Trag­fä­hi­ger Bo­den

Um­welt­ver­träg­li­che Be­fes­ti­gungs­me­tho­de für den Un­ter­grund / Ze­ment als Bau­stoff nicht zu­läs­sig

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Manfred Schott

Kämp­fel­bach. Mit ei­ner um­welt­ver­träg­li­chen Be­fes­ti­gungs­me­tho­de wird der Bo­den am künf­ti­gen Al­diStand­ort in Bil­fin­gen auf­ge­schüt­tet. Da­mit wird der Un­ter­grund trag­fä­hig ge­macht.

Kämp­fel­bach. „Es bleibt nicht so hoch wie es der­zeit aus­sieht“, sagt Bür­ger­meis­ter Udo Klei­ner zu den der­zei­ti­gen Auf­füll­ar­bei­ten auf der Bau­stel­le für den Al­di-Ein­kaufs­markt an der Benz­stra­ße in Bil­fin­gen. Bei Klei­ner ha­ben schon ei­ni­ge Bür­ger an­ge­fragt, war­um dort der Bo­den so hoch auf­ge­schüt­tet wer­de. Es ist ei­ne um­welt­ver­träg­li­che Be­fes­ti­gungs­me­tho­de für den Un­ter­grund, die vor Be­ginn der Roh­bau­ar­bei­ten wie­der ab­ge­tra­gen wird.

Die ei­gent­li­chen Bau­maß­nah­men be­we­gen sich dann et­wa auf dem Stra­ßen­ni­veau der Benz­stra­ße bei der Ein­mün­dung der Bosch­stra­ße. Auf Ku­ri­er-An­fra­ge hat Tho­mas Pfirr­mann, Di­plomIn­ge­nieur für Um­welt­si­che­rung des gleich­na­mi­gen In­ge­nieur­bü­ros aus Karls­ru­he, die­ses Vor­ge­hen er­läu­tert. „Der Un­ter­grund ist schlecht und an man­chen Stel­len noch schlech­ter“, teilt er mit. Vor al­lem im west­li­chen Be­reich des Bau­fel­des gibt es im Un­ter­grund was­ser­ge­füll­te Tor­f­lin­sen. Un­ter der Auf­last des Markt­ge­bäu­des wür­de die­se Tat­sa­che zu un­gleich­för­mi­gen Bo­den­set­zun­gen füh­ren. Dies könn­te zu schwe­ren Schä­den am Bau­werk füh­ren.

Wie Pfirr­mann wei­ter er­läu­tert, wä­ren üb­li­che geo­tech­ni­sche Lö­sun­gen für sol­che Pro­ble­me das Ein­brin­gen von Bohr­pfäh­len oder Bo­den­ver­bes­se­rungs­maß­nah­men mit ze­ment­ge­bun­de­nen Grün­dungs­kör­pern, die teil­wei­se bis in den Un­ter­grund und das Grund­was­ser hin­ab­rei­chen. Ei­ne Ver­dich­tung mit Ze­ment ver­mör­tel­ten Plat­ten aus ein bis zwei Me­ter di­cken Bo­den­schich­ten wä­re ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit. Bei all die­sen Va­ri­an­ten dient al­ler­dings Ze­ment als Bin­de­mit­tel. „Und ge­nau die­ser Bau­stoff ist im Un­ter­grund des Was­ser­schutz­ge­bie­tes Zo­ne II nicht zu­läs­sig“, be­tont der Um­welt­in­ge­nieur. Aus die­sem Grund hat sich die Bau­herr­schaft für die so­ge­nann­te „Auf­last­kon­so­li­die­rung“ent­schie­den. Die­ses Ver­fah­ren dau­ert ei­ner­seits we­sent­lich län­ger und ver­ur­sacht be­trächt­li­che Kos­ten. An­de­rer­seits hat es den Vor­teil, dass kei­ner­lei ze­ment­ge­bun­de­ne Grün­dungs­kör­per in den Un­ter­grund ein­ge­bracht wer­den müs­sen. Durch die vier Me­ter ho­he ver­dich­te­te Über­schüt­tung des künf­ti­gen Bau­grun­des wird das not­wen­di­ge Ge­wicht er­reicht, um die was­ser­ge­füll­ten Tor­f­lin­sen wie ein Schwamm aus­zu­drü­cken. Zur Auf­schüt­tung des Bau­ge­län­des wer­den nur völ­lig sau­be­re Bö­den ver­wen­det, de­ren Eig­nung durch Ana­ly­sen und Gut­ach­ten nach­ge­wie­sen ist. Nach dem Ab­klin­gen der Bo­den­set­zun­gen wird die Über­schüt­tung wie­der ab­ge­tra­gen und bei der Re­kul­ti­vie­rung der St­ein­brü­che des Ze­ment­werks in Wös­sin­gen ver­wen­det.

Bis zur Lehm­schicht wird al­les wie­der ab­ge­tra­gen

DER UN­TER­GRUND auf der Al­di-Bau­stel­le in Bil­fin­gen wird der­zeit durch die Me­tho­de „Auf­last­kon­so­li­die­rung“trag­fä­hig ge­macht. Die­se Über­schüt­tung (brau­ne Erd­far­be) wird vor Be­ginn der Bau­maß­nah­men bis auf die im Bild sicht­ba­re ocker­far­be­ne Lehm­schicht wie­der ab­ge­tra­gen. Fo­to: Manfred Schott

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