Vor­ne­weg gibt es „(R)Ein­bli­cke“

Mo­zart zum Auf­takt: Das Thea­ter Pforz­heim be­ginnt die Sai­son mit der „Zau­ber­flö­te“

Pforzheimer Kurier - - WAS - WANN - WO -

Pforz­heim. So rich­tig los geht es in Pforz­heim erst Mit­te Sep­tem­ber, aber am

9. gibt es be­reits ei­nen Vor­ge­schmack. Da ge­währt das Haus ab 11.30 Uhr „(R)Ein­bli­cke“, in­dem es zur öf­fent­li­chen Pro­be der ers­ten Opern­pro­duk­ti­on in der neu­en Spiel­zeit ein­lädt: Tho­mas Müns­ter­mann in­sze­niert Wolf­gang Ama­de­us

Mo­zarts Oper „Die Zau­ber­flö­te“, mit der dann am 15. die Sai­son ganz of­fi­zi­ell er­öff­net wird. Das Prin­zip „Erst mal schnup­pern“wird in der dar­auf­fol­gen­den Wo­che fort­ge­setzt. Am 16. Sep­tem­ber bie­tet das Thea­ter er­neut „(R)Ein­bli­cke“. Dies­mal gel­ten sie der Tra­gö­die „Die Frau­en von Tro­ja (Der Un­ter­gang)“; Wal­ter Jens hat das Stück von Eu­ri­pi­des in ei­ne Neu­dich­tung ge­fasst, die am 23. Sep­tem­ber in der Re­gie von Han­nes Ha­met­ner Pre­mie­re ha­ben wird.

„Die Frau­en von Tro­ja (Der Un­ter­gang)“ist die bis­lang jüngs­te Ak­tua­li­sie­rung des Stücks „Die Tro­erin­nen“, das Eu­ri­pi­des 415 v. Chr. zur Urauf­füh­rung brach­te und das ei­ne flam­men­de An­kla­ge ge­gen die Po­li­tik sei­ner Zeit dar­stellt. Im Vor­jahr hat­te das Heer At­hens die In­sel Me­los über­fal­len, hat­te die Män­ner er­mor­det, Frau­en und Kin­der ver­sklavt.

So wur­de denn den Athe­nern von Eu­ri­pi­des gleich­sam der Spie­gel vor­ge­hal­ten. Denn er schil­dert zwar ei­ne Epi­so­de aus dem Tro­ja­ni­schen Krieg, aber sie ent­spricht so ziem­lich dem Grau­en, das die Men­schen auf Me­los er­fah­ren muss­ten: Die Frau­en von Tro­ja sind zu Wit­wen ge­wor­den, sie sol­len als Beu­te ver­teilt wer­den, und wenn ei­ne Frau ei­nen Sohn hat, dann wird er wie der klei­ne As­ty­a­nax kalt­blü­tig er­mor­det. Die War­nung, die in dem Stück steckt, wird gleich zu Be­ginn aus­ge­spro­chen: „Denn wer zer­stört, der schafft sich selbst den Un­ter­gang“, heißt es bei Eu­ri­pi­des oder in der Ver­si­on von Jens: „Ihr Nar­ren! Men­schen, die ihr glaubt, man kön­ne Städ­te nie­der­bren­nen, oh­ne selbst zu­grund zu ge­hen.“Micha­el Hübl

WAL­TER JENS – hier 1996 mit Hans Küng (links) – hat die Neu­dich­tung der Tra­gö­die ver­fasst, die am 23. Sep­tem­ber in Pforz­heim her­aus­kommt. Fo­to: dpa

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