Su­che nach In­ves­tor ge­schei­tert

1946 ge­grün­de­te Fir­ma Jö­sel in Enz­berg ist in­sol­vent / Rund 30 Ar­beits­plät­ze be­trof­fen

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Mühl­acker-Enz­berg (ko). Bei der Enz­ber­ger Fir­ma Jö­sel blei­ben die Lich­ter und glei­cher­ma­ßen die Gal­va­nik-Bä­der aus­ge­schal­tet. Dem­nach sind die Hoff­nun­gen von In­sol­venz­ver­wal­ter Phil­ipp Grub (Stutt­gart) ge­platzt, für das Enz­ber­ger Un­ter­neh­men an der Ka­nal­stra­ße ei­nen In­ves­tor für ei­ne Über­nah­me­re­ge­lung zu fin­den. Rund 30 Mit­ar­bei­ter ha­ben da­mit ih­ren Ar­beits­platz ver­lo­ren. Her­vor­ge­gan­gen aus ei­ner Schmuck­gal­va­nik im Ein­zugs­be­reich der Schmuck­me­tro­po­le Pforz­heim hat­te sich die 1946 ge­grün­de­te Fir­ma Jö­sel im Lau­fe der Jahr­zehn­te zu ei­nem viel­sei­ti­gen Di­enst­leis­ter in Sa­chen Me­tall­ver­ede­lung ge­wan­delt. So­wohl im Gal­va­nikals auch im Elo­xal­be­reich wur­den Kun­den aus der Elek­tro­ni­kIn­dus­trie, dem Fahr­zeug- und Ma­schi­nen­bau, der Me­di­zin- und Fein­werk­tech­nik und nach wie vor auch der Schmuck­bran­che be­dient.

Vor knapp 15 Jah­ren hat­te Ro­land Lö­bel, In­ge­nieur der Fach­rich­tung Ober­flä­chen­tech­nik, den Be­trieb über­nom­men und stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Da­zu ge­hör­te auch die Über­nah­me ei­nes Gal­va­nik­be­triebs, um „Sy­ner­gi­en zu bün­deln“, wie Lö­bel sei­ner­zeit sag­te.

Noch vor vier Jah­ren war als wei­te­rer ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter Ger­hard Lutz ein­ge­stie­gen. In die Ver­lust­zo­ne ge­ra­ten sei das Un­ter­neh­men vor ein, zwei Jah­ren – ur­säch­lich auch aus ex­ter­nen Grün­den: Der Lie­fe­rant ei­ner Neu­in­ves­ti­ti­on sei selbst in die In­sol­venz ge­gan­gen, und die neue An­la­ge sei zu

In­ves­ti­ti­ons­stau hat In­ter­es­sen­ten ab­ge­schreckt

die­sem Zeit­punkt noch nicht in vol­lem Um­fang be­triebs­be­reit ge­we­sen. So sei eins zum an­de­ren ge­kom­men, ist aus der Kanz­lei des In­sol­venz­ver­wal­ters zu hö­ren. Der In­ves­ti­ti­ons­stau ha­be dann zu­letzt den ei­nen oder an­de­ren Über­nah­me­in­ter­es­sen­ten ab­ge­schreckt. En­de ver­gan­ge­ner Wo­che hat­te das In­sol­venz­ge­richt Pforz­heim für Jö­sel die so ge­nann­te Mas­seun­zu­läng­lich­keit fest­ge­stellt.

Was so viel be­deu­tet, dass aus der vor­han­de­nen In­sol­venz­mas­se vor­ran­gig die Ver­fah­rens­kos­ten und die Kos­ten für den In­sol­venz­ver­wal­ter ge­deckt wer­den, die Gläu­bi­ger aber weit­ge­hend leer aus­ge­hen dürf­ten.

AUS­GE­SCHAL­TET blei­ben die Gal­va­nik-Bä­der bei Jö­sel in Enz­berg. Seit Mo­nats­be­ginn ru­hen in­sol­venz­be­dingt die Ar­beits­pro­zes­se. Fo­to: Koll­ros

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