Schrö­der droht mit Rück­zug aus Na­tio­nal­team

NBA-Star der Hawks for­dert mehr Rü­cken­de­ckung vom Ver­band / Mit Op­ti­mis­mus in die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Berlin (dpa). NBA-Jung­star Den­nis Schrö­der for­dert bei un­lieb­sa­mer öf­fent­li­cher Kri­tik mehr Rü­cken­de­ckung vom Deut­schen Bas­ket­ball-Bund und droht an­dern­falls mit dem En­de sei­ner Kar­rie­re im Na­tio­nal­team. Nach dem frü­hen EM-Aus in der Heim-Vor­run­de in Berlin vor zwei Jah­ren an der Sei­te von Su­per­star Dirk No­witz­ki fühl­te sich der Auf­bau­spie­ler der At­lan­ta Hawks un­zu­rei­chend un­ter­stützt. “Wenn so et­was noch ein­mal statt­fin­det, wer­de ich nicht mehr für Deutsch­land spie­len“, sag­te Schrö­der zwei­ein­halb Wo­chen vor dem EM-Start der „Welt am Sonn­tag“. „Wenn ei­ne Zei­tung ne­ga­tiv über ei­nen Spie­ler be­rich­tet, dann muss der Ver­band hin­ter ihm ste­hen. Wenn das nicht so ist, bin ich eben in Zu­kunft raus.“

Der Ver­band be­ton­te, dass Schrö­der auf die vol­le Un­ter­stüt­zung zäh­len kön­ne. „Er hat jeg­li­che Wert­schät­zung beim Prä­si­den­ten und beim Deut­schen Bas­ket­ball-Bund“, sag­te DBB-Prä­si­dent In­go Weiss der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. „Und des­halb ist jeg­li­che Un­ter­stüt­zung dar­über über­flüs­sig.“Schrö­der ha­be sich in der nord­ame­ri­ka­ni­schen Pro­fi­li­ga groß­ar­tig ent­wi­ckelt und sei ei­ner der bes­ten Spie­ler bei At­lan­ta.

Noch oh­ne den 23-Jäh­ri­gen be­en­de­ten die deut­schen Bas­ket­bal­ler das Vier-Län­derTur­nier im rus­si­schen Ka­san mit ei­nem Er­folgs­er­leb­nis. Das stark de­zi­mier­te Team von Trai­ner Chris Fle­ming be­zwang Un­garn mit 67:65 (36:37) und si­cher­te sich im drit­ten Tur­nier­spiel den zwei­ten Sieg. Schrö­der stößt die­se Wo­che zur Mann­schaft und soll beim Su­per­cup (18. bis 20. Au­gust) da­bei sein. Mehr­fach hat­te er be­tont, dass es auch in Zu­kunft ei­ne „Eh­re“sei, für das deut­sche Na­tio­nal­team auf­zu­lau­fen. En­de Mai er­klär­te er, dass nur zwei Din­ge sein Mit­wir­ken ver­hin­dern könn­ten: ei­ne Ver­let­zung und man­geln­de An­er­ken­nung. „Dass al­le mich re­spek­tie­ren, das ist das ein­zi­ge, was ich ha­ben will“, be­ton­te Schrö­der da­mals.

Nach der ent­täu­schen­den EM 2015 hat­ten meh­re­re frü­he­re Na­tio­nal­spie­ler wie Stef­fen Ha­mann oder Mar­ko Pe­sic Kri­tik an dem NBA-Jung­star ge­übt. „Wenn Schrö­der An­füh­rer der Na­tio­nal­mann­schaft sein möch­te, wird das so nicht funk­tio­nie­ren: ich, ich, ich“, sag­te Bay­ern Mün­chens Ge­schäfts­füh­rer Pe­sic zu Äu­ße­run­gen Schrö­ders – be­ton­te aber zu­gleich sei­ne sport­li­che Wert­schät­zung. In die an­ste­hen­de Eu­ro­pa­meis­ter­schaft (31. Au­gust bis 17. Sep­tem­ber) kann das Na­tio­nal­team aus Sicht von Schrö­der trotz ei­ni­ger Aus­fäl­le selbst­be­wusst ge­hen. „Wir sind ei­nes der bes­ten Teams in Eu­ro­pa, und ich möch­te mit der Na­tio­nal­mann­schaft ei­ne neue Ära star­ten. War­um sol­len wir al­so nicht um ei­ne Me­dail­le mit­spie­len?“, frag­te er. Das deut­sche Team trifft in der Vor­run­de in Tel Aviv auf die Ukrai­ne, Ge­or­gi­en, Is­ra­el, Ita­li­en und Li­tau­en.

Er­folgs­er­leb­nis beim Vier-Länder-Tur­nier

Fuß­ball: Das Ers­te, 20.45 Uhr, DFB-Po­kal, 1. Haupt­run­de, Han­sa Ros­tock – Her­tha BSC. Kurz­fris­ti­ge Än­de­run­gen sind mög­lich.

FÜHLT SICH NICHT GE­NÜ­GEND UN­TER­STÜTZT: Bas­ket­bal­ler Den­nis Schrö­der for­dert mehr Rü­cken­de­ckung. Fo­to: dpa

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