des schwe­di­schen Bran­chen­rie­sen zei­ge, „dass der Tech­no­lo­gie an sich ei­ne gro­ße Zu­kunft, spe­zi­ell auch im Mö­bel­seg­ment, ein­ge­räumt wird“, sagt Mar­tin Groß-Al­ben­hau­sen vom Bun­des­ver­band E-Com­mer­ce und Ver­sand­han­del. Auch vie­le klei­ne­re Un­ter­neh­men ha­ben mitt­ler­wei­le AR-An­wen­dun­gen für sich ent­deckt. Völ­lig rei­bungs­los läuft die Tech­no­lo­gie bei den meis­ten aber noch nicht. Beim An­ge­bot des On­line-Ver­sands Pair et­wa, bei dem man aus Pro­duk­ten ver­schie­de­ner Her­stel­ler wäh­len kann, wan­dern die Mö­bel­stü­cke noch et­was un­kon­trol­liert auf dem Bild­schirm um­her, so­bald man de­ren Grö­ße ver­än­dert. Bei der App des pol­ni­schen Re­gal­her­stel­lers Tyl­ko hin­ge­gen passt zu­min­dest das Grö­ßen­ver­hält­nis. Durch ei­ne DIN-A4-Seite, die als Ver­gleichs­flä­che auf den Bo­den ge­legt wird, stim­men die Ma­ße der Mö­bel mit dem Raum über­ein. Da­für ste­hen die Mö­bel meist et­was schief da. Au­ßer­dem wa­ckeln die Ob­jek­te auf dem Bild­schirm.

Auch Ikea ar­bei­tet an den di­gi­ta­len Ein­kaufs­hel­fern. „Die neue App wird un­ter an­de­rem über ver­bes­ser­te Fea­tu­res und ei­ne bes­se­re Pro­dukt­dar­stel­lung ver­fü­gen“, kün­digt ei­ne Spre­che­rin an. Das ge­sam­te Sor­ti­ment, das knapp 10 000 Pro­duk­te um­fasst, kön­ne man al­ler­dings nicht ab­bil­den. Die AR-An­wen­dung soll sich da­her auf Pro­dukt­neu­hei­ten kon­zen­trie­ren.

Noch ma­chen On­line-Ge­schäf­te zwar erst sie­ben Pro­zent des Ge­samt­um­sat­zes im Mö­bel­han­del aus, wie der Han­dels­ver­band für Mö­bel und Kü­chen be­rich­tet. Doch der Trend zeigt nach oben. Chris­toph Zei­her

PASST DIE LEUCHTE auch ins ei­ge­ne Wohn­zim­mer? Mö­bel­häu­ser ex­pe­ri­men­tie­ren mit di­gi­ta­len Lö­sun­gen. Fo­to: dpa

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