Sub­woo­fer füh­len

Production Partner - - Inhalt -

Nur zwei Bei­ne wa­ren von mei­nem Ton-kol­le­gen noch zu se­hen, als er sich bäuch­lings in die Bass­hör­ner sei­ner ge­sta­pel­ten Wall of Sound hin­ein­robb­te: „Hier kommt ir­gend­wie nix raus?!“Amp-vus zuck­ten, die Ka­bel wa­ren ge­checkt, die Lit­zen klemm­ten auf dem Chas­sis. Des Rät­sels Lö­sung präg­te mein jun­ges Ver­ständ­nis von Pha­sen­la­gen: rot und schwarz zu ver­tau­schen be­deu­tet in ei­nem Sub­woo­fer-stack „viel In­put, den­noch kein nen­nens­wer­ter Out­put“. Jahr­zehn­te spä­ter ein ähn­li­ches Aha-er­leb­nis, an­ge­sagt war ei­ne Pro­dukt­vor­stel­lung. Hin­ter den Subs ste­hend fiel mein Blick auf ein klei­nes, vom An­schluss­ka­bel her­un­ter­bau­meln­des Klett­band: wie vor ei­nem pul­sie­ren­den Ge­blä­se flat­ter­te es im Rhyth­mus der De­mo-tracks auf und ab. Hier wur­de mäch­tig Luft be­wegt! Nur zu hö­ren war auch jetzt wie­der – ei­gent­lich nix. Dies­mal aber mit Ab­sicht, und zwar nur hin­ter, nicht vor den Subs. Mir war klar: das ist es, jetzt be­kom­men wir die Bäs­se in den Griff! Al­len Un­ken­ru­fen (be­züg­lich des Mehr­auf­wands) zum Trotz, tra­ten die­se Ide­en der ge­ziel­ten Be­schal­lung mit tie­fen Fre­quen­zen end­lich ih­ren Sie­ges­zug an.

Um die­se Tech­nik soll es in die­ser Aus­ga­be aber nicht al­lei­ne ge­hen, viel­mehr hat uns in­ter­es­siert: Wel­che neu­en Frei­hei­ten bie­ten sich in der Sound­ge­stal­tung, seit­dem wir nicht mehr ei­nem mehr oder we­ni­ger un­be­herrsch­ba­ren Her­um­ge­dröh­ne aus­ge­lie­fert sind? Wo braucht man Bass, wo nicht? Und wel­chen Ide­en für die Bas­säs­the­tik ha­ben Mu­si­ker und Stu­dio­kol­le­gen, so­zu­sa­gen als Ge­gen­fra­ge zum ge­le­gent­lich zu hö­ren­den „ihr Be­schal­ler ver­murkst im­mer nur un­se­re tol­len Sounds“?

Da­mit es dann nicht zu viel wird mit Mei­nung und Ge­fühl, frag­ten wir si­cher­heits­hal­ber noch zwei Ent­wick­lungs­in­ge­nieu­re: Wie baut ihr Sub­woo­fer, an wel­chen Pa­ra­me­tern er­ken­nen wir, ob sie ge­lun­gen sind? Und was re­sü­miert Hen­ry Dah­men, ei­ner der zwei nüch­ter­nen R&DS, ab­schlie­ßend?

„Das Au­ge und Ge­füh­le be­ein­flus­sen das Hö­ren viel mehr, als die meis­ten sich vor­stel­len kön­nen.“

Uffz. Na dann wün­sche ich, dass sich die­se Aus­ga­be von PRODUCTION PART­NER rich­tig kraft­voll an­fühlt – los geht’s!

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.