Vi­deo-Rot spielt VfB in die Kar­ten

Frei­burg ge­rät früh in Un­ter­zahl und da­nach schnell und deut­lich ins Hin­ter­tref­fen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Oli­ver Trust

Stutt­gart. Spie­len wie da­heim, das woll­te Frei­burgs Trai­ner Chris­ti­an Streich beim VfB Stutt­gart. „Wir müs­sen spie­len, spie­len, spie­len. Es kommt auf je­des Du­ell an“, hat­te er ge­sagt, weil die Frei­bur­ger aus­wärts mit nur ei­nem Punkt und ei­nem Tref­fer bis­her nicht be­son­ders er­folg­reich wa­ren. Das soll­te sich nicht än­dern. Nach dem 3:0-Sieg der Stutt­gar­ter al­ler­dings gab es hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen um den Vi­deo­be­weis. Da­ni­el Ginc­zek (38.), Benjamin Pa­vard (45.) und Si­mon Te­rod­de (82.) er­ziel­ten die To­re vor of­fi­zi­ell 58 850 Zu­schau­ern.

Schon nach zwölf Mi­nu­ten muss­te Streich sei­ne Plä­ne än­dern, weil In­nen­ver­tei­di­ger Caglar Söyün­cü die Ro­te Kar­te für ein ab­sicht­li­ches Hand­spiel kurz vor der ei­ge­nen Straf­raum­gren­ze sah. Be­drängt von Ginc­zek, nahm der Tür­ke den Ball rund 25 Me­ter vor dem ei­ge­nen Tor mit der Hand mit, was Schieds­rich­ter To­bi­as Sti­e­ler über­sah, wes­halb Söyün­cü zu­nächst da­von kam.

Der Vi­deo-As­sis­tent in Köln mach­te den Un­par­tei­ischen auf die Fehl­ent­schei­dung auf­merk­sam und der be­müh­te den Vi­deo­be­weis. Die Fol­ge: Frei­burg muss­te die Par­tie fort­an mit nur noch zehn Spie­lern be­strei­ten. Auch, wenn Streich mit der Vi­deo­be­weis-Ent­schei­dung zu­nächst nicht zu­frie­den war, kam in dem Fall der ei­gent­li­che Sinn des Vi­deo­be­wei­ses zum Tra­gen. Ginc­zek al­ler­dings hat­te sei­nen Kon­tra­hen­ten auch deut­lich ge­schubst, was je­ner erst in der Pau­se im Ka­bi­nen­gang zu­gab. Die Frei­bur­ger je­den­falls sa­hen sich zu Un­recht be­straft, wes­halb es im Ka­bi­nen­gang zu laut­star­ken Dis­kus­sio­nen kam.

Nicht nur SC-Coach Streich moch­te sich kaum be­ru­hi­gen, auch Frei­burgs Prä­si­dent Fritz Kel­ler schimpf­te über die Ent­schei­dung, die Sti­e­ler erst meh­re­re Mi­nu­ten nach dem Vor­fall traf, nach­dem er aus Köln über die „Fehl­ent­schei­dung“auf­merk­sam ge­macht wor­den war. Sti­e­ler be­grün­de­te sei­nen Pfiff beim Gang in die Halb­zeit­pau­se ge­gen­über den Frei­bur­gern, er ha­be die Ak­ti­on als ak­ti­ves „Ver­hin­de­rung ei­ner kla­ren Tor­chan­ce“ge­wer­tet. „Da­zu fällt mir nichts mehr ein. Ich se­he da kei­ne kla­re Tor­chan­ce. Wenn ge­pfif­fen wird, se­he ich da ei­ne Gel­be Kar­te. Wir ak­zep­tie­ren das, aber es fällt uns schwer“, sag­te Frei­burgs Sport­vor­stand Jo­chen Sai­er. VfB-Stür­mer Ginc­zek sag­te: „Da war kein Foul von mir. Wenn er die Hän­de weg lässt, kann ich al­lein aufs Tor zu lau­fen. Dass die Ent­schei­dung ge­fühl­te fünf Mi­nu­ten nach der Sze­ne ge­fällt wird, ist bru­tal für Frei­burg.“Spie­len wie da­heim konn­te Streich nun nicht mehr. Der VfB dräng­te. Cha­drac Ako­lo (20., 22.) schoss den Ball zu­erst an die Lat­te, dann lenk­te SC-Tor­wart Alex­an­der Schwo­low ihn nach ei­nem stram­men Schuss um den rech­ten Pfos­ten. Frei­burg ver­such­te sich zag­haft im Kon­tern.

In der 38. Mi­nu­te ge­lang Ginc­zek dann die VfB-Füh­rung. Ge­gen des­sen Schuss war Schwo­low macht­los. Ginc­zek fei­er­te den Tref­fer über­schwäng­lich. Durch zwei Kreuz­band­ris­se lan­ge au­ßer Ge­fecht, hat­te er sich erst vor kur­zem in den VfB-Ka­der zu­rück­ge­kämpft. Nach ei­nem Frei­stoß von Ber­kay Öz­can köpf­te Pa­vard den Ball in der Nach­spiel­zeit der ers­ten Hälf­te ins Tor. Si­mon Te­rod­de mach­te dann vor Schluss al­les klar.

In der zwei­ten Hälf­te hat­ten die Frei­bur­ger zwar of­fen­si­ver agiert, was dem VfB sicht­lich Pro­ble­me be­rei­te­te. Das reich­te je­doch we­der, um der Par­te ei­ne Wen­de zu ge­ben, noch, um zu spie­len wie da­heim.

FOL­GEN­SCHWE­RER ZWEI­KAMPF: Stutt­garts Da­ni­el Ginc­zek schubst Frei­burgs In­nen­ver­tei­di­ger Caglar Söyün­cü, der für sein Hand­spiel letzt­lich vom Platz muss. Fo­to: dpa

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