Viel Platz im Pott: Neue Pro­ben­hal­le im Ruhr­ge­biet

Production Partner - - Inhalt - Text: Richard Meu­sers | Fo­tos: C.co­nin/mül­ler­mu­sic

Mit­ten im Ruhr­ge­biet hat Pie­ter Smit ei­ne neue Pro­ben­hal­le er­öff­net, sie er­gänzt die An­ge­bots­pa­let­te des Ver­an­stal­tungs­lo­gis­ti­kers um ein wei­te­res Ser­vice­an­ge­bot. Auch sonst setzt das Un­ter­neh­men auf tech­ni­sche In­no­va­ti­on und Kun­den­freund­lich­keit.

Der nie­der­län­di­sche Spe­zi­al­lo­gis­ti­ker für Büh­nen­bau und Ver­an­stal­tungs­tech­nik Pie­ter Smit stockt sei­ne deut­sche Nie­der­las­sung auf. Das 1978 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men ist auf dem Ge­biet von Trans­port, Auf­bau und der tech­ni­schen Rea­li­sie­rung von Thea­ter, Kon­zert- und Mu­sik-, En­ter­tain­men­t­und Sport­ver­an­stal­tun­gen in ganz Eu­ro­pa ak­tiv. Seit 2014 baut Deutsch­land­chef In­go Schmidt die Nie­der­las­sung in Un­na auf. Ne­ben ei­ner gro­ßen Con­tai­ner­hal­le ist nun auch ei­ne Pro­ben­hal­le ent­stan­den. Das Ge­län­de ge­hör­te ur­sprüng­lich zu ei­nem 2013 in Kon­kurs ge­gan­ge­nen Stahl­werk. Die Pie­ter-smit-mann­schaft, die vor Ort in­zwi­schen 20 Mit­ar­bei­ter um­fasst, be­treut in­ter­na­tio­na­le Show- und Kul­tur­grö­ßen von Me­tal­li­ca über die Rol­ling Sto­nes bis hin zu den Wie­ner Phil­har­mo­ni­kern.

Zur Un­ter­stüt­zung von durchs Land tou­ren­den Rock-, Mu­si­ca­lo­der Thea­ter­en­sem­bles ge­hört nicht nur die zwi­schen­zeit­li­che Ein­la­ge­rung der Büh­nen­bil­der, Licht- und Ton­tech­nik. Mit der Er­rich­tung ei­ner na­gel­neu­en Pro­ben­hal­le hat das Un­ter­neh­men auf viel­fa­che Kun­den­wün­sche re­agiert. Denn Ver­an­stal­tungs­hal­len oder Sta­di­en ste­hen nicht wo­chen­lang

zur Ver­fü­gung, da­mit Acts pro­ben oder Wri­ting Ses­si­ons ab­hal­ten kön­nen. Die­se Lü­cke schließt die neue Pro­ben­hal­le, au­ßer­dem er­mög­licht Pie­ter Smit sei­nen Kun­den da­mit auch er­heb­li­che Kos­ten­er­spar­nis­se, um nach ei­ner er­folg­rei­chen Pro­be di­rekt das Equip­ment in Trai­ler zu ver­la­den und auf Tour zu ge­hen.

Viel Platz: die Pro­ben­hal­le

Die neue Pro­ben­hal­le misst 17 × 25 m und ist 17 m hoch. Drin­nen fin­den Show- und Büh­nen­tech­ni­ker al­les, was sie für ih­re Ar­beit be­nö­ti­gen. Hän­ge­punk­te und Trä­ger kön­nen in­di­vi­du­ell an­ge­ord­net wer­den. Die frisch in­stal­lier­te Elek­trik bie­tet al­le Zu­griffs­punk­te und aus­rei­chend Ka­bel­schäch­te fürs Equip­ment. Strom­fres­sen­de In­stal­la­tio­nen sind kein Pro­blem, die Tech­ni­ker kön­nen auf 800 kw Strom zu­rück­grei­fen.

Ob­wohl die Hal­le im In­dus­trie­ge­biet liegt, hat In­go Schmidt für aus­rei­chen­den Schall­schutz ge­sorgt. Die Hal­len­wän­de sind kom­plett iso­liert, in­nen durch Loch­ble­che mit 30 mm Di­cke, au­ßen durch Loch­ble­che mit 140 mm. Im nächs­ten Schritt will Schmidt in der an die Pro­ben­hal­le an­schlie­ßen­den Con­tai­ner­hal­le noch ei­nen Back­s­tage-be­reich ein­rich­ten, der an­we­sen­den Künst­lern und Cr­ews Mög­lich­kei­ten zum Ent­span­nen gibt.

Die­se di­rekt ne­ben der Pro­ben­hal­le ge­le­ge­ne La­ger­hal­le wur­de eben­falls nach mo­derns­ten Ge­sichts­punk­ten kon­zi­piert. Bei ei­ner Flä­che von 80 × 30 m ist das Ge­bäu­de 22 m hoch und bie­tet Platz für 250 40-Fuß-con­tai­ner, die fünf­fach über­ein­an­der­ge­sta­pelt wer­den. Um ei­ne mög­lichst op­ti­ma­le La­ge­rung für die zum Teil sehr wert­vol­len Gü­ter (Ku­lis­sen, elek­tri­sches Equip­ment usw.) zu ge­währ­leis­ten, wird die Hal­le durch­ge­hend auf 16 bis 17°C tem­pe­riert. Da­für sorgt im Win­ter ei­ne Fuß­bo­den­hei­zung, im Som­mer über­nimmt ei­ne Kli­ma­an­la­ge auf der Ba­sis ei­ner Geo­ther­mal­hei­zung die­se Auf­ga­be. Für Kun­den, die selbst mit gro­ßer Aus­rüs­tung zur Nut­zung der Pro­ben­hal­le an­rei­sen, bie­tet die­se Kom­bi­na­ti­on der bei­den Hal­len den un­schätz­ba­ren Vor­teil kur­zer We­ge.

Ein wei­te­rer Vor­zug ist die zen­tra­le Ge­samt­la­ge. Ein Au­to­bahn­zu­brin­ger liegt nur we­ni­ge Hun­dert Me­ter ent­fernt, ge­nau­so ein­fach ist die An­rei­se per Bahn. Der Flug­ha­fen Dort­mund ist vier Ki­lo­me­ter nah – sehr prak­tisch für Kun­den aus dem in­ter­na­tio­na­len Show­biz, die mit dem Pri­vat­flie­ger an­rei­sen wol­len.

Zen­tra­le La­ge Ruhr­ge­biet

Es ist wohl kein Zu­fall, dass sich ne­ben der ähn­li­chen Tda­an­la­ge in Bot­trop ei­ne wei­te­re Pro­ben­hal­le in Un­na an­ge­sie­delt hat. Zum ei­nen ge­be es ge­ra­de im Rhein-ruhr­ge­biet zahl­lo­se Un­ter­neh­men und da­mit auch po­ten­zi­el­le Kun­den, er­läu­tert In­go Schmidt, dar­über hin­aus sei für in­ter­na­tio­na­le Kun­den die Mit­tel­la­ge zwi­schen Ost­eu­ro­pa und den am Meer ge­le­ge­nen Län­dern ide­al. Nicht zu­letzt wür­de das im­mer noch mit­ten im Struk­tur­wan­del be­find­li­che Ruhr­ge­biet in un­mit­tel­ba­rer Nä­he mit ei­ner gan­zen Rei­he von Lo­ca­ti­ons auf­war­ten, die es so im Rest Deutsch­lands nicht ge­be. Die al­ten In­dus­trie­hal­len, Ko­ke­rei­en oder Ze­chen­kom­ple­xe, teil­wei­se seit Jah­ren auf­ge­las­sen und so­zu­sa­gen ver­wil­dert, wür­den sich als idea­le Ver­an­stal­tungs­or­te an­bie­ten.

Das gilt auch für ei­ne drit­te, der­zeit nicht ge­nutz­te Hal­le auf dem Fir­men­ge­län­de. Der Back­stein­bau aus den 30er Jah­ren steht mo­men­tan leer, mit­tel­fris­tig ist ge­plant, die­se ehr­wür­di­ge Fa­b­rik­hal­le um­sich­tig zu sa­nie­ren und mit dem al­ten In­dus­trief­lair als Event­hal­le zu ver­mie­ten.

Ins­ge­samt ver­fügt Pie­ter Smit auf dem 35.000 m2 gro­ßen Ge­län­de über 9.000 m2 La­ger­flä­che. Die wird

zum Teil auch vom stän­dig wach­sen­den Fuhr­park ein­ge­nom­men. Im Mo­ment be­treibt die Pie­ter Smit Thea­ter Rock Gm­bh über 25 gro­ße LKW. Bei Be­darf kann er aber auch auf den Fahr­zeug­be­stand an­de­rer Nie­der­las­sun­gen zu­rück­grei­fen, denn, so In­go Schmidt, „Pie­ter Smit ist ein eu­ro­päi­scher Play­er.“Ne­ben Hol­land, Bel­gi­en und Deutsch­land ist der nie­der­län­di­sche Lo­gis­ti­ker auch in Frank­reich, Po­len und Por­tu­gal ak­tiv. Die neu­es­te Nie­der­las­sung in Ita­li­en ist seit 2017 am Start.

Fuhr­park nach Maß

Das be­rührt ei­nen wei­te­ren, für an­spruchs­vol­le Kun­den be­deut­sa­men Aspekt. Pie­ter Smit kann um­fang­rei­chen An­for­de­run­gen auch des­halb schnell nach­kom­men, weil das Un­ter­neh­men die ent­spre­chen­de Grö­ße be­sitzt und sei­ne Aus­rüs­tung sehr weit dif­fe­ren­ziert hat. Ne­ben nor­ma­len LKW be­sitzt die Fir­ma auch ei­ne Rei­he von Spe­zi­al­fahr­zeu­gen. So gibt es Dop­pel­stock-fahr­zeu­ge, al­so sol­che, die mit zwei Büh­nen aus­ge­stat­tet sind. Müs­sen schwe­re Las­ten be­wegt wer­den, kön­nen die Ver­an­stal­tungs­tech­ni­ker auf Trai­ler mit 3-t-he­be­büh­nen zu­rück­grei­fen. Zum Ver­la­den ge­wich­ti­ger Fracht hält Pie­ter Smit be­son­de­re, ex­trem lan­ge Klapp­ram­pen be­reit. Für den Trans­port von Künst­lern und Cr­ew wer­den Night­li­ner zur Ver­fü­gung ge­stellt, die auch in der Dop­pel­de­cker­ver­si­on zu ha­ben sind.

Al­le der­zeit 400 Fahr­zeu­ge im Fuhr­park kön­nen auch an­ge­mie­tet wer­den. Vor al­lem für klei­ne Cr­ew-vans, die ger­ne als Tour-bus ge­nutzt wür­den, sei die Nach­fra­ge groß. Von den 40 oder 50 Fahr­zeu­gen die­ser Art sei kein ein­zi­ger auf dem Ge­län­de, al­le sei­en ver­mie­tet und un­ter­wegs, so Schmidt. Wenn es vom Kun­den ge­wünscht wird, wer­den die LKW nach ih­ren Wün­schen um­ge­baut. Ge­ra­de bei Lang­zeit-ver­mie­tun­gen in­ter­es­sant: Die Fahr­zeu­ge kön­nen mit dem Lo­go des je­wei­li­gen Kun­den aus­ge­stat­tet wer­den.

Ein­ge­spiel­te Teams

Ne­ben den Fahr­zeu­gen stellt Pie­ter Smit auch Fah­rer bzw. Cr­ews zur Ver­fü­gung. Die Fah­rer sind nicht nur für die Tour­ne­en „on the road“ver­ant­wort­lich, son­dern sie as­sis­tie­ren auch „on sta­ge“beim Büh­nen­auf- und -ab­bau. Für den Kun­den bringt das ein gro­ßes Stück zu­sätz­li­cher Ver­läss­lich­keit, da hier ein­ge­spiel­te Teams im Ein­satz sind, die schnell und ef­fi­zi­ent ar­bei­ten kön­nen.

Na­tür­lich gibt es auch Fäl­le, in de­nen die ei­ge­nen Fahr­zeu­ge nicht ver­wen­det wer­den kön­nen. Bei der Ab­wick­lung ei­nes Auf­trags von Pe­ter Maf­fay (Ta­ba­lu­ga) galt es zum Bei­spiel zu be­ach­ten, dass VW ei­ner der Spon­so­ren des Sän­gers ist. Des­halb wur­de zum Trans­port des Equip­ments aus­nahms­wei­se auf Fahr­zeu­ge von MAN zu­rück­ge­grif­fen.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt die Ko­ope­ra­ti­on mit tech­ni­schen Di­enst­leis­tern. So wur­de für ei­nen tech­ni­schen Pro­be­auf­bau in der neu­en Pro­ben­hal­le die Fir­ma mül­ler­mu­sic Ver­an­stal­tungs­tech­nik aus Köln hin­zu­ge­zo­gen, die seit lan­ger Zeit eng mit der Fir­ma Pie­ter Smit zu­sam­men­ar­bei­tet. Aus den Sy­ner­gie­ef­fek­ten er­hofft man sich in Zu­kunft ei­ne noch en­ge­re Ko­ope­ra­ti­on der bei­den Un­ter­neh­men im Be­reich der Ver­an­stal­tungs­tech­nik. Durch das gu­te Te­am­work konn­ten das Köl­ner Un­ter­neh­men und die Lo­gis­tik­pro­fis von Pie­ter Smit schon ei­ne Viel­zahl von ge­mein­sa­men Pro­jek­ten durch­füh­ren.

Mit die­sem Leis­tungs­um­fang hat das Un­ter­neh­men den Schritt vom Lo­gis­ti­ker zum All­round-an­bie­ter voll­zo­gen. Da­mit soll den Kun­den ein mög­lichst um­fang­rei­ches An­ge­bots­pa­ket be­reit­ge­stellt wer­den. Die­se „krea­ti­ve Lo­gis­tik“be­ginnt schon in der La­ger­hal­le. Die wird auch zum Gü­ter­um­schlag ge­nutzt, wenn Kun­den dort et­wa Mer­chan­di­sing-ar­ti­kel in Kom­mis­si­on la­gern. Schmidt: „Ein vom Fir­men­grün­der Smit ge­präg­ter Leit­satz, der für uns bis heu­te wich­tig ist, lau­tet: ‚Es gibt kein Nein im Un­ter­neh­men.‘“

Stän­di­ge In­no­va­ti­on

Die dar­aus fol­gen­de geis­ti­ge Be­weg­lich­keit drückt sich auch in der In­no­va­ti­ons­freu­dig­keit des Un­ter­neh­mens aus. Für Schmidt neh­me Pie­ter Smit in der Bran­che auf na­tio­na­ler wie eu­ro­päi­scher Ebe­ne ei­ne Aus­nah­me­stel­lung ein. Der Lo­gis­ti­ker set­ze dar­auf, im Ma­schi­nen- und Fuhr­park stets neu­es­tes Ma­te­ri­al zu nut­zen. Das ha­be nicht zu­letzt auch un­ter dem Ge­dan­ken der Nach­hal­tig­keit sei­ne Be­deu­tung. Da­zu ge­hö­re, dass et­wa sämt­li­che LKW die Grenz­wer­te der stren­gen Eu­ro-6-norm für Ab­ga­se ein­hiel­ten.

Die Kun­den- und Re­fe­ren­zen­lis­te ist dem­ge­mäß lang und ent­hält al­les, was in der Mu­sik- und Kul­tur­sze­ne Rang und Na­men hat. Sie um­fasst so un­ter­schied­li­che Künst­ler und En­sem­bles wie Me­tal­li­ca, U2, Her­bert Grö­ne­mey­er, Böh­se On­kelz und an­de­re in­ter­na­tio­na­le und na­tio­na­le Stars. Die­se Viel­falt macht den Be­ruf des Ver­an­stal­tungs­lo­gis­ti­kers so in­ter­es­sant und span­nend, er­zählt In­go Schmidt. Auch wenn die Ba­sis der Auf­trä­ge stets be­stimm­te Kon­stan­ten be­inhal­tet, wie z. B. Mes­sen, Kon­gres­se, Events, Fes­ti­vals, Oper und Thea­ter, ge­be es bei der kon­kre­ten Um­set­zung gro­ße in­di­vi­du­el­le Un­ter­schie­de.

Dass mit der Grö­ße auch Ver­ant­wor­tung kommt, wird bei Pie­ter Smit durch viel­fäl­ti­ge Spon­so­ring-ak­ti­vi­tä­ten er­kenn­bar. Das Un­ter­neh­men tritt zum Bei­spiel als Spon­sor für das Ree­per­bahn Fes­ti­val und die DRF Luf­tret­tung auf. Auch lo­kal un­ter­stützt die Nie­der­las­sung in Un­na mit zahl­rei­chen klei­ne­ren Bands die Mu­sik­sze­ne ak­tiv.

Pie­ter Smit vor sei­nem Furhpark

Statt­li­che Ma­ße Die neue Pro­ben­hal­le misst 17 × 25 m und ist 17 m hoch

Back­s­tage-flä­chen im nächs­ten Schritt soll in der Con­tai­ner­hal­le ei­ne Back­s­tage-flä­che für Künst­ler und Cr­ew ent­ste­hen

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