„Mit Bo­de­wig konn­te man auch prag­ma­tisch re­den“

Ste­fan Map­pus er­in­nert sich bei klei­nem Fest an die Schwie­rig­kei­ten der Fi­nan­zie­rung des „Map­pus-Stegs“

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Wurm­berg/Wims­heim (ko). Lo­cker gab er sich, Ba­den-Würt­tem­bergs Ex-Pre­mier Ste­fan Map­pus, als er am Sams­tag mit Ehe­frau Su­san­ne Verw­ey­en und Sohn Be­ne­dikt von Wurm­berg zur Ho­cket­se an der Au­to­bahn un­weit sei­nes „Map­pus-Stegs“ge­wan­dert war. Der An­lass war ein ori­gi­nel­ler: zum drit­ten Mal or­ga­ni­sier­ten die Christ­de­mo­kra­ten die­ses „Steg-Fest­le“in Ver­bun­den­heit zu dem pro­mi­nen­ten ehe­ma­li­gen Par­teiObe­ren, weil die Exis­tenz die­ses Stegs eng mit Map­pus’ da­ma­li­gem Ein­fluss als ba­den-würt­tem­ber­gi­scher Ver­kehrs­mi­nis­ter ver­bun­den ist.

Ja, er ha­be da­mals, An­fang die­ses Jahr­tau­sends, schon „in Berlin nach­hel­fen müs­sen“, bis sich das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um

Steg wird von Rad­lern und Wan­de­rern ge­nutzt

durch­ge­run­gen ha­be, das Geld für die­sen Fuß­gän­ger­steg doch zur Ver­fü­gung zu stel­len. Denn an­fangs ha­be sich das Haus des sei­ner­zei­ti­gen Bun­des­mi­nis­ters Kurt Bo­de­wig (SPD) noch quer ge­stellt und da­mit ar­gu­men­tiert, der durch den Sturm „Lothar“an Weih­nach­ten 1999 zer­stör­te höl­zer­ne Jä­ger­steg sei oh­ne­hin nicht funk­ti­ons­fä­hig und müs­se des­halb auch vom Bund im Zu­ge des Au­to­bahn­aus­baus nicht er­setzt wer­den. „Aber mit Bo­de­wig konn­te man auch prag­ma­tisch re­den“, er­in­ner­te sich Map­pus – und vor al­lem die Wurm­ber­ger sind ihm für die­sen Ein­satz dank­bar.

Dass man den Neu­bau nicht un­nö­ti­ger­wei­se ge­baut ha­be, so Map­pus, kön­ne man an je­dem schö­nen Wo­che­n­en­de er­le­ben, wenn der Steg von Wan­de­rern und Rad­tou­ris­ten re­ge ge­nutzt wer­de. Was auch die an­we­sen­den Bür­ger­meis­ter Jörg-Micha­el Te­ply (Wurm­berg) und Ma­rio Weis­brich (Wims­heim) ein­mü­tig be­stä­tig­ten. Im­mer­hin er­schließt die­ser Steg den Er­ho­lung su­chen­den Men­schen das weit­läu­fi­ge Wald­ge­biet „Ha­gen­schieß“auf der Pforz­hei­mer Au­to­bahnSei­te.

Gleich sechs Fah­nen flat­tern am Steg auf Wurm­ber­ger Sei­te im Wind mit den Mo­ti­ven von Eu­ro­pa, Deutsch­land, Ba­den-Würt­tem­berg und dem Enz­kreis so­wie dem Wurm­ber­ger Wap­pen – und dem des Kö­nig­reichs Würt­tem­berg. Da hat­te der Wims­hei­mer Schul­tes gleich ei­nen Ein­wand: War­um ei­gent­lich nur die Wurm­ber­ger Fah­ne und nicht auch je­ne sei­ner Ge­mein­de, schließ­lich be­fin­de sich der öst­li­che Brü­cken­kopf ja auf Wims­hei­mer Ge­mar­kung? Er­war­tungs­ge­mäß we­nig er­gie­big war der­weil die aus Jour­na­lis­ten­mund kom­men­de Fra­ge nach der po­li­ti­schen Zu­kunft von Ste­fan Map­pus. Der lä­chel­te dort, wo sich sprich­wört­lich Fuchs und Ha­se gu­te Nacht sa­gen, nur ver­schmitzt, ließ sich aber ent­lo­cken: Mit ge­ra­de 51 Jah­ren ha­be man noch das hal­be Le­ben vor sich, „in­so­fern ist noch al­les of­fen“. Er ha­be in den ver­gan­ge­nen Jah­ren „so viel er­lebt, dass ich gar nichts aus­schlie­ßen will“, aber sich auch an kei­nen Spe­ku­la­tio­nen be­tei­li­ge.

In­te­griert war das Steg-Fest­le in die Som­mer-Tour zu Wahl­kampf­zei­ten des CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gun­ter Krich­baum, der in der Fol­ge noch ein stram­mes Pro­gramm mit Ter­mi­nen un­ter an­de­rem in Pforz­heim und Friolz­heim hat­te.

Eben­so ge­kom­men war Map­pus’ Nach­rü­cke­rin als Pforz­hei­mer Ab­ge­ord­ne­te nach sei­ner Wahl­nie­der­la­ge 2011, Ma­ri­an­ne En­geser, die dann 2016 ih­re Wie­der­wahl ver­pass­te. Und eben­falls un­ter den Gäs­ten ein Pforz­hei­mer, der es bei der Hei­del­ber­ger CDU-Re­gio­nal­kon­fe­renz im ver­gan­ge­nen De­zem­ber aufs Po­di­um schaff­te und sich in An­we­sen­heit von An­ge­la Mer­kel als von sich selbst über­zeug­ter Kanz­ler­kan­di­dat und „deut­scher Do­nald Trump“be­zeich­ne­te, Frank Mattei­er.

BEIM „STEG-FEST­LE“DER CDU: Gun­ther Krich­baum, Ma­rio Weis­brich, Jörg-Micha­el Te­ply, Be­ne­dikt Map­pus, Frank Mattei­er, Ste­fan Map­pus, Ger­hard Her­mann und Bern­hard Muth­sam (von links). Fo­to: Koll­ros

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