Lie­bes­schwind­ler zo­cken Karls­ru­he­rin ab

Fest­ge­nom­me­ner schweigt zu Hin­ter­män­nern

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Bernd Kam­leit­ner

Karls­ru­he. Es ist zwar ei­ne von vie­len Be­trugs­ma­schen, aber es gibt im­mer neue Op­fer, die auf sie her­ein­fal­len. Beim Lo­ve-Scamming fin­den die In­ter­net-Be­trü­ger ih­re Op­fer auf On­li­nePart­ner­bör­sen oder in so­zia­len Netz­wer­ken. In Karls­ru­he ist ein sol­cher Fall jetzt auf­ge­flo­gen, weil ei­ner Frau Zwei­fel ka­men – al­ler­dings hat­ten die Be­trü­ger die Da­me bis da­hin be­reits um ei­ni­ge Zehn­tau­send Eu­ro er­leich­tert. Zwar klick­ten bei ei­nem mut­maß­li­chen Mit­glied der Ban­de die Hand­schel­len, aber wer letzt­end­lich die Be­trugs­fä­den in der Hand hält, ist un­klar: Der fest­ge­nom­me­ne Lie­bes­schwind­ler schweigt zu den Hin­ter­män­nern, teilt die Po­li­zei mit.

Der 71-Jäh­ri­ge ge­hört ver­mut­lich ei­ner in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Ban­de an. De­ren Mit­glie­der tum­meln sich in kos­ten­lo­sen Da­ting-Por­ta­len und su­chen dort Kon­takt zu ih­ren Op­fern – be­vor­zugt Frau­en. Die Da­me in der Fä­cher­stadt. laut Po­li­zei in der Al­ters­grup­pe „Ü 40“, war über den Nach­rich­ten­über­mitt­lungs­dienst Sky­pe im Ju­ni in Kon­takt mit ei­nem an­geb­li­chen US-Sol­da­ten ge­kom­men. Der hat­te ihr von ei­nem er­hal­te­nen Bo­nus für gu­te Ar­beit in Hö­he von 500 000 US-Dol­lar (rund 420 000 Eu­ro) vor­ge­schwärmt. Die Sum­me soll­te per Post an die An­ge­him­mel­te ver­schickt wer­den. Für Zoll, Steu­er und sons­ti­ge Aus­la­gen, so ver­lang­te der ver­meint­li­che Mi­li­tär­an­ge­hö­ri­ge, soll­te sie ver­schie­de­ne Geld­be­trä­ge über­wei­sen, da­mit das Pa­ket zu­ge­stellt wer­den kön­ne.

Die Gut­gläu­bi­ge, hin­ge­hal­ten durch Ver­spre­chun­gen und na­tür­lich durch Lie­bes­be­teue­run­gen, über­wies im Lauf der Zeit meh­re­re zehn­tau­send Eu­ro an ver­schie­de­ne Emp­fän­ger. Dann ka­men ihr aber doch Zwei­fel und sie schal­te­te die Po­li­zei ein. Dem Be­trü­ger stell­te sie un­ter­des­sen ei­nen wei­te­ren ho­hen Geld­be­trag in Aus­sicht, be­stand aber auf ein per­sön­li­ches Tref­fen. Das kam im Raum Karls­ru­he zu­stan­de – und dort klick­ten wie er­wähnt die Hand­schel­len.

Tipps der Po­li­zei

• bei Da­ting-Por­ta­len grund­sätz­lich Vor­sicht wal­ten las­sen

• nie­mals Geld an Per­so­nen über­wei­sen, die nicht per­sön­lich be­kannt sind

• wer glaubt, Op­fer ge­wor­den zu sein, soll­te sich na­he ste­hen­den Per­so­nen an­ver­trau­en und sich nicht da­vor scheu­en, An­zei­ge bei der Po­li­zei zu er­stat­ten.

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