Stan­dard-mess­wer­te Bo­se SM5

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Der Be­trieb des Show­match ist aus­schließ­lich im voll ak­ti­ven Mo­dus vor­ge­se­hen. Ei­ne mög­li­che Er­spar­nis, die ei­ne pas­si­ve Tren­nung mit sich brin­gen könn­te, wür­de bes­ten­falls den ei­nen oder an­de­ren Ver­stär­ker­ka­nal und ein we­nig die Ver­ka­be­lung be­tref­fen. Die Mehr­kos­ten für ei­ne so­li­de pas­si­ve Wei­che und der we­ni­ger prä­zi­se Ein­satz der Li­mi­ter ste­hen dem als Nach­tei­le ge­gen­über, so dass die Ent­schei­dung für den aus­schließ­lich voll ak­ti­ven Be­trieb gut nach­voll­zieh­bar ist. Wer­fen wir zu­nächst ei­nen Blick auf die Im­pe­danz­kur­ven in Abb. 1, dann se­hen wir in bei­den We­gen no­mi­nel­le 8-Ohm­laut­spre­cher mit Im­pe­danz­mi­ni­ma von je­weils 6,1 Ohm. Die Ab­stimm­fre­quenz des Bass­re­flex­re­so­na­tors liegt bei 75 Hz. Sieht man die Fre­quenz­gän­ge der bei­den We­ge da­zu an, dann gibt es für den Tief­ton­weg ge­nau bei 75 Hz ei­nen Peak, der zu­min­dest nach Lehr­buch auf ei­ne et­was zu ho­he Ab­stim­mung hin­deu­tet. Viel­leicht ist ge­nau das aber auch mit Ab­sicht ge­sche­hen, um den sonst ty­pi­schen Ein­bruch im Ma­xi­mal­pe­gel zwi­schen der Tu­ningfre­quenz des Re­so­na­tors und 100 Hz zu ver­mei­den.

Die Sen­si­ti­vi­ty der Tief­tö­ner reicht von ca. 95 db am un­te­ren En­de mit stei­gen­der Ten­denz zu ho­hen Fre­quen­zen bis knapp über 100 db bei 1 khz, was für ei­ne 2 × 8" Be­stü­ckung or­dent­li­che Wer­te sind. Die Hoch­ton­ein­heit steigt bei 1 khz mit 112 db ein und kann bis 15 khz ein Ni­veau von 105 db und dar­über hal­ten. Auch die Wel­lig­kei­ten im Fre­quenz­gang der Hoch­tö­ner hal­ten sich trotz der schon leicht ge­krümm­ten An­ord­nung der vier Wa­ve­gui­des mit ih­ren Trei­bern in gut ver­tret­ba­ren Gren­zen. Be­trach­tet man die bei­den Kur­ven im Hin­blick auf das Zu­sam­men­spiel der bei­den We­ge, dann gibt es ei­nen hin­rei­chend brei­ten Fre­quenz­be­reich, der sich für die Tren­nung mit oder oh­ne Über­lap­pung eig­net.

Sub­woo­fer Bo­se SMS118

Mit ei­nem nutz­ba­ren Fre­quenz­be­reich ab ca. 65 Hz auf­wärts sind Show­match-toptei­le zwar ein­deu­tig als Full­ran­ge-taug­lich zu be­zeich­nen, für ty­pi­sche Rock’n’roll-an­wen­dun­gen wer­den aber trotz­dem noch Sub­woo­fer be­nö­tigt. Pas­send zum Show­match gibt es da­her den SMS118 mit ei­ner ein­fa­chen 18"-Be­stü­ckung in ei­nem auf 39 Hz ab­ge­stimm­ten Bass­re­flex­ge­häu­se.

Der SMS118 ist flug­fä­hig und kann mit den ent­spre­chen­den Rah­men oben in ei­nem Show­match Ar­ray ge­flo­gen wer­den. Gro­und­stacks und Car­dioid-auf­bau­ten sind na­tür­lich eben­falls mög­lich.

Der Fre­quenz­gang der SMS118 in Abb. 4 zeigt im re­le­van­ten Fre­quenz­be­reich ei­ne Sen­si­ti­vi­ty von mitt­le­ren 93 db 1 W / 1 m und auch wie­der den klei­nen Peak auf der Ab­stimm­fre­quenz, wo­mit sich die Ver­mu­tung wei­ter er­här­tet, dass es sich hier um die Ab­sicht des Ent­wick­lers han­delt. Et­was un­ge­wöhn­lich ist die Nenn­im­pe­danz von 4 Ohm, die ver­mut­lich im Hin­blick auf den Be­trieb mit ei­ner Po­wer­match-end­stu­fe im Quad-bridge-mo­dus so ge­wählt wur­de.

Con­trol­ler und Am­ping

Beim The­ma Con­trol­ler und Am­ping an­ge­kom­men bie­tet sich für das Show­match der haus­ei­ge­ne Ver­stär­ker Po­wer­match PM8500 an. Die acht­ka­na­li­ge End­stu­fe mit Dsp-sys­tem ist äu­ßerst fle­xi­bel und kann ne­ben dem nor­ma­len acht­ka­na­li­gen Mo­dus auch in Kom­bi­na­tio­nen aus je zwei Ka­nä­len als Span­nungs­brü­cke (V-bridge) oder im Par­al­lel­mo­dus (I-sha­re) be­trie­ben wer­den. Kom­bi­niert man bei­des, dann las­sen sich auch vier Ka­nä­le als Quad-bridge be­trei­ben. An 4 Ohm kön­nen so 2 kw zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Der nor­ma­le Brü­cken-mo­dus lie­fert an 8 Ohm und auch an 4 Ohm je­weils 1 kw. Ty­pi­scher­wei­se wer­den je zwei Toptei­le par­al­lel be­trie­ben und für den LF-und HF-WEG dann je­weils ein ge­brück­tes End­stu­fen­paar ein­ge­setzt. Ei­ne Po­wer­match PM8500 kann so vier Toptei­le oder zwei Sub­woo­fer oder zwei Toptei­le und ei­nen Sub­woo­fer ver­sor­gen. Bei ge­rin­ge­ren Pe­gel­an­for­de­run­gen kann auf den Brü­cken­mo­dus ver­zich­tet wer­den, wo dann acht Toptei­le von ei­ner End­stu­fe ver­sorgt wer­den kön­nen.

Im DSP des Po­wer­match sind be­reits die pas­sen­den Fil­ter- und Li­mi­ter-ein­stel­lun­gen für die Show­match- und an­de­re Bo­se-laut­spre­cher hin­ter­legt. Für die Show­match gibt es die Se­tups für Ar­rays mit 4, 8, 12 und 16 Ein­hei­ten. Spe­zi­el­le Ein­stel­lun­gen für den Be­trieb mit Sub­woo­fer gibt es nicht. Die Toptei­le blei­ben un­ver­än­dert in ih­rem Ver­hal­ten und der Sub­woo­fer er­wei­tert den Ar­beits­be­reich nach un­ten um ca. ei­ne Ok­ta­ve von 65 Hz auf knap­pe 30 Hz. Abb. 6 zeigt die Fil­ter­kur­ven da­zu in rot und blau für die Toptei­le in der Ein­stel­lung für ein 4er-ar­ray. In oran­ge die Low-shelf-fil­ter zur An­pas­sung an die Ar­ray-län­ge. Die Cou­pling-fil­ter sind als ein­fa­che Low-shelfs rea­li­siert, da ei­ne de­tail­lier­te­re Ein­stel­lung auch vom Cur­ving und der Zu­sam­men­stel­lung des Ar­rays ab­hän­gig ist und nicht pau­schal fest­ge­legt wer­den kann. Die grü­ne Kur­ve zeigt die Fil­ter­funk­ti­on für den Sub­woo­fer, der über­lap­pend mit den Tops ar­bei­tet und im Pe­gel ent­spre­chend des Ver­hält­nis­ses von Toptei­len zu Sub­woo­fern an­ge­passt wer­den muss.

In Abb. 6 ist das di­rek­te Zu­sam­men­spiel von Con­trol­ler und Laut­spre­chern dar­ge­stellt. Die deut­lich er­kenn­ba­re Hö­hen­an­he­bung in der Mes­sung mit ei­nem ein­zel­nen Topteil ent­steht durch die im Stan­dard­fil­ter­set be­reits ent­hal­te­ne Kom­pen­sa­ti­on für ein 4er-ar­ray (ei­ne Art „flat“-set­up für ei­ne ein­zel­ne Box wä­re hier rein für die Mes­sung prak­ti­scher ge­we­sen, gab es aber lei­der nicht). Die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen kön­nen je­doch trotz­dem aus der Mes­sung ent­nom­men

wer­den. Im Topteil wer­den der LF- und HF-WEG in ei­nem Be­reich von ca. ei­ner Ok­ta­ve um 800 Hz über­lap­pend be­trie­ben, wo­mit sich noch zu­sätz­li­cher Ein­fluss auf das ho­ri­zon­ta­le Ab­strahl­ver­hal­ten er­zie­len lässt. Die zwi­schen Sub­woo­fer und Topteil eben­falls vor­han­de­ne groß­zü­gi­ge Über­lap­pung führt bei op­ti­ma­ler Kopp­lung im Ar­ray un­wei­ger­lich zu ei­ner Über­hö­hung um 75 Hz, die ent­we­der ge­wollt oder aus ei­ner an­de­ren Kon­fi­gu­ra­ti­on, z. B. ge­flo­ge­nen Tops und Sub­woo­fer am Bo­den, her­vor­ge­gan­gen sein könn­te. Im Zwei­fels­fall emp­fiehlt sich da­her oh­ne­hin im­mer ei­ne Ein­mes­sung vor Ort, wenn die Ar­rays zu­sam­men­ge­stellt und al­le Sys­te­me am für sie vor­ge­se­he­nen Ort sind.

Un­ab­hän­gig von der Pe­ge­l­ad­di­ti­on stim­men die Pha­sen­ver­läu­fe von Toptei­len und Sub­woo­fern (Abb. 7) zwi­schen 50 und 120 Hz re­la­tiv gut über­ein. Der Pha­sen­gang des Topteils sel­ber weist im Über­gang vom LF- auf den HF-WEG ei­nen et­was un­ge­wöhn­li­chen Ver­lauf auf, der ver­mut­lich auch mit der über­lap­pen­den Be­triebs­art in Zu­sam­men­hang steht. Das Spek­tro­gramm aus Abb. 8 stellt sich na­he­zu ma­kel­los dar.

Le­dig­lich bei 334 Hz tritt ei­ne Re­so­nanz er­kenn­bar her­vor, die sich vor­her auch schon in der Fre­quenz­gang­mes­sung des Lf-we­ges an­deu­te­te.

Di­rec­tivi­ty der Ein­zel­sys­te­me

Die Di­rec­tivi­ty ver­dient beim Show­match ei­ne de­tail­lier­te­re Be­trach­tung: Im Ver­gleich zu an­de­ren Li­ne-ar­rays kann man mit den Show­match-mo­du­len das ver­ti­ka­le Ab­strahl­ver­hal­ten ei­nes Ar­rays nicht nur über das Cur­ving (re­spek­ti­ve den Win­kel von Mo­dul zu Mo­dul) ein­stel­len, son­dern auch noch den Öff­nungs­win­kel der Mo­du­le mit 5°, 10° oder 20° aus­wäh­len. Um die La­ge noch wei­ter zu „ver­kom­pli­zie­ren“, kön­nen die Mo­du­le auch in der ho­ri­zon­ta­len Ebe­ne noch über ih­re Wa­ve­gui­des auf Ab­strahl­win­kel von 55°, 70°, 100° oder 120° ein­ge­stellt wer­den. Asym­me­tri­sche Kom­bi­na­tio­nen sind da­bei eben­falls mög­lich. Kurz­um, es gibt zu vie­le Va­ri­an­ten, um al­le im Rah­men die­ses Be­rich­tes be­trach­ten zu kön­nen. Wir ha­ben uns da­her auf die wich­tigs­ten Kom­bi­na­tio­nen be­schränkt. Ho­ri­zon­tal wur­de da­zu die SM5 für Wa­ve­gui­des mit 55°, 70° und 100° Öff­nungs­win­kel ge­mes­sen. Al­len drei Mes­sun­gen 9–11 ge­mein sind die klei­nen seit­li­chen Aus­läu­fer zwi­schen 500 und 600 Hz, die noch im Ar­beits­be­reich der Tief­tö­ner lie­gen. Die Ne­ben­ma­xi­ma ent­ste­hen durch den Qu­el­len­ab­stand in ei­ner Grö­ßen­ord­nung von 50 cm. Durch die re­la­tiv wei­te Über­lap­pung zwi­schen den Tief­tö­nern und Hoch­tö­nern wird das ho­ri­zon­ta­le Ver­hal­ten bis ca. 1,2 khz durch die Ge­samt­flä­che der Box do­mi­niert. Wei­ter ober­halb be­stimmt dann das Hoch­ton-wa­ve­gui­de den Öff­nungs­win­kel. In den Stan­dards mit 70° und 100° ge­lingt das sehr gleich­mä­ßig mit den no­mi­nel­len Win­keln. In der schon recht ex­tre­men 55°-Va­ri­an­te wird der no­mi­nel­le Win­kel erst ab ca. 2,5 khz er­reicht. Dar­un­ter gibt es ei­ne Auf­wei­tung, wo das Wa­ve­gui­de kei­ne voll­stän­di­ge Kon­trol­le mehr hat. Un­ter­halb der Trenn­fre­quenz ver­hal­ten sich al­le Mo­del­le weit­ge­hend gleich, da die Tief­tö­ner in al­len Va­ri­an­ten gleich an­ge­ord­net sind. Der Öff­nungs­win­kel be­trägt hier ca. 60° mit ei­ner zu­neh­men­den Auf­wei­tung un­ter­halb von 400 Hz.

Ver­ti­ka­le Di­rec­tivi­ty

Für die ver­ti­ka­le Mes­sung der Ein­zel­sys­te­me wur­den al­le drei Mo­del­le SM5, SM10 und SM20 in der ho­ri­zon­ta­len 100°Ein­stel­lung aus­ge­wählt. Das ver­ti­ka­le Ver­hal­ten wird durch die Ein­stel­lung für den ho­ri­zon­ta­len Öff­nungs­win­kel nur ge­ring­fü­gig bis gar nicht be­ein­flusst und ist da­her un­be­deu­tend. Die drei Dia­gram­me aus Abb. 12 bis 14 zei­gen, wie sich die Is­o­ba­ren lehr­buch­mä­ßig bis auf den je­weils ge­wünsch­ten Win­kel von 5°, 10° oder 20° ein­schnü­ren. Seit­li­che Ne­ben­ma­xi­ma gibt es nur bei ver­nach­läs­sig­ba­ren Pe­geln. Ins­ge­samt kann man da­her von ei­nem vor­bild­li­chen Ver­hal­ten spre­chen.

Ar­ray-bil­dung

Die Mög­lich­kei­ten der Kom­bi­na­tio­nen für Ar­rays sind für das Show­match äu­ßerst viel­fäl­tig und auch mehr­deu­tig. So lässt sich ein ver­ti­ka­les 40°-Ar­ray mit zwei SM20, mit vier SM10 oder mit acht SM5 oder auch ge­mischt aus die­sen – je nach

ge­wünsch­ter Reich­wei­te – zu­sam­men­stel­len. Für die SM5 be­steht zu­dem noch die Op­ti­on, den Win­kel von Box zu Box zwi­schen 0° und 5° in 1°-Stu­fen ein­zu­stel­len. Für die mess­tech­ni­sche Er­pro­bung ha­ben wir uns da­her auf die SM5 mit Win­keln zwi­schen den Mo­du­len von 0°, 2° und 5° be­schränkt. Für ei­nen ho­hen Schall­druck – re­spek­ti­ve ei­ne gro­ße Reich­wei­te – kön­nen so mehr oder we­ni­ger vie­le Mo­du­le für ei­nen be­stimm­ten Raum­win­kel ein­ge­setzt wer­den.

Die Ab­bil­dun­gen 15–17 zei­gen die Er­geb­nis­se in Form von Is­o­ba­ren­kur­ven. Die Kopp­lung ge­lingt er­war­tungs­ge­mäß in al­len Fäl­len gut, was nicht wei­ter über­rascht, da ein Win­kel von 5° für ein 280-mm-mo­dul gut mach­bar ist, oh­ne dass es zu Lü­cken im Ab­strahl­ver­hal­ten kommt. Pro­ble­me tre­ten meist erst bei grö­ße­ren Win­keln oder grö­ße­ren Mo­du­len auf. Da­her hat man bei Bo­se, um Kom­pro­mis­se zu ver­mei­den, di­rekt die pas­sen­den Mo­du­le für 10° und 20° ent­wi­ckelt. Bei die­sen ist die aus­tre­ten­de Wel­len­front durch die An­ord­nung der vier Wa­ve­gui­des be­reits pas­send vor­ge­krümmt. Der ein­zi­ge klei­ne Nach­teil für den An­wen­der liegt dar­in, dass man die ent­spre­chen­den Mo­du­le SM10 und SM20 zu­sätz­lich zu den SM5 be­vor­ra­ten muss. Da die­se aber in der Re­gel nicht in so gro­ßen Men­gen be­nö­tigt wer­den, hält sich der Mehr­auf­wand in Gren­zen.

Ma­xi­mal­pe­gel der Bo­se Show­match

Was für die Show­match beim The­ma Ma­xi­mal­pe­gel geht, zei­gen die Dia­gram­me Abb. 18–20 in ver­schie­de­nen Kon­fi­gu­ra­tio­nen und für un­ter­schied­li­che Si­gnal­ty­pen. Es wur­de zu­nächst ei­ne klas­si­sche Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung mit ei­ner ein­zel­nen SM5 durch­ge­führt. Da­nach wur­de das Set­up auf drei SM5 im Ar­ray er­wei­tert und fi­nal auch noch der Sub­woo­fer ge­mes­sen. Als Test­si­gna­le wur­den für die­se Mes­sung 185 ms lan­ge Si­nus­bursts ein­ge­setzt. Die so er­reich­ten Pe­gel­wer­te lie­gen für ei­ne ein­zel­ne SM5 zwi­schen 122 db und 130 db. Zu dritt wer­den Wer­te von 132 bis 140 db er­zielt. Die Kur­ven zei­gen da­bei ei­nen ganz ty­pi­schen Ver­lauf. Un­ter­halb von 150 Hz se­pa­rie­ren sich die 3 %- und 10 %-Kur­ve. Hier wird das Li­mit durch die Aus­len­kung der Tief­tö­ner be­stimmt. Von

150 bis 700 Hz ent­steht die Be­gren­zung pri­mär durch die Li­mi­ter, was dar­an zu er­ken­nen ist, dass die Pe­gel­kur­ven für 3 % und 10 % sehr dicht zu­sam­men lie­gen oder sich so­gar über­la­gern. Erst bei hö­he­ren Fre­quen­zen ab 700 Hz auf­wärts, wo die Kom­pres­si­ons­trei­ber ins Spiel kom­men, se­pa­rie­ren sich die Kur­ven durch die Trei­ber­ver­zer­run­gen wie­der deut­lich. Ein sol­ches Ver­hal­ten ist ty­pisch für k2-do­mi­nier­te Ver­zer­run­gen von Kom­pres­si­ons­trei­bern. Der Ver­lauf der Kur­ven ins­ge­samt fällt sehr schön gleich­mä­ßig oh­ne er­kenn­ba­re Schwach­stel­len aus. Für den Sub­woo­fer lie­gen die Ma­xi­mal­pe­gel­wer­te bei 122 bis 125 db und so­mit 30 db über der Sen­si­ti­vi­ty. Der fast de­ckungs­glei­che Ver­lauf der 3 %- und der 10 %-Kur­ve deu­ten auch hier auf den Li­mi­ter als be­gren­zen­des Ele­ment hin.

Als zwei­te Mess­rei­he zum Ma­xi­mal­pe­gel folg­te noch die Mul­ti­ton­mes­sung, da es für den all­täg­li­chen Be­trieb mit ei­nem Mu­sik- oder Sprach­si­gnal manch­mal schwie­rig ist, aus der Si­nus­burst-mes­sung di­rek­te Rück­schlüs­se auf die er­reich­ba­ren Pe­gel­wer­te zu zie­hen. Für Si­gna­le mit Crest­fak­to­ren von 10 bis 20 db ist im­mer der Spit­zen­wert der li­mi­tie­ren­de Fak­tor und nicht der Mit­tel­wert der Leis­tung. Die in der Pra­xis aus­sa­ge­kräf­ti­ge­re Mes­sung ist da­her die Mul­ti­ton­mes­sung. Die Ba­sis des An­re­gungs­si­gnals be­steht aus 60 Si­nus­si­gna­len mit Zu­falls­pha­se, de­ren spek­tra­le Ge­wich­tung be­lie­big ein­ge­stellt wer­den kann. Für die nach­fol­gen­den Mes­sun­gen (Abb. 19 und 20) wur­de ei­ne Ge­wich­tung ent­spre­chend ei­nes mitt­le­ren Mu­sik­si­gnals (grü­ne Kur­ve) ge­wählt. Der Crest­fak­tor des so syn­the­ti­sier­ten Mess­si­gnals, der das Ver­hält­nis vom Spit­zen­wert zum Ef­fek­tiv­wert be­schreibt, liegt bei pra­xis­ge­rech­ten 12 db.

Für den aus die­ser Art der Mes­sung ab­ge­lei­te­ten Ver­zer­rungs­wert wer­den al­le Spek­tral­li­ni­en auf­ad­diert, die nicht im An­re­gungs­si­gnal vor­han­den sind, d. h. die als har­mo­ni­sche Ver­zer­run­gen oder als In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen hin­zu­ge­kom­men sind. Wich­tig ist es da­bei zu be­ach­ten, die Fre­quen­zen des An­re­gungs­si­gnals so zu ge­ne­rie­ren, dass sie nicht mit den har­mo­ni­schen Ver­zer­rungs­an­tei­len zu­sam­men­fal­len, da sie sonst nicht mehr aus­ge­wer­tet wer­den könn­ten. Bei die­ser Art der Mes­sung wird der Pe­gel so lan­ge er­höht, bis der Ge­samt­ver­zer­rungs­an­teil ei­nen be­stimm­ten Grenz­wert er­reicht, der hier auch bei 10 % fest­ge­legt wur­de. Un­ter die­sen Be­din­gun­gen er­reich­te ei­ne ein­zel­ne SM5 im Full­ran­ge-mo­dus für ein ty­pi­sches Mu­sik­spek­trum nach EIA426B be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung im Frei­feld un­ter Voll­raum­be­din­gun­gen ei­nen Spit­zen­pe­gel von 132 db. Der Mit­te­lungs­pe­gel lag bei 120 db. Der Ver­zer­rungs­an­teil wur­de mit −21 db zu knapp 10 % be­stimmt. Im Ar­ray zu dritt leg­ten die Wer­te um ge­nau 10 db zu, so dass der er­ziel­te Spit­zen­wert jetzt 142 db be­trug.

Bo­se Ar­ray Tool

Für die schnel­le Pla­nung ei­nes Show­match-ar­rays kün­dig­te Bo­se zum Zeit­punkt des Tests das Bo­se Ar­ray Tool an. Ei­ne lauf­fä­hi­ge Test­ver­si­on stand uns zu dem Zeit­punkt je­doch noch nicht zur Ver­fü­gung. Ers­te Screen­shots der Ober­flä­chen fin­den sich je­doch in Abb. 21.

Un­ab­hän­gig vom Bo­se Ar­ray Tool gibt es na­tür­lich die Mög­lich­keit der Show­match-pla­nung und -Be­rech­nung mit der De­sign-soft­ware Bo­se Mo­de­ler – und dank ei­ner kom­plet­ten Li­ne-ar­ray-gll mit al­len Va­ri­an­ten des Topteils auch mit der Si­mu­la­ti­ons­soft­ware EASE.

Show­match-prei­se

PM8500 3.395 € PM8500 (Net­work) 4.095 € Show­match Ar­ray-mo­dul 3.850 € Sub­woo­fer SMS118 3.400 €

Wa­ve­gui­de Set 110 € SMAF Ar­ray Fra­me 2.950 € SMAFT T-bar Fra­me 1.800 € Al­le Prei­se als VK net­to exkl. Mwst.

Rech­net man ex­em­pla­risch ein­mal ein ty­pi­sches Set mit 16 Toptei­len und acht Sub­woo­fern SMS118 (un­ter der An­nah­me, dass die Bäs­se auf dem Bo­den ste­hen) durch, dann wür­de man für ein Set in­cl. acht Amps und zwei T-bar-frames auf ca. 125.000 EUR kom­men. Die An­zahl der End­stu­fen er­gibt sich dar­aus, dass ei­ne End­stu­fe im vier­ka­na­li­gen Brü­cken­be­trieb vier Toptei­le ver­sor­gen kann oder im zwei­ka­na­li­gen Quad-bridge-mo­dus zwei Sub­woo­fer.

Fa­zit

Mit dem Show­match Sys­tem macht Bo­se den Schritt vom Room­match Li­ne-ar­ray für Fes­t­in­stal­la­tio­nen zum Tou­ring Sys­tem. Das grund­sätz­li­che Del­taq-kon­zept bleibt da­bei er­hal­ten, wird aber auf drei Va­ri­an­ten des Topteils mit 5°, 10° und 20° ver­ti­ka­lem Öff­nungs­win­kel ein­ge­schränkt. Die Zu­sam­men­stel­lung der Ar­rays ge­lingt da­mit ähn­lich kom­pro­miss­los wie schon beim Room­match. Je­des Topteil ist dank des an­ge­pass­ten in­ter­nen Cur­vings für sei­nen je­wei­li­gen ver­ti­ka­len Win­kel op­ti­mal an­ge­passt. Raum­win­kel, Reich­wei­te und In­ten­si­tät las­sen sich so op­ti­mal auf je­de An­wen­dung hin an­pas­sen. Dem ge­gen­über steht der klei­ne Nach­teil der Be­vor­ra­tung drei ver­schie­de­ner Toptei­le. Er­gänzt wer­den die Tops durch den kom­pak­ten und flug­fä­hi­gen SMS118 Sub­woo­fer, die hoch fle­xi­blen Po­wer­match-end­stu­fen und das ent­spre­chen­de Flug­zu­be­hör. Al­les ist, wie es zu er­war­ten war, hoch pro­fes­sio­nell aus­ge­führt und ver­ar­bei­tet. Glei­ches gilt für die Mes­s­er­geb­nis­se im La­bor, die in al­len Dis­zi­pli­nen bes­te Re­sul­ta­te lie­fer­ten. Bo­se wä­re nicht Bo­se, wür­de man es nicht ir­gend­wie an­ders ma­chen als der Main­stream. Für das Show­match gilt hier (eben­so wie schon für das Room­match), dass die­ser Un­ter­schied auch für ei­ne Ver­bes­se­rung steht. So kom­men beim Show­match ei­ni­ge Vor­tei­le zu­sam­men: Das Sys­tem ist in sei­nem Ge­samt­kon­zept mit dem Del­taq et­was Be­son­de­res – nicht nur um sei­ner selbst Wil­len, son­dern mit ech­ten Vor­tei­len für den An­wen­der. Es wer­den trotz­dem al­le pro­fes­sio­nel­len An­for­de­run­gen voll und ganz er­füllt und mit Bo­se steht ein Her­stel­ler mit welt­wei­ter Re­pu­ta­ti­on hin­ter dem Pro­dukt. Die Vor­aus­set­zun­gen soll­ten so­mit gut sein.

Fre­quenz­gän­ge und Sen­si­ti­vi­ty der SM5 in der 100°-Ver­si­on für den LF (rot) und HF (blau) Weg (Abb. 2)

Sub­woo­fer-fre­quenz­gang und Sen­si­ti­vi­ty (1 W / 1 m) für den SMS118 (Abb. 4)

Im­pe­danz­kur­ven der SM5 für den LF- (8 Ohm) und HF- (6 Ohm) Weg (Abb. 1)

Sub­woo­fer-im­pe­danz­ver­lauf für den SMS118, ein no­mi­nel­les 4Ohm-sys­tem; die Bass­re­flex­ab­stim­mung liegt bei 39 Hz (Abb. 3)

SMS118 Sub­woo­fer mit ge­öff­ne­tem Git­ter, er ist flug­fä­hig und kann zu Car­dioid-an­ord­nun­gen kom­bi­niert wer­den

Con­trol­ler Funk­tio­nen für den LF- (rot) und HF-WEG (blau) in den Toptei­len und für den SMS118 Sub­woo­fer (grün). Das Set­up ist für ein Ar­ray mit vier Tops aus­ge­legt. Un­ten in oran­ge die An­pas­sung für Ar­rays mit 8, 12 oder 16 Ein­hei­ten (Abb. 5)

Spek­tro­gramm SM5 100° mit Con­trol­ler ge­mes­sen. Die ein­zi­ge gut er­kenn­ba­re Re­so­nanz tritt bei 334 Hz auf, das Nach­schwin­gen bei 75 Hz ent­steht durch den Bass­re­flex­re­so­na­tor (Abb. 8)

Topteil SM5 100° und SMS118 Sub­woo­fer mit Con­trol­ler ge­mes­sen, ein­zel­ne Box mit dem Set­ting für ein 4er-ar­ray (Abb. 6)

Pha­sen­gän­ge von Toptei­len (ro­sa) und Sub­woo­fer (grün) mit ei­ner gu­ten Über­ein­stim­mung im Über­lap­pungs­be­reich (Abb. 7)

Ho­ri­zon­ta­le Is­o­ba­ren SM5 mit den Wa­ve­gui­des 55°, 70°, 100° (Abb. 9–11)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren der SM5, SM10 und SM20 ( je­weils 100°-Ver­si­on, Abb. 12–14)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren von drei SM5 mit 0°, 2° und 5° zwi­schen den ein­zel­nen Mo­du­len (Abb. 15–17)

Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung mit Si­nus­burst für höchs­tens 3 % (blau) und 10 % (rot) Ver­zer­run­gen für ei­ne ein­zel­ne SM5 100° und für 3erar­ray. In grün die 3%- und 10%-Kur­ven für den Sub­woo­fer. Die 10 %Wer­te wer­den hier nicht vor dem Ein­grei­fen der Li­mi­ter er­reicht (Abb. 18)

Mul­ti­ton­mes­sung für ei­ne ein­zel­ne SM5 100° be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung im Frei­feld wird ein Mit­te­lungs­pe­gel von 120 db und ein Spit­zen­pe­gel von 132 db bei −21 db Ver­zer­rungs­an­teil er­reicht (Abb. 19)

3er-ar­ray mit Sub­woo­fer für die Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung als Gro­und­stack

Mul­ti­ton­mes­sung für ein 3er-ar­ray mit SM5 100° be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung im Frei­feld wird ein Mit­te­lungs­pe­gel von 130 db und ein Spit­zen­pe­gel von 142 db bei −20 db Ver­zer­rungs­an­teil er­reicht (Abb. 20)

Bo­se Ar­ray Tool zur schnel­len Kon­fi­gu­ra­ti­on und Be­rech­nung ei­nes Show­match Ar­rays (Abb. 21)

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