Kon­junk­tur­mo­tor läuft wie ge­schmiert

Dax er­klimmt neu­es All­zeit­hoch / Spa­ni­scher Ibex lei­det un­ter Ka­ta­lo­ni­en-Kri­se

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

„Vie­le Men­schen in Deutsch­land über­schät­zen das Ri­si­ko der Ak­ti­en­märk­te und un­ter­schät­zen die Chan­cen“, sagt Ve­ro­ni­ka Csi­zi. Die Fi­nanz­jour­na­lis­tin lässt für die Le­se­rin­nen und Le­ser je­de Wo­che das Bör­sen­ge­sche­hen Re­vue pas­sie­ren und er­klärt da­bei die Zu­sam­men­hän­ge.

Wach­sen die Bäu­me in den Him­mel? Im Mo­ment sieht es fast so aus als könn­ten die Bör­sen – dies gilt na­he­zu welt­weit – die Ge­set­ze der Schwer­kraft aus­he­beln. Er­neut er­klomm der Dax ein neu­es All­zeit­hoch, auch wenn er es nicht bis zum Wo­chen­schluss hal­ten konn­te und schließ­lich mit ei­nem Wo­chen­plus von „nur“1,7 Pro­zent auf 13 217 Punk­te ins Wo­che­n­en­de ging. Auch die gro­ßen US-In­di­zes S & P 500 und Nas­daq 100 scho­ben sich auf neue Re­kor­de, an­ge­trie­ben vor al­lem von Quar­tals­zah­len der Tech-Gi­gan­ten. Die Goog­le-Mut­ter Al­pha­bet, Mi­cro­soft und Ama­zon hat­ten Quar­tals­zah­len vor­ge­legt, die die An­le­ger na­he­zu in Rausch­zu­stän­de ver­setz­ten. Ama­zon schaff­te es trotz ho­her In­ves­ti­tio­nen im zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­reich, sei­nen Ge­winn aus dem Vor­jahr zu top­pen, was die Bör­se mit ei­nem zwölf­pro­zen­ti­gen Wo­chen­plus be­lohn­te.

Ins­ge­samt ver­läuft die Quar­tals­sai­son sehr er­freu­lich, so dass wi­der al­le Ängs­te vie­ler Pri­vat­an­le­ger vor Crash­ge­fah­ren die Be­wer­tun­gen nicht gra­vie­rend stei­gen. Der Kon­junk­tur­mo­tor läuft wie ge­schmiert. Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank wird zwar ih­re An­lei­hen­käu­fe re­du­zie­ren und da­mit, vier Jah­re spä­ter als die USA, zum Jah­res­wech­sel ei­ne Trend­wen­de ein­lei­ten. Doch sie kauft trotz­dem wei­ter und ver­sorgt die Märk­te mit Li­qui­di­tät. Was al­so soll­te der­zeit das Ge­müt der Börsianer trü­ben? Es bleibt nichts als die Er­fah­rung, die weiß: Sym­pto­me der Eu­pho­rie sind eher am En­de denn am An­fang ei­ner Hausse zu spü­ren – doch bis sie zu En­de ist, gilt es, auf der Ge­winn­wel­le mit­zu­sur­fen. Ein, zwei wei­te­re Jah­re kann sie die Ak­tio­nä­re noch wei­ter­tra­gen.

Ein Bör­sen­platz hin­ge­gen schert aus: der spa­ni­sche Ibex lei­det un­ter den ka­ta­la­ni­schen Tren­nungs­wün­schen. Vier gro­ße Un­ter­neh­men aus dem Ibex ha­ben nun an­ge­kün­digt, Ka­ta­lo­ni­en zu ver­las­sen, aus Sor­ge da­vor, die re­bel­li­sche Re­gi­on könn­te im Fall ei­ner Ab­spal­tung nicht mehr Teil der EU sein. Al­le drei ge­hö­ren zu den Schluss­lich­tern im Ibex, mit ei­nem Mo­nats­mi­nus zwi­schen zehn und 13 Pro­zent. Löst sich die Kri­se kurz­fris­tig doch noch auf, wä­ren al­le drei Ak­ti­en wie auch der spa­ni­sche In­dex wohl kla­re Käu­fe.

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