JBL Per­for­mance Ma­na­ger und Li­ne Ar­ray Cal­cu­la­tor

Production Partner - - Test | Jbl Vtx A12 -

Tou­ring-sys­te­me wie das JBL VTX A12 wer­den meist bei grö­ße­ren Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­setzt, in de­nen es kom­ple­xe­re Pu­bli­kums­flä­chen zu be­schal­len gilt. Das geht nicht oh­ne Pla­nung und ei­ne ge­naue­re Vor­her­sa­ge von Sys­tem­per­for­mance und Gleich­mä­ßig­keit der Be­schal­lung über al­le Pu­bli­kums­be­rei­che. Fast al­le Her­stel­ler gro­ßer Laut­spre­cher­sys­te­me stel­len da­her Be­rech­nungs­werk­zeu­ge für ih­re Laut­spre­cher zur Ver­fü­gung. Die Be­rech­nung der Ar­rays, sei es als ge­flo­ge­ne Li­ne-ar­rays oder Sub­woo­ferar­rays ist da­bei je­doch nur ein Teil­as­pekt. Für die schnel­le Kon­fi­gu­ra­ti­on, Be­die­nung und auch Über­wa­chung der An­la­ge er­war­tet der An­wen­der heu­te ei­ne Sys­tem­soft­ware, mit der sich die kom­plet­te An­la­ge von der gro­ßen PA bis zu den Büh­nen­mo­ni­tor- oder Fill-sys­te­men kom­plett er­stel­len und im Be­trieb ver­wal­ten lässt. Für die Her­stel­ler er­gibt sich dar­aus ein nicht un­er­heb­li­cher Ent­wick­lungs­auf­wand, der vie­le Jah­re Ar­beits­zeit be­inhal­ten kann – und un­ter Um­stän­den teu­rer in der Ent­wick­lung ist als die ei­gent­li­che Hard­ware. Pro­ble­ma­tisch für die Her­stel­ler ist da­bei, dass der Kun­de die Sys­tem­soft­ware als kos­ten­lo­se Er­wei­te­rung der Hard­ware er­war­tet. Die Soft­ware muss da­her meist in den Hard­ware-ent­wick­lungs­kos­ten mit ein­ge­rech­net wer­den, was auch wie­der zu Stirn­run­zeln bei den Kun­den füh­ren kann. Auch aus die­ser Si­tua­ti­on ent­stand die Ten­denz, ver­stärkt Sys­tem­lö­sun­gen an­zu­bie­ten und we­ni­ger Ein­zel­kom­po­nen­ten, wie es zu frü­he­ren Zei­ten üb­lich war, als man Laut­spre­cher des Her­stel­lers A mit End­stu­fen von B und Con­trol­lern von C ein­setz­te und al­les sel­ber zu­sam­men­stell­te. Der Auf­wand da­hin­ter – und erst recht das Feh­ler­po­ten­zi­al – war er­heb­lich. Al­le gro­ßen

Her­stel­ler bie­ten da­her heu­te kom­plet­te Sys­te­me mit Laut­spre­chern al­ler Ka­te­go­ri­en, da­zu pas­sen­den End­stu­fen mit in­te­grier­tem Con­trol­ler und ei­ne al­les um­fas­sen­de Soft­ware an, die via Netz­werk die Kon­fi­gu­ra­ti­on und Si­gnal­ver­tei­lung über­nimmt.

Bei JBL gibt es da­zu zwei Hand in Hand ar­bei­ten­de Tools: Der Li­ne Ar­ray Cal­cu­la­tor (LAC) für die Pla­nung ei­ner Be­schal­lung und der Per­for­mance Ma­na­ger zur Kon­fi­gu­ra­ti­on und zum Be­trieb der An­la­ge. Man be­ginnt mit dem LAC und de­fi­niert dort im Schnitt­bild die Hö­r­er­flä­chen und die Po­si­tio­nen des Ar­rays. Es kann im­mer nur je­weils ein Ar­ray be­rech­net wer­den, wo­bei im Vor­feld zu un­ter­schei­den ist, ob es sich um ein ge­flo­ge­nes oder im Gro­und­stack be­trie­be­nes Ar­ray han­delt. Sub­woo­fer sind zur­zeit noch se­pa­rat zu be­trach­ten und un­ter­schei­den sich nach ge­flo­ge­nen Subs oder Bass-ar­rays am Bo­den. Die Be­rech­nung er­folgt dann im­mer nur in ei­ner Ebe­ne. Bei den Li­ne-ar­rays ist das der Längs­schnitt und für Sub­woo­fer-ar­rays am Bo­den die Gr­und­flä­che. 3D-an­sich­ten und Kom­bi­na­tio­nen ver­schie­de­ner Mo­del­le sind zur­zeit noch nicht mög­lich. Der LAC be­fand sich zu un­se­rem Test­zeit­punkt En­de Ju­ni 2017 für die neue Ver­si­on 3.0 noch im Be­ta­test-sta­di­um.

Nach die­sen Vor­ga­ben be­rech­net der LAC zü­gig ein Map­ping für die Schnitt­flä­che, für das der be­trach­te­te Fre­quenz­be­reich von 1 bis 8 khz aus­ge­wählt wer­den kann. Wie die im Map­ping an­ge­zeig­ten Pe­gel­wer­te zu in­ter­pre­tie­ren sind, bleibt lei­der of­fen. Wün­schens­wert wä­re auch die Mög­lich­keit, tie­fe­re Fre­quenz­be­rei­che an­ge­zeigt zu be­kom­men oder auch breit­ban­dig ver­schie­de­ne Si­gnal­ty­pen wie Pin­knoi­se, EIA-426B Noi­se oder auch ein Sprach­spek­trum für die Be­rech­nung aus­wäh­len zu kön­nen.

Möch­te man die zu er­war­ten­den Fre­quenz­gän­ge se­hen, dann kön­nen auf den Hö­r­er­flä­chen bis zu acht vir­tu­el­le Mess­mi­kro­fo­ne ge­setzt wer­den, für die dann die Fre­quenz­gän­ge be­rech­net wer­den. Auch hier be­merkt man noch das Be­ta­sta­di­um der Soft­ware, bei den Fre­quenz­gän­gen fehlt noch die Be­schrif­tung bei­der Ach­sen der Gra­fik. In der Dsp-funk­ti­on des Ar­rays kön­nen di­ver­se Fil­ter nach Vor­ga­be, z. B. zur Kom­pen­sa­ti­on der Aus­brei­tungs­dämp­fung, oder auch nach Wunsch des An­wen­ders ge­setzt wer­den. Ne­ben den akus­ti­schen Ei­gen­schaf­ten be­rech­net der LAC auch die me­cha­ni­schen Wer­te. Be­rech­net wer­den die Ab­mes­sung, der Schwer­punkt und die Last­ver­tei­lung am Flug­rah­men. Die Pick­points kön­nen va­ri­iert und auch ein op­tio­na­ler Pull Back Fra­me ein­ge­setzt wer­den.

So­bald die Kon­fi­gu­ra­ti­on fest­ge­legt und die Hard­ware zu­sam­men­ge­stellt ist, geht es dar­um, die­se vor­zu­kon­fi­gu­rie­ren. Jetzt kommt der Per­for­mance Ma­na­ger ins Spiel, der al­le Laut­spre­cher, Ver­stär­ker und Con­trol­ler ab­bil­det. „Ver­stär­ker und Con­trol­ler“be­deu­tet in die­sem Fall Crown-end­stu­fen I-tech HD mit in­te­grier­tem Bss-con­trol­ler oder al­ter­na­tiv Dri­ve Racks mit dbx-con­trol­ler. Im hier ge­zeig­ten Bei­spiel se­hen wir ein Se­t­up mit Li­ne-ar­rays be­ste­hend aus je acht VTX A12 und zwei St­acks mit je vier Sub­woo­fern. Hin­zu kom­men vier Crown V-am­pracks. Zwei sind für die Vtx-a12-ar­rays mit je drei I-tech HD 4x3500 be­stückt und zwei für die Sub­woo­fer mit je drei I-tech HD 12000. Im Per­for­mance Ma­na­ger kön­nen dann, wie hier im Bild ge­zeigt, die End­stu­fen den Laut­spre­chern und de­ren We­gen zu­ge­ord­net und an­schlie­ßend die Se­tups aus dem LAC hoch­ge­la­den wer­den.

Rig­ging-in­for­ma­tio­nen aus dem Li­ne Ar­ray Cal­cu­la­tor

Per­for­mance Ma­na­ger für die VTX Sys­te­me zu der ge­ge­be­nen Kon­stel­la­ti­on kön­nen die We­ge der Laut­spre­cher den End­stu­fen­ka­nä­len durch ein­fa­ches Zie­hen zu­ge­ord­net wer­den

Li­ne Ar­ray Cal­cu­la­tor mit dem Map­ping bei 1 khz für ein Ar­ray aus acht VTX A12

Mess­punk­te auf den Hö­r­er­flä­chen für die in der klei­nen Gra­fik (un­ten Mit­te) die Fre­quenz­gän­ge an­ge­zeigt wer­den

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