Kur­den oh­ne Prä­si­dent

Bar­sa­ni kün­digt im Kon­flikt mit dem Irak Rück­zug an

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Erbil (dpa). Nach dem Rück­schlag im Kampf um ei­nen un­ab­hän­gi­gen Kur­den­staat will sich der Prä­si­dent der ira­ki­schen Min­der­heit, Mas­sud Bar­sa­ni, zu­rück­zie­hen. „Ich ha­be un­ter kei­nen Be­din­gun­gen ak­zep­tiert, mein Man­dat zu ver­län­gern“, sag­te er am Sonn­tag in ei­ner TV-An­spra­che. Bar­sa­ni wird nach Ablauf sei­nes Man­dats am 1. No­vem­ber vom höchs­ten Pos­ten der Au­to­no­mie­re­gi­on im Nord­irak ab­tre­ten. Er selbst wer­de Kur­dis­tan als Pe­schmer­gaKämp­fer er­hal­ten blei­ben.

Bar­sa­ni hat­te sich mit dem Un­ab­hän­gig­keits­re­fe­ren­dum der ira­ki­schen Kur­den En­de Sep­tem­ber ver­kal­ku­liert. Zwar stimm­te ei­ne über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit für ei­ne Ab­spal­tung der Kur­den­ge­bie­te vom Irak. Die Zen­tral­re­gie­rung in Bag­dad, die das Vo­tum ab­lehnt und ei­ne An­nul­lie­rung sei­nes Er­geb­nis­ses for­dert, griff in der Fol­ge aber mit har­ter Hand ge­gen Erbil durch. Die ira­ki­sche Ar­mee und ver­bün­de­te Schii­ten­mi­li­zen rück­ten in Ge­bie­te vor, die die Kur­den vor rund drei Jah­ren un­ter ih­re Kon­trol­le ge­bracht hat­ten. Die kur­di­schen Pe­schmer­ga-Kämp­fer zo­gen sich aus vie­len Ge­bie­ten kampf­los zu­rück. Es gab bis zu­letzt aber stel­len­wei­se im­mer wie­der Ge­fech­te. Der Rück­zug Bar­sa­nis könn­te den Kon­flikt ent­span­nen, da sein Ver­hält­nis mit der Zen­tral­re­gie­rung schwer ge­stört ist.

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