La­by­rinth im Mais­feld

Eu­tin­ger Mais­la­by­rinth als Fe­ri­en­aus­flugs­ziel

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ca­ro­lin Frey­tag

Pforz­heim. Wer in den Som­mer­fe­ri­en noch nach Aus­flü­gen sucht, kann es mit dem Mais­la­by­rinth in Eu­tin­gen pro­bie­ren. In die­sem Jahr steht dort al­les un­ter dem Mot­to Gold­stadt.

Rechts und links ste­hen sie. Ei­gent­lich rings­her­um. Man ist um­zin­gelt von den gro­ßen, grü­nen Pflan­zen. Wenn der Wind geht, ra­scheln die Blät­ter. Ab und zu sind Kin­der zu hö­ren, die sich et­was zu­brül­len. Über zwei­ein­halb Me­ter hoch sind die Ge­wäch­se zwi­schen ih­nen. Selbst sehr gro­ße Men­schen kön­nen da nicht ein­fach drü­ber hin­weg schau­en. Und selbst wenn: Sie sä­hen nur ein 15 000 Qua­drat­me­ter gro­ßes Mais­feld. Al­so nichts wie wei­ter, auf den leh­mi­gen We­gen ent­lang durchs Eu­tin­ger Mais­la­by­rinth. Schließ­lich muss hier nicht nur der rich­ti­ge Weg ge­fun­den wer­den. Und der führt des öf­te­ren auch über Mais­pflan­zen, die sich nicht mehr in der Senk­rech­ten hal­ten konn­ten. Auch acht Rät­sel gilt es zu lö­sen – da­mit kei­ne Lan­ge­wei­le auf­kommt zwi­schen Blät­tern und Mais­kol­ben. „Wann gab der Mark­graf von Ba­den erst­mals die Er­laub­nis, ei­ne Ta­schen­uh­ren­fa­brik zu grün­den?“, lau­tet et­wa ei­ne der Fra­gen auf den Ta­feln. Wer an der Sta­ti­on zu­vor rich­tig auf­ge­passt hat, weiß die rich­ti­ge Ant­wort – und be­kommt hier gleich den Hin­weis für die Fra­ge ein paar We­ge wei­ter. Al­so heißt es le­sen, mer­ken und wei­ter des We­ges. Ge­ra­de­aus oder doch lie­ber nach links? Es dau­ert nicht lan­ge, bis man zu ei­nem Aus­sichts­turm kommt, von dem aus sich das La­by­rinth recht gut über­bli­cken lässt. Vi­el­leicht hilft das beim fin­den des rich­ti­gen We­ges. Im­mer­hin liegt noch ein Stück da­von vor dem Irr­gar­ten­gän­ger. Beim ge­nau­en Hin­schau­en er­kennt man, dass die We­ge durch den Mais in die­sem Jahr die Form ei­ner Kro­ne ha­ben – wie die Rät­sel­fra­gen auch pas­send zum Gold­stadt­ju­bi­lä­um.

Es geht wie­der run­ter vom Turm und an noch mehr He­cken und Rät­sel­schil­dern vor­bei: Wie vie­le Un­ter­neh­men gab es be­reits 100 Jah­re nach Grün­dung der ers­ten Fa­b­rik? Oder: Wo wur­de die ers­te Sil­ber­mün­ze ge­prägt? Hat man das kurz zu­vor Ge­le­se­ne doch wie­der ver­ges­sen, hilft ab und an auch ein Blick auf die Ka­ri­ka­tu­ren wei­ter. Die hat der Pforz­hei­mer Gerald Manz ex­tra fürs Mais­la­by­rinth ge­zeich­net. Auch Sack­gas­sen lau­ern auf die La­by­rinth-Be­su­cher. Die sind al­ler­dings we­nig ge­fähr­lich – und meist schnell zu er­ken­nen. Et­wa ei­ne hal­be St­un­de dau­ert es, den Weg aus dem La­by­rinth zu fin­den.

Mais­la­by­rinth

Wann ist ge­öff­net? Noch bis zum 10. Sep­tem­ber, sams­tags und sonn­tags zwi­schen 11 und 19 Uhr. Un­ter der Wo­che ist ein Be­such nur mit Vor­an­mel­dung un­ter Te­le­fon (0 72 31) 5 01 81 mög­lich.

Was kos­tet der Aus­flug? Für Kin­der kos­tet das Mais­la­by­rinth 1,50 Eu­ro, für Er­wach­se­ne 2,50 Eu­ro. Ei­ne Fa­mi­li­en­kar­te gibt es für 5 Eu­ro.

Wie kommt man hin? Wer mit dem Bus kommt, nimmt die Li­nie 1 und steigt an der End­hal­te­stel­le „Auf der Hö­he“aus.

Die Adres­se für die Anfahrt ist „Auf der Hö­he 67“in Pforz­heimEu­tin­gen. Von dort sind es noch et­wa 200 Me­ter nord­west­lich.

Wo gibt es wei­te­re In­fos? Auf www.mais­la­by­rinth-eu­tin­gen.de gibt es im In­ter­net un­ter an­de­rem Bil­der, Vi­de­os und Kon­takt­da­ten. Bei dem ei­nen mehr, bei dem an­de­ren we­ni­ger. „Viel län­ger braucht sel­ten je­mand, auch wenn zwei St­un­den schon vor­ge­kom­men sind“, sagt Jo­sef Eber­hardt mit ei­nem Lä­cheln. Er schnei­det das Mais­la­by­rinth seit 2003 je­des Jahr – un­ter­stützt von Ga­b­rie­le Ska­liks-Hu­ber, Sil­ke Baum­gart­ner und Her­bert Hut­ten­loch – aufs Neue aus dem Mais­feld.

„In je­dem Jahr über­le­gen wir uns dann ein neu­es Mo­tiv zu ei­nem be­stimm­ten The­ma. Zur Tour de Fran­ce hat­ten wir ein Fahr­rad, zur Fuß­ball-WM hat­ten wir ein Fuß­ball­feld und die­ses Jahr ist es eben ei­ne Kro­ne pas­send zum Gold­stadt­ju­bi­lä­um“, er­klärt Eber­hard. Er ent­wirft das Mo­tiv für den Irr­gar­ten selbst am Com­pu­ter. Auf­grund sei­nes tech­ni­schen be­ruf­li­chen Hin­ter­grun­des ken­ne er sich da­mit gut aus. „Wenn der Mais nur ein paar Zen­ti­me­ter hoch ist, ver­mes­sen wir be­reits und zeich­nen die We­ge mit Krei­de ein. Dort wer­den dann be­reits die klei­nen Pflan­zen ent­fernt.“ Wenn das Mais­la­by­rinth er­öff­net, sind die üb­ri­gen rund zwei­ein­halb Me­ter hoch. Das Feld ha­be ih­nen ein Bau­er zur Ver­fü­gung ge­stellt, sagt Eber­hard. Vie­le Pforz­hei­mer Ver­ei­ne un­ter­stüt­zen das Pro­jekt. Was vom Er­lös üb­rig ist, ge­he an ei­nen gu­ten Zweck, um Kin­der zu un­ter­stüt­zen. Noch bis zum 10. Sep­tem­ber kann man durch das La­by­rinth strei­fen. Dann ist Schluss. „Dann sind die Pflan­zen ein­fach zu dürr und man kann durch­se­hen“, sagt Eber­hard.

GE­RA­DE­AUS, UND DANN? Ei­ni­ge Sack­gas­sen gibt es im Mais­la­by­rinth. Bis­her hat aber noch je­der den Weg aus dem Irr­gar­ten ge­fun­den. Be­son­ders für Kin­der ist das La­by­rinth ein Er­leb­nis. Fo­to: Eh­mann

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