Re­de­be­darf beim BVB

Bosz sieht kei­ne Kri­se

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Han­no­ver (dpa). Von ei­ner Kri­se will Pe­ter Bosz (Fo­to: dpa) nichts wis­sen. Da­bei sind die Sym­pto­me ein­deu­tig, sie sind auf dem Platz zu se­hen, sie sind in den Sta­tis­ti­ken und in der Ta­bel­le der Fuß­ball-Bun­des­li­ga nach­zu­le­sen. Doch der Trai­ner des von der Ta­bel­len­spit­ze ge­stürz­ten BVB be­haup­te­te nach dem bit­te­ren 2:4 (1:2) bei Auf­stei­ger Han­no­ver 96: „Da ist kei­ne Kri­se – und da war kei­ne Kri­se.“

Die Zah­len sa­gen et­was an­de­res aus. In den ver­gan­ge­nen drei Spie­len hat Bo­rus­sia Dort­mund nur ein Re­mis ge­holt, ei­nen Vor­sprung von fünf Zäh­lern ver­spielt und liegt nun drei Punk­te hin­ter Ta­bel­len­füh­rer Bay­ern Mün­chen. Da­bei kas­sier­te der BVB neun Ge­gen­to­re. Die Geg­ner wis­sen in­zwi­schen, wo der BVB ver­wund­bar ist. Sie ha­ben ge­wis­ser­ma­ßen den Co­de ge­knackt. 96-Ma­na­ger Horst Heldt sag­te: „Wir sind mit lan­gen Bäl­len hin­ter die Ab­wehr ge­kom­men, da sind sie an­fäl­lig. Sie sind ex­trem stark in der Of­fen­si­ve, aber wenn sie hoch ste­hen, dann kann man mit schnel­len Leu­ten agie­ren.“Doch auch da­von will Bosz nichts wis­sen. „Ich ha­be schon vier Fra­gen be­kom­men, ob wir zu hoch ste­hen“, sag­te der Trai­ner nach der Nie­der­la­ge. Sei­ne Ant­wort dar­auf lau­te­te: „Wenn wir gut ste­hen und gleich Druck ma­chen, wenn wir den Ball ver­lie­ren, dann ist hoch zu ste­hen kein Pro­blem.“

Ein Pro­blem ist, dass Dort­mund kei­nen Plan B be­sitzt. Trotz der of­fen­sicht­li­chen Schwie­rig­kei­ten ge­gen die ag­gres­si­ven und kon­ter­star­ken Han­no­ve­ra­ner gab es kei­ne Um­stel­lung. Es gab kei­ne Re­ak­ti­on von der Sei­ten­li­nie. Wäh­rend an­de­re Mann­schaf­ten ih­re Tak­tik wäh­rend des Spiels wech­seln oder zu­min­dest dann an­pas­sen, wenn es nicht läuft, be­harrt Bosz auf sei­nem ex­trem of­fen­siv aus­ge­rich­te­ten 4-3-3-Sys­tem. Zu­min­dest ei­nes war nach den Ge­gen­tref­fern von Jo­na­thas (20./Foul­elf­me­ter), Ih­las Be­bou (40./86.) und Fe­lix Klaus (59.) un­strit­tig. Dem BVB, der nur zu Tref­fern von DanA­xel Za­gadou (27.) und And­rej Jar­mo­len­ko (52.) kam, fehl­te die nö­ti­ge Ag­gres­si­vi­tät. „Das ist, was man im­mer da­bei ha­ben muss“, sag­te der Coach.

Die of­fi­zi­el­len Zah­len der Li­ga be­le­gen die­se feh­len­de Ein­satz- und Lauf­be­reit­schaft. 114,2 Ki­lo­me­ter sind die 96-Spie­ler ge­lau­fen, 6,2 mehr als die BVB-Pro­fis (108). Bei ähn­li­cher Tak­tik und Ein­stel­lung wie in Han­no­ver droht am Mitt­woch ge­gen Ni­ko­sia das Aus in der Cham­pi­ons Le­ague und am Sams­tag ge­gen Bay­ern die nächs­te Bun­des­li­gaP­lei­te. Da­her for­der­te Mar­cel Schmel­zer, es ge­be vor den rich­tungs­wei­sen­den Par­ti­en „ei­ni­ges zu be­spre­chen“.

Pe­ter Bosz

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