Klän­ge leicht wie Schlag­sah­ne

Ge­nüs­se der an­de­ren Art im Pop-Up Ca­fé

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM - Ron Tee­ger

„Mein Back­vo­lu­men hat sich er­heb­lich ge­stei­gert. Je­den Tag wür­de ich die­ses Pen­sum nicht leis­ten wol­len“, er­klärt Sieg­run Stütz. Die In­ha­be­rin ei­ner ei­ge­nen Back­stu­be in Schwann, in der sie nor­ma­ler­wei­se auf Be­stel­lung backt, ver­sorgt das Pop-Up Ca­fe in den Rä­um­lich­kei­ten des ehe­ma­li­gen Tchi­bo in der Fuß­gän­ger­zo­ne täg­lich mit Back­werk.

Be­son­ders heu­te ist der An­sturm ge­wal­tig. Ist es an die­sem reg­ne­ri­schen Nach­mit­tag doch nicht nur le­cke­rer Kaf­fee und Ku­chen, der zum Ver­wei­len ins Ca­fe lockt, son­dern es sind auch noch Ge­nüs­se für die Oh­ren.

Von ge­mein­sa­men Ak­ti­vi­tä­ten im Chor ken­nen sich Si­grun Stütz und Do­ro­thee Weiß. Da die­se im nor­ma­len Le­ben als Kla­vier­leh­re­rin am Lich­tens­tern Gym­na­si­um in Sach­sen­heim ar­bei­tet, ist sie na­tür­lich wie ge­schaf­fen für den Platz am Pia­no. An die­sem Nach­mit­tag im Ca­fé bringt sie vier klei­ne Tän­ze, ei­nen Blues, Tan­go, Charles­ton und Rag­time zu Ge­hör. Das rest­li­che Mu­sik­pro­gramm ge­stal­tet sie zu­sam­men mit Kat­ja Prisch­mann-Zi­ma, wel­che eben­falls mit Do­ro­thee Weiß be­kannt ist, ei­ne pri­va­te Mu­sik­schu­le in Vai­hin­gen/Enz lei­tet und heu­te der Oboe stim­mungs­vol­le Klän­ge ent­lockt. Das Ca­fé ist mitt­ler­wei­le bis zum letz­ten Platz be­legt. Wei­te­re Stüh­le und zwei Steh­ti­sche wer­den ei­ligst ins Ca­fé ge­schleppt, auf de­nen noch die re­gen­fes­ten Wachs­tisch­de­cken lie­gen.

„Auch an an­de­ren Ta­gen ist das Ca­fe sehr gut be­sucht“, er­zählt Sieg­run Stütz. Da es sich hier­bei je­doch um ein zeit­lich be­grenz­tes Pro­jekt im Rah­men des Ju­bi­lä­ums­fes­ti­val 250 Jah­re Gold­stadt han­delt, sind die Tage des Ca­fés ge­zählt. Nur noch bis 10. Sep­tem­ber fin­den die Ku­chen und Tor­ten aus Schwann ih­ren Weg hier­her. Bis jetzt ist al­ler­dings noch reich­lich vor­ge­sorgt und je­der Ku­chen­lieb­ha­ber kann sein ge­ba­cke­nes Stück­chen Glück­se­lig­keit an ei­nen der ge­müt­li­chen Ti­sche brin­gen und mit hei­ßem, duf­ten­dem Kaf­fee ver­edeln. Für den ge­müt­li­chen Charme des Ca­fés und täg­li­chen, rei­bungs­lo­sen Ablauf sor­gen vie­le Men­schen.

Al­len vor­an Si­grid Fla­chen­ecker, wel­che das Ca­fe ma­na­ged und Sieg­run Stütz den Rü­cken frei­hält, wäh­rend die­se in ih­rer Back­stu­be künst­le­risch tä­tig ist. Aber auch die vie­len eh­ren­amt­li­chen Hel­fer, wie Franz und Eri­ka Mat­tes, An­ne­lie­se Wint­zer, Ga­bi Meix­ner oder Su­san­ne Giek sind wich­ti­ge Räd­chen, die maß­geb­lich zum Ge­lin­gen die­ses Pro­jek­tes bei­tra­gen.

Die Mu­sik­stü­cke sind gut ge­wählt und ver­bin­den ge­konnt ku­li­na­ri­schen und

Nach­mit­tag mit Kaf­fee, Ku­chen und Kul­tur

künst­le­ri­schen Ge­nuss. „Litt­le Ga­lit­si­an Dan­ce“, der „Je­wish Wed­ding Song“oder auch „Dan­ce Of De­light“, zau­bern leich­te, lo­cke­re, fröh­li­che und zu­wei­len so­gar be­schwing­te Klän­ge, wie ei­ne leich­te Schlag­sah­ne auf den Ku­chen. Im zwei­ten Teil fin­den „iri­sche Tö­ne“, „Ga­b­ri­els Oboe“oder „A Whi­ler Sha­de Of Pa­le“den Weg zu den Ti­schen, an de­nen bis auf das ver­ein­zel­te Klap­pern von Kaf­fee­tas­sen und Löf­feln, an­däch­ti­ge Stil­le herrscht. Rund an­dert­halb St­un­den und zahl­rei­che ge­plün­der­te Ku­chen­ta­bletts spä­ter hat die­ser har­mo­ni­sche und ge­müt­li­che Nach­mit­tag ein biss­chen Son­nen­schein in die ver­reg­ne­te Fuß­gän­ger­zo­ne ge­bracht.

FÜR EI­NEN MU­SI­KA­LISCH HARMONISCHEN NACH­MIT­TAG im Pop-Up Ca­fe sorg­ten Kat­ja Prisch­mann-Zi­ma an der Oboe und Do­ro­thee Weiß am Pia­no. Fo­to:Wa­cker

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