Bo­se Show­match

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Goertz | Fotos: Dieter Stork (2), An­selm Goertz, Det­lef Ho­e­pfner (4)

Auf Room­match folgt Show­match: Das Show­match bie­tet ei­ne Viel­zahl von Kom­po­nen­ten mit un­ter­schied­li­chen Wa­ve­gui­des

Tour-sound Ar­ray von Bo­se mit Del­taq-tech­no­lo­gie: Auf Room­match folgt Show­match: Fünf Jah­re sind ver­gan­gen seit der Vor­stel­lung des Bo­se Room­match Li­ne-ar­rays. Im Ver­gleich zu den vie­len an­de­ren Li­ne-ar­rays am Markt un­ter­schei­det sich das Room­match pri­mär durch die Viel­zahl von Kom­po­nen­ten mit un­ter­schied­li­chen Wa­ve­gui­des. Ins­ge­samt gibt es 42 Va­ri­an­ten mit ver­ti­ka­len Öff­nungs­win­keln von 5° bis 60° und ho­ri­zon­ta­len Win­keln von 55° bis 120°. Das ho­ri­zon­ta­le Ab­strahl­ver­hal­ten kann zu­dem auch noch sym­me­trisch oder asym­me­trisch ge­stal­tet wer­den. Wie es der Na­me Del­taq schon an­deu­tet, kann mit den vie­len ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten na­he­zu je­des ge­wünsch­te Ab­strahl­ver­hal­ten für ein Li­ne-ar­ray kon­fi­gu­riert wer­den.

Im Un­ter­schied zu her­kömm­li­chen Li­ne-ar­rays, de­ren Cur­ving über die Win­ke­lung an­sons­ten iden­ti­scher Toptei­le er­folgt, hat Bo­se bei dem für das Show­match als Vor­bild die­nen­de Room­match je­des der 42 Mo­del­le auf sei­nen spe­zi­el­len Öff­nungs­win­kel hin op­ti­miert. Die sonst un­ver­meid­li­chen Kom­pro­mis­se bei der Kon­struk­ti­on der Wa­ve­gui­des konn­ten so um­gan­gen wer­den. In der Pra­xis ist ein auf die­se Art op­ti­mier­tes Sys­tem je­doch nur für Fes­t­in­stal­la­ti­on nutz­bar, bei der nach der Pla­nung ein­ma­lig die In­stal­la­ti­on er­folgt und dann kei­ne Än­de­run­gen mehr vor­ge­nom­men wer­den. Für den Live-be­trieb im Ver­an­stal­tungs-, Mes­se und Tou­ring-ge­schäft sind je­doch 42 ver­schie­de­ne Kom­po­nen­ten schlicht­weg nicht zu hand­ha­ben. Ent­spre­chend wur­de Bo­ses Room­match da­her bis­lang fast aus­schließ­lich in Fes­t­in­stal­la­tio­nen oder bei mo­bi­len Ein­sät­zen in ei­ner im­mer wie­der­keh­ren­den glei­chen Kon­stel­la­ti­on ein­ge­setzt. So ar­bei­tet z. B. der Cir­cus Flic Flac mit ei­nem Room­match-sys­tem in ei­ner für das Zelt op­ti­mier­ten Kon­stel­la­ti­on.

En­de 2016 führ­te Bo­se dann als wei­te­re Pro­dukt­li­nie das Show­match ein. Auch hier ist der Na­me wie­der Pro­gramm: Show­match ar­bei­tet eben­falls mit meh­re­ren Mo­du­len, die für ei­nen Ab­strahl­win­kel op­ti­miert sind. Mit nur noch drei Ba­sis­ein­hei­ten und ei­nem Sub­woo­fer ist die An­zahl der Mo­du­le je­doch deut­lich über­schau­ba­rer ge­wor­den und da­mit auch im all­täg­li­chen Ver­leih­be­trieb noch gut zu hand­ha­ben. Kon­kret: Es gibt Show­match-mo­du­le für ver­ti­ka­le Öff­nungs­win­kel von 5°, 10° und 20°. Der ho­ri­zon­ta­le Öff­nungs­win­kel kann au­ßer­dem über wech­sel­ba­re Sei­ten­ele­men­te des Hoch­ton-wa­ve­gui­des auf 70° oder 100° ein­ge­stellt wer­den. Den Mo­du­len lie­gen in der Stan­dard­aus­stat­tung so­wohl 100°- wie auch 70°-Wa­ve­gui­des bei. Für be­son­de­re An­wen­dun­gen sind op­tio­na­le 55°- und 120°-Ein­sät­ze er­hält­lich. Asym­me­tri­sche Kon­fi­gu­ra­tio­nen sind eben­falls mög­lich. Zur Er­gän­zung im Bass gibt es den flug­fä­hi­gen Sub­woo­fer SMS118. Auf der Ver­stär­ker­sei­te bie­tet man bei Bo­se aus dem ei­ge­nen Port­fo­lio die Po­wer­match PM8500 mit in­te­grier­tem Pro­ces­sing an.

Del­taq

Show­match und Room­match ar­bei­ten mit der bei Bo­se als Del­taq be­zeich­ne­ten Tech­no­lo­gie. Das Q steht für den Bün­de­lungs­grad, al­so den di­men­si­ons­lo­sen Wert des Di­rec­tivi­ty Fac­tors; Del­ta be­deu­tet die Ve­rän­de­rung. Bei­des zu­sam­men be­schreibt, dass sich die Di­rec­tivi­ty der Mo­du­le in­ner­halb des Ar­rays ent­spre­chend der ge­wünsch­ten Ei­gen­schaf­ten un­ter­schei­det.

Die Hoch­ton­ein­heit be­steht im Show­match aus vier Trei­bern (im Room­match wa­ren es sechs) mit se­pa­ra­ten klei­nen Wa­ve­gui­des. Der Trei­ber mit Tit­an­mem­bran ist ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung des Trei­bers aus dem Room­match und trägt die Be­zeich­nung EMB2S. Trotz der schon kom­pak­ten Bau­form war es aber nicht mög­lich, die Trei­ber selbst di­rekt über­ein­an­der an­zu­ord­nen. Die Wa­ve­gui­des wur­den da­her wech­sel­sei­tig nach links und rechts ge­krümmt, wo­durch das be­kann­te Bild (ähn­lich dem von Mo­tor­krüm­mern) ent­steht. Die klei­nen Wa­ve­gui­des ar­bei­ten nach dem ein­fa­chen Prin­zip des lang ge­streck­ten Ka­nals, um

ei­ne hin­rei­chend ebe­ne Wel­len­front am Aus­gang zu er­zeu­gen. Die Aus­tritts­flä­che für ein ein­zel­nes Wa­ve­gui­de be­trägt ca. 6 cm in der Hö­he und 1,5 cm in der Brei­te. Vier Stück da­von über­ein­an­der an­ge­ord­net kön­nen da­her oh­ne Pro­ble­me so ge­curvt wer­den, dass die ge­wünsch­te Krüm­mung von 5°, 10° oder 20°ent­steht. Die so er­zeug­te Hoch­ton­linie strahlt dann in ein gro­ßes ge­mein­sa­mes Wa­ve­gui­de, das zum ei­nen den ver­ti­ka­len Ver­lauf wei­ter vor­gibt, aber auch den ho­ri­zon­ta­len Öff­nungs­win­kel ein­stellt. Die Tief­ton­ein­heit im Show­match ist in al­len Va­ri­an­ten iden­tisch und mit zwei haus­ei­ge­nen 8"-Neo­dym-trei­bern als Di­rekt­strah­ler mit Bass­re­flex­ge­häu­se be­stückt.

Show­match-ge­häu­se und Rig­ging

Wie gut ist ein Laut­spre­cher für sei­ne Auf­ga­be ge­eig­net? Die­se Fra­ge zielt spe­zi­ell bei Pa-laut­spre­chern nicht nur auf die Au­di­o­qua­li­tät ab, son­dern auch auf die pe­ri­phe­ren Ei­gen­schaf­ten der Halt­bar­keit, der Hand­ha­bung und des Preis­leis­tungs-ver­hält­nis­ses. Geht es um Li­ne-ar­rays, dann kom­men der Hand­ha­bung und dem Rig­ging ei­ne ganz be­son­de­re Be­deu­tung zu: Sie ent­schei­den, ob ein Sys­tem schnell kon­fi­gu­riert und in­stal­liert wer­den kann und wie vie­le Per­so­nen für die­se Ar­bei­ten er­for­der­lich sind.

Die Show­match-mo­du­le ha­ben je nach Mo­dell ein Ge­wicht von ca. 30 kg und sind dank seit­li­cher Griff­scha­len und je zwei Grif­fen auf der Rück­sei­te gut zu hand­ha­ben. Ins­be­son­de­re die hin­te­ren Grif­fe er­wei­sen sich bei der Zu­sam­men­stel­lung ei­nes Ar­ray als prak­tisch, wenn man die Box leicht fas­sen und et­was an­he­ben kann. Die Flug­me­cha­nik ist ein Drei­punkt-sys­tem für die Li­ne-ar­ray-mo­du­le und ar­bei­tet mit vier Punk­ten für die Sub­woo­fer. Ei­ne va­ria­ble Win­kel­ein­stel­lung gibt es nur für das 5°-Mo­dul, hier kann der Box-zu-box-win­kel von 0° bis 5° in 1°-Stu­fen ein­ge­stellt wer­den kön­nen. Für das 10°- und das 20°-Mo­dul ist der Win­kel fest, ent­spre­chend dem Mo­dul­ab­strahl­win­kel. Mit dem 5°-Mo­dul gibt es auch die Mög­lich­keit, mehr Mo­du­le auf ei­nen klei­nen Raum­win­kel zu kon­zen­trie­ren, um grö­ße­re Reich­wei­ten zu er­zie­len.

Zu­ge­las­sen ist die Flug­me­cha­nik für bis zu 24 Mo­du­le. Der zu­ge­hö­ri­ge Sub­woo­fer SMS118 passt in der Brei­te zu den Toptei­len und ist zum Flug­rah­men kom­pa­ti­bel. Die Bil­dung von ge­flo­ge­nen Car­dioid-ar­rays ist eben­falls mög­lich, da die Subs auch im ge­dreh­ten Zu­stand un­ter­ein­an­der ge­hängt wer­den kön­nen. Die ob­li­ga­to­ri­sche Spea­kon-buch­se auf der Front­sei­te gibt es selbst­ver­ständ­lich auch da­zu. Flug­rah­men zum Show­match gibt es in zwei Va­ri­an­ten: Ei­nen T-bar-rah­men für Ar­rays, die nur aus Toptei­len be­ste­hen und ei­nen

gro­ßen Recht­eck­rah­men für Sub­woo­fer als Top- oder Zwi­schen­rah­men oder auch für den Auf­bau von Gro­und­stacks. Für klei­ne Ar­rays mit nur drei Toptei­len un­ter ei­nem Sub­woo­fer kann auf den Zwi­schen­rah­men ver­zich­tet wer­den und al­ter­na­tiv ein Pull­back Bra­cket mit ei­nem Tran­si­ti­on Kit ein­ge­setzt wer­den. De­tails und Fotos da­zu fin­den sich auf der Bo­se Home­page www.pro.bo­se.com.

Die Ge­häu­se der Show­match-mo­du­le sind wie üb­lich aus Mul­ti­plex so­li­de ge­fer­tigt und mit ei­nem Zwei­kom­po­nen­ten­po­ly­ure­than­lack über­zo­gen. Möch­te man die Wa­ve­gui­des für den ho­ri­zon­ta­len Ab­strahl­win­kel wech­seln, dann ist zu­nächst das Git­ter mit sechs Schrau­ben zu lö­sen. Die Sei­ten­flä­chen der Wa­ve­gui­des sind mit je vier wei­te­ren Schrau­ben be­fes­tigt. Al­le Schrau­ben be­fin­den sich auf der Ober- bzw. Un­ter­sei­te des Ge­häu­ses. Ein Wech­sel der Wa­ve­gui­des im Ar­ray ist da­her nicht mög­lich. Die Sei­ten­ver­klei­dun­gen der Ge­häu­se in­klu­si­ve der Grif­fe be­ste­hen aus auf­ge­setz­ten Kunst­stoff­scha­len. Wer­den die Show­match in Fes­t­in­stal­la­tio­nen ein­ge­setzt, dann kön­nen die Sei­ten­tei­le ab­ge­nom­men und zu­sätz­lich auch noch die Pins der Flug­me­cha­nik durch spe­zi­ell „Short Quick Pins“er­setzt wer­den, wo­mit das Ar­ray ins­ge­samt ca. 7 cm schma­ler und in der seit­li­chen An­sicht noch ho­mo­ge­ner wird.

Hin­te­re Flug­me­cha­nik an der Bo­se SM5 für Win­kel von 0° bis 5° in 1°-Schrit­ten

Hf-ein­heit der SM10 mit vier Trei­bern

Vor­de­re Flug­me­cha­nik an der SM5. Die seit­li­chen Kunst­stoff­scha­len sind für fest in­stal­lier­te Sys­te­me ab­nehm­bar, die Pins kön­nen dann durch kür­ze­re, op­tisch noch de­zen­te­re Ver­sio­nen er­setzt wer­den

SM5 100° im Mess­raum oh­ne Front­git­ter, auf den Sei­ten­flä­chen des Wa­ve­gui­des ist der Öff­nungs­win­kel ab­zu­le­sen – ge­misch­te Be­stü­ckun­gen bei­der Sei­ten sind auch mög­lich

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