Do­bel gibt nicht auf

Heil­kli­ma­ti­scher Ku­r­ort zieht we­gen Wind­park vor Ver­wal­tungs­ge­richts­hof

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Do­bel/Strau­ben­hardt. Die Ge­mein­de Do­bel gibt im Kampf ge­gen den ge­plan­ten Wind­park Strau­ben­hardt nicht auf. Der Ge­mein­de­rat stimm­te jetzt für den Gang vor den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof.

Do­bel/Strau­ben­hardt (bgr). Al­le recht­li­chen Mit­tel sol­len aus­ge­schöpft wer­den: Die Ge­mein­de Do­bel wird jetzt Be­schwer­de ge­gen die Ab­leh­nung des Rechts­schut­zes durch das Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he ein­le­gen und in die nächs­te In­stanz vor den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof (VGH) zie­hen. So lau­tet der Be­schluss des Do­bler Ge­mein­de­ra­tes. Kon­kret geht es um die kurz vor Weih­nach­ten 2016 er­teil­te im­mis­si­ons­schutz­recht­li­che Ge­neh­mi­gung des Wind­parks Strau­ben­hardt (der Pforz­hei­mer Ku­ri­er be­rich­te­te). Die er­teil­te Ge­neh­mi­gung war so­fort voll­zieh­bar.

Da ein blo­ßer Wi­der­spruch kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung ge­habt hät­te, stell­te die Ge­mein­de sei­ner­zeit ei­nen An­trag auf einst­wei­li­gen Rechts­schutz beim Ver­wal­tungs­ge­richt, der in der ver­gan­ge­nen Wo­che nun ab­ge­lehnt wur­de. Im Wald wur­den seit Ja­nu­ar schon Flä­chen für die Wind­rä­der ge­ro­det, ak­tu­ell lau­fen die Bau­ar­bei­ten für die Fun­da­men­te. Ent­täuscht von der Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts zeig­te sich Ri­co Fal­ler, ju­ris­ti­scher Bei­stand der Ge­mein­de. „Ich schätz­te die Wahr­schein­lich­keit, dass der VGH an­ders ent­schei­det und wir den so­for­ti­gen Baustopp er­rei­chen auf al­ler­höchs­tens 30 Pro­zent ein“, so Fal­ler. Neue Ar­gu­men­te ha­be man nicht, bei den vor­ge­leg­ten sei es im­mer ei­ne Wer­tungs­ent­schei­dung der Rich­ter. Wäh­rend Bernd Bi­sch­off (Freie un­ab­hän­gi­ge Do­bler) und Martina Naumann (Pro Do­bel/PD) die An­sicht ver­tra­ten, auf­grund der ge­rin­gen Er­folgs­aus­sicht kein wei­te­res Geld – die Re­de ist von 10 000 bis 15 000 Eu­ro – in die Hand zu neh­men, sprach sich die Mehr­heit für den Gang vor den VGH aus. „Wenn in Karls­ru­he der Go­li­ath sitzt, dann sitzt vi­el­leicht Da­vid auf dem Do­bel,“um­schrieb Roy Kie­fer­le (PD) sei­ne Ent­schei­dung. „Die Dop­pel­mo­ral im Um­welt­schutz hängt mir kom­plett zum Hals her­aus“, so Mar­kus Trei­ber (PD). Die Ge­mein­de in­ves­tier­te Hun­dert­tau­sen­de Eu­ro in Re­gen­was­ser­be­hand­lung und auf der an­de­ren Seite wer­de Wald in mehr­fa­cher Sport­platz­grö­ße ge­ro­det. „Der Be­triebs­wirt in mir sagt, auf­hö­ren, als Bür­ger­meis­ter se­he ich mich je­doch in der Pflicht, die In­ter­es­sen un­se­rer Ge­mein­de auf Bie­gen und Bre­chen zu ver­tre­ten“, sprach sich Bür­ger­meis­ter Chris­toph Schaack eben­falls für den nächs­ten Schritt aus. Bis­her hat die Ge­mein­de rund 100 000 Eu­ro für den Rechts­weg aus­ge­ge­ben. Man sei auch der Wald­kli­nik ge­gen­über ver­pflich­tet, die als größ­ter Ar­beit­ge­ber im Ort von den Aus­wir­kun­gen der Wind­kraft­an­la­gen be­trof­fen wä­re. „Die Wald­kli­nik geht eben­falls in die nächs­te In­stanz“, in­for­mier­te Schaack. Nicht mehr an Bord sind da­ge­gen die Ge­mein­den Bad Her­re­n­alb und die Stadt Neu­en­bürg.

Bei zwei Ge­gen­stim­men und ei­ner Ent­hal­tung gab das Rats­gre­mi­um sei­ne Zu­stim­mung, die Be­schwer­de ein­zu­le­gen.

Do­bel hat 100 000 Eu­ro für Rechts­weg aus­ge­ge­ben

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