Spaß am Ver­tei­di­gen

Meis­ter er­war­tet nach den „schwei­ne­schnel­len“Le­ver­ku­se­nern nun flot­te Köl­ner For­tu­nen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­toph Dre­scher

Karls­ru­he. Ei­ne Sze­ne hat­te Marc-Patrick Meis­ter auch noch nach Spiel­schluss nicht in Ru­he ge­las­sen. „Span­nend hät­te ich es ge­fun­den, wenn der Os­kar den Bernd Le­no nicht an­schießt, son­dern der Ball um ihn rum­ge­gan­gen wä­re“, sin­nier­te der Trai­ner des Karls­ru­her SC über die 13. Spiel­mi­nu­te. Nicht, dass es der Par­tie der Meis­ter-Elf in der ers­ten Run­de des DFB-Po­kals ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen an pri­ckeln­den

Uphoff macht den nächs­ten Schritt

Mo­men­ten ge­fehlt hät­te. Auf der ei­nen Sei­te der lei­den­schaft­lich kämp­fen­de Dritt­li­gist, auf der an­de­ren die klar über­le­ge­ne Bun­des­li­ga-Elf, die ent­we­der an Ben­ja­min Uphoff im KSC-Tor schei­ter­te oder an sich selbst.

In der Tat hät­te Os­kar Za­wa­da beim tor­lo­sen Zwi­schen­stand das nicht reiß­fes­te Ner­ven­kos­tüm des Fa­vo­ri­ten, der 90 Mi­nu­ten lang ei­ne er­schre­cken­de Ab­schluss­schwä­che of­fen­bar­te, viel­leicht wirk­lich früh zum Kol­la­bie­ren brin­gen kön­nen. Statt­des­sen pa­rier­te Le­no aus kur­zer Ent­fer­nung im Sti­le ei­nes Na­tio­nal­tor­hü­ters, der sich dann in der Ver­län­ge­rung über die Tref­fer von Do­mi­nik Kohr (93.), Jo­el Poh­jan­pa­lo (99.) und Le­on Bai­ley (105.) zum 3:0-End­stand freu­en konn­te.

Nach den an Kör­per und Geist zeh­ren­den 120 Mi­nu­ten auf tie­fem Wild­par­kRa­sen er­war­tet der 37 Jah­re al­te KSCCoach die Spie­ler erst heu­te wie­der auf dem Trai­nings­platz. Dann soll auch Do­mi­nik Stroh-En­gel nach über­stan­de­ner Ober­schen­kel­zer­rung ein­stei­gen. Der Po­kal ist für die­se Sai­son kein The­ma mehr, nun gilt es, dem ers­ten Dritt­li­gaSieg ge­gen We­hen Wies­ba­den wei­te­re Er­folgs­er­leb­nis­se im Kern­ge­schäft fol­gen zu las­sen. Am kom­men­den Frei­tag (19 Uhr) beim Ta­bel­len­zwei­ten Fortu­na Köln er­war­tet Meis­ter er­neut ei­nen Geg­ner mit ei­ner flot­ten Of­fen­siv­rei­he. Die Par­tie ge­gen die laut Meis­ter „schwei­ne­schnel­len Le­ver­ku­se­ner“war für den Karls­ru­her Ab­wehr­ver­bund idea­ler An­schau­ungs­un­ter­richt für das, was da im Köl­ner Süd­sta­di­on auf ihn wohl zu­kom­men wird. Aus der Po­kal­par­tie kön­ne man da­her in al­ler­ers­ter Li­nie für die De­fen­si­ve et­was mit­neh­men und mit Op­ti­mis­mus nach Köln fah­ren. Meis­ter hat­te bei sei­ner Mann­schaft den „Spaß“ge­se­hen, 90 Mi­nu­ten gut zu ver­tei­di­gen und be­zeich­ne­te den Ver­tei­di­gungs­vor­trag sei­nes Teams zu­recht als „sehr or­dent­lich“. Dass die Freu­de am To­re­ver­hin­dern nicht nur ge­gen Fuß­ball-Pro­mi­nenz vor­herrscht, son­dern auch im Li­gaall­tag, müs­sen die Ba­de­ner aber erst noch be­wei­sen. Meis­ter sieht den Fin­dungs­pro­zess auch noch nicht ab­ge­schlos­sen, es ge­he wei­ter um Fein­ab­stim­mung und Coa­ching der Spie­ler un­ter­ein­an­der auf dem Platz.

Ei­nen nächs­ten Ent­wick­lungs­schritt hat be­reits Kee­per Uphoff ge­gen Le­ver­ku­sen ge­macht. Der 24-Jäh­ri­ge über­zeug­te wie schon ge­gen We­hen Wies­ba­den mit star­ken Pa­ra­den, si­che­rer Aus­strah­lung und auf holp­ri­gem Ge­läuf auch mit fei­ner Ball­be­hand­lung. Meis­ter lob­te da­her auch Uphoffs mo­der­ne und mu­ti­ge Art des Tor­wart­spiels.

Ver­ges­sen schei­nen die we­nig sou­ve­rä­nen Auf­trit­te in den ers­ten Spie­len. Die­se hat­te sein Chef aber gar nicht so ne­ga­tiv ge­se­hen: „Ben­ny hat­te kei­nen Wack­ler, er ist ein jun­ger Tor­hü­ter und ge­nießt hier rie­sen­gro­ßes Ver­trau­en. Zu was er in der La­ge ist, hat er heu­te ge­zeigt.“

SCHWERST­AR­BEIT hat­te Os­kar Za­wa­da (Mit­te) in vor­ders­ter Li­nie ge­gen die Bay­er-Ab­wehr um Sven Ben­der und Wen­dell zu ver­rich­ten. Trotz­dem wä­re dem Po­len bei­na­he der Füh­rungs­tref­fer für den Karls­ru­her SC ge­glückt. Fo­to: GES

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