Wachs­tum mit we­ni­ger Tem­po

Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik-Bran­che gibt sich vor of­fi­zi­el­lem Start der IFA zu­ver­sicht­lich

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von Jen­ny To­bi­en und Re­na­te Grim­ming

Ber­lin. Zum Start der IFA in Ber­lin hat sich die Fach­bran­che zu­frie­den ge­zeigt. Das Ge­schäft mit Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik in Deutsch­land hat nach Zah­len der gfu in der ers­ten Hälf­te des Jah­res leicht um 2,4 Pro­zent zu­ge­legt. „Wir se­hen welt­weit ein kon­ti­nu­ier­li­ches Wachs­tum“, sag­te Hans-Joa­chim Kamp, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der gfu, die die Mes­se aus­rich­tet. Das Ge­schäft mit TV-Ge­rä­ten ha­be sich so­gar bes­ser ent­wi­ckelt als pro­gnos­ti­ziert. Und das zwei­te Halb­jahr sei tra­di­tio­nell mit dem Weih­nachts­ge­schäft im­mer noch stär­ker. Die Elek­tro­nik­mes­se öff­net of­fi­zi­ell am mor­gi­gen Frei­tag für Be­su­cher, der gest­ri­ge und der heu­ti­ge Tag sind Aus­stel­lern und der Pres­se vor­be­hal­ten.

Mit ei­nem brei­ten Rah­men­pro­gramm will die IFA ei­ne Fül­le an tech­ni­schen In­no­va­tio­nen prä­sen­tie­ren. Ne­ben ul­traf­la­chen TV-Bild­schir­men gibt es neue Smart­pho­nes, Ka­me­ras für 360-Grad-Auf­nah­men, 3-D-Dru­cker, ver­netz­te Hei­me, Droh­nen, We­ara­bles so­wie Ent­wick­lun­gen aus dem Be­reich Vir­tu­el­le Rea­li­tät. Kamp hob bei­spiels­wei­se Fern­seh­ge­rä­te her­vor, die sich aus­ge­schal­tet in ein Kunst­werk an der Wand ver­wan­deln. An­statt des schwar­zen Bild­schirms kann man et­wa bei ei­nem neu­en Samsung-Mo­dell aus mehr als hun­dert Mo­ti­ven Kunst­wer­ke oder Fo­to­gra­fi­en aus­wäh­len.

Ins­ge­samt prä­sen­tie­ren sich auf der IFA in die­sem Jahr 1 800 Aus­stel­ler auf ei­ner Flä­che von 159 000 Qua­drat­me­tern. Er­war­tet wer­den um die 240 000 Be­su­cher. Für For­schungs­la­bo­re, Start-ups und Uni­ver­si­tä­ten ist erst­mals ei­ne ei­ge­ne Hal­le, der IFA Next, als Büh­ne und Treff­punkt re­ser­viert. „Das al­ler­wich­tigs­te ist In­no­va­ti­on“, er­klärt IFA-Di­rek­tor Jens Heithe­cker das neue Kon­zept. Ziel sei die Ak­teu­re in ei­nem Raum zu­sam­men­zu­brin­gen und mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Zum zehn­ten Mal ge­hö­ren auch Elek­tro­h­aus­ge­rä­te wie Wasch­ma­schi­nen, Kühl­schrän­ke oder Kaf­fee­ma­schi­nen zum Aus­stel­lungs­pro­gramm. In die­sem Be­reich hät­ten be­son­ders die The­men Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Smart Ho­me die ver­gan­ge­nen zehn Jah­re ge­prägt, sag­te Rein­hard Zin­kann, der Spre­cher der deut­schen Haus­ge­rä­te­indus­trie. Und: „Die bei­den Trends sind noch im­mer un­ge­bro­chen.“

Im ers­ten Halb­jahr 2017 leg­te der Um­satz mit Haus­ge­rä­ten nach Zah­len des Zen­tral­ver­bands Elek­tro­tech­nik und Elek­tro­nik­in­dus­trie um zwei Pro­zent zu. Al­ler­dings fiel das Wachs­tum spür­bar klei­ner aus als im Vor­jah­res­zeit­raum. Der Markt für klas­si­sche Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik ver­zeich­net im ge­sam­ten lau­fen­den Jahr Pro­gno­sen zu­fol­ge ei­nen leich­ten Zu­wachs. Vor­aus­sicht­lich steigt der Ge­samt­um­satz um 2,6 Pro­zent auf 9,44 Mil­li­ar­den Eu­ro, wie der Di­gi­tal­ver­band Bit­kom an­läss­lich der IFA be­kannt­gab. Ba­sis sind ak­tu­el­le Pro­gno­sen der Markt­for­scher EITO und GfK.

Gleich­wohl ver­bucht der Markt für klas­si­sche Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum ge­se­hen ei­nen Rück­gang. So wur­den 2007 noch 12,7 Mil­li­ar­den Eu­ro um­ge­setzt. Das leich­te Plus in die­sem Jahr ist vor al­lem den Fern­seh­ge­rä­ten zu ver­dan­ken. So wer­den 2017 vor­aus­sicht­lich sie­ben Mil­lio­nen Ge­rä­te ver­kauft (plus 2,4 Pro­zent). Der Um­satz steigt dem­nach um 4,3 Pro­zent auf 4,18 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ei­nen Ein­bruch gibt es er­neut bei den Di­gi­tal­ka­me­ras. Die Ab­satz­zah­len sin­ken den Pro­gno­sen zu­fol­ge um 14,2 Pro­zent auf zwei Mil­lio­nen Ge­rä­te.

DEN LETZ­TEN AN­STRICH be­kom­men die Mes­se­hal­len der IFA ver­passt. Für die Pres­se ist die Schau in Ber­lin schon ge­öff­net. Fo­to: dpa

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