Ge­gen „Ge­ne­sis“

Pe­ter Wei­bel nimmt im Fall Lü­pertz er­neut Stel­lung

Pforzheimer Kurier - - KULTUR - ÜBT WEI­TER KRI­TIK: ZKMChef Pe­ter Wei­bel. Fo­to: Deck

Der Vor­stand des Karls­ru­her Zen­trums für Kunst und Me­di­en (ZKM); Pe­ter Wei­bel, hat sich – wie zu­vor schon in den Ba­di­schen Neu­es­ten Nach­rich­ten – in der Süd­deut­schen Zei­tung (SZ) aber­mals ge­gen das Vor­ha­ben ge­wandt, in den künf­ti­gen Hal­te­stel­len der frü­hes­tens 2020 fer­tig­ge­stell­ten Un­ter­pflas­ter-Stra­ßen­bahn (U-Strab) der Stadt ins­ge­samt 14 Ke­ra­mi­k­re­liefs des Künst­lers Mar­kus Lü­pertz an­zu­brin­gen. Der Ma­ler und Plas­ti­ker, der auch in an­de­ren Gat­tun­gen un­ter­wegs ist, will in den sie­ben Sta­tio­nen Ar­bei­ten zum The­ma „Ge­ne­sis“zei­gen.

Wei­bel be­klagt, dass bei dem Vor­ha­ben, dem der Karls­ru­her Ge­mein­de­rat mit deut­li­cher Mehr­heit zu­stimm­te, der Rat der Ex­per­ten nicht be­rück­sich­tigt wur­de. „Bei sol­chen Ent­schei­dun­gen be­rät ei­gent­lich ei­ne Kunst­kom­mis­si­on die Politik, auch als Schutz ge­gen Ver­su­che der Ein­fluss­nah­me durch Lob­by­is­ten,“sagt der Künst­ler und Theo­re­ti­ker in dem SZ-In­ter­view und er­gänzt: „Al­le Ver­tre­ter der Karls­ru­her Kun­stein­rich­tun­gen, von der Kunst­hal­le bis zum Ba­di­schen Kunst­ver­ein, sind ent­schie­den ge­gen die­se Um­wid­mung der Wer­be­ta­feln als Aus­stel­lungs­flä­chen für Lü­pertz.“ Da­bei un­ter­streicht Wei­bel, dass sich sei­ne Ein­wän­de in keins­ter Wei­se ge­gen den Künst­ler Lü­pertz rich­ten, son­dern ge­gen die Vor­ge­hens­wei­se. An­stoß nimmt er al­ler­dings an der mut­maß­lich christ­li­chen Aus­rich­tung des Pro­jekts. Wei­bel: „Wir se­hen, wie öf­fent­li­che Räu­me oh­ne Be­tei­li­gung der de­mo­kra­ti­schen Öf­fent­lich­keit mit christ­li­chen Sym­bo­len be­setzt wer­den in Karls­ru­he oder auf der Kup­pel des Hum­boldt-Fo­rums, auf die ein pri­va­ter Ver­ein ein Kreuz set­zen möch­te.“Lü­pertz hat al­ler­dings erst jüngst in ei­nem BNN-Ge­spräch an­ge­merkt, dass er den Be­griff „Ge­ne­sis“in ei­nem sehr wei­ten, kei­nes­wegs nur bi­bli­schen Sinn auf­fas­se.

Zu gu­ter Letzt kom­men­tiert Wei­bel in der Süd­deut­schen die Aus­sa­ge der Be­für­wor­ter des Kunst­pro­jekts, die Lü­pertz-Ar­bei­ten könn­ten zu ei­nem Be­su­cher­ma­gnet wer­den. „Wir ha­ben in Karls­ru­he schon vier Lü­pertz-Skulp­tu­ren auf öf­fent­li­chen Plät­zen, es fehlt im Stadt­bild nicht an Lü­pertz-Wer­ken. Das hat bis­her kei­nen Tou­ris­ten­strom aus­ge­löst. Zu glau­ben, dass ke­ra­mi­sche Kunst in U-Bahn­sta­tio­nen zur Tou­ris­ten­sen­sa­ti­on wird, ist aber­wit­zig.“-bl.

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