„Sym­bol der Gna­den­lo­sig­keit“

Zum 56. Jah­res­tag des Mau­er­baus in Berlin er­in­nern Po­li­ti­ker an die Op­fer

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Berlin (AFP). Politik und Op­fer­ver­bän­de ha­ben an den Bau der Ber­li­ner Mau­er vor 56 Jah­ren er­in­nert. Die Mau­er sei 28 Jah­re lang „das welt­be­kann­te Sym­bol der Gna­den­lo­sig­keit des SED-Re­gimes ge­we­sen“, er­klär­te ges­tern Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters (CDU). Die Mau­er ha­be nicht nur die Stadt, son­dern auch Fa­mi­li­en, Freun­de und Nach­barn ge­trennt.

Das Ge­den­ken an die Op­fer von Mau­er, Tei­lung und staat­li­cher Re­pres­si­on sei da­her ein „ele­men­ta­rer Be­stand­teil un­se­rer ge­samt­staat­li­chen Er­in­ne­rungs­kul­tur“, er­klär­te Grüt­ters. Die Ar­beit der Ge­denk­stät­ten und Zeit­zeu­gen ha­be eben­so wie die wis­sen­schaft­li­che Au­f­ar­bei­tung ei­nen ent­schei­den­den An­teil dar­an, dass heu­te vor al­lem jun­gen Men­schen oh­ne ei­ge­ne Dik­ta­tur­er­fah­rung die Wer­te Frei­heit, De­mo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit ver­mit­telt wür­den.

Stell­ver­tre­tend für al­le To­des­op­fer an der Ber­li­ner Mau­er wur­de im Rah­men ei­ner Le­sung in der Ka­pel­le der Ver­söh­nung an Czes­law Jan Ku­kucz­ka er­in­nert. Im März 1974 war der pol­ni­sche Staats­bür­ger bei sei­ner Aus­rei­se am Grenz­über­gang Bahn­hof Fried­rich­stra­ße hin­ter­rücks er­schos­sen wor­den.

Die Uni­on der Op­fer­ver­bän­de Kom­mu­nis­ti­scher Ge­walt­herr­schaft nann­te den Be­ginn des Mau­er­baus „ein Sym­bol für Tren­nung, Tö­tung und Un­ter­drü­ckung zahl­rei­cher Men­schen“. Der Ver­ein setzt sich da­her für ei­ne Stra­ßen­um­be­nen­nung in Berlin ein, mit der an das Mau­er­op­fer Pe­ter Fech­ter er­in­nert wer­den soll. Der 18-jäh­ri­ge Fech­ter wur­de nach ei­nem Flucht­ver­such an der Mau­er von DDR-Grenz­sol­da­ten oh­ne Vor­war­nung er­schos­sen. Am 13. Au­gust 1961 hat­te in Berlin der Bau der Mau­er be­gon­nen, nach­dem im­mer mehr Men­schen aus der DDR ge­flo­hen wa­ren. Erst 28 Jah­re spä­ter, im Herbst 1989, fiel die­ses Sym­bol der deut­schen Tei­lung wie­der. Nach ak­tu­el­len Er­kennt­nis­sen star­ben min­des­tens 130 Men­schen al­lein an der Mau­er in Berlin.

AN DER ZEN­TRA­LEN GE­DENK­STÄT­TE in der Bernau­er Stra­ße leg­ten Po­li­ti­ker Krän­ze nie­der, um an die Mau­er­to­ten zu er­in­nern. Fo­to: dpa

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