Zu un­am­bi­tio­niert gibt’s bei Na­gels­mann nicht

Hof­fen­hei­mer ste­hen vor ei­nem Span­nungs-Spa­gat zwi­schen dem Po­kal in Er­furt und dem Tref­fen mit Li­ver­pool

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter To­bi­as Schäch­ter GRE­GOR KO­BEL steht heu­te im TSG-Tor. Fo­to: imago

Zu­zen­hau­sen. Jetzt geht’s rund: Heu­te (18.30 Uhr) star­tet die TSG 1899 Hof­fen­heim mit dem Po­kal­spiel bei Dritt­li­gist Rot-Weiß Er­furt in ei­ne auf­re­gen­de Sai­son – und schon kom­men­den Di­ens­tag (20.45 Uhr) kommt der FC Li­ver­pool zum Play­off-Hin­spiel um die Teil­nah­me an der Cham­pi­ons-Le­ague-Grup­pen­pha­se. In­zwi­schen steht auch fest, dass das ZDF die Par­tie über­tra­gen wird.

Doch zu­erst der DFB-Po­kal: „Für Er­furt ist die Par­tie ge­gen uns das Spiel des Jah­res“, sagt TSG-Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann. Die Be­geg­nun­gen ge­gen Li­ver­pool aber be­deu­ten für Hof­fen­heim die bis­lang größ­ten Er­eig­nis­se der Ver­eins­ge­schich­te. Na­gels­mann weiß, wie er trotz des Hy­pes um die­se ers­ten Eu­ro­pa­po­kal­auf­trit­te der TSG den Fo­kus sei­ner Pro­fis auf die Po­kal­par­tie lenkt: „Mit ei­ner schlech­ten Leis­tung in Er­furt emp­fiehlt man sich nicht für ei­nen Ein­satz ge­gen Li­ver­pool“, stellt der Trai­ner klar. Durch das atem­be­rau­ben­de Pro­gramm wird Na­gels­mann min­des­tens bis Weih­nach­ten zur Ro­ta­ti­on ge­zwun­gen sein, selbst bei ei­nem Aus ge­gen Li­ver­pool spielt die TSG ja in der Eu­ro­pa Le­ague.

Nach sechs­ein­halb Wo­chen Vor­be­rei­tung er­klärt der Trai­ner sei­ne Spie­ler nun be­reit für die Be­las­tun­gen. Das Spiel­tem­po sei hö­her als im Vor­jahr und auch beim Um­schal­ten bei Ball­ver­lust er­ken­ne er Fort­schrit­te. Ge­nau das wird ge­gen die kon­ter­star­ken Li­ver­poo­ler von Trai­ner Jür­gen Klopp wo­mög­lich ent­schei­dend sein. Aber auch die „wahr- schein­lich tief ste­hen­den Er­fur­ter“(Na­gels­mann) wer­den auf Kon­ter lau­ern.

Im Po­kal hü­tet künf­tig Gre­gor Ko­bel statt Oli­ver Bau­mann das Tor. Der Stamm­kee­per soll so ent­las­tet wer­den. Na­gels­mann geht näm­lich „bei al­lem Re­spekt vor dem Geg­ner“von ei­nem Sieg sei­ner Elf in Er­furt aus. Fit ist der zu­letzt an­ge­schla­ge­ne Sturm­füh­rer San­dro Wa­gner, le­dig­lich An­grei­fer Adam Sza­lai (Achil­les­seh­nen­pro­ble­me) und Mit­tel­feld­spie­ler Flo­ri­an Gril­litsch (Trai­nings­rück­stand) feh­len. Den den­noch har­ten Kon­kur­renz­kampf zu mo­de­rie­ren, ist ei­ne der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Auf der Sech­ser­po­si­ti­on, auf der Se­bas­ti­an Ru­dy nach sei­nem Wech­sel zum FC Bay­ern ei­ne Lü­cke hin­ter­lässt, wä­re Na­gels­mann „nicht tod­trau­rig“, wenn kein Zu­gang mehr kom­men wür­de. Er ha­be ge­nug Fan­ta­sie, so der 30-Jäh­ri­ge, die Po­si­ti­on auch mit vor­han­de­nen Spie­lern zu be­set­zen.

Ei­ne star­ke Rol­le ist die­sen Na­gels­män­nern in al­len Wett­be­wer­ben zu­zu­trau­en. Was sie sich selbst zu­trau­en? Der Trai­ner über­ließ das Aus­ru­fen der Zie­le sei­nen Spie­lern. Ges­tern über­brach­te Ka­pi­tän Polan­ski die Er­geb­nis­se der team­in­ter­nen Be­ra­tun­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr noch hat­te der Trai­ner die Zie­le aus­ge­ge­ben und die­se in zwei „in­ter­ne“(rea­lis­tisch: ein­stel­li­ger Ta­bel­len­platz und Vier­tel­fi­na­le im Po­kal; am­bi­tio­niert: Eu­ro­pa­po­kal-Qua­li­fi­ka­ti­on) und ein „öf­fent­li­ches“(sport­li­che Wei­ter­ent­wick­lung) un­ter­teilt. Nun ver­traue er den Pro­fis wie nun bei der Spiel­füh­rer­und Mann­schafts­rats­wahl. Na­gels­mann ver­si­chert aber la­chend: Sei­en die Zie­le zu un­am­bi­tio­niert, wer­de er sie än­dern.

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