Strand Light­ing 200F TV Fres­nel

Production Partner - - Led-stufenlinsen-übersicht | Strand Lighting 200f - Text und Bil­der: Her­bert Bern­städt

Nach­dem wir in der letz­ten Ausgabe den Eu­ro­li­te LED THA-250F COB ge­tes­tet ha­ben, schau­en wir uns in die­ser Ausgabe den Strand Light­ing 200F TV Fres­nel und den Film­ge­ar LED Spot 150 (ab Sei­te 44) an. Wel­che Er­fah­run­gen hat Strand Light­ing in sei­ne neue Stu­fen­lin­se ein­flie­ßen las­sen?

Strand ist ein Ur­ge­stein im Ver­an­stal­tungs­markt – lan­ge be­vor das Wort „Event“ge­bräuch­lich wur­de. Dann wur­de es lan­ge still um den eins­ti­gen Markt­füh­rer. Jetzt – mit Phi­lips als Ei­gen­tü­mer im Rü­cken – wer­den wie­der neue Pro­duk­te ent­wi­ckelt. Das Er­geb­nis kön­nen wir am 200F TV se­hen: Die neue Stu­fen­lin­se ver­eint die lang­jäh­ri­ge Er­fah­rung der Fir­ma Strand, kom­bi­niert mit dem neus­ten Know-how des Phi­lips­kon­zerns.

Bei der Led-en­gi­ne han­delt es sich um ein Weiß­licht-ar­ray, bei dem die ein­zel­nen blau­en Chips mit ei­ner Phos­phor­schicht über­zo­gen sind. Ein NTC auf dem Bo­ard mel­det die ak­tu­el­le Tem­pe­ra­tur an die Steue­rung zu­rück. Das Bo­ard ist auf ei­ne Wär­me­tau­scher­plat­te auf­ge­presst, wel­che die Wär­me über Heat­pipes zu den da­hin­ter sit­zen­den Kühl­ble­chen ver­teilt und mit­tels Lüf­ter zwangs­ge­kühlt wird. Es gibt drei Lüf­ter­mo­di, wo­bei die Licht­leis­tung beim Si­lent-mo­de deut­lich ge­senkt wird. Der Lüf­ter dreht in die­sem für Ge­räusch-sen­si­ble Or­te kon­zi­pier­ten Mo­dus zwar auch, aber deut­lich lang­sa­mer als in den bei­den an­de­ren Mo­di. Das Ar­ray wird her­me­tisch ge­gen Schmutz ab­ge­kap­selt, wo­bei

der Rah­men gleich­zei­tig als Trä­ger ei­ner Lin­se dient, die da­für sorgt, dass die 175-mm-fres­nel­l­in­se op­ti­mal aus­ge­leuch­tet wird.

Die Licht­qua­li­tät ist ein Zu­sam­men­spiel aus Led-en­gi­ne mit Pri­mär­lin­se und der Stu­fen­lin­se des Schein­wer­fers. Da­bei ist die Fres­nel­l­in­se fix, wäh­rend die Led-en­gi­ne nebst Kühl­kör­per über ei­ne Spin­del­füh­rung im Ab­stand zur Lin­se va­ri­iert wird. Wie es für Weiß­licht-leds ty­pisch ist, ist das Rot R9 ein we­nig schwä­cher aus­ge­prägt. Glei­ches gilt auch für die blaue Test­far­be, wo­bei der Chip selbst Blau in Men­gen pro­du­ziert, das aber lei­der nicht die Wel­len­län­ge der Test­far­be trifft. Ei­ne Beur­tei­lung auf Ba­sis des Cri-in­de­xes ist bei schmal­ban­dig emit­tie­ren­den LEDS da­her im­mer pro­ble­ma­tisch: Ob­wohl ei­gent­lich ge­nü­gend Far­be vor­han­den ist, kann der Wert schlecht aus­fal­len, wenn sie „knapp da­ne­ben liegt“. Der um­ge­kehr­te Fall ist na­tür­lich auch mög­lich – dann wird die­se Far­be förm­lich „ge­pimpt“. Auch ei­ne Er­wei­te­rung der Test­far­ben (wie beim TL-CI-WERT) än­dert prin­zi­pi­ell nicht die Ge­fahr ei­ner Fehl­be­wer­tung schmal­ban­di­ger Farb-leds. Heu­te wird im­mer mehr das Mess­ver­fah­ren TM30 ver­wen­det, das zum CRI noch den Far­b­raum in die Be­trach­tung ein­schließt.

Die Farb­tem­pe­ra­tur sitzt gut auf der Plank­schen Kur­ve, so dass ein Grünoder Ma­gen­ta-stich in der Ka­me­ra nicht zu er­war­ten ist. Man hat beim Weiß­licht-ar­ray so­wie­so kei­ne Mög­lich­keit, ei­nen Shift ins Grü­ne oder Ma­gen­ta durch­zu­füh­ren.

Bei der Be­trach­tung des Licht­wurfs ist man über die Ho­mo­ge­ni­tät ent­zückt: Der Strand 200F TV be­sticht mit ei­ner ein­wand­frei­en, ho­mo­ge­nen Aus­leuch­tung. Nur im Rand­be­reich wird die Licht­far­be auf­grund der Phos­phor­schicht, der Geo­me­trie und Op­tik ein we­nig gelb­li­cher. So wird dort ei­ne Licht­far­be von nur noch 5.200K ge­mes­sen, wäh­rend im Zen­trum ei­ne leich­te Er­hö­hung von 5.800K fest­zu­stel­len ist. Der Zoom­be­reich ist Stu­fen­lin­sen-ty­pisch und gut ge­lun­gen,

oh­ne dass Ha­lo­rin­ge oder an­de­re stö­ren­de Ef­fek­te aus­zu­ma­chen sind. Das Licht­feld bleibt auch in Spot­stel­lung rund. Die Tor­klap­pen ar­bei­ten ein­wand­frei und de­ren Schat­ten sind ge­ra­de und oh­ne nen­nens­wer­te Mul­ti­quel­len­ab­stu­fun­gen. Kurz­um: mit dem Licht ar­bei­tet man ger­ne.

Lam­pen­auf­bau

Der Auf­bau des Strand 200F TV ist sehr mo­du­lar und aus mas­si­vem Alu­druck­guss so­wie -pro­fi­len zu­sam­men­ge­setzt. Mit nur sechs Schrau­ben kann man die Ba­sis vom Lam­pen­kopf tren­nen, wo­bei noch der Lüf­ter über ei­nen Steck­kon­takt ab­ge­klemmt wird. Für den Ser­vice bie­tet der Auf­bau in Sa­chen Ge­schwin­dig­keit enor­me Vor­tei­le. Zum Rei­ni­gen der Lin­sen, al­so der Fres­nel­l­in­se wie auch der pri­mä­ren Led-sam­mel­lin­se, kann die Front­lin­se ein­fach und oh­ne Werk­zeug auf­ge­klappt wer­den. Da­mit hat man aber auch die Mög­lich­keit, di­rekt in die Elek­tro­nik, die sich im Bas­e­ment be­fin­det, hin­ein­zu­grei­fen. Sor­gen über Span­nungs­schlä­ge muss man sich da­bei aber laut Her­stel­ler nicht ma­chen, da nur Klein­span­nungs­tei­le di­rekt be­rühr­bar sind. So kann man ein­fach und schnell die Ver­schmut­zung ent­fer­nen.

Ei­ne Stär­ke des 200F TV sind ne­ben dem sau­be­ren Licht­bild zwei­fels­frei sei­ne durch­dach­ten De­tails. Es fängt bei ei­nem Far­brah­men an, der mit zwei Ab­fla­chun­gen ge­nau in den Rah­men­hal­ter ein­ge­scho­ben wird. Das hat den Vor­teil, dass zwei vor­han­de­ne Rah­men­ver­tie­fun­gen an der Po­si­ti­on vor­bei­kom­men müs­sen, da­mit ei­ne wei­te­re un­ab­hän­gi­ge Fe­der­ver­rie­ge­lung ein­grei­fen kann. So­mit ist das Zu­be­hör mit ei­ner zwei­ten un­ab­hän­gi­gen Si­che­rung ge­si­chert, oh­ne dass ein wei­te­res Si­che­rungs­seil stört. Ana­log da­zu wird auch die Tor­blen­de mit ei­ner wei­te­ren se­pa­ra­ten Fe­der­he­bel­me­cha­nik se­kun­där ge­si­chert. Nur der Haupt-fe­der­he­bel­me­cha­nis­mus ist ein we­nig schwer­gän­gig bzw. die Fe­der­span­nung zu hoch, um oh­ne grö­ße­ren Kraft­auf­wand die vier­te Hal­te­rung zu ent­rie­geln. Der Fil­ter­rah­men und die vier­flü­ge­li­ge Tor­blen­de sind be­reits im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten, wo­bei auch die Tor­blen­de mit sehr net­ten Ex­tras da­her­kommt. So sind die Na­sen zum Dre­hen der Tor­klap­pe mit ei­ner Be­dienstan­ge als T aus­ge­führt, so dass der Ha­ken der Be­dienstan­ge ei­nen we­sent­lich bes­se­ren Griff hat als bei ei­ner ein­fa­chen Na­se. Aber auch die Fe­der­klem­men an den Flü­geln er­lau­ben das Fest­klem­men des Frost­fil­ters an den Klap­pen, oh­ne dass man sich mit al­ter­na­ti­ven Mög­lich­kei­ten (wie der be­kann­ten Holz­wä­sche­klam­mer) be­hel­fen muss. An die­sen klei­nen, aber fei­nen De­tails und Ex­tras lässt sich gut die Er­fah­rung im Stu­dio­markt von Strand Light­ing ab­le­sen.

Dass Stu­di­o­schein­wer­fer oft­mals Streu­licht bzw. Stör­licht aus­sen­den, spielt im Stu­dio (im Ge­gen­satz zu Thea­ter­an­wen­dun­gen) kei­ne grö­ße­re Be­deu­tung. Den­noch hat man beim 200F TV dar­auf ge­ach­tet, dass das Ge­häu­se recht licht­dicht auf­ge­baut ist und selbst bei der Tor­klap­pen­be­fes­ti­gung bzw. dem Far­brah­men­hal­ter wur­den die Ab­stän­de sehr klein ge­wählt. Zu­sam­men mit dem Vor­bau um die Lin­se her­um gibt es auch nur sehr we­ni­ge Mög­lich­kei­ten, da­mit un­ge­woll­tes Licht aus­tre­ten kann.

Un­ser Test­schein­wer­fer war in der Po­le Ope­ra­ted (stan­gen­be­dien­ba­ren) Va­ri­an­te aus­ge­führt. Der Schlit­ten des Leucht­mit­tels be­nö­tigt für den Zoom­weg ca. vier Um­dre­hun­gen. Die Glo­cke für den Zoom ist da­bei lo­cker ge­la­gert, so dass sie sich in der Tilt-ach­se, je nach Steil­heit des Schein­wer­fers, ent­spre­chend bes­ser zur Be­dienstan­ge hin aus­rich­ten kann. Die Be­di­en­glo­cken selbst sind aus Kunst­stoff ge­fer­tigt. Wie es sich für ei­nen Led-strah­ler ge­hört, sind auch die Strom­an­schlüs­se zum Durch­schlei­fen aus­ge­führt. In der An­lei­tung wird die Ober­gren­ze von acht Ge­rä­ten bei 240 V an­ge­ge­ben, die man hin­ter­ein­an­der schlei­fen darf.

Die Steue­rungs­tech­nik kann man als „sta­te-of-the-art“be­zeich­nen. Acht Tas­ten sind phy­si­ka­lisch vor­han­den, es wer­den bei der Leuch­te je­doch nur sechs Tas­ten be­nö­tigt, um je­den re­le­van­ten Pa­ra­me­ter di­rekt an­spre­chen zu kön­nen. Über das Drehrad las­sen sich schnell Pa­ra­me­ter wir z. B. die Dmx-adres­se ein­stel­len. Das gra­fi­sche Farb­dis­play zeigt al­le re­le­van­ten Grö­ßen – auch die, die man nicht ein­stel­len kann, wie Farb­tem­pe­ra­tur oder CRI. Die­ses Steue­rungs­kon­zept ist durch­dacht und pra­xis­nah aus­ge­führt. Mit drei DMX-MO­DI ist der F200 auch mit 16 Bit zu steu­ern. So kann auch von un­ten her­aus die Stu­fen­lin­se sanft auf­ge­zo­gen wer­den, oh­ne dass Bit­sprün­ge zu se­hen sind. Mit ei­nem wei­te­ren Steu­er­ka­nal kann man dann ei­ne Auf- oder Ab­blen­dung mit in­te­grier­ter Über­blend­zeit durch­füh­ren, falls der F200 nur mit Dmx-tes­ter ein­ge­stellt wird. Ne­ben vier Dim­mer­kur­ven, ei­nem Re­s­pon­se-mo­de, der das Ha­lo­gen­dim­mer­ver­hal­ten si­mu­liert, las­sen sich auch nicht viel mehr Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten aus ei­nem Weiß­licht-ar­ray her­aus­ho­len. Na­tür­lich ar­bei­tet hier RDM zur Me­nü­fer­nein­stel­lung eben­falls ein­wand­frei.

In­ter­es­sant ist noch die Tak­tung der PWM mit ca. 20 khz – oder eher die re­sul­tie­ren­de Licht­ab­ga­be, denn es wird der Strom­fluss ver­schleift, so dass eher ein Sä­ge­zahn als Licht aus­ge­ge­ben wird, der bei ho­hen Dim­mer­wer­ten ent­spre­chend ei­nen ge­hö­ri­gen Off­set mit­bringt, so dass „Licht­lü­cken“ei­ner ty­pi­schen PWM gar nicht ent­ste­hen kön­nen. So ist auch bei 100 % An­steue­rung der Sä­ge­zahn auf dem Os­zi zu se­hen, wel­cher aber mit ge­hö­ri­gem Kon­stant­strom un­ter­baut ist. So wird mit dem F200 kein Fli­ckern ei­ner Ka­me­ra zu er­war­ten sein.

Die Led-en­gi­ne auf dem Schlit­ten im Bas­e­ment

Plan-con­vex-lin­se über dem Ar­ray

Licht­quel­le Weiß­licht-ar­ray

Ar­ray auf der Wär­me­tau­scher­plat­te dar­un­ter die Heat­pipes und die Kühl­rip­pen

Licht­feld Zoom von weit auf eng

Ar­re­tie­rung der Tor­klap­pe

Auf­bau Alu­pro­fi­le bil­den das Ge­häu­se – die Sei­ten­tei­le und das Bas­e­ment sind aus Alu­druck­guss ge­fer­tigt

Sau­be­re Ab­schat­tung mit der Tor­blen­de

Be­di­en­feld 8-Tas­ten­me­nü, Farb­dis­play und Stell­rad; das Dis­play gibt al­le re­le­van­ten Pa­ra­me­ter in der Über­sicht an

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