Meu­then sieht sich mit Vor­wür­fen kon­fron­tiert

Po­li­ti­ker weist Ver­dacht il­le­ga­ler Spen­de zu­rück

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Wolf­gang Voigt

Karls­ru­he/Stutt­gart. Ist der AfD-CoVor­sit­zen­de und Chef der Stutt­gar­ter Land­tags­frak­ti­on, Jörg Meu­then, in ei­ne Par­tei­spen­den-Af­fä­re ver­wi­ckelt? Nach Re­cher­chen des ZDF-Po­lit­ma­ga­zins „Fron­tal 21“soll der in Karls­ru­he an­säs­si­ge Po­li­ti­ker im jüngs­ten Land­tags­wahl­kampf die Schüt­zen­hil­fe ei­ner Schwei­zer Wer­be­agen­tur in An­spruch ge­nom­men ha­ben.

Es geht dem Ver­neh­men nach um ge­druck­te Wer­be­an­zei­gen im Wert von

4 500 Eu­ro. Laut dem AfD-Chef hat die Schwei­zer Agen­tur „Go­al AG“die An­zei­gen­ak­ti­on auf ei­ge­nes Be­trei­ben und oh­ne Be­auf­tra­gung durch ihn oder die AfD aufs Gleis ge­setzt und fi­nan­ziert. Zwei­fel schei­nen je­doch nicht gänz­lich un­an­ge­bracht: Bei den Re­cher­chen tauch­te ei­ne Er­klä­rung auf, aus der her­vor­geht, dass der rechts­po­pu­lis­ti­sche Spit­zen­po­li­ti­ker sehr wohl ein­ge­bun­den war. Meu­then über­nimmt dar­in die Haf­tung für die In­hal­te von „Wer­be­ma­te­ri­al (Pro­spek­te/ Fly­er u.ä.) und/oder An­zei­gen“.

Die AfD hol­te im ver­gan­ge­nen Jahr bei der Land­tags­wahl 15,1 Pro­zent der Stim­men und ist seit­her stärks­te Op­po­si­ti­ons­frak­ti­on noch vor den So­zi­al­de­mo­kra­ten.

Par­tei­spen­den müs­sen in Deutsch­land grund­sätz­lich aus­ge­wie­sen wer­den. Über­steigt der Wert ei­ner Spen­de die Gren­ze von 10 000 Eu­ro ist die Ver­öf­fent­li­chung von Na­men und Adres­se des Spen­ders er­for­der­lich. Nach Darstel­lung von Jörg Meu­then stel­len die Wer­be­ak­tio­nen durch die Schwei­zer Agen­tur kei­ne Par­tei­spen­de für die AfD dar, eben­so we­nig für ihn per­sön­lich. Dies ha­be ei­ne von der Par­tei ei­gens ein­ge­hol­te sorg­fäl­ti­ge ju­ris­ti­sche Beur­tei­lung des Sach­ver­halts er­ge­ben.

Die Par­tei­en­recht­le­rin So­phie Schön­ber­ger von der Uni­ver­si­tät Kon­stanz wi­der­spricht. Der Ju­ris­tin zu­fol­ge han­delt es sich sehr wohl um ei­ne Par­tei­spen­de, „wenn in die­ser Form in der An­zei­gen­kam­pa­gne für Herrn Meu­then und gleich­zei­tig für die AfD Wer­bung ge­macht wird“, so die Pro­fes­so­rin. Dem­zu­fol­ge wür­de die AfD ge­gen das Par­tei­en­gesetz ver­sto­ßen, so­fern sie ei­ne ent­spre­chen­de fi­nan­zi­el­le Zu­wen­dung nicht als Spen­de an­gibt, be­tont die Ex­per­tin. Ähn­lich äu­ßert sich An­net­te Sa­watz­ki von der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Lob­by­con­trol. Nach La­ge der Din­ge sei­en die Ak­ti­vi­tä­ten im Na­men und Auf­trag Jörg Meu­thens er­folgt.

Für die Prü­fung, ob Zu­wen­dun­gen ge­gen das Par­tei­en­gesetz ver­sto­ßen, ist die Bun­des­tags­ver­wal­tung zu­stän­dig.

JÖRG MEU­THEN steht in der Kri­tik. Fo­to: dpa

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