Schulz lobt Scholz

Mit acht Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen will die SPD die Wahl­schlap­pe auf­ar­bei­ten

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - Von Benjamin Hal­ler und Ul­rich St­ein­kohl

Ham­burg/Leip­zig. Die SPD hat mit der Au­f­ar­bei­tung des De­ba­kels bei der Bun­des­tags­wahl be­gon­nen und da­bei Ge­schlos­sen­heit de­mons­triert – trotz kon­trä­rer Auf­fas­sun­gen über ih­ren künf­ti­gen Kurs. Zum Auf­takt ei­ner Rei­he von Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen mit der Par­tei­ba­sis hob SPD-Chef Mar­tin Schulz in Ham­burg die Ge­mein­sam­kei­ten mit sei­nem Stell­ver­tre­ter Olaf Scholz her­vor. Die­ser hat­te am Vor­tag in ei­nem Pa­pier ei­ne „scho­nungs­lo­se Be­trach­tung der La­ge“ge­for­dert. Auch bei der zwei­ten Re­gio­nal­kon­fe­renz in Leip­zig rief Schulz zur Ei­nig­keit auf. Die Par­tei­ba­sis wol­le nicht, dass sich die SPD in Flü­gel­kämp­fen und Per­so­nal­strei­tig­kei­ten zer­le­ge. „Die Par­tei er­war­tet Zu­sam­men­halt“, be­ton­te er. Schulz zog ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz der bei­den Kon­fe­ren­zen mit Par­tei­mit­glie­dern. Das Tref­fen in Ham­burg mit et­wa 700 Teil­neh­mern ha­be ge­zeigt, dass es in der SPD ei­nen or­ga­ni­sa­to­ri­schen und in­halt­li­chen In­put ge­be, „der uns al­le hoff­nungs­voll stimmt“, sag­te Schulz. Ei­ne Viel­falt von Vor­schlä­gen sei auf den Tisch ge­kom­men. „Tol­ler Nach­mit­tag, der al­len Be­tei­lig­ten rich­tig Spaß ge­macht hat.“Die Ver­an­stal­tung mit

Par­tei­spit­ze be­tont den Zu­sam­men­halt

rund 400 Par­tei­mit­glie­dern in Leip­zig be­zeich­ne­te Schulz als „sehr leb­haf­te, für uns auf­schluss­rei­che Ver­an­stal­tung“. Ins­ge­samt sind bis 19. No­vem­ber acht Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen ge­plant.

„Ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Auf­fas­sung gibt es zwi­schen Olaf Scholz und mir in­halt­lich ei­gent­lich mehr Über­ein­stim­mun­gen als Dif­fe­ren­zen“, be­ton­te Schulz. Scholz, den vie­le Be­ob­ach­ter als po­ten­zi­el­len Ge­gen­spie­ler von Schulz an­se­hen, hat­te in sei­nem Pa­pier ver­langt, es dür­fe „kei­ne Aus­flüch­te“mehr ge­ben bei der Ur­sa­chen­for­schung für die Wahl­nie­der­la­ge. An­ders als der Par­tei­chef, der zu­letzt mehr Mut zur Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik ge­for­dert hat­te, warb Ham­burgs Bür­ger­meis­ter für ei­nen prag­ma­ti­schen Kurs, der Wirt­schafts­wachs­tum, Fort­schritt und so­zia­le Ge­rech­tig­keit ver­bin­det. Schulz er­klär­te in Ham­burg, es ge­be viel Über­ein­stim­mung zwi­schen dem, was Scholz vor­schla­ge, und dem, was er selbst für den Par­tei­tag im De­zem­ber vor­le­gen wol­le. ■ Kom­men­tar

NAH DRAN AM BÜR­GER: SPD-Chef Mar­tin Schulz im Ge­spräch mit Par­tei­mit­glie­dern bei der Re­gio­nal­kon­fe­renz in Ham­burg. Fo­to: Peer Schro­eder/hard­co­py-press.de

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