Ge­win­ner des „Opus – Deut­scher Büh­nen­preis“ste­hen fest

Chris­ti­an „Ro­cket­chris“Glatt­hor in der Ka­te­go­rie „Büh­nen- und Licht­de­sign“so­wie Ul­rich Ra­sche in der Ka­te­go­rie „Tech­ni­sche Rea­li­sa­ti­on“

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Text: Wal­ter Wehr­han / Fotos: Chris­ti­an Glatt­hor (1), Thomas Das­hu­ber (1), Jochen Gün­ther (Mes­se Frankfurt (1) Der „Opus – Deut­scher Büh­nen­preis“zeich­net in die­sem Jahr gleich zwei Pro­jek­te aus. In der Ka­te­go­rie Büh­nen- und Licht­de­sign prä­miert der Opus die „Get Loud Open Air Tour 2016“von Rea Gar­vey. Zu­sätz­lich wird der Preis in der Ka­te­go­rie Tech­ni­sche Rea­li­sa­ti­on ver­lie­hen: Er geht an Ul­rich Ra­sches Ins­ze­nie­rung von Schil­lers „Die Räu­ber“im Re­si­denz­thea­ter in München. Der Opus gilt als ei­ner der re­nom­mier­tes­ten Aus­zeich­nun­gen auf dem Ge­biet der Thea­ter- und Büh­nen­pro­duk­ti­on.

Rea Gar­vey – Get Loud Open Air Tour 2016

Licht- und Büh­nen­de­si­gner Chris­ti­an „Ro­cket­chris“Glatt­hor schuf für die „Get Loud Open Air Tour“von Rea Gar­vey ein ein­zig­ar­ti­ges Büh­nen­bild, das sich gän­gi­gen Gestal­tungs­re­geln zeit­ge­nös­si­scher Rock- und Pop-tour­ne­en ent­zieht, sich da­für viel­mehr an der Ar­beit ei­nes klas­si­schen Thea­ter­Büh­nen­bild­ners ori­en­tiert.

An­ge­lehnt an das Art­work des ak­tu­el­len Al­bums „Pris­ma“ent­wi­ckel­te Glatt­hor ei­nen dy­na­mi­schen, drei­di­men­sio­na­len Büh­nen­raum. Im Zen­trum steht ein abs­trak­ter Baum­stamm, der sich über dem Schlag­zeug­po­dest er­hebt. Durch die aus­ge­feil­te Po­si­tio­nie­rung so­wie die Aus­wahl der Leucht­mit­tel kön­nen die Äs­te so­wie der rie­si­ge Stamm aus dem Büh­nen­bild weg­ge­leuch­tet wer­den – oder we­nig spä­ter wie aus dem Nichts wie­der er­schei­nen. Der Büh­nen­raum er­hält ei­ne enor­me Dy­na­mik, kann sich so den In­hal­ten, Dra­ma­tur­gi­en und Stim­mun­gen der Lie­der stän­dig an­pas­sen.

Un­ter­stri­chen wird das Kon­zept, das auf dem ge­schick­ten Ein­satz hun­der­ter ei­gens an­ge­fer­tig­ter Gum­mi­bän­der be­ruht, von zahl­rei­chen un­kon­ven­tio­nel­len Ide­en: Die Pa­let­te reicht da­bei von ei­nem per steu­er­ba­rer LEDS il­lu­mi­nier­ten Mi­kro­fon­stän­der über ex­tra an­ge­fer­tig­te or­ga­nisch an­mu­ten­de Po­des­te für die Mu­si­ker bis hin zu ei­ner ef­fi­zi­ent re­du­zier­ten Dim­mer­ci­ty, die Truck­s­pace, Ge­wicht, Kos­ten und auch den Co2-aus­stoß ver­rin­gert.

Das au­ßer­ge­wöhn­li­che Büh­nen­bild über­zeug­te Fans und Sze­ne­ken­ner wäh­rend der ver­gan­ge­nen Fes­ti­val-sai­son an 25 Spiel­or­ten mit rund 200.000 Kon­zert­be­su­chern. Auf­grund des gro­ßen Er­folgs wird die Get Loud Open Air Tour in 2017 fort­ge­setzt.

„Die Räu­ber“im Re­si­denz­thea­ter in München

Die Ins­ze­nie­rung des Schil­ler-dra­mas von Re­gis­seur und Büh­nen­bild­ner Ul­rich Ra­sche spannt Schil­lers Fi­gu­ren in das Rä­der­werk ei­nes ge­wal­ti­gen Mensch-ma­schi­ne-mu­sik-thea­ters ein, „um die See­le bei ih­ren ge­heims­ten Ope­ra­tio­nen zu er­tap­pen“, wie Schil­ler in sei­ner Vor­re­de zu den „Räu­bern“schreibt. Mit­tel­punkt des Büh­nen­bilds bil­det ei­ne im­po­san­te För­der­band-kon­struk­ti­on, de­ren Idee durch die tech­ni­schen Ab­tei­lun­gen des Re­si­denz­thea­ters in ei­nem knapp ein­jäh­ri­gen Pro­zess rea­li­siert wur­de. Als un­ent­wegt mar­schie­ren­de Mas­se wer­den Schil­lers Fi­gu­ren Teil die­ser über­wäl­ti­gen­den Ap­pa­ra­tur. Ge­tra­gen durch die Mu­sik von Kom­po­nist Ari Ben­ja­min Mey­ers ent­wi­ckelt sich ei­ne ver­stö­rend düs­te­re Stim­mung, die Ra­sches Ins­ze­nie­rung von an­de­ren Dar­bie­tun­gen des Stücks ab­hebt.

„Die Räu­ber“fei­er­te sei­ne Pre­mie­re im Re­si­denz­thea­ter am 23. Sep­tem­ber 2016. In den Haupt­rol­len sind Va­le­ry Tsche­pla­no­wa und Franz Pät­zold als un­glei­ches Brü­der­paar Franz und Karl Moor zu se­hen. Für das Licht war Ger­rit Jur­da ver­ant­wort­lich. Re­gis­seur Ul­rich Ra­sche hat­te sich zu­vor un­ter an­de­rem durch sein Wir­ken am Staats­thea­ter Stutt­gart, der Volks­büh­ne Ber­lin, dem Thea­ter Bonn so­wie am Schau­spiel Frankfurt ei­nen Na­men in der deut­schen Thea­ter­land­schaft ge­macht.

Licht­de­si­gner Chris­ti­an „Ro­cket­chris“Glatt­hor wird mit dem Opus 2017 für die „Get Loud Open Air Tour“von Rea Gar­vey aus­ge­zeich­net

„Die Räu­ber“Ins­ze­nie­rung des Schil­ler-dra­mas von Re­gis­seur und Büh­nen­bild­ner Ul­rich Ra­sche

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