Ur­laub auch für Lang­zeit­ar­beits­lo­se

Pforzheimer Kurier - - RECHT IM ALLTAG -

Dort­mund (dpa/tmn). Ein Job­cen­ter kann ei­nem Lang­zeit­ar­beits­lo­sen nicht ein­fach den Ur­laub ver­weh­ren. So­fern die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung nicht be­ein­träch­tigt wird, muss die Be­hör­de ei­ner drei­wö­chi­gen Ur­laubs­ab­we­sen­heit zu­stim­men, ent­schied das So­zi­al­ge­richt Dort­mund. Un­bot­mä­ßi­ges Ver­hal­ten des Ar­beits­lo­sen dür­fe durch ei­ne Ver­wei­ge­rung des Ur­laubs nicht sank­tio­niert wer­den.

In dem ver­han­del­ten Fall woll­te ein Mann, der seit 2005 Ar­beits­lo­sen­geld II be­zieht, Ur­laub. Das Job­cen­ter war aber der Mei­nung, es be­ste­he Aus­sicht auf Ver­mitt­lung in Ar­beit. Zu­dem ha­be sich der Mann in der Ver­gan­gen­heit nicht egel­kon­form ver­hal­ten und dro­he mit An­walt oder Kla­ge. Die Be­hör­de ver­wei­ger­te des­halb die Zu­stim­mung und strich für drei Wo­chen das Ar­beits­lo­sen­geld II. Das So­zi­al­ge­richt Dort­mund ver­ur­teil­te das Job­cen­ter al­ler­dings, das ein­be­hal­te­ne Ar­beits­lo­sen­geld II nach­zu­zah­len. Die Zu­stim­mung zum Ur­laub hät­te er­teilt wer­den müs­sen.

Die Rich­ter er­ach­te­ten es als falsch, nicht kon­for­mes Ver­hal­ten des Leis­tungs­be­zie­hers auf die­se Wei­se zu sank­tio­nie­ren. Es kom­me al­lein dar­auf an, ob die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung durch die Ab­we­sen­heit be­ein­träch­tigt wer­de. Dies sei nicht schon der Fall, wenn noch ein­zel­ne Be­wer­bun­gen lie­fen.

STRAND STATT JOB­CEN­TER:

Wenn die Stel­len­su­che nicht dar­un­ter lei­det, sind Fe­ri­en er­laubt. Fo­to: dpa

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