„Be­ten? Nur vor ei­ner Klas­sen­ar­beit“

Die Be­deu­tung der Re­li­gi­on für das per­sön­li­che Le­ben ist so viel­fäl­tig wie die Men­schen

Pforzheimer Kurier - - MARTIN LUTHERND DER GLAUBE -

„Je­sus spielt in mei­nem Le­ben kei­ne Rol­le – er ist der Re­gis­seur.“Hin­ter die­sem et­was flap­si­gen Zi­tat ver­birgt sich für mich der zen­tra­le Wunsch für mein Le­ben, näm­lich mei­nen All­tag in der Be­glei­tung von Je­sus Chris­tus zu ge­stal­ten: im Ge­bet, in Lie­be und in der Aus­rich­tung nach Got­tes Vor­stel­lun­gen. Dies ge­lingt mir mal bes­ser, mal schlech­ter, und bei letz­te­rem schöp­fe ich im­mer wie­der neue Kraft aus der Zu­sa­ge, dass Gott uns auf­fängt, ver­gibt, trös­tet und neu er­mu­tigt.“

Dr. Dirk Höl­zer

(51) aus Karls­ru­he

„Re­li­gi­on soll­te den Gläu­bi­gen Ge­mein­schaft, Halt, Trost und Freu­de schen­ken. Sie soll­te ein fried­li­ches, gleich­be­rech­tig­tes Mit­ein­an­der pro­kla­mie­ren. Die Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner oder kei­ner Re­li­gi­on soll­te im­mer ei­ne frei­wil­li­ge Ent­schei­dung sein, ei­ne Tren­nung zwi­schen „Re­li­gi­on und Staat“soll­te ge­währ­leis­tet sein be­zie­hungs­wei­se blei­ben.

Dem in­tel­lek­tu­el­len An­spruch des BNNLe­sers ge­schul­det sei hier noch der Auf­klä­rer und Phi­lo­soph Vol­taire zi­tiert: „Nur ei­ne Re­li­gi­on, die al­le an­de­ren dul­det und so de­ren Wohl­wol­len wür­dig ist, kann aus der Mensch­heit ein Volk von Brü­dern ma­chen.“Schön wär’s ja. TV-Mo­de­ra­tor und Schau­spie­ler Pier­re M. Krau­se (41)

„Ich ha­be ein sol­ches Auf und Ab er­lebt. Der Glau­be hat mir aber im­mer Halt ge­ge­ben – mein gan­zes Le­ben hin­durch. Mein Tag be­ginnt mit Gott und en­det mit Gott.“

The­re­sia Frei­es­le­ben (75) aus Eg­gen­stein-Leo­pold­sha­fen

„Glau­be und Re­li­gi­on spie­len in mei­nem Le­ben kei­ne gro­ße Rol­le. Ich ge­he auch nicht in die Kir­che – ich fin­de, dass dies un­nö­tig und lang­wei­lig ist. Je äl­ter ich wer­de, um­so we­ni­ger glau­be ich. Ich ver­ste­he aber, wenn an­de­re Men­schen an Gott glau­ben, weil der Glau­be in schwe­ren Zei­ten auch hel­fen kann. Ich selbst be­te nur vor ei­ner schwe­ren Ar­beit oder wenn Dort­mund ge­gen ei­nen schwe­ren Geg­ner spie­len muss.“

Jan­nik (14) von der Max-Planck-Re­al­schu­le in Bret­ten

„Der christ­li­che Glau­be gibt mei­nem Le­ben ein fes­tes Fun­da­ment. Ich weiß an wen ich Dank und Bit­te rich­ten kann, und le­ge je­den Tag be­wusst in Got­tes Hän­de. Da­mit bin ich die 88 Jah­re mei­nes bis­he­ri­gen Le­bens ge­stärkt und ge­trös­tet zu­recht ge­kom­men. Und ich hof­fe, (so Gott mir mei­nen kla­ren Ver­stand er­hält) auch noch bis zu mei­nem Le­bens­en­de. Das in je­dem Got­tes­dienst ge­spro­che­ne Glau­bens­be­kennt­nis ist auch mein Be­kennt­nis.“

El­frie­de Bork aus Leo­pold­sha­fen

„Mei­nen christ­li­chen Glau­ben le­be ich auch heu­te noch, al­ler­dings au­ßer­halb der gro­ßen Kir­chen. Die­se ha­ben die Nä­he zu ih­ren Gläu­bi­gen längst ver­lo­ren; auch ver­tei­di­gen sie nicht mehr christ­li­che und kon­ser­va­ti­ve Grund­wer­te, sie ja­gen ei­nem flüch­ti­gen Zeit­geist stän­dig und über­eilt hin­ter­her, statt ei­nem sol­chen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Über­haupt ha­ben sie ih­re Vor­bild­funk­ti­on ver­lo­ren und wol­len nicht er­ken­nen, war­um im­mer mehr Men­schen ih­re Kir­chen mei­den und aus ih­nen aus­tre­ten, jähr­lich fast 400 000.“Heinz Jen­drusi­ak aus Karls­ru­he

„Mir ist der Glau­be an Je­sus Chris­tus als der Sohn Got­tes sehr wich­tig. Er prägt mein gan­zes Le­ben, auch mei­ne All­tag. Der Glau­be hilft mir, hier im Le­ben nicht al­les krampf­haft er­rei­chen zu müs­sen; das Bes­te, das ewi­ge Le­ben bei Gott kommt erst noch. Und er gibt mir auch in schwe­ren Zei­ten Kraft. Des­halb sind mir der Got­tes­dienst­be­such und das Le­sen in der Bi­bel wich­tig.“

Sil­ke Sch­mitt aus Bruch­sal

„Glau­be und Re­li­gi­on ist und war Le­bens­in­halt für mich: Bi­bel­le­sen, Be­ten, Sin­gen, al­lein und in Ge­mein­schaft und für Frie­den und Ver­söh­nung tä­tig sein. So­lan­ge ich noch kann! Wie Lu­ther es pre­dig­te.“

Der evan­ge­li­sche Pfar­rer und ehe­ma­li­ge Karls­ru­her Kom­mu­nal­po­li­ti­ker Ger­hard Lei­ser (88)

„Ich ha­be auf die­ser Su­che Je­sus ent­deckt und ge­fun­den. Seit­her weiß ich mich in al­len Le­bens­la­gen ge­tra­gen, er­mu­tigt und ge­trös­tet. Auf die­sem Weg des span­nen­den er­leb­ten Christ­seins ha­be ich Frie­den, Freu­de und Ge­bor­gen­heit ge­fun­den. Da­zu ist auch die Ge­mein­schaft mit an­de­ren Gläu­bi­gen be­rei­chernd und wert­voll. Auch das ge­mein­sa­me Sin­gen, Be­ten und Bi­bel­le­sen, der Ge­dan­ken­aus­tausch und Er­fah­run­gen sind wich­ti­ge Schrit­te auf dem Weg des Glau­bens.“

Mar­tha Scheel aus Wein­gar­ten

auf die mäch­ti­gen Ko­lon­na­den der evan­ge­li­schen rlit­ten das­sel­be Schick­sal: Im Bom­ben­ha­gel des von St. Ste­phan wur­de erst 2011 in die ak­tu­el­le Fo­tos: Hüg­le/Sand­bil­ler/dpa/pr

Pier­re M. Krau­se

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