Ger­um­pel vor dem Fest

Nach glanz­lo­sem Wei­ter­kom­men in Er­furt wächst Hof­fen­heims Vor­freu­de auf Klopp

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Tho­mas Wol­fer

Er­furt. Ju­li­an Na­gels­mann hielt sich nicht lan­ge mit dem müh­sa­men Pflicht­sieg auf. „Die Vor­freu­de ist sehr groß. Es ist et­was ganz Be­son­de­res, ge­gen ei­nen so gro­ßen Na­men in Eu­ro­pa zu spie­len“, sag­te der Trai­ner von 1899 Hof­fen­heim mit Blick auf das hei­ße Mil­lio­nen-Du­ell ge­gen Jür­gen Klopps FC Li­ver­pool: „Ich er­war­te ein tol­les Er­leb­nis, aber auch ein gu­tes Spiel von uns.“

Beim 1:0 (0:0) ge­gen den tap­fe­ren Dritt­li­gis­ten Rot-Weiß Er­furt sah Na­gels­mann in der ers­ten DFB-Po­kal­Run­de viel zu sel­ten Gu­tes. Um im Play­off-Hin­spiel in der Qua­li­fi­ka­ti­on zur Cham­pi­ons Le­ague am Di­ens­tag (20.45 Uhr/ZDF) ge­gen Klopp und Co zu be­ste­hen, ist ei­ne enor­me Stei­ge­rung nö­tig. „Der ei­ne oder an­de­re ist lei­der durch­ge­fal­len, da wird es für Di­ens­tag eng“, sag­te Na­gels­mann zum Auf­tritt sei­ner Start­elf: „Zwei, drei Spie­ler ha­ben sich aber auch sehr gut prä­sen­tiert.“

Vor al­lem of­fen­siv ent­täusch­ten die Kraich­gau­er, ein­zig dem Tref­fer von Na­diem Ami­ri (55.) war es zu ver­dan­ken, dass Hof­fen­heim in die zwei­te Run­de ein­zog. „Ich bin schon oft ge­nug ge­gen Dritt- oder Viert­li­gis­ten in der ers­ten Run­de aus­ge­schie­den, von da­her passt das 1:0“, sag­te Na­tio­nal­spie­ler San­dro Wa­gner, der aber kei­nes­wegs zu­frie­den war: „Wir ha­ben nicht gut ge­spielt.“

Doch, und da wa­ren sich al­le Hof­fen­hei­mer ei­nig, ge­gen Li­ver­pool er­war­tet sie oh­ne­hin ein ganz an­de­res Spiel. „Zu Hau­se, ein Heim­spiel in der Cham­pi­ons Le­ague – das ist si­cher nicht ver­gleich­bar“, sag­te Stür­mer Wa­gner. Wäh­rend Er­furt, der sieg­lo­se 18. der Drit­ten Li­ga, mit zehn Mann im ei­ge­nen Straf­raum ver­tei­dig­te und der TSG kei­ne Räu­me ließ, wird „Li­ver­pool si­cher ein biss­chen of­fen­si­ver ver­tei­di­gen“, sag­te Na­gels­mann. Der 29-Jäh­ri­ge schon­te un­ter an­de­rem Stamm­kee­per Oli­ver Bau­mann, ge­gen den 18-ma­li­gen eng­li­schen Meis­ter wer­de zu „1 000 Pro­zent“ei­ne an­de­re For­ma­ti­on auf dem Ra­sen ste­hen. „Es sei denn, al­le an­de­ren ha­ben Diarr­hö“, mein­te Na­gels­mann, der sich per­sön­lich vor al­lem auf die Be­geg­nung mit Klopp freut.

Deutsch­lands Fuß­ball-Trai­ner des Jah­res ge­riet re­gel­recht ins Schwär­men, als er über den ehe­ma­li­gen Coach von Bo­rus­sia Dort­mund und Mainz 05 sprach. „Er ist nicht wie das Fähn­chen im Wind, son­dern ver­sucht im­mer, sei­ne Idea­le durch­zu­set­zen“, so Na­gels­mann: „Je­der hat die Bil­der vor Au­gen, wenn er so bru­tal emo­tio­nal coacht. Ich mag das sehr, ich mag ihn sehr. Er ist ein su­per Trai­ner.“

Spä­tes­tens zum An­pfiff wird es mit der Be­wun­de­rung je­doch vor­bei sein. „Ich hof­fe, dass er am Di­ens­tag viel­leicht nicht so ei­nen gu­ten Tag als Trai­ner hat“, sag­te Na­gels­mann.

DEN EIN­ZI­GEN TREF­FER beim Auf­tritt der Hof­fen­hei­mer ge­gen Dritt­li­ga-Schluss­licht Rot-Weiß Er­furt er­ziel­te Na­diem Ami­ri. Fo­to: dpa

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