Open-Airs könn­ten Pro­gramm be­rei­chern

Neu­er Kul­tur­hal­len­lei­ter krem­pelt Är­mel hoch

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem MIt­ar­bei­ter Ju­li­an Zach­mann

Rem­chin­gen. Kaum ist der letz­te Vor­hang ge­fal­len für den pas­sio­nier­ten Kul­tur­hal­len­lei­ter Ro­land Haag, schon heißt es: Büh­ne frei für sei­nen Nach­fol­ger Paul Tau­be, lang­jäh­ri­ger Lei­ter des Pforz­hei­mer „Kup­fer­däch­le“, der in Rem­chin­gen gleich zu Be­ginn die Är­mel hoch­ge­krem­pelt hat. „Nach 15 Jah­ren Kup­fer­däch­le war es nun ein gu­ter Zeit­punkt für mich, et­was Neu­es zu ma­chen“, freut sich der 40-jäh­ri­ge Fa­mi­li­en­va­ter auf die neu­en Auf­ga­ben in der Kul­tur­hal­le, an der er ei­ner­seits den di­rek­ten Kon­takt mit dem Pu­bli­kum und die kur­zen We­ge, an­de­rer­seits das be­reits eta­blier­te Thea­ter­an­ge­bot schätzt.

Seit Jah­ren sind die fast 550 Thea­ter-Abo-Plät­ze rest­los be­legt, die War­te­lis­te lang und selbst die 50 für Ein­zel­be­su­cher frei­ge­hal­te­nen Plät­ze schnell be­setzt. Ganz klar, dass auch Tau­be nach der noch von Ro­land Haag ge­plan­ten ak­tu­el­len Thea­ter­sai­son die­ses be­währ­te An­ge­bot bei­be­hal­ten möch­te – wenn auch mit ei­ge­nen, be­hut­sam an­ge­pass­ten Ak­zen­ten: „Ne­ben all dem Be­währ­ten wird der Aspekt der Mu­sik in Zu­kunft ei­ne noch stär­ke­re Rol­le spie­len – und das auch mal im Thea­ter­be­reich“, ver­rät Tau­be und denkt da­bei an Mu­si­cals. Ob in der Kul­tur­hal­le oder im Nöt­tin­ger Lö­wen­saal, des­sen Charme es nicht zu ver­ges­sen, son­dern ver­stärkt zu nut­zen gel­te: Tau­be sei es ein gro­ßes An­lie­gen, kei­ne der be­reits be­ste­hen­den Ziel­grup­pen aus den Au­gen zu ver­lie­ren, son­dern viel­mehr zu­sätz­lich neue zu er­rei­chen. Hier denkt er an Ju­gend­li­che und jun­ge Er­wach­se­ne. Ein Pu­bli­kum, das man wie­der­um am bes­ten über die Mu­sik er­rei­chen kön­ne: „Die Kul­tur der jun­gen Leu­te be­schränkt sich heut­zu­ta­ge in ers­ter Li­nie auf die Mu­sik.“Der jun­ge Wind macht sich auch hin­ter den Ku­lis­sen be­merk­bar: Un­ter Tau­bes Lei­tung darf sich die Kul­tur­hal­le dem­nächst über den ers­ten Aus­zu­bil­den­den in ih­rer Ge­schich­te freu­en: „Ich ha­be ge­se­hen, was das für ein tol­le Hal­le ist und mich ge­fragt, war­um man die Mög­lich­kei­ten nicht auch nut­zen soll­te für ei­ne Aus­bil­dung?“

27 Jah­re Kul­tur­hal­le und un­zäh­li­ge Ma­le ein voll­be­setz­ter Saal ma­chen sich nicht nur in zahl­rei­chen Au­to­gram­men und Er­in­ne­run­gen im Künst­ler­al­bum be­merk­bar, son­dern auch am Ge­bäu­de, an Schein­wer­fern und nicht zu­letzt an so man­chem durch­ge­ses­se­nen Stuhl: „Da ste­hen dem­nächst ein paar Sa­chen an“, ver­deut­licht Tau­be, der sich im Rah­men der Mög­lich­kei­ten auch die­sem Be­reich annehmen will und den Ge­mein­de­rat be­reits ein­stim­mig von ei­ner durch den Bund be­zu­schuss­ten Ener­gie­be­ra­tung über­zeu­gen konn­te. Die­se soll hel­fen, ei­nen ers­ten Über­blick zu ver­schaf­fen. Vor al­lem aber will er auch die Mög­lich­kei­ten nicht un­ge­nutzt las­sen, die sich im Rah­men des Rat­haus­neu­baus und der Neu­en Orts­mit­te di­rekt vor der Hal­le er­ge­ben: „Durch den neu­en Markt­platz wird sich im Au­ßen­be­reich viel tun“, freut sich Tau­be, völ­lig an­de­re For­ma­te aus­pro­bie­ren zu kön­nen und will noch nicht zu viel ver­ra­ten: „Aber auf je­den Fall wol­len wir die Orts­mit­te kul­tu­rell be­spie­len und es wird de­fi­ni­tiv das ei­ne oder an­de­re Open Air ge­ben.“

GANZ NEUE MÖG­LICH­KEI­TEN bie­ten sich für die Kul­tur­hal­le dem­nächst durch den Rat­haus­neu­bau und die da­mit ver­bun­de­ne Um­ge­stal­tung der Orts­mit­te. Paul Tau­be will die­se Chan­cen nut­zen und denkt da­bei auch an Open-Air-Ver­an­stal­tun­gen. Fo­to: zac

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