Bit­te­re Pil­le nach lan­gem Kampf

Karls­ru­her SC muss sich Bay­er Le­ver­ku­sen erst in der Ver­län­ge­rung ge­schla­gen ge­ben

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­toph Dre­scher

Karls­ru­he. Der Karls­ru­her SC hat­te sich noch gar nicht auf­ge­macht, ei­nen mög­li­chen Coup in der ers­ten Run­de des DFB-Po­kals ge­gen Bun­des­li­gist Bay­er Le­ver­ku­sen zu lan­den, da schall­ten be­reits Un­muts­be­kun­dun­gen ge­gen den Deut­schen Fuß­ball­bund (DFB) durch das Sta­di­on des Dritt­li­gis­ten, die beim har­ten Fan-Kern der­zeit ziem­lich en vogue sind. Auch die Le­ver­ku­se­ner stimm­ten in die „Fuß­ball­ma­fia DFB“-Sprech­chö­re ein. An­schlie­ßend rück­ten dann aber auch auf den Rän­gen die Ak­ti­vi­tä­ten bei­der Teams in den Vor­der­grund, die sich bis in die Ver­län­ge­rung er­streck­ten und durch Tref­fer von Do­mi­nik Kohr (93.), Jo­el Poh­jan­pa­lo (99.) und Le­on Bai­ley (105.) zu Bay­ers Guns­ten ihr En­de fan­den. Zum Schluss war die 0:3(0:0)-Nie­der­la­ge auch in die­ser Hö­he leis­tungs­ge­recht.

„Es ist bit­ter. Wir ha­ben 90 Mi­nu­ten sehr gut ver­tei­digt. Wir wa­ren al­le grif­fig und sind an un­se­re Gren­zen ge­gan­gen“, sag­te Da­vid Pisot.

In den ers­ten Mi­nu­ten soll­te KSCCoach Marc-Patrick Meis­ter Recht be­hal­ten mit sei­ner Pro­gno­se, dass sei­ne Mann­schaft ge­gen den tech­nisch über­le­ge­nen Erst­li­gis­ten „viel hin­ter­her­lau­fen“wer­de. Dies galt vor al­lem für Alex­an­der Sie­beck, der auf der lin­ken Seite vom um­trie­bi­gen Ka­rim Bel­la­ra­bi zu­nächst nur die Rück­an­sicht zu se­hen be­kam. Nach fei­nem Pass von Ad­mir Meh­me­di ent­schied der Na­tio­nal­spie­ler das Sprint­du­ell mit sei­nem KSC-Kon­tra­hen­ten das ers­te Mal für sich, setz­te den Ball aber aus 16 Me­tern über das von Ben­ja­min Uphoff ge­hü­te­te Tor (2.). Drei Mi­nu­ten spä­ter ent­schärf­te der KSCKee­per ei­nen fla­chen Schuss von Bel­la­ra­bi. Der Fa­vo­rit wur­de in der 13. Mi­nu­te von in­zwi­schen bes­ser ste­hen­den Ba­de­nern bei­na­he kalt er­wischt. Ke­vin Kam­pls Qu­er­pass vor dem Le­ver­ku­se­ner Straf­raum „fing“Schieds­rich­ter Se­bas­ti­an Hart­mann un­ge­wollt ab und brach­te so den er­neut mu­tig auf­spie­len­den Flo­rent Mus­li­ja in Schuss­po­si­ti­on. Der 19-Jäh­ri­ge ließ erst Kampl aus­stei­gen, um Os­kar Za­wa­da ins Spiel zu brin­gen. Der Po­le ließ zwei Ge­gen­spie­ler ins Lee­re rut­schen, schei­ter­te je­doch aus kur­zer Dis­tanz an Bernd Le­no (13).

Mit dem klei­nen Scho­cker konn­te die Meis­ter-Elf den Fa­vo­ri­ten aus Le­ver­ku­sen aber nicht nach­hal­tig be­ein­dru­cken. Bay­er de­mons­trier­te zum Glück der Gast­ge­ber feh­len­de Kalt­schnäu­zig­keit vor dem Tor. Vol­land (15.), Kai Ha­vertz (17.), Jo­na­than Tah, Kohr (41.) und Ad­mir Meh­me­di (44., 45.) lie­ßen auch bes­te Mög­lich­kei­ten un­ge­nutzt. Die zwei­te Hälf­te be­gann wie­der mit Le­ver­ku­se­ner Harm­lo­sig­keit. Ei­nen Kon­takt zwi­schen Da­vid Pisot und Bel­la­ra­bi im KSCS­traf­raum wer­te­te Hart­mann we­nig spä­ter als nicht straf­wür­dig.

Die Ver­län­ge­rung war kaum an­ge­pfif­fen, da netz­te Kohr ei­ne Frei­stoß­flan­ke von Ju­li­an Brandt aus fünf Me­tern ein, Poh­jan­pa­lo (99.) und Wen­dell (105.) mach­ten die KSC-Nie­der­la­ge per­fekt.

Sta­tis­tik

Karls­ru­her SC: Uphoff, Ca­mog­lu, Stoll, Pisot, Sie­beck, Mus­li­ja (93. Lui­brand, Bü­low, Wa­nit­zek (83. Hof­mann), Lo­renz, Fink (108. Vu­ji­no­vic), Za­wa­da (72. Schleu­se­ner).

Bay­er Le­ver­ku­sen: Le­no, Hen­richs, Tah, Sven Ben­der, Wen­dell, Bel­la­ra­bi (72. Brandt), Kohr, Kampl, Meh­me­di (72. Bai­ley), Ha­vertz (66. Poh­jan­pa­lo), Vol­land.

Schieds­rich­ter: Hart­mann (In­gol­stadt), Zu­schau­er: 17 073, To­re: 0:1 Kohr (93.), 0:2 Poh­jan­pa­lo (99.), 0:3 Bai­ley (105.).

Gel­be Kar­te: Wen­dell.

DER AN­FANG VOM EN­DE: Do­mi­nik Kohr (ver­deckt) kommt nach ei­ner Frei­stoß­flan­ke von Ju­li­an Brandt vor KSC-Ver­tei­di­ger Mar­tin Stoll (Rü­cken­num­mer 4) zum Kopf­ball, mit dem der U-21-Eu­ro­pa­meis­ter in der drit­ten Mi­nu­te der Ver­län­ge­rung die Füh­rung für Bay­er Le­ver­ku­sen er­zielt. Fo­to: GES

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