Pop-ora­to­ri­um

Mit ei­ner viel­tau­send­köp­fi­gen Chor-ku­lis­se steht 2017 Martin Lu­ther im Fo­kus ei­nes Mu­si­cals. Auch die Tech­nik ist in XXL di­men­sio­niert: Gleich vier Au­dio­pul­te tra­gen der Viel­zahl der zu ver­wal­ten­den Si­gna­le Rech­nung.

Production Partner - - Inhalt - Text und Fotos: Jörg Küs­ter

Martin Lu­ther im Fo­kus ei­nes Mu­si­cals: Gleich vier Au­dio­pul­te tra­gen der Viel­zahl der zu ver­wal­ten­den Si­gna­le Rech­nung

Martin Lu­ther Su­per­star: Der Mönch und sein Werk wur­den 2017 in vie­ler­lei Zu­sam­men­hän­gen the­ma­ti­siert. Auch die Pop­mu­sik hat Lu­ther für sich ent­deckt, und so reis­te im „Lu­ther­jahr 2017“ein mit ta­ges­ak­tu­el­len Be­zü­gen ver­se­he­nes Mu­si­cal durchs Land, bei dem ei­ne Rock­band, ein Orches­ter und di­ver­se Mu­si­cal-darstel­ler Mu­sik von Dieter Falk und Tex­te von Michael Kun­ze zu Ge­hör brin­gen. Ei­gent­li­cher Star beim „Pop-ora­to­ri­um Lu­ther – das Pro­jekt der tau­send Stim­men“ist je­doch ein Lai­en­chor, wel­cher den pro­fes­sio­nel­len Cast bei Auf­füh­run­gen mit bis zu 4.500 Stim­men un­ter­stützt.

Mi­kro­fo­nie­rung für 4.500 Vo­cals

Auf An­hieb stellt sich die Fra­ge, wie ein der­art gro­ßer Chor sinn­voll in akus­tisch be­kann­ter­ma­ßen nicht im­mer ganz op­ti­ma­len Hal­len zu mi­kro­fo­nie­ren ist. Di­plom-ton­meis­ter Cars­ten Küm­mel, der bei der Pro­duk­ti­on fe­der­füh­rend am Foh-platz tä­tig ist, be­geg­net der Her­aus­for­de­rung mit ei­ner be­son­de­ren Schall­wand­ler-an­ord­nung: Ein M/s-auf­bau wird durch ein Mi­kro­fon für den Nah­be­reich er­gänzt. Kon­kret zum Ein­satz kom­men ein Senn­hei­ser MKH 416 Richt­rohr­mi­kro­fon (Mit­ten­si­gnal), ein AKG C414 (mit Ach­ter-richt­cha­rak­te­ris­tik für das Sei­ten­si­gnal) so­wie ein Ne­u­mann KM 184 (für den Nah­be­reich).

Der Mi­kro­fonauf­bau, mit dem sich ein gro­ßes „Tor­ten­stück“des sich oft über zwei Rän­ge er­stre­cken­den Chors ein­fan­gen lässt, war bei der von uns be­such­ten Ver­an­stal­tung im Düs­sel­dor­fer ISS Do­me an acht Po­si­tio­nen zu ent­de­cken. Hin­zu ka­men neun Punk­te, an de­nen sich je­weils ein ein­zel­nes KM 184 be­fand. Über 2.800 zur Ver­an­stal­tung an­ge­mel­de­te Stim­men aus 67 Lai­en­chö­ren wur­den hier mit die­sem Mi­kro­fon-set­up ein­ge­fan­gen. Die Fra­ge, ob ein Chor die­ser Di­men­si­on in ei­ner Are­na über­haupt ab­ge­nom­men wer­den muss, be­ant­wor­tet Cars­ten Küm­mel oh­ne Zö­gern: „Ja, sehr so­gar!“Die kon­kre­te Zu­sam­men­stel­lung der Mi­kro­fo­ne ist üb­ri­gens in an­de­ren Zu­sam­men­hän­gen ge­sam­mel­ten Er­fah­run­gen zu ver­dan­ken: „Bei der Vor­gän­ger­pro­duk­ti­on ,Die zehn Ge­bo­te‛ ha­ben wir es aus­schließ­lich mit vie­len ver­teil­ten KM 184 ver­sucht, sind da­bei je­doch schnell an die Rück­kopp­lungs­gren­ze ge­langt“, be­rich­tet Küm­mel.

Das Orches­ter setzt sich beim „Pop-ora­to­ri­um Lu­ther – das Pro­jekt der tau­send Stim­men“aus 28 Mu­si­kern zu­sam­men, für de­ren In­stru­men­te ei­ne Over­head-mi­kro­fo­nie­rung (Ne­u­mann KM 184) mit Clip-mics kom­bi­niert wird – an den Vio­li­nen bei­spiels­wei­se sind DPA 4099 be­fes­tigt. „Bei leb­haf­te­ren Ti­teln be­vor­zu­ge ich ei­nen et­was kon­kre­te­ren Sound und

zie­he die Clip-mics deut­lich nach oben“, be­rich­tet Cars­ten Küm­mel. „Bei den Bal­la­den hin­ge­gen kom­men ver­stärkt die Over­heads zum Zu­ge.“Die Pop-band wird mit den „üb­li­chen Ver­däch­ti­gen“mi­kro­fo­niert; der Per­cus­sio­nist nutzt als Be­son­der­heit zwei La­va­lier­mi­kro­fo­ne, die mit Kle­be­band na­he sei­ner Hand­ge­len­ke be­fes­tigt sind. Für die Ge­s­angs­so­lis­ten kom­men als Funk­mi­kro­fo­ne Ta­schen­sen­der aus der Shu­re UHF-R-SERIE mit DPA 4066 Head­sets zum Ein­satz.

Um die Ver­sor­gung sämt­li­cher auf der Büh­ne auf­tre­ten­der Künst­ler küm­mert sich Thomas „Kel­ly“Kell­ner, der sei­nen Ar­beits­platz di­rekt ne­ben dem Po­di­um um ei­ne Di­gi­co Sd7-kon­so­le grup­piert hat und auf Mo­ni­tor­jobs spe­zia­li­siert ist. „Die Auf­ga­ben beim Pop-ora­to­ri­um Lu­ther sind zwar um­fang­reich, aber es geht hier trotz­dem nicht um Ra­ke­ten­tech­nik – letzt­lich müs­sen von mir ei­ne Rock­band, ein Orches­ter so­wie di­ver­se So­lis­ten mi­kro­fo­niert und mit Mo­ni­to­ring-si­gna­len ver­sorgt wer­den“, sagt Kell­ner. „Wenn man Be­son­der­hei­ten nen­nen möch­te, kann man sa­gen, dass bei Lu­ther deut­lich mehr Ak­teu­re als üb­lich am Start sind. Die Wahl der Draht­los­kom­po­nen­ten stand für mich nie zur Dis­kus­si­on: So­wohl die UHF-RSERIE als auch die PSM 1000-Sy­te­me von Shu­re ge­ben ge­nau das wie­der, was ich in sie hin­ein­schi­cke. Ich kann mich im­mer dar­auf ver­las­sen, dass ich mit die­sen Kom­po­nen­ten in Kom­bi­na­ti­on mit dem Misch­pult in kür­zes­ter Zeit wie­der dort lan­de, wo ich bei der letz­ten Show auf­ge­hört ha­be. Der Klang spielt bei Draht­los­tech­nik ei­ne gro­ße Rol­le, aber auch ei­ne ver­nünf­ti­ge Re­mo­te-steue­rung, die mit der Wi­re­less Work­bench 6 Soft­ware mög­lich ist, ist für mich wich­tig. Ro­bust­heit ist dar­über hin­aus im Tour­nee­be­trieb ein nicht zu un­ter­schät­zen­der Fak­tor, und auch die gu­te Funk­ab­de­ckung der Ak­ti­ons­be­rei­che muss ge­währ­leis­tet sein. Das bes­te Misch­pult der Welt nutzt mir nichts, wenn kei­ne Si­gna­le an­kom­men …“

Be­schal­lung: we­ni­ger Quel­len & Ka­bel

Als Main-ar­rays wer­den beim Pop-ora­to­ri­um 2 × 16 Mey­er Sound MICA ge­flo­gen; die Out­fills set­zen sich aus 2 × 12 Mica-ein­hei­ten zu­sam­men. Mit­tig ober­halb der Büh­ne sind acht als End-fi­red-ar­ray be­trie­be­ne Mey­er Sound 700-HP Sub­bäs­se an­ge­bracht: „Auf die­se Wei­se ha­ben wir nur ei­ne Qu­el­le für den Bass“, er­läu­tert Sys­tem­spe­zia­list Thomas Mundorf, der im Kon­text des Mu­si­cals be­wusst auf am Bo­den ste­hen­de Subs ver­zich­tet und mit der ge­nann­ten Kon­stel­la­ti­on ei­ne gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung tie­fer Fre­quen­zen in der ge­sam­ten Hal­le er­zielt – der Mehr­auf­wand beim Auf­bau kommt dem Ge­samt­klang des Pop-ora­to­ri­ums zu­gu­te. Als Sys­tem­con­trol­ler die­nen drei ana­log an­ge­steu­er­te Mey­er Sound Ga­li­leo 616 Laut­spre­cher-ma­nage­ment-sys­te­me, die per Com­pass Con­trol-soft­ware be­dient wer­den.

Die auf der Büh­ne agie­ren­den So­lis­ten, das Orches­ter und die Pop-band wer­den mit In-ear-sys­te­men ver­sorgt. Für die drei Di­ri­gen­ten (Haupt­di­ri­gent plus zwei Chor­di­ri­gen­ten) und die Band wer­den die Mo­ni­to­ring-si­gna­le über ein Avi­om-sys­tem aus­ge­spielt. Dem Orches­ter wer­den draht­ge­bun­den vier un­ter­schied­li­che Mi­schun­gen (Strei­cher, Blä­ser, Per­kus­si­on, „Blech ex­tra“) an­ge­bo­ten; So­lis­ten und Tech­ni­ker wer­den mit Shu­re PSM 1000-Draht­losstre­cken ver­sorgt.

Mit Ge­dan­ken an ei­nen zü­gi­gen Auf­bau so­wie ei­ne Mi­ni­mie­rung der läs­ti­gen Ver­ka­be­lungs­ar­bei­ten ver­zich­tet man beim Chor auf auf­ge­stän­der­te Bo­xen, wel­che in ähn­li­chen Zu­sam­men­hän­gen sonst ger­ne von vor­ne bis hin­ten zwi­schen den Stim­men auf­ge­stellt wer­den und für ein si­che­res Ti­ming sor­gen. Statt­des­sen wer­den beim Pop-ora­to­ri­um an der Back­truss 16 Mey­er Sound Upa-laut­spre­cher in zwei un­ter­ein­an­der an­ge­ord­ne­ten Rin­gen ge­flo­gen. Im Düs­sel­dor­fer ISS Do­me wa­ren die ganz hin­ten ste­hen­den Chor­mit­glie­der schät­zungs­wei­se 30 Me­ter von den Upa-bo­xen ent­fernt, was in ei­ner Zeit­ver­zö­ge­rung von ca. 90 Mil­li­se­kun­den re­sul­tier­te. Dar­auf­hin an­ge­spro­chen kom­men­tier­te Cars­ten Küm­mel: „Die Al­ter­na­ti­ve wä­re ei­ne Sound-du­sche von oben, die uns das Le­ben am Foh-platz schwer­ma­chen wür­de – so ha­ben wir im­mer­hin nur ei­nen Rück­wurf von der Hal­len­wand und kein heil­lo­ses Re­fle­xi­ons­durch­ein­an­der. Wei­ter­hin darf man die Auf­bau­zei­ten nicht au­ßer Acht las­sen: Bei uns fin­den Auf­bau, Sound­checks und Pro­ben in­ner­halb von zwölf St­un­den am Tag vor der Ver­an­stal­tung statt – auch aus die­sem Grund ist das ak­tu­ell zum Ein­satz kom­men­de Mo­ni­to­ring-kon­zept für uns die sinn­volls­te Lö­sung.“Am Ran­de: Der eng ge­steck­te Zeit­rah­men sorgt da­für, dass die Au­dio­crew beim Pop-ora­to­ri­um ver­gleichs­wei­se um­fang­reich und dar­über hin­aus mit ge­ball­ter Kom­pe­tenz be­setzt ist: „600 Jah­re Rock’n’roll für 500 Jah­re Lu­ther“könn­te als Al­ter­na­tiv-he­ad­line für die­sen Ar­ti­kel die­nen.

Misch­pult-dop­pel

Zu den Be­son­der­hei­ten der Pro­duk­ti­on ge­hört der Ein­satz von vier Misch­pul­ten, von de­nen je zwei für den Foh-sound (Ge­samt­mi­schung/so­lis­ten) und das Mo­ni­to­ring (Büh­nen­ak­teu­re/chor) zu­stän­dig sind. Die Sta­ge Tec Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft für pro­fes­sio­nel­le Au­dio­tech­nik mbh en­ga­giert sich beim „Pop-ora­to­ri­um Lu­ther – das Pro­jekt der tau­send Stim­men“als Spon­sor. Drei Pult-be­dien­ober­flä­chen so­wie die zu­ge­hö­ri­gen Netz­werk­kom­po­nen­ten stam­men aus dem Port­fo­lio der Ber­li­ner Fir­ma; über­schlä­gig be­rech­net be­läuft sich der von Sta­ge Tec zur Ver­fü­gung ge­stell­te Wa­ren­wert auf ca. 700.000 Eu­ro.

Ei­ne Au­ßen­sei­ter­rol­le nimmt das Mo­ni­tor­pult für die Büh­nen­ak­teu­re ein, wel­ches di­rekt ne­ben dem Po­di­um auf­ge­baut ist und von Thomas „Kel­ly“Kell­ner be­dient wird. Kell­ner hat sich für ei­ne Di­gi­co Sd7-kon­so­le ent­schie­den, die über drei Ma­di-streams (plus Ha­va­rie) mit Au­dio­si­gna­len ver­sorgt wird. „Ich bin an die Ar­beit mit der SD7 ge­wohnt und muss nicht über­le­gen, wo ich zu wel­chem Knopf grei­fe“, be­grün­det der Ton­tech­ni­ker sei­ne Ent­schei­dung. „Prin­zi­pi­ell muss ich als Mo­ni­tor­mann be­reits am rich­ti­gen Po­ti dre­hen, wäh­rend auf der Büh­ne gera­de erst die be­tref­fen­de Fra­ge auf­kommt. Der Wech­sel auf ei­ne mir nicht ver­trau­te Be­di­en­ober­flä­che wä­re für mich nicht wirk­lich an­ge­nehm ge­we­sen, und ich bin froh, dass die Pro­duk­ti­on mei­nem per­sön­li­chen Pult­wunsch ent­spre­chen konn­te.“Künst­ler und Tech­ni­ker ver­sorgt Kell­ner an der SD7 mit ins­ge­samt 42 Bus­sen, über wel­che wahl­wei­se auch ein Click­track aus­ge­ge­ben wird. Vor­be­rei­te­te Ef­fekt­zu­spie­lun­gen wer­den beim Pop-ora­to­ri­um über ein 16-ka­na­li­ges Pro Tools-sys­tem be­reit­ge­stellt.

Au­dio­netz­werk von Sta­ge Tec

Um den An­satz von Sta­ge Tec bei der Kon­zep­ti­on von Mi­xing-lö­sun­gen zu ver­ste­hen, soll­te man zu­nächst die be­tei­lig­ten Kom­po­nen­ten ge­nau­er an­schau­en: Was auf den ers­ten Blick wie ein schi­ckes Misch­pult aus­sieht, ist bei Sta­ge Tec de fac­to ei­ne sehr lu­xu­riö­se Fern­be­die­nung. Die ei­gent­li­che Si­gnal­be­ar­bei­tung fin­det ab­ge­setzt in ei­nem Schalt­kno­ten-co­re statt, der als Ne­xus Star Rou­ter be­zeich­net wird und mo­du­lar auf­ge­baut ist. In der Ma­xi­mal­aus­stat­tung mit sie­ben Pla­ti­num DSP kön­nen mehr als 800 Au­dio­ka­nä­le bei ei­ner Ab­tast­ra­te von 48 khz ver­ar­bei­tet wer­den (über 400 Au­dio­ka­nä­le bei 96 khz), was selbst für auf­wän­di­ge Sur­round-pro­duk­tio­nen mehr als aus­rei­chend sein soll­te. Bei bei­den Ab­tast­ra­ten ste­hen 128 Sum­men­bus­se zur Ver­fü­gung. In den Ne­xus Star las­sen sich bis zu 16 Bau­grup­pen mit je­weils 256 Ein- und 256 Aus­gän­gen in­te­grie­ren, wo­bei die Ma­trix 4.096 auf 4.096 Res­sour­cen rou­ten kann, was schwin­del­er­re­gen­den 16 Mil­lio­nen vir­tu­el­len Kop­pel­punk­ten ent­spricht. Die Ein­gän­ge las­sen sich voll­kom­men frei auf die Aus­gän­ge schal­ten; von ein­fa­chen Punkt-zu-punkt-ver­bin­dun­gen bis zu kom­ple­xen Mul­ti­punkt-ver­schal­tun­gen ist al­les mög­lich. Ne­xus Star fun­giert als Stern­ver­tei­ler: Im Un­ter­schied zur ver­teil­ten Struk­tur ei­nes her­kömm­li­chen Ne­xus-netz­werks wer­den die Ba­sis­ge­rä­te stern­för­mig an

den Rou­ter an­ge­schlos­sen – der Ne­xus Star be­fin­det sich ge­mäß sei­nes Na­mens so­mit als kon­zen­trier­ter Rou­ter im Stern­punkt der To­po­lo­gie.

Be­dient wird Ne­xus mit ei­nem gra­fi­schen Be­di­en­pro­gramm; die Steue­rung durch ex­ter­ne Sys­te­me ist dank of­fe­ner Steu­er­pro­to­kol­le eben­falls mög­lich. Über die bi­di­rek­tio­na­len Lwl­ver­bin­dun­gen las­sen sich jen­seits der Au­dio­si­gna­le auch an­de­re Da­ten von ein­fa­chen se­ri­el­len Da­ten­strö­men bis zu breit­ban­di­gen Et­her­net-streams trans­pa­rent trans­por­tie­ren. Ne­xus kann pro­blem­los an ex­ter­ne Steu­er­sys­te­me an­ge­bun­den wer­den, wo­bei leis­tungs­fä­hi­ge Pro­to­kol­le wie EMBER+ und SNMP ver­wen­det wer­den kön­nen. Eben­so ist die An­bin­dung über MI­DI und GPIO mög­lich. Glas­fa­ser­ver­bin­dun­gen, zen­tra­le Steu­er­bau­grup­pen, die Strom­ver­sor­gung so­wie be­stimm­te di­gi­ta­le Au­dio­for­ma­te kön­nen red­un­dant aus­ge­legt wer­den. Das Kon­zept der ver­teil­ten In­tel­li­genz ge­währ­leis­tet ei­nen un­ab­hän­gi­gen Be­trieb von Teil­sys­te­men.

Die I/OS wer­den beim Sta­ge Tec Sys­tem über die Ba­sis­ein­hei­ten (19"-Ein­schub­trä­ger mit 3-He-steck­kar­ten) rea­li­siert, die ein Tdm-bus­sys­tem (Back­pla­ne mit 24 Bit Au­dio­for­mat), ei­ne Xc­pu-steu­er­kar­te so­wie (ein) Netz­teil(e) be­her­ber­gen und be­lie­big mit Kar­ten be­stückt wer­den kön­nen, wel­che ver­schie­de­ne ana­lo­ge und di­gi­ta­le Ein- und Aus­gän­ge be­reit­stel­len. Die In­ter­face-bau­grup­pen kön­nen im ein­ge­schal­te­ten Zu­stand knack- und stö­rungs­frei aus­ge­tauscht wer­den (Hots­wap­ping); je­de neu ein­ge­steck­te Kar­te ist in­ner­halb we­ni­ger Se­kun­den im Sys­tem ver­füg­bar. Die de­zen­tral ver­netz­ten Ba­sis­ge­rä­te kön­nen ge­mäß Kun­den­wunsch mit un­ter­schied­li­chen I/o-bau­grup­pen be­stückt wer­den. Ne­xus kann di­ver­se For­ma­te wan­deln und über­tra­gen. Vie­le am Markt eta­blier­te Au­dio­for­ma­te sind in­te­griert, dar­un­ter Dan­te und MA­DI. Ins­be­son­de­re die A/dwand­lung per True­match-ver­fah­ren lässt au­dio­phi­le Oh­ren auf­hor­chen, zu­mal die Ba­se De­vices oh­ne stö­ren­de Lüf­ter aus­kom­men. In­tern wird mit 40 Bit Fließ­kom­ma ge­rech­net. Glas­fa­ser­stre­cken sor­gen zwi­schen den Ba­sis­ein­hei­ten für ei­ne ver­lust­freie Da­ten­über­tra­gung; die Netz­to­po­lo­gie kann stern­för­mig oder als Li­nie (Dai­sy-chain) an­ge­legt wer­den. Die Ver­net­zung er­folgt phy­sisch via Du­plex-glas­fa­ser mit auf SFP+ („en­han­ced small form-fac­tor plug­gab­le“) ba­sie­ren­den Tr­ans­cei­vern.

Sta­ge Tec Groß­ein­satz bei Lu­ther

Im Be­schal­lungs­markt sind Pro­duk­te von Sta­ge Tec bis­lang noch nicht auf brei­ter Ba­sis ver­tre­ten, was u. a. da­mit zu tun ha­ben dürf­te, dass sie für ty­pi­sche Ren­tal-com­pa­nies ei­ne be­acht­li­che In­ves­ti­ti­on dar­stel­len und zu­dem auf Ri­dern nicht an­ge­fragt wer­den. Um die Sys­te­me wirk­lich flüs­sig be­die­nen zu kön­nen, sind dar­über hin­aus in­ten­si­ve Schu­lun­gen der An­wen­der er­for­der­lich, für wel­che im Ta­ges­ge­schäft meist we­der Zeit noch Geld vor­han­den sind. Die Gestal­tung der Hard­ware-ober­flä­chen ori­en­tiert sich da­bei prin­zi­pi­ell an „klas­si­schen“Kon­zep­ten: auf die wich­tigs­ten Pa­ra­me­ter ist ein di­rek­ter Zu­griff mög­lich.

Beim Pop-ora­to­ri­um Lu­ther wird mit elf Ba­sis­ge­rä­ten ge­ar­bei­tet, wes­halb mit Di­plom-ton­meis­ter Alexander Ne­mes (He­ad of Sa­les bei Sta­ge Tec) ein aus­ge­wie­se­ner Spe­zia­list die Kon­fi­gu­ra­ti­on des de­zen­tral auf­ge­bau­ten über­nimmt. Ist al­les „up and run­nig“, kom­men die Vor­zü­ge des Sta­ge Tec Prin­zips zum Tra­gen, denn durch ei­ne ge­schick­te Ver­tei­lung der Ein­hei­ten in der Hal­le wird die ana­lo­ge Nf-ver­ka­be­lung auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert. Sind al­le Ver­bin­dun­gen ge­steckt und die De­vices mit Strom ver­sorgt, „er­ken­nen“sich die am Netz­werk be­tei­lig­ten Ge­rä­te und er­schei­nen in der Sta­ge Tec

Steu­er­soft­ware. Ein mit der Soft­ware ver­se­he­ner Rech­ner lässt sich an je­des Ba­sis­ge­rät über ei­ne se­ri­el­le Schnitt­stel­le, via USB oder ei­nen Et­her­net-port an­schlie­ßen. Au­dio­si­gna­le kön­nen bei Be­darf in­ner­halb der Ma­trix in­di­vi­du­ell ver­stärkt oder ab­ge­schwächt wer­den – ein Pop-up-fens­ter vi­sua­li­siert in die­sem Zu­sam­men­hang ei­nen Pe­gel­stel­ler und wei­te­re Pa­ra­me­ter. Sämt­li­che beim Pop-ora­to­ri­um zum Ein­satz kom­men­den Sta­ge Tec Pul­te be­fin­den sich be­züg­lich der Soft­ware auf dem glei­chen Stand. Up­dates las­sen sich bei dem Sys­tem von An­wen­dern prin­zi­pi­ell ei­gen­stän­dig ein­spie­len; es muss nicht zwangs­läu­fig ein Tech­ni­ker von Sta­ge Tec an­we­send sein.

Seit Mit­te 2015 ver­treibt die Sta­ge Tec Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft für pro­fes­sio­nel­le Au­dio­tech­nik mbh (www.sta­ge­tec.com) ih­re Pro­duk­te in ei­ge­ner Re­gie. Die Um­struk­tu­rie­rung stellt die Mar­ke Sta­ge Tec nach au­ßen hin gut sicht­bar in den Mit­tel­punkt und grenzt den Her­stel­ler vom frü­he­ren Al­lein­ver­trieb ab.

Mi­schung in Stern­to­po­lo­gie

Di­plom-ton­meis­ter Cars­ten Küm­mel, der „ne­ben­bei“auch Pro­fes­sor für Be­schal­lung an der Hoch­schu­le Darm­stadt im Ba­che­lor-stu­di­en­gang „Sound and Mu­sic Production“ist, mischt das Pop-ora­to­ri­um über ein mit 32 Fa­dern aus­ge­stat­te­tes Sta­ge Tec Au­rus Pla­ti­num. Di­rekt ne­ben ihm küm­mert sich Büh­nen- und Stu­dio­meis­ter Thomas Mundorf am Foh­platz um die So­lis­ten und ver­wen­det in die­sem Zu­sam­men­hang ein Au­rus Pla­ti­num mit 16 Fa­dern. Bei­de Kon­so­len las­sen sich prin­zi­pi­ell als sehr kom­for­ta­bel aus­ge­stat­te­te Hard­ware-re­mo­tes oh­ne I/OS ver­ste­hen und wer­den an ei­nem Co­re („Ne­xus Star Rou­ter“) be­trie­ben, der beim Pop-ora­to­ri­um als Ma­xi­mal­kon­fi­gu­ra­ti­on mit sie­ben Pla­ti­num Dsp-kar­ten be­stückt ist. Dem Chor ist als Mo­ni­tor­pult ein Sta­ge Tec Au­ra­tus mit 16 Fa­dern zu­ge­wie­sen, an dem Chris­ti­an „Kr­ei­ni“Kr­ein­berg die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger di­rekt im Blick hat. Ein zwei­ter Ne­xus Star Rou­ter ist in ei­nem Rack na­he der Di­gi­co Sd7-mo­ni­tor­kon­so­le un­ter­ge­bracht.

Die Pul­te sind in ein Au­dio­netz­werk mit elf Ne­xus-ba­sis­ge­rä­ten ein­ge­bun­den, wel­che 1.500 auf 1.500 Au­dio-i/os be­reit­hal­ten. Fünf Ne­xus-ba­sis­ge­rä­te stel­len im Chor ver­teilt True­match-mi­kro­fon­ein­gän­ge zur Ver­fü­gung: Die Mic-preamps zeich­nen sich durch den Ver­zicht auf ei­ne kon­ven­tio­nel­le Vor­ver­stär­kung aus und brin­gen ana­lo­ge Ein­gangs­si­gna­le über ge­stack­te Wand­ler mit ei­ner au­ßer­or­dent­lich ho­hen Dy­na­mik von mehr als 158 DB(A) bei ei­ner in­ter­nen Auf­lö­sung von 32 Bit auf die di­gi­ta­le Ebe­ne. Teil der Aus­stat­tung ist ei­ne Vier­fach-split­funk­ti­on, dank wel­cher je­des an­ge­schlos­se­ne Misch­pult ei­ge­ne Gain-ein­stel­lun­gen tä­ti­gen kann, oh­ne die Vor­ver­stär­kung der Kol­le­gen zu be­ein­flus­sen – le­dig­lich bei der Ak­ti­vie­rung der Phan­tom­spei­sung trägt aus na­he­lie­gen­den Grün­den nur ei­ner der Be­tei­lig­ten Ver­ant­wor­tung.

Ein ent­schei­den­der Vor­teil der Ver­net­zung über die Ne­xus Star Rou­ter ist die Mög­lich­keit, Si­gna­le von und zu je­dem Punkt im Netz­werk zu ver­tei­len. Die Ver­bin­dung er­folgt über Glas­fa­ser­lei­tun­gen, was all­seits be­kann­te Vor­tei­le ins­be­son­de­re bei lan­gen zu über­brü­cken­den Dis­tan­zen mit sich bringt: Ein­streu­un­gen sind kein The­ma, und auch sehr wei­te We­ge las­sen sich ver­lust­frei über­brü­cken. Die Ver­ka­be­lung kann stern­för­mig oder als Dai­sy-chain er­fol­gen. Beim „Pop-ora­to­ri­um Lu­ther – das Pro­jekt der tau­send Stim­men“freut man sich über der­lei Fle­xi­bi­li­tät, da sich der Chor je nach Ve­nue ganz un­ter­schied­lich über die Rän­ge ver­teilt – bei der Show in München et­wa stan­den die Sän­ger ge­mein­sam auf ei­nem Rang, wäh­rend sie sich in Düs­sel­dorf auf zwei weit nach oben und zu den Sei­ten hin aus­lau­fen­de Rän­ge ver­teil­ten.

Die Mög­lich­kei­ten, wel­che das Sta­ge Tec Sys­tem zur Ver­fü­gung stellt, sind äu­ßerst um­fang­reich. Cars­ten Küm­mel: „An mei­nem Au­rus Pla­ti­num nut­ze ich bei Lu­ther zehn MA­DI- Ab­grif­fe, von de­nen ich drei für den vir­tu­el­len Sound­check ver­wen­de. Über ei­ne wei­te­re Ma­di-schnitt­stel­le steue­re ich mei­ne vir­tu­el­len Ef­fek­te an. Hin­zu kom­men drei MADIAb­grif­fe plus die Ha­va­rie, mit de­nen die Di­gi­co-kon­so­le von Kel­ly am Mo­ni­tor­platz ver­sorgt wird. Wenn ein Ü-wa­gen am Start ist, stel­le ich für die Kol­le­gen dort drei zu­sätz­li­che Madiab­grif­fe be­reit. Um so et­was über­haupt ver­nünf­tig rea­li­sie­ren zu kön­nen, be­nö­tigt man ein­fach ein Pult, das in der Kampf­klas­se von Sta­ge Tec Au­rus Pla­ti­num an­tritt.“Das The­ma Lauf­zei­ten bringt Thomas Mundorf mit dem Ad­jek­tiv „schnell“auf den Punkt – auch in ei­nem gro­ßen Auf­bau wie beim Pop-ora­to­ri­um Lu­ther sind La­tenz­zei­ten kein The­ma. Die Vor­ver­stär­kung be­zeich­net der lang­jäh­rig er­fah­re­ne Au­dio­spe­zia­list als „sehr gut“und be­schei­nigt ihr „ei­nen clea­nen Cha­rak­ter und viel He­adroom“, was so auch von den Ton­kol­le­gen be­stä­tigt wird.

Sta­ge Tec Be­di­en­phi­lo­so­phie

Am Foh-platz sind beim Pop-ora­to­ri­um zwei Sta­ge Tec Au­rus Pla­ti­num mit un­ter­schied­li­chen Di­men­sio­nen Ein­satz. Thomas Mundorf ar­bei­tet an ei­ner Kon­so­le mit 16 Fa­dern, was ihn nach ei­ge­nem Be­kun­den je­doch kei­nes­wegs ein­schränkt: „Ich mi­sche die So­lis­ten, wo­bei ich mit 16 Fa­dern gut zu­recht­kom­me; die Zahl der Ka­nä­le, auf die ich zu­grei­fen kann, ist bei dem Pult ja un­ab­hän­gig von der Be­di­en­ober­flä­che.“Eben­falls mit 16 „Flach­bahn­pe­gel­stel­lern“ist das Sta­ge Tec Au­ra­tus aus­ge­stat­tet, mit dem Chris­ti­an Kr­ein­berg den Chor ver­sorgt. Für sei­ne Ar­beit greift Kr­ein­berg auf vor­ge­misch­te Grup­pen (Orches­ter, Band, Pro Tools) zu­rück, kann über ein­zel­ne Ka­nä­le je­doch auch aus­ge­wähl­ten Si­gna­len mehr Auf­merk­sam­keit ver­lei­hen, als ih­nen in­ner­halb ei­ner Grup­pe sonst zu­teil wird.

Wie be­reits er­wähnt, ist beim Ein­satz der mit True­matchMi­kro­fon­ein­gän­gen aus­ge­stat­te­ten Ba­sis­ge­rä­te kein Gains­ha­ring er­for­der­lich, was bei der Lu­ther-pro­duk­ti­on von al­len Ton-be­tei­lig­ten po­si­tiv be­wer­tet wird. Ähn­lich wie bei an­de­ren offenen Sys­te­men ist auch bei der Ne­xus-ver­net­zung ein ge­wis­ses Maß an Kom­ple­xi­tät un­um­gäng­lich – vie­le Ein- und Aus­gän­ge an un­ter­schied­li­chen Po­si­tio­nen müs­sen si­cher ver­wal­tet und ge­hand­habt wer­den. Beim Pop-ora­to­ri­um er­hält die Au­dio­crew kom­pe­ten­ten Sup­port durch Ton­meis­ter Alexander Ne­mes, der sich bei den Shows un­ter­stützt von ei­nem As­sis­ten­ten um das Rou­ting küm­mert so­wie ers­ter An­sprech­part­ner bei al­len Fra­gen rund um das Sys­tem ist. Die Ne­xus- und Au­rus-pro­gram­mie­rung kann über ei­ne Soft­ware auch off­line be­werk­stel­ligt wer­den, und so wur­de im Vor­feld der Tour­nee ein ad­äqua­tes Set­up und Rou­ting vor­be­rei­tet, das vor Ort in den Hal­len noch ge­ring­fü­gig an die lo­ka­len Um­stän­de an­zu­pas­sen ist.

Über die um­fang­reichs­ten Er­fah­run­gen im Um­gang mit Sta­ge Tec Pro­duk­ten ver­fügt in­ner­halb der Au­dio­crew Ton­meis­ter Cars­ten Küm­mel, da er sich wäh­rend sei­ner Stu­di­en­zeit in Det­mold in­ten­siv mit ei­nem Sta­ge Tec Can­tus aus­ein­an­der­set­zen konn­te. „Die Sta­ge Tec Phi­lo­so­phie ist mir ver­traut, und bei neu­en Pro­duk­tio­nen muss ich mich le­dig­lich kurz wie­der ein­ar­bei­ten“, so Küm­mel. Die üb­ri­gen mit der Mi­schung be­fass­ten Kol­le­gen muss­ten dem Ver­neh­men nach zu­nächst die Be­dien­struk­tur ver­in­ner­li­chen, was im Rah­men von Vor­be­rei­tungs­ta­gen bei PRG mög­lich war. Aus den Be­stän­den von PRG stammt mit Aus­nah­me der Sta­ge Tec Pro­duk­te die ge­sam­te beim Pop-ora­to­ri­um zum Ein­satz kom­men­de Ver­an­stal­tungs­tech­nik. „Die Vor­be­rei­tungs­zeit braucht man ein­fach“, kom­men­tiert Chris­ti­an Kr­ein­berg. „Ein­fach zum Job ge­hen und so­fort los­le­gen funk­tio­niert bei die­sem Sys­tem nicht – was in ge­wis­ser Wei­se na­tür­lich für je­des mo­der­ne Di­gi­tal­pult gilt. Den­noch ha­be ich den Ein­druck, dass die Phi­lo­so­phie bei Sta­ge Tec ein­fach ein we­nig an­ders als bei den sonst im Tour-kon­text an­zu­tref­fen­den Pul­ten ist. Ins­be­son­de­re das Rou­ting ge­stal­tet sich kom­plex – wenn es aber erst ein­mal ein­ge­rich­tet ist, fin­det man sich gut zu­recht. Ge­wöh­nen muss­te ich mich bei Sta­ge Tec an die ein­zel­nen Funk­ti­ons­be­zeich­nun­gen.“

Un­ter­hält man sich los­ge­löst vom Pop-ora­to­ri­um mit Ton­tech­ni­kern, hört man oft die Mei­nung, dass die Hand­ha­bung der Sta­ge Tec Pro­duk­te eher in Rich­tung Thea­ter oder Broad­cast ge­münzt sei – Be­schal­ler sind in der Re­gel schlicht­weg an­de­re Ober­flä­chen­struk­tu­ren ge­wohnt. Die phy­si­sche Tie­fe der Pul­te ist nicht je­dem Be­schal­lungs­pro­fi ge­nehm, denn je nach kör­per­li­cher Sta­tur muss man sich (ge­mäß ge­wähl­ter Nei­gung der Kon­so­le …) merk­lich re­cken, um die weit oben ge­le­ge­nen Be­dien­ele­men­te zu er­rei­chen – aber mit­un­ter steht der Be­die­ner ja auch am FOH oder sitzt er­höht auf ei­nem Bar­ho­cker. Wie im­mer gilt: Ge­schmä­cke sind ver­schie­den, und der fest­an­ge­stell­te Broad­cas­ter mit ten­den­zi­ell eher be­däch­ti­ger Ar­beits­wei­se hat in die­sem Punkt si­cher ei­ne an­de­re Mei­nung als der tou­ren­de Fre­e­lan­ce-rock’n’rol­ler. Ei­nig­keit be­steht ver­mut­lich dar­in, dass die mit kon­trast­star­ken Bild­schir­men be­stück­te Me­ter­bridge der Kon­so­len ei­ne ex­zel­len­te Les­bar­keit aus al­len Blick­win­keln ga­ran­tiert. Elf Dop­pel­dreh­ge­ber, 32 Tas­ter und meh­re­re Oled-an­zei­gen sind bei Au­rus Pla­ti­num je Be­dien­strei­fen vor­han­den. An­mer­kung: Da die „In­tel­li­genz“des Sys­tems oh­ne­hin in den Co­re aus­ge­la­gert ist, wä­re es theo­re­tisch mög­lich, den Rou­tern und Ba­sis­ein­hei­ten ei­ne neue Be­di­en­ober­flä­che zur Sei­te zu stel­len, wel­che den An­for­de­run­gen von Be­schal­lern bes­ser als die be­ste­hen­den Lö­sun­gen ge­recht wird – mög­li­cher­wei­se denkt man bei Sta­ge Tec nach der in­zwi­schen ab­ge­schlos­se­nen Um­struk­tu­rie­rung ja be­reits über sol­che Kon­zep­te nach?

Ein Sta­ge Tec Au­ra­tus mit 16 Fa­dern ist dem Chor als Mo­ni­tor­pult zu­ge­wie­sen

Ne­xus-ba­sis­ge­rät stellt True­match-mi­kro­fon­ein­gän­ge zur Ver­fü­gung

Vier Män­ner für die Mi­schung Cars­ten Küm­mel, Thomas Kell­ner, Chris­ti­an Kr­ein­berg und Thomas Mundorf

Den Chor stets im Blick: Chris­ti­an Kr­ein­berg (Mo­ni­tor Chor)

Mi­kro­fona­n­ord­nung für den Chor ein M/s-auf­bau wird durch ein Mi­kro­fon für den Nah­be­reich er­gänzt: ein Senn­hei­ser MKH 416 Richt­rohr­mi­kro­fon (Mit­ten­si­gnal), ein AKG C414 (mit 8-Richt­cha­rak­te­ris­tik für das Sei­ten­si­gnal) so­wie ein Ne­u­mann KM 184 (Nah­be­reich)

Kon­zen­trier­te Dsp-po­wer im 19"Rack, un­ten ein Ne­xus Star Rou­ter

Am Foh-platz: Kom­po­nist/mu­sik­pro­du­zent Dieter Falk (links) und Di­plom-ton­meis­ter Cars­ten Küm­mel

Klei­ner Aus­schnitt der Rou­ting-ma­trix für das Sta­ge Tec Sys­tem

Sta­ge Tec Au­rus Pla­ti­num mit 32 Fa­dern für den FOH-MIX, da­bei LARC2 Hard­ware-re­mo­te und Macbook mit der Be­di­en­ober­flä­che der vir­tu­el­len Ge­rä­te­e­mu­la­tio­nen

Sta­ge Tec Au­rus Pla­ti­num mit 16 Fa­dern für die Foh-mi­schung der So­lis­ten

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