Re­view: d3 Me­dien­ser­ver

Das An­ge­bot an Me­dien­ser­vern ist mitt­ler­wei­le groß – von klei­nen Lö­sun­gen auf rei­ner Soft­ware-ba­sis bis hin zu fer­tig kon­fek­tio­nier­ten High-end-ser­vern. Für je­de An­wen­dung gibt es das pas­sen­de Pro­dukt. d3 Tech­no­lo­gies ist preis­lich und von der Aus­stat­tung

Production Partner - - Inhalt - Text: Hans-eber­hard Ko­the | Bil­der: Hans-eber­hard Ko­the, d3 Tech­no­lo­gies

Kaum ein an­de­res Ge­rät ver­deut­licht das Zu­sam­men­wach­sen der ehe­mals fein ge­trenn­ten Be­rei­che Be­leuch­tung und Bild­tech­nik in der Ver­an­stal­tungs­tech­nik wie ein Me­dien­ser­ver. Gr­und­zü­ge sind das Ab­spie­len und Echt­zeit­ver­än­de­rung von Me­di­en wie Fil­men und Still­bil­der zur Büh­nen­ge­stal­tung oder In­for­ma­ti­ons­ver­mitt­lung – auch, aber nicht nur, durch ei­ne Steue­rung von Licht­pul­ten.

Wa­ren die­se Ge­rä­te noch vor ei­ni­gen Jah­ren den gro­ßen Pro­duk­tio­nen mit ent­spre­chen­dem Bud­get vor­be­hal­ten, fin­det man heu­te Ge­rä­te ver­schie­de­ner Her­stel­ler, die un­ter-

schied­li­che An­for­de­run­gen be­die­nen. Be­nö­tigt man nur ei­ne zwei­di­men­sio­na­le Bild­dar­stel­lung auf ei­ner Flä­che und hat nicht so ho­he An­for­de­run­gen an die Bild­auf­lö­sung kann man schon mit ein­fa­chen Sys­te­men in­ter­es­san­te Er­geb­nis­se er­rei­chen. Han­delt es sich aber zum Bei­spiel um ei­ne Pro­jek­ti­on auf drei­di­men­sio­na­len Kör­pern und ist höchs­te Auf­lö­sung ge­wünscht, muss es schon et­was mehr sein.

Ent­wick­lung von Krea­ti­ven mit krea­ti­vem Blick­win­kel

Die Ur­sprün­ge des Pro­dukts lie­gen in der Ar­beit des De­si­gn­kol­lek­tivs UVA aus Lon­don, wel­ches sich 2002 zu­sam­men­fand das Licht­de­sign für ei­ne Show der Band Mas­si­ve Attack zu er­stel­len. Da man ein Werk­zeug ha­ben woll­te, um Shows vi­su­ell zu pla­nen und um­zu­set­zen und mit den sei­ner­zeit er­hält­li­chen Lö­sun­gen nicht zu­frie­den war, ent­wi­ckel­te man ei­ne ent­spre­chen­de Soft­ware sel­ber. Ein Grün­dungs­mit­glied die­ser Grup­pe, Ash Neh­ru – als ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter der Com­pu­ter­spiel­in­dus­trie 3D-gra­fik­ex­per­te – lei­tet heu­te die Fir­ma d3 Tech­no­lo­gies. Auf der be­ein­dru­cken­den Re­fe­renz­lis­te fin­den sich ne­ben Ar­chi­tek­tur­pro­jek­ten in Eu­ro­pa, Asi­en und den USA auch der Eu­ro­vi­si­on Song Con­test 2014 in Ko­pen­ha­gen, das Ju­bi­lä­um der eng­li­schen Kö­ni­gin 2012, die Brit Awards 2017 und Tour­ne­en von U2, Rob­bie Wil­li­ams, Sha­nia Twain, He­le­ne Fi­scher, Jen­ni­fer Lopez, Ma­don­na, Red Hot Chi­li Pep­pers, Ta­ke That, Ge­or­ge Michael und The Wee­knd.

Der Blick­win­kel mit dem d3 die ver­schie­de­nen Auf­ga­ben be­trach­ten, ist da­her auch eher der des Krea­ti­ven. Herz­stück ist das Pro­gramm d3 De­si­gner, das als Production Sui­te be­zeich­net wird. Mit die­sem Win­dows-ba­sier­ten Pro­gramm kann man auf ei­nem Note­book sein Büh­nen­bild im 3D-raum ent­wer­fen, die bild­dar­stel­len­den Flä­chen de­fi­nie­ren, den dar­zu­stel­len­den Con­tent dar­auf ein­spie­len und ei­nem in­ter­es­sier­ten Kun­den ei­ne Vi­sua­li­sie­rung im 3D-raum mit un­ter­schied­li­chen Blick­win­keln der Ar­beit mit lau­fen­dem Con­tent zei­gen. Gleich­zei­tig die­nen die ein­ge­ge­be­nen Da­ten auch der tech­ni­schen Pla­nung be­züg­lich An­zahl, Po­si­ti­on und Ob­jek­tiv­win­kel so­wie di­rekt der Steue­rung der spä­te­ren Show, in­dem sie dann da­für auf ei­nen Ser­ver über­spielt wer­den.

Port­fo­lio, For­ma­te und Sup­port

Im ak­tu­el­len Pro­dukt­port­fo­lio von d3 be­fin­den sich drei Ser­ver: 4x4pro mit vier Aus­gän­gen 4K, 2x4pro mit zwei Aus­gän­gen 4K so­wie 2x2p­lus mit zwei Aus­gän­gen 2K. Die pro-se­rie ist stan­dard­mä­ßig mit vier Ein­gän­gen HD-SDI aus­ge­stat­tet und kann aus­gangs­sei­tig pro 4K Aus­gang auch mit 4 × DVI oder 4 × 3G-SDI durch Vfc-kar­ten des Her­stel­lers va­ria­bel be­stückt wer­den. Ein 4x4pro kann so bis zu 16 Hd-aus­gän­ge über DVI an­steu­ern. Zu­sätz­lich hat die pro-se­rie ei­ne ein­ge­bau­te Gen­lock­kar­te zur Syn­chro­ni­sie­rung zu ei­ner ex­ter­nen Qu­el­le. Die Bild­wie­der­hol­fre­quenz ist ein­stell­bar bis zu 60 Hz. Als Soft­ware­lö­sung wird das Pro­gramm d3-de­si­gner an­ge­bo­ten.

Die Be­die­nung der Ober­flä­che er­folgt auf ei­nem Gui-bild­schirm (gra­phi­cal user in­ter­face) über Drop­down-me­nü per Maus; für vie­le Funk­tio­nen gibt es als Short­cuts be­stimm­te Tas­ten­kom­bi­na­tio­nen. Un­er­wünsch­te Ein­ga­ben kann man mit ei­ner Qwer­ty-tas­ta­tur mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Ctrlz rück­gän­gig ma­chen oder über Ctrl-y wie­der­her­stel­len.

Das ak­zep­tier­te For­mat für Fil­me ist .mov mit den Co­decs DXV/HAP/HAP-Q. Still­bil­der wer­den als png, jpg, bmp, tiff und tga ver­ar­bei­tet. Auf der Home­page von d3 Tech­no­lo­gies gibt es ein klar struk­tu­rier­tes On­line-hand­buch in eng­li­scher Spra­che, wel­ches um­fas­send die Funk­tio­na­li­tä­ten er­läu­tert.

Zur Hil­fe­stel­lung bie­tet d3 dar­über hin­aus für ganz drin­gen­de Fäl­le ei­ne te­le­fo­ni­sche 24/7 Hot­li­ne auf Eng­lisch so­wie ei­ne Sup­port-mailadres­se für nicht so ei­li­ge Fra­gen an. Letz­te­re konn­te der Au­tor tes­ten und be­kam in­ner­halb we­ni­ger St­un­den kom­pe­ten­te und lö­sungs­ori­en­tier­te Hil­fe ei­nes d3-mit­ar­bei­ters aus New York. Um ers­te Ver­su­che durch­zu­füh­ren, gibt es von 3d ein „me­dia star­ter pack“als zip-da­tei mit Stil­lund Be­wegt­bil­dern, wel­ches man sich kos­ten­los her­un­ter­la­den kann.

Ba­sics: drei Haupt­ebe­nen zur Be­ar­bei­tung

Star­tet man das Pro­gramm und legt ein neu­es Pro­jekt an, ge­langt man in den Sta­tu­se­di­tor, in dem man grund­sätz­li­che Ein­stel­lun­gen und ver­schie­de­ne Bild­schirm­dar­stel­lun­gen wäh­len kann. In­ner­halb ei­nes Pro­jekts gibt es grund­sätz­lich drei Ebe­nen bzw. An­sich­ten zwi­schen de­nen man wech­seln kann: Ti­me­li­ne-, Sta­ge- und Feed­le­vel. Wäh­rend man im Ti­me­line­fens­ter die ge­wünsch­ten Me­di­en im Ablauf plat­ziert wer­den, dient die Sta­ge-ebe­ne zur Vi­sua­li­sie­rung; im Feed-fens­ter wer­den tech­ni­sche For­ma­tie­run­gen vor­ge­nom­men.

Der Track­ma­na­ger, wel­cher in al­len drei Be­ar­bei­tungs­ebe­nen sicht­bar ist, stellt ei­ne Zeit­schie­ne dar, auf der die ge­wünsch­ten Me­di­en po­si­tio­niert wer­den kön­nen. Ein­tei­lun­gen er­fol­gen nach Zeit in hh:mm:sec:frames oder auch nach Tak­ten und bpm – für den Ein­satz im Mu­sik­be­reich be­son­ders hilf­reich.

Wählt man den Be­ar­bei­tungs­be­reich Sta­ge, wer­den als Grund­ein­stel­lung ein Pro­jek­tor, ei­ne Lein­wand und ei­ne Per­son zum Grö­ßen­ver­gleich im 3D-raum dar­ge­stellt. Die­ser Be­reich dient zur Darstel­lung der Bil­der in ei­ner Büh­ne. Über den Edi­tor las­sen sich die ge­wünsch­ten Bild­flä­chen als Pro­jek­ti­ons­flä­che mit da­zu­ge­hö­ri­gem Pro­jek­tor oder LED-WAND mit den in­di­vi­du­ell rea­len Auf­lö­sun­gen und Bild­ma­ßen in be­lie­bi­ger An­zahl er­zeu­gen. Die je­wei­li­ge An­sicht ist im 3D-raum frei wähl­bar; auch fes­te Ka­mer­a­po­si­tio­nen kön­nen ein­ge­stellt wer­den, um mög­li­che Blick­win­kel gleich­blei­bend ab­zu­ru­fen.

Me­di­en­flä­chen ge­stal­ten im 3D-raum

Mit dem Be­griff Screens be­zeich­net, ist es mög­lich ver­schie­de­ne Ele­men­te zur Bild­aus­ga­be zu de­fi­nie­ren. Ne­ben LEDWAND, Pro­jek­tor und Lein­wand (pro­jec­tion sur­face) be­steht auch die Mög­lich­keit Dmx-lights und Dmx-screens zu er­stel­len. Ers­te er­mög­li­chen ei­ne Ba­sis-si­mu­la­ti­on von Schein­wer­fern in­klu­si­ve Licht­aus­tritt – auch von Mo­ving Lights mit Be­we­gung. Das Sys­tem er­laubt die Ge­ne­rie­rung der ent­spre­chen­den Dmx-da­ten mit Aus­ga­be über Art­net, um die­se Be­feh­le wäh­rend ei­ner Show zur rea­len An­steue­rung der Schein­wer­fer zu er­mög­li­chen. Hier han­delt es sich al­ler­dings um ein Zu­satz­fea­ture – ei­ne Funk­tio­na­li­tät und Vi­sua­li­sie­rung, wie bei ei­nem „ech­ten“Licht­pla­nungs-, Vi­sua­li­sie­rungs­und Steue­rungs­pro­gramm, ist in die­sem Be­reich vom Her­stel­ler nicht vor­ge­se­hen. Dmx-screens er­öff­nen die Mög­lich­keit Farb­wer­te ei­nes ent­hal­te­nen Bilds oder Films in

Dmx-da­ten um­zu­rech­nen und so an­ge­steu­er­ten Schein­wer­fern mit Farb­wech­sel­mög­lich­keit die ent­spre­chen­den Be­feh­le zu­zu­sen­den – zum Bei­spiel, um au­to­ma­ti­siert ei­ne Art far­bi­ges Am­bi­ent­light um ei­ne Bild­dar­stel­lung zu er­zeu­gen oder aber auch, um mit vie­len Led-schein­wer­fern je­weils als Ein­zel­pi­xel ei­ne wirk­lich gro­ße Bild­dar­stel­lung zu er­zeu­gen.

Um im Pro­gramm zum Bei­spiel ei­ne LED-WAND zu er­hal­ten, wählt man „Led-screen“aus und gibt an­schlie­ßend phy­si­ka­li­sche Grö­ße und ge­wünsch­te Po­si­ti­on in Me­tern so­wie die rea­le Auf­lö­sung der ver­wen­de­ten LED-WAND ein. Ein­ge­ge­be­ne Wer­te wer­den di­rekt oh­ne wei­te­re Be­stä­ti­gungs­not­wen­dig­keit dar­ge­stellt. Zur rea­li­täts­na­hen Pla­nung las­sen sich Ma­ße und Pi­xel­pitch der je­wei­lig zu ver­wen­den­den Led-ein­zel­mo­du­le ein­ge­ben, um die­se an­schlie­ßend auf die ge­wünsch­te rea­le Zu­sam­men­stel­lung zu du­pli­zie­ren. Mit der Funk­ti­on „par­ent/child“kann man die Pa­ra­me­ter ge­wünsch­ter Flä­chen mit­ein­an­der ver­bin­den. So wir­ken sich zum Bei­spiel Än­de­rung ei­ner Hö­hen­po­si­ti­ons­ver­än­de­rung di­rekt auf al­le so ver­bun­de­nen Flä­chen aus. Die phy­si­ka­li­sche Be­we­gung von Bild­flä­chen lässt sich über ei­ne Lay­er­funk­ti­on „Screen­po­si­ti­on“in der Vi­sua­li­sie­rung si­mu­lie­ren.

Ein­fa­che 3D-kör­per – als me­s­hes be­zeich­net – Recht­eck, Zy­lin­der und kon­ve­xer Kör­per sind eben­falls im Pro­gramm ent­hal­ten und kön­nen den Screens zu­ge­ord­net wer­den, um als Al­ter­na­ti­ve zu den her­kömm­li­chen fla­chen Bild­flä­chen ver­wen­det zu wer­den. Möch­te man auf­wän­di­ge­re Pro­jek­ti­ons­flä­chen wie zum Bei­spiel ein Fahr­zeug her­stel­len ist es not­wen­dig, die­ses als 3D-mo­dell ex­tern zu kon­stru­ie­ren und als obj-da­tei mit Uv-map­ping zu im­por­tie­ren.

Auch die Gestal­tung der Um­ge­bung zur Ver­voll­stän­di­gung der Vi­sua­li­sie­rung ist im 3D-raum mög­lich. Im Pro­gramm be­reits vor­han­den kön­nen als Stan­dards die 3Ddar­stel­lung ei­nes Thea­ters oder ei­nes Sta­di­ons als Raum­de­fi­ni­ti­on ge­wählt wer­den. Ma­ße und Pro­por­tio­nen die­ser Bau­wer­ke kön­nen zwar an­ge­passt wer­den; zur Kon­struk­ti­on ei­ner in­di­vi­du­el­len Büh­ne muss man wie vor je­doch ein ex­ter­nes Pro­gramm be­nut­zen, um sei­ne je­weils ge­wünsch­te Büh­ne oder Um­ge­bung als obj-da­tei zu er­stel­len.

Im Be­reich Feed im Sta­tu­se­di­tor kann man sich an­zei­gen las­sen wie die Aus­gangs­bil­der auf den phy­si­ka­li­schen Aus­gän­gen des Ser­vers aus­se­hen. Der Be­reich Trans-

ports re­gelt die Mög­lich­kei­ten der ex­ter­nen Show­kon­trol­le über MTC/SMPTE, DMX/ART­NET, MIDI und wei­te­re – so­wohl in Be­zug auf er­hal­te­ne wie auch aus­zu­ge­ben­de Si­gna­le. Ab­schlie­ßend las­sen sich über Reg­ler ma­xi­ma­le und mi­ni­ma­le Wer­te für Hel­lig­keit und Au­dio­pe­gel über al­les so­wie ei­ne Fest­le­gung ein­stel­len, was auf dem Aus­gang ge­zeigt wer­den soll, wenn die ein­ge­stell­ten Me­di­en zum En­de ge­lau­fen sind. Mög­lich­kei­ten sind hier fa­de-to-black, fa­de-to-full oder hold, wo­bei das letz­te Bild ste­hen bleibt bis ein neu­es Si­gnal an­liegt. Mit ei­nem Track wird ei­ne Ti­me­li­ne ge­bil­det, auf wel­chem die ge­wünsch­ten ab­zu­spie­len­den Me­di­en auf ver­schie­de­nen Lay­ern plat­ziert wer­den. Als Lay­er ste­hen ver­schie­de­ne Op­tio­nen zur Ver­fü­gung: Con­tent-, Ge­ne­ra­ti­ve-, Pre-vi­sua­li­sa­ti­on-, Ef­fect und Con­trol-lay­er. Die Mo­di­fi­ka­ti­on der ein­zel­nen Me­di­en er­folgt über ei­ne Aus­wahl der je­wei­li­gen Funk­ti­on, de­ren Wer­te gra­fisch als ho­ri­zon­ta­le Li­nie an­ge­zeigt wer­den und die dann durch das Set­zen von Än­de­rungs­punk­ten auf die­ser Li­nie ver­än­dert wer­den kön­nen. Zur ver­ein­fach­ten Or­ga­ni­sa­ti­on von ver­schie­de­nen Lay­ern, kann man die­se zu

Grup­pen zu­sam­men­fas­sen oder auch ein­zel­ne vor­über­ge­hend „stumm­schal­ten". Auf der Ti­me­li­ne las­sen sich zu­sätz­lich No­tiz­tex­te hin­ter­le­gen, um wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen di­rekt ab­lauf­be­zo­gen zu do­ku­men­tie­ren. Ei­ne Show kann auch aus meh­re­ren Tracks be­ste­hen, wo­durch es ein­fach mög­lich ist, zum Bei­spiel bei ei­nem Kon­zert die Son­grei­hen­fol­ge ta­ges­ak­tu­ell an­zu­pas­sen. Neu in der ak­tu­el­len Soft­ware r14.1 ist die Funk­ti­on „Mul­ti­t­rans­ports“, die zur Steue­rung kom­ple­xer Pro­duk­tio­nen den si­mul­ta­nen Auf­ruf meh­re­rer Ti­me­li­nes gleich­zei­tig er­mög­licht.

Der be­reits er­wähn­te Be­reich „Feed“re­gelt die Zu­ord­nung der ar­ran­gier­ten Bil­der zu den ein­zel­nen Aus­gän­gen. Hier ist es mög­lich das an­lie­gen­de Bild pi­xel­ge­nau zu zer­schnei­den und wie­der in ge­wünsch­ter An­ord­nung auf ei­nem Aus­gang zu­sam­men­zu­set­zen – hilf­reich zum Bei­spiel, wenn die An­ord­nung ein­zel­ner Mo­du­le in ei­ner LED-WAND nicht in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge mon­tiert wur­de.

Pre-pro­gramming und Li­ve-an­pas­sungs­mög­lich­kei­ten

In­stal­la­ti­ons­zei­ten wer­den heut­zu­ta­ge im­mer kür­zer, oh­ne dass sich die Er­war­tung an op­ti­ma­le Er­geb­nis­se ver­rin­gert. Wün­schens­wert ist da­her ei­ne be­reits fer­ti­ge Vor­pro­gram­mie­rung, die nur we­ni­ge An­pas­sun­gen vor Ort er­for­dert. Die Soft­ware d3-de­si­ger hilft hier mit der Pro­jek­ti­ons­si­mu­la­ti­on: Der ge­wünsch­te Con­tent wird un­ab­hän­gig von Po­si­ti­on und An­zahl von Pro­jek­to­ren auf ein 3D-ob­jekt ge­map­ped. An­schlie­ßend po­si­tio­niert man im 3D-raum in der Soft­ware sei­ne Pro­jek­to­ren mit Po­si­ti­on und Ab­strahl­ver­hal­ten und die Soft­ware er­rech­net dar­aus die dem je­wei­li­gen Pro­jek­tor zu sen­den­den Bil­der, wel­che zu­sam­men­ge­setzt ein Ge­samt­bild auf der Ober­flä­che er­ge­ben. Die­se Funk­ti­on er­mög­licht schon bei der Pla­nung Aus­sa­gen über ge­wünsch­te Pro­jek­torpo­si­tio­nen, In­stal­la­ti­ons­win­kel und ge­eig­ne­te Op­ti­ken und hilft so bei der Hard­ware­pla­nung.

Da­bei ist die Qua­li­tät der Er­geb­nis­se ei­ner Bild­an­pas­sung an ei­ne kom­pli­zier­te Pro­jek­ti­ons­flä­che, wie ei­nem Fahr­zeug, na­tür­lich ab­hän­gig von der Ge­nau­ig­keit des vor­her im­por­tier­ten 3D-ob­jekts. Für ei­ne an­spruchs­vol­le Fas­sa­den­pro­jek­ti­on ist es da­her sinn­voll, die Fas­sa­de mit­tels 3D-scan­ner im Vor­feld ge­nau zu ver­mes­sen und dar­aus eben­falls ei­ne obj-da­tei zu er­stel­len.

Ist es in der Rea­li­tät not­wen­dig, ei­nen Pro­jek­tor an ei­ne an­de­re Stel­le zu ver­schie­ben – zum Bei­spiel weil die ge­wünsch­te Po­si­ti­on nicht mög­lich ist – gibt man in der Soft­ware die ge­än­der­ten rea­len Ko­or­di­na­ten ein und das be­tref­fen­de Aus­gangs­bild wird ent­spre­chend an­ge­passt. Zur Op­ti­mie­rung ei­ner Pro­jek­toran­pas­sung vor Ort bie­tet das Pro­gramm die Funk­tio­nen „Ma­nu­al Ca­li­bra­ti­on“und „Quick­cal“. Wäh­rend bei ers­ter die Pa­ra­me­ter Po­si­ti­on, „Look at“und Op­tik­wer­te mit Hil­fe ei­nes Fa­den­kreu­zes an­ge­passt wer­den, er­stellt man bei Quick­cal im Pro­gramm Re­fe­renz­punk­te auf dem 3D-mo­dell, die man an­schlie­ßend per drag and drop auf die kor­re­spon­die­ren­den Stel­len sei­ner ech­ten Pro­jek­ti­ons­flä­che zieht. Nach Ein­ga­be von 10 bis 15 Re­fe­renz­punk­ten pro Pro­jek­tor soll das Pro­gramm dar­aus die Po­si­ti­on des Pro­jek­tors und so sein op­ti­ma­les Bild er­rech­nen. Die­ses Ver­fah­ren er­mög­licht auch die dy­na­mi­sche Bild­ver­än­de­rung auf ei­ner sich be­we­gen­den Ober­flä­che, wie der ei­nes Fahr­zeugs auf ei­ner sich dre­hen­den Prä­sen­ta­ti­ons­schei­be. Um hier auf gu­te Er­geb­nis­se zu kom­men, emp­fiehlt der Her­stel­ler die Ver­wen­dung ei­nes ak­ku­ra­ten 3D-mo­dells – bei Fas­sa­den­pro­jek­ti­on mit ei­ner To­le­ranz von ±5 mm.

Mit der Funk­ti­on War­ping steht ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit zur Ver­fü­gung ein pro­ji­zier­tes Bild auf ei­ne Flä­che an­zu­pas­sen. Stan­dard­mä­ßig wer­den vier oder neun Punk­te des Bilds zur Ver­zer­rungs­an­glei­chung an­ge­bo­ten; mit der Ein­stel­lung Cust­om kann man be­lie­big vie­le Punk­te er­stel­len, die man auch in Grup­pen ver­bin­den und ge­mein­sam ver­schie­ben kann.

Mas­ken las­sen sich den Lay­ern zu­ord­nen, die so­wohl har­te Kan­ten zum Ab­schat­ten als auch wei­che Kan­ten für die Her­stel­lung von Sof­tedge ha­ben kön­nen. Die An­zahl der Ver­for­mungs­punk­te kön­nen vom Be­die­ner be­lie­big ein­ge­ge­ben und ver­scho­ben wer­den. Meh­re­re Mas­ken las­sen sich über-

ein­an­der­le­gen, um auch auf­wän­di­ge Mas­kie­run­gen und Ver­läu­fe zu er­mög­li­chen.

Au­dio-spu­ren

Be­züg­lich Au­dio­spu­ren gibt es zwei un­ter­schied­li­che An­wen­dungs­ar­ten. Zur Show­wie­der­ga­be kön­nen die Ser­ver in Vi­de­os ein­ge­bet­te­te un­kom­pri­mier­te Ton­signa­le auf bis zu acht Spu­ren wie­der­ge­ben. Zu­sätz­lich kann man aber auch Ton­spu­ren mit den For­ma­ten mp3, wav oder aiff als „Mus­ter“nut­zen, um ei­nen Showab­lauf zum Bei­spiel ei­ner Band takt­ge­nau zu er­stel­len (Quan­ti­sed Au­dio). Da­bei kann man sich die ein­ge­la­de­nen Ton­spur gra­fisch an­zei­gen las­sen und die Zeit­in­ter­val­le auf die ein­zel­nen Tak­te per Drag & Drop an­pas­sen. Nach der ma­nu­el­len An­pas­sung ei­ni­ger Bei­spiel­t­ak­te be­rech­net die Soft­ware die Zeit­ein­heit des ge­sam­ten Ti­tels und for­ma­tiert al­le Takt­län­gen. Da­durch ist es mög­lich, ei­ne Show takt­ge­nau auf ei­ne Mu­sik zu pro­gram­mie­ren. Zu­sätz­lich lässt sich ei­ne sol­che Au­dio­spur auch um zwi­schen­ge­setz­te Leer­tak­te er­wei­tern, wenn zum Bei­spiel die fi­na­le Ver­si­on des Songs noch nicht fest­steht.

Ser­ver­rol­len, Netz­werk­ver­bund und Kon­nek­ti­vi­tät zu an­de­ren Ge­rä­ten

Be­nö­tigt man für ei­ne Show mehr Aus­gän­ge als ei­ne Ma­schi­ne zur Ver­fü­gung hat kann man meh­re­re Sys­te­me über d3-net in ei­nem Netz­werk lau­fen las­sen. Da­bei ist es mög­lich auch ei­ne sol­che Zu­sam­men­stel­lung aus meh­re­ren Ser­vern auf ei­nem ein­zi­gen Lap­top zu pro­gram­mie­ren und die Da­ten spä­ter auf das Netz­werk zu über­spie­len. Die ein­zel­nen zu­weis­ba­ren Funk­tio­nen sind Mas­ter, Sla­ve, Un­der­stu­dy (Back­up) und Edi­tor – Letz­te­rer wä­re zum Bei­spiel ein Lap­top mit der d3-soft­ware. In ei­nem Netz­werk kann es im­mer nur ei­nen Mas­ter ge­ben; al­le an­de­ren Funk­tio­nen kön­nen auch mehr­fach aus­ge­führt wer­den. Ein Mas­ter kann als rei­ne Steu­er­ein­heit des Ver­bunds oder auch gleich­zei­tig als Steue­rungs-und Aus­ga­be­ge­rät (Mi­xed Mas­ter) kon­fi­gu­riert wer­den. Für den Ha­va­rie­fall kann man die Ge­rä­te als „un­der­stu­dy“kon­fi­gu­rie­ren und fest­le­gen, ob sie be­stimm­te oder auch je nach Be­darf je­des Ge­rät des Netz­werks im Aus­fall er­set­zen sol­len. Die Um­schal­tung kann ma­nu­ell oder auch au­to­ma­tisch in­klu­si­ve der Um­schalt­be­feh­le an ei­nen Ma­trix Swit­cher er­fol­gen. Über ei­ne 10 Gbit/s Et­her­net­ver­bin­dung kann man Content­da­ten mit ho­her Ge­schwin­dig­keit zwi­schen den Ma­schi­nen ver­schie­ben. Die Soft­ware ist in der La­ge, neue­re Ver­sio­nen ei­nes be­reits ver­wen­de­ten Con­tents zu er­ken­nen und die­se auf Wunsch au­to­ma­ti­siert aus­zu­tau­schen.

Die d3 Soft­ware kann Po­si­ti­ons­da­ten von ex­ter­nen Qu­el­len ver­ar­bei­ten und die­se im Rah­men der Vi­sua­li­sie­rung dar­stel­len, um zum Bei­spiel be­we­gen­de Led-flä­chen zu zei­gen. Für den ech­ten Show­be­trieb ist auch ei­ne An­bin­dung an Black­trax, ei­nem Sys­tem zur Über­mitt­lung von Po­si­ti­ons- und Be­we­gungs­da­ten mög­lich. Da­durch kann man zum Bei­spiel ein

pro­ji­zier­tes Bild gleich­blei­bend auf ei­ner sich be­we­gen­den Lein­wand dar­stel­len. Die­ses Fea­tu­re wird aber nur auf An­fra­ge und nach ent­spre­chen­der Schu­lung frei­ge­schal­tet.

Neu in der ak­tu­el­len Soft­ware­ver­si­on r14 ist „De­vice Re­cor­ding“. Da­durch ist es mög­lich, ne­ben wei­te­ren Pro­to­kol­len auch DMX-, Au­to­ma­ti­on- und MIDI-DA­TEN im Sys­tem auf­zu­zeich­nen und spä­ter wie­der­zu­ge­ben. So könn­ten zum Bei­spiel Pro­ben mit ei­ner be­reits pro­gram­mier­ten Be­leuch­tung statt­fin­den, oh­ne dass der Lich­tope­ra­tor da­bei zwin­gend an­we­send sein muss. Auch die Be­we­gungs­ab­läu­fe ei­nes Künst­lers auf ei­ner Büh­ne könn­ten mit ent­spre­chen­den Sen­so­ren auf­ge­zeich­net und für tech­ni­sche Pro­ben wei­ter ge­nutzt wer­den. Das Citp-pro­to­koll er­laubt die Darstel­lung von Thumb­nails auf Licht­kon­so­len. Die An­bin­dung an grand­ma be­steht be­reits, die an Hog-kon­so­len wur­de in Kür­ze an­ge­kün­digt. Um Kun­den und Kol­le­gen über den Stand der Pla­nung zu in­for­mie­ren, kann man ne­ben Screen­shots auch Fil­me der Ab­läu­fe – so­wohl als „Sta­ge“(mit Büh­nen­bild) als auch als „Feed“(nur das aus­zu­spie­len­de Bild­si­gnal) als .mp4 er­stel­len. Um die Per­for­mance der Ge­rä­te nicht un­nö­tig zu be­las­ten, kann man ver­wen­de­ten Ori­gi­nal­con­tent auch als Pro­xies mit ver­rin­ger­ter Auf­lö­sung zu­sätz­lich

be­rech­nen las­sen. Dies ist vor­teil­haft wenn man die Er­geb­nis­se sei­ner Be­ar­bei­tung vor­füh­ren möch­te, oh­ne dass die Ori­gi­nal­auf­lö­sung be­nö­tigt wird – zum Bei­spiel bei ei­ner Kun­den­prä­sen­ta­ti­on auf dem Note­book.

Au­to­ma­ti­sches Back­up

Zur Ab­si­che­rung der er­reich­ten Ar­beit legt die d3-soft­ware re­gel­mä­ßig Si­cher­heits­ko­pi­en an und spei­chert die­se mit Da­tums- und Zeit­an­ga­be in ei­nem ge­son­der­ten Ord­ner. Die In­ter­val­le las­sen sich in­di­vi­du­ell ein­stel­len. Um die Da­ten­men­gen im Rah­men zu hal­ten, um­fasst die­se Si­che­rung aber nicht die ver­wen­de­ten Me­di­en (Vi­de­os, Bil­der, 3D-ob­jek­te und Au­dio­spu­ren). Die­se soll­te man nach Be­darf zu­sätz­lich ma­nu­ell du­pli­zie­ren. Zu Dia­gno­se­zwe­cken kann man in der Soft­ware ein „dia­gnostic zip“er­stel­len und dem Sup­port zu­sen­den, wel­cher die­ses aus­wer­ten und zur Grund­la­ge von Hil­fe­stel­lun­gen bei Pro­ble­men nut­zen kann.

Fa­zit

D3 bie­tet ein mäch­ti­ges Werk­zeug mit ei­nem in­te­grier­ten Work­flow von Be­ginn ei­nes De­signs bis zur Showaus­spie­lung, wel­ches bei kom­ple­xen drei­di­men­sio­na­len Map­pings mit meh­re­ren Ser­vern im Netz­werk sei­ne Fä­hig­kei­ten aus­spie­len kann. Durch die be­son­de­re Be­rück­sich­ti­gung der An­for­de­run­gen von mu­sik­be­glei­ten­den Shows wie die Zei­tori­en­tie­rung an Tak­ten emp­fiehlt es sich auch für die­se Ein­sät­ze. Die Ge­rä­te sind beim deut­schen Ver­trieb Pu­bli­tec er­hält­lich. Zur Er­wei­te­rung von be­ste­hen­den Sys­te­men und zur Un­ter­stüt­zung hält Pu­bli­tec auch wei­te­re Ser­ver zur Ver­mie­tung be­reit.

Al­ter­na­ti­ve Vfc-kar­ten Dis­play Port, DVI, 3G SDI

An­pas­sung der Ton­spur gra­fisch kann die Takt­län­ge an­ge­passt wer­den

Fas­sa­den­pro­jek­ti­on auf dem Bucking­ham-pa­last zur Fei­er des Dia­mant-ju­bi­lä­ums der eng­li­schen Kö­ni­gin

Rück­sei­te 2x4 von links nach rechts: Netz­ein­gang und -wei­ter­lei­tung, 2 × Vfc-aus­gangs­kar­ten (hier DVI und SDI), USB- und Netz­werk­an­schlüs­se, Licht­schal­ter für ein­ge­bau­te Rück­sei­ten­be­leuch­tung, Sdi-ein­gän­ge, MIDI-EIN- und Aus­gang, Au­dio-ein- und Aus­gän­ge (XLR und op­tisch), An­schluss für Gen­lock und GUI

Feed-an­zei­ge des GUI in der obe­ren Be­reich die vir­tu­el­len Pro­jek­to­ren (hier vier Ge­rä­te); im un­te­ren Be­reich die den Aus­gän­gen zu­ge­ord­ne­ten Bil­der (hier 4 × DVI 1.920 × 1.080 Pi­xel). In den Ta­bel­len (hier P1 und P4) kann man die ge­wünsch­ten Wer­te der Pro­jek­to­ren ein­tra­gen

Edi­tie­rung ein­zel­ner Pa­ra­me­ter gra­fisch wer­den die Wer­te der ein­zel­nen Pa­ra­me­ter durch Set­zen von Punk­ten auf der Zeit­ach­se ver­än­dert

GUI Über­blick 1 Sta­tu­se­di­tor, 2 Sta­tus­mel­dun­gen, 3 Sta­ge­vi­sua­li­zer, 4 Track­play­er

Mas­ke mit Ver­lauf es las­sen sich be­lie­big vie­le Punk­te zur Ver­for­mung ein­stel­len und be­we­gen

Me­di­en­aus­wahl in der An­zei­ge wer­den die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Me­di­en an­ge­zeigt

Per­spek­ti­vi­sches Map­ping ei­ne der mög­li­chen Pro­jek­ti­ons­ar­ten

Pro­jek­torsi­mu­la­ti­on auf ei­nem Fahr­zeug in der Vi­sua­li­sie­rung wer­den die Pro­jek­torpo­si­tio­nen dar­ge­stellt

War­ping­be­ar­bei­tung es las­sen sich be­lie­big vie­le Punk­te zur Ver­for­mung er­stel­len und be­we­gen, ak­ti­ve Punk­te wer­den in grün dar­ge­stellt

Pro­jek­torsi­mu­la­ti­on auf ei­nem Fahr­zeug die durch die Soft­ware be­rech­ne­ten Ein­zel­bil­der der ein­zel­nen Pro­jek­to­ren

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