„Steu­er­vor­teil nut­zen“

Un­ter­halts­pflich­ti­ge müs­sen Ein­kom­men op­ti­mie­ren

Pforzheimer Kurier - - RECHT IM ALLTAG -

Nürnberg (dpa/tmn). Un­ter­halts­pflich­ti­ge müs­sen al­le steu­er­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­nut­zen, um ihr Ein­kom­men zu op­ti­mie­ren. Denn im Zwei­fel wird ein fik­ti­ver Steu­er­vor­teil bei der Fest­set­zung des Un­ter­halts be­rück­sich­tigt. Das geht aus ei­ner Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Nürnberg her­vor, auf die der Deut­sche An­walt­ver­ein auf­merk­sam macht.

In dem ver­han­del­ten Fall hat­te der Va­ter ei­nes Soh­nes nach der Tren­nung von der Mut­ter wie­der ge­hei­ra­tet. Das Brut­to-Ein­kom­men des Mö­bel­mon­teurs be­trug 1 750 Eu­ro. Sei­ne Ehe­frau war eben­falls be­rufs­tä­tig, er­hielt je­doch Bafög. Die Mög­lich­keit des Ehe­gat­ten­split­tings nahm das Paar nicht in An­spruch. Der Mann be­an­trag­te den fest­ge­setz­ten Un­ter­halt in Hö­he von 225 Eu­ro auf den Min­dest­un­ter­halt von 85 Eu­ro her­ab­zu­set­zen.

Sein An­trag hat­te nur teil­wei­se Er­folg. Der Va­ter müs­se sich den fik­ti­ven Steu­er­vor­teil an­rech­nen las­sen, den er durch das Ehe­gat­ten­split­ting hät­te. Schließ­lich müs­se er al­les tun, um sein Ein­kom­men zu op­ti­mie­ren. Al­ler­dings müss­ten auch die Nach­tei­le ei­nes Steu­er­klas­sen­wech­sels für den neu­en Ehe­part­ner be­rück­sich­tigt wer­den. Da­her wur­de der Un­ter­halt auf rund 188 Eu­ro fest­ge­legt.

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