FCN muss den Bus früh aus­par­ken

Au­ßen­sei­ter wirft de­fen­si­ven Match­plan über den Hau­fen – und spielt über Ne­zi­raj schwung­voll nach vorn

Pforzheimer Kurier - - NÖTTINGEN IM DFB-POKAL - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Ron­ge

Sie par­ken den Bus, sie rüh­ren Ze­ment an, sie ver­bar­ri­ka­die­ren sich im ei­ge­nen Straf­raum: Wenn Au­ßen­sei­ter im Fuß­ball an­tre­ten, dann gibt es ein brei­tes Vo­ka­bu­lar, um ih­re Tak­tik zu be­schrei­ben. Ge­meint ist aber im­mer das Glei­che: Die „Klei­nen“, wie sie in der Auf­takt­run­de des DFB-Po­kals zu fin­den sind, kon­zen­trie­ren sich zu­vor­derst auf die De­fen­si­ve.

Re­gio­nal­li­ga-Ab­stei­ger FC Nöttingen hat­te ge­gen den VfL Bochum mut­maß­lich et­was Ähn­li­ches vor. Doch vor dem 0:1 hat­te Eray Gür auf rechts et­was zu hoch ge­stan­den und war vom Tem­po sei­nes Ge­gen­spie­lers über­rascht, der dann die Flan­ke zum Tor vor­be­rei­te­te. Beim 0:2 zeig­te sich die alt­be­kann­te Stan­dard­schwä­che des FCN. Der Fo­kus der Rem­chin­ger muss­te sich schnell än­dern – der Au­ßen­sei­ter muss­te den Bus früh aus­par­ken, um im Bild zu blei­ben. An­grei­fer Er­nes­to de San­tis wur­de im 4-4-2 nun mehr zur hän­gen­den Spit­ze, wo­durch das Sys­tem teils wie ein 4-2-3-1 aus­sah. Da­durch ver­dich­te­te sich das Zen­trum, Nöttingen fand mehr Sta­bi­li­tät.

Dass das Spiel nach vor­ne für den Au­ßen­sei­ter so früh ge­fragt sein wür­de, kam über­ra­schend. Doch die Nöt­tin­ger be­ka­men es auch oh­ne Ziel­spie­ler Micha­el Schürg gut hin. Sie scho­ben nun im­mer wei­ter in Rich­tung Bochu­mer Hälf­te und er­zwan­gen durch Pres­sing Ball­ver­lus­te des Geg­ners. Leu­trim Ne­zi­raj war meist ers­te An­spiel­sta­ti­on nach vor­ne. Er ver­ar­bei­te­te die Bäl­le in der Spit­ze schnell und sinn­voll wei­ter.

Die ers­ten An­griffs­be­mü­hun­gen er­folg­ten über die lin­ke Sei­te. Dort half der zen­tra­le Mit­tel­feld­spie­ler Ju­li­an Kern sei­nem lin­ken Ne­ben­spie­ler Ma­rio Bil­ger und de San­tis da­bei, Über­zahl­si­tua­tio­nen zu schaf­fen.

Wich­tig für Ball­ge­win­ne war ne­ben Kern vor al­lem Ti­mo Bren­ner, des­sen eben­falls im­men­ses Lauf­pen­sum et­wai­ge Schwä­chen im Nöt­tin­ger Stel­lungs­spiel ka­schier­te. Ge­ra­de auf wei­ten Plät­zen in frem­den Sta­di­en hat­ten sich die Nöt­tin­ger im Vor­jahr schwer ge­tan beim Ver­tei­di­gen. In der star­ken Pha­se bis kurz nach dem An­schluss­tref­fer zum 1:2 war da­von nichts zu se­hen. Doch das 1:3 mu­te­te be­kannt an. Es war nur we­nig Druck auf dem ball­füh­ren­den Bochu­mer, der ei­nen lan­gen Ball in den FCN-Straf­raum spiel­te. Da­zu kam ei­ne Ver­tei­di­gung, die nicht ab­ge­stimmt auf Ab­seits spiel­te.

Drei­mal wech­sel­te Ko­lin­ger noch aus, die For­ma­ti­on 4-4-2 mit hän­gen­der Spit­ze blieb da­von aber un­be­rührt. Ent­schei­den­de Ge­win­ne au­ßer fri­scher Kräf­te brach­te das sei­ner Mann­schaft nicht mehr.

DAS KON­ZEPT ÜBER DEN HAU­FEN warf das frü­he 0:1. Die De­fen­si­ve um Ni­k­las Kol­be (links) und Hol­ger Fuchs wirk­te da nicht sat­tel­fest.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.