Sub-spe­cial: Wahr­neh­mung – Bäs­se wir­ken mit Bei­werk noch bes­ser

Production Partner - - Inhalt - Text: Tho­mas Jen­d­rosch | Fo­tos: Det­lef Ho­e­pfner (2), Mar­cel Courth, Tho­mas Jen­d­rosch

Okay, der Film „Se­le­na“mit der jun­gen Jen­ni­fer Lopez in der Haupt­rol­le ist schon et­was spe­zi­ell. Aber wer sich ver­ge­wis­sern will, wie Bäs­se auf Men­schen­mas­sen wir­ken, der soll­te sich den Film ru­hig ein­mal gön­nen: Da steht Se­le­nas Va­ter, der zugleich ihr Ma­na­ger ist, gleich zu An­fang des Films bei ei­nem Kon­zert hin­ter dem Misch­pult und macht den Ton­tech­ni­kern kla­re An­sa­gen: „I want to feel the bass drum!“Da­nach geht die Mu­sik so rich­tig ab – und der be­geis­ter­te Zu­schau­er auch.

Tie­fe Tö­ne spie­len für die mensch­li­che Psy­che ei­ne wich­ti­ge Rol­le: Sie be­ein­flus­sen Stim­mun­gen und ver­mit­teln emo­tio­na­le Ein­drü­cke, nicht nur in der Mu­sik. Von ei­nem Ma­na­ger oder ei­nem Po­li­ti­ker er­war­tet man un­be­wusst, dass er mit fes­ter und so­no­rer Stim­me spricht. Ei­ne Füh­rungs­per­son mit Fis­tel­stim­me – egal ob Mann oder Frau – dürf­te ei­ni­ge Schwie­rig­kei­ten ha­ben, so rich­tig ernst ge­nom­men zu wer­den, denn es fehlt ihr an akus­ti­schem Ge­wicht. Ei­ne tie­fe Stimm­la­ge wirkt do­mi­nant und ehr­furcht­ge­bie­tend, aber auch ver­trau­en­s­ein­flö­ßend – und manch­mal se­xy. Zu­min­dest sa­gen das die weib­li­chen Fans des Sän­gers Bar­ry Whi­te, ob­wohl sein Bauch am En­de schon ei­nen be­ängs­ti­gend gro­ßen Re­so­nanz­kör­per ge­bil­det hat­te. Aber in der Mu­sik muss das so sein. Ein dün­ner Pa­va­rot­ti wä­re eben­so un­ge­wohnt wie ei­ne schlan­ke Joy Fle­ming. Wer die tie­fen Tö­ne tref­fen will, braucht ne­ben Ge­fühl auch Vo­lu­men. Auch um­ge­kehrt klingt es aus­ge­spro­chen ko­misch, wenn Er­wach­se­ne ih­re tie­fe Stim­me künst­lich er­hö­hen, et­wa mit He­li­um aus ei­nem Bal­lon: Die klei­nen Chip­munks las­sen dann herz­lich grü­ßen.

Die au­di­tive Wahr­neh­mung ist wie al­le mensch­li­chen Fä­hig­kei­ten vor dem Hin­ter­grund der Evo­lu­ti­on zu se­hen. Wir sind

auf be­stimm­te Hör­be­rei­che pro­gram­miert und bio­lo­gisch ent­spre­chend aus­ge­stat­tet. Un­ser äu­ße­res Ohr fil­tert Fre­quen­zen au­ßer­halb des Hör­be­reichs von 20 Hertz bis et­wa 16.000 Hz be­reits weit­ge­hend weg. Gut hö­ren wir im Be­reich um 3.000 Hz. Tö­ne un­ter­halb von 1.000 Hz for­dern die Fä­hig­kei­ten des Ge­hörs da­ge­gen be­son­ders: Bei der Lo­ka­li­sa­ti­on der Schall­quel­le muss sich das Ge­hirn an­stren­gen, um Lauf­zeit­dif­fe­ren­zen zwi­schen lin­kem und rech­tem Ohr zu er­rech­nen. In­so­fern ist es wohl nicht ganz un­er­heb­lich, wo im Raum Sub­woo­fer po­si­tio­niert wer­den, weil auch sie mit et­was Kon­zen­tra­ti­on ge­or­tet wer­den kön­nen. Al­ler­dings fällt es dem Men­schen bei tie­fe­ren Fre­quen­zen schwer, das Klang­bild zu dif­fe­ren­zie­ren: Mu­sik wird von Bäs­sen da­her auch zu­meist nur be­glei­tet, wäh­rend die Me­lo­die auf hö­he­ren Fre­quen­zen ge­stal­tet wird. „Mat­schig“oder dröh­nend soll­te der Sound den­noch nicht sein, denn sonst be­dankt sich der Hö­rer für ei­nen Brumm­schä­del, den dif­fu­se Miss- und Nach­klän­ge be­rei­ten kön­nen.

Wie die Wir­kung tie­fer Fre­quen­zen ge­fühls­mä­ßig er­lebt wird, macht auch die Spra­che deut­lich: Der Sound klingt dann „fett“, die Beats ha­ben „Po­wer“und ge­hen voll „in den Bauch“und – bei Tanz­mu­sik – hof­fent­lich auch „in die Bei­ne“. Mu­si­ka­li­sche Emp­fin­dun­gen be­kom­men in der Spra­che mit­hin ei­ne sicht­ba­re Gestalt. Ein Bass muss phy­si­schen Druck ha­ben, da­mit auch die mensch­li­che Mo­to­rik an­ge­regt wird. Schon in den 80er Jah­ren wa­ren Ghet­to­blas­ter be­lieb­te Kra­wall­brü­der, mit de­nen man die Beats auf die Stra­ße brin­gen konn­te. Heu­te sorgt so man­che „Boom­box“auf dem Bal­kon da­für, dass Bäs­se nicht nur über das Ohr auf­ge­nom­men wer­den, son­dern auch über un­zäh­li­ge Mechano­re­zep­to­ren, die im gan­zen Kör­per ver­teilt sind. Schall ist be­weg­te Luft.

Und die­ser Luft­druck be­wirkt, dass wir den Takt und den Rhyth­mus spü­ren, der zu­meist von den tie­fen Tö­nen vor­ge­ge­ben wird. Wer schon ein­mal Par­ty­ur­laub auf Mallor­ca ge­macht hat, der wird das Wum­mern der Bäs­se spä­tes­tens dann ver­flucht ha­ben, wenn er spät­nachts in sei­nem Ho­tel­bett liegt und nicht schla­fen kann, weil die tie­fen Fre­quen­zen die Zim­mer­wän­de auch über grö­ße­re Ent­fer­nung hin­weg noch be­ben las­sen.

Die Do­sis macht das Gift

Für In­ge­nieu­re ist es ein be­kann­tes Phä­no­men, dass nie­der­fre­quen­te Wel­len so­gar Brü­cken und Häu­ser zum Ein­sturz brin­gen kön­nen. Da­mit ein Bau­werk nicht zum Schwin­gen ge­bracht wird, ist gu­te Dämp­fung ge­fragt. Ärz­te be­rich­ten, dass so­gar Men­schen in Ge­fahr ge­ra­ten kön­nen, wenn sie nied­ri­gen Fre­quen­zen bei zu star­kem Schall­druck aus­ge­setzt sind: Dann droht der Pneu­mo­t­ho­rax, al­so das Zer­bers­ten der Atem­ge­fä­ße. Für Her­stel­ler von Mu­sik­ab­spiel­ge­rä­ten wur­den, zu­min­dest was die Ge­samt­laut­stär­ke be­trifft, be­reits Höchst­gren­zen zwi­schen 85 und 100 dbb(a) (ent­spricht ei­nem Press­luft­ham­mer in et­wa ei­nem Me­ter Ent­fer­nung) zum Schutz der Kon­su­men­ten ge­for­dert. Dis­ko­the­ken- und Kon­zert­be­su­cher kom­men lo­cker auf 100 DB(A) und noch mehr, wo­bei gera­de die tie­fen Fre­quen­zen sprich­wört­lich in den Bauch ge­hen. Her­bert Grö­ne­mey­er hat die­sen Ef­fekt in ei­nem äl­te­ren Song von 1983 ein­mal an­schau­lich be­schrie­ben: „Sie mag Mu­sik nur, wenn sie laut ist. Das ist al­les, was sie hört. Sie mag Mu­sik nur, wenn sie laut ist, wenn sie ihr in den Ma­gen fährt.“Das Lied han­delt von ei­nem tau­ben Men­schen, der aber durch­aus in der La­ge ist, Mu­sik auch über tief­tö­nen­den Kör­per­schall wahr­zu­neh­men.

Gera­de in der elek­tro­ni­schen Tanz­mu­sik sind tie­fe Tö­ne ein er­wünsch­tes Stil­mit­tel. Durch Syn­the­si­zer und Equa­li­zer las­sen sich Fre­quenz­spek­tren und neu­ar­ti­ge Wel­len­for­men er­zeu­gen, die den Reiz die­ser Mu­sik­rich­tung aus­ma­chen. Es war zu er­war­ten, dass sich auch das Mi­li­tär den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten der Klang­er­zeu­gung an­nimmt. Auf Kon­zer­ten sind es Tief­tö­ner, die mit ih­ren gro­ßen Mem­bra­nen die Beats zu den Mas­sen brin­gen. In mo­di­fi­zier­ter Form kön­nen sie aber auch als ge­fähr­li­che Schall­ka­no­ne die­nen. Der Geg­ner er­lei­det durch ex­trem tie­fe Tö­ne, d. h. durch In­fra­schall, ein Ge­fühl von Übel­keit, Schwin­del und Pa­nik. Wie in der Me­di­zin gilt auch in der Mu­sik: Die Do­sis macht das Gift, da­mit Hö­rer nicht ver­grault wer­den. Fans der Hör­spiel- bzw. Buch­rei­he „Die drei Fra­ge­zei­chen“kön­nen sich in die­sem Zu­sam­men­hang wahr­schein­lich so­fort an die Fol­ge mit dem „Ge­spens­ter­schloss“er­in­nern. In der Ge­schich­te ver­sucht ein Schloss­be­sit­zer, un­lieb­sa­me Be­su­cher in die Flucht zu schla­gen. Und zwar durch tie­fe Or­gel­tö­ne, die un­ter­halb der mensch­li­chen Hör­schwel­le lie­gen. Es ist ei­ne Art Flim­mer­gren­ze, ähn­lich dem Vor­be­wuss­ten in der Tie­fen­psy­cho­lo­gie, die das be­wuss­te Hö­ren vom in­tui­ti­ven Spü­ren schei­det. Dass die drei Fra­ge­zei­chen der Sa­che mit dem In­fra­schall schnell auf die Spur ka­men, ver­steht sich von selbst.

Auch im Ki­no ist der Ein­satz sehr tie­fer Fre­quen­zen ein be­währ­tes Mit­tel zur emo­tio­na­len Be­ein­flus­sung. Sound­de­si­gner wie Hans Zim­mer in Hol­ly­wood las­sen aus der ge­schick­ten Ver­bin­dung von Bild und pas­sen­dem Ton, der ger­ne auch im 20-Hertz-be­reich an­ge­sie­delt sein kann, be­we­gen­de Block­bus­ter ent­ste­hen. Der Sound be­stimmt die Wir­kung des

Films maß­geb­lich mit, was zur Fol­ge hat, dass kein Ki­no heu­te oh­ne ein fet­tes Sur­round-sys­tem aus­kommt, das die Sit­ze der Be­su­cher sprich­wört­lich er­be­ben lässt. In man­che Pols­ter wer­den so­gar Mo­to­ren ein­ge­baut, da­mit sich ein ech­tes, zum Tief­ton pas­sen­des Vi­bra­ti­ons­bild ein­stellt. Ähn­lich kon­stru­ier­te Arm­bän­der für Klang­fans sind er­hält­lich, die sich per Funk mit ei­ner Mu­sik­an­la­ge syn­chro­ni­sie­ren, um den Ein­druck der Bäs­se di­rekt auf die Haut des Hö­rers zu über­tra­gen. Mu­sik be­wegt, und tie­fe Fre­quen­zen be­son­ders: Ge­nau dar­auf be­ruht das be­rühm­te Gän­se­haut-fee­ling, al­so ein akus­tisch aus­ge­lös­te Grund­ge­fühl. An die­ser Stel­le sei noch ein­mal an den Mu­sik­film „Se­le­na“er­in­nert: Ge­sang, Ge­fühl, ei­ne gött­li­che Jen­ni­fer Lopez in gro­ßer Are­na – hier kommt ein­fach al­les zu­sam­men ;-)

„Wir brau­chen Bass“: Rei­ze wer­den mul­ti­modal auf­ge­nom­men

Ei­ne spon­ta­ne As­so­zia­ti­on zu tie­fen Tö­nen lie­fert dem Ken­ner der Hip-hop-sze­ne wohl eher „Das Bo“. Mit sei­nem Vi­deo­clip

»Beim Hör­ver­hal­ten des Men­schen geht es we­ni­ger um tech­ni­sche Kenn­zah­len von Bo­xen und Ver­stär­kern, son­dern um das sub­jek­ti­ve Klang­ge­fühl, das sich beim Hö­rer ein­stellt.« Tho­mas Jen­d­rosch | Me­di­en-, Kon­sum- und Ver­hal­tens­for­scher

zum Song „Tür­lich, tür­lich (si­cher, Di­cker)“sorg­te der Ham­bur­ger Rap­per im Jahr 2000 für den Hin­gu­cker des Jah­res. Doch der Re­frain, „Wir brau­chen Bass“, war das ei­gent­li­che mu­si­ka­li­sche Pro­gramm. Die im Vi­deo auf­ge­türm­ten Bo­xen­ber­ge bo­ten den da­vor dra­pier­ten Mo­dels aus­rei­chend Ge­le­gen­heit zum tex­tilar­men Tanz: ein Mei­len­stein der Mu­sik­ge­schich­te. Das Au­ge hört mit, könn­te man hier sa­gen, denn aus der Wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gie ist be­kannt, dass Rei­ze mul­ti­modal, d. h. über meh­re­re Ka­nä­le auf­ge­nom­men und ganz­heit­lich ver­ar­bei­tet wer­den. Wer ei­nen Pud­ding ver­zehrt, der gelb­lich aus­sieht und schwar­ze Körn­chen ent­hält, der schmeckt die le­cke­re Va­nil­le­scho­te förm­lich her­aus – auch wenn in Wirk­lich­keit nichts wei­ter drin ist als Far­be und Kun­sta­ro­ma. Und wer ei­ne gro­ße Laut­spre­cher­box sieht, bei der die Mem­bran vi­briert und die Tän­ze­rin da­vor rhyth­misch wa­ckelt, der wird sich im Wum­mern, das er hört, auch vi­su­ell be­stä­tigt se­hen. Man den­ke hier nur an die Tu­ning-sze­ne, die Au­tos so mit Bass-bo­xen auf­motzt, dass am En­de der gan­ze Wa­gen vom Bo­den ab­hebt, wenn die An­la­ge auf­ge­dreht wird: tie­fe Tö­ne brau­chen or­dent­lich Hub. Aber ge­nau das ist ja auch die ge­woll­te Bot­schaft. Si­ze mat­ters – auch in der Akus­tik.

Und hier lie­gen die Po­ten­zia­le: Akus­ti­sche Rei­ze müs­sen nicht iso­liert über­tra­gen wer­den. Schon die gu­te al­te Licht­or­gel aus dem Par­ty­kel­ler be­glei­te­te Bäs­se mit wech­seln­den Licht­be­we­gun­gen. Tat­säch­lich gibt es Men­schen (Sy­näs­the­ten), die von Ge­burt an Far­ben „hö­ren“kön­nen. Zu­letzt stell­te so­gar Peu­geot ein Au­to vor, des­sen kom­plet­te äu­ße­re La­ckie­rung sich auf die Mu­sik ein­stellt, die aus der Sound­an­la­ge kommt. Bei sanf­ten Beats glei­tet man z. B. in Rot über den As­phalt, bei Drum ’n’ Bass dann in Dun­kel­blau. Mood­paint nennt sich das Ver­fah­ren. Gera­de die Emo­tio­na­li­tät tie­fer Tö­ne bie­tet sich an, sie mit be­glei­ten­den Er­leb­nis­rei­zen auf­zu­la­den. Mu­si­kevents könn­ten von krea­ti­ven Kom­bi­na­tio­nen sol­cher Art eben­falls pro­fi­tie­ren.

Un­ter äs­the­ti­schen Aspek­ten sieht die Sa­che na­tür­lich an­ders aus. Far­ben sind Ge­schmacks­sa­che. Und auch gro­ße Bo­xen lie­fern zwar ei­nen gu­ten Bass, neh­men aber viel Platz weg, sind un­hand­lich und stö­ren mit­un­ter das ge­sam­te Raum­ge­fü­ge. Haus­frau­en, so wird be­rich­tet, kön­nen mit akus­ti­schen Un­ge­tü­men im Wohn­zim­mer meist we­ni­ger an­fan­gen als ih­re au­dio­phi­len Ehe­män­ner. Man­che Her­stel­ler von Laut­spre­cher­bo­xen dre­hen das Prin­zip da­her um. Sie wol­len den Hö­rer da­mit über­ra­schen, dass auch klei­ne Ge­häu­se gut klin­gen kön­nen. Kri­ti­ker be­zwei­feln das, und spre­chen von „Brüll­wür­feln“. Da­mit es mit dem Mu­sik­ge­nuss den­noch klappt, wird aber nicht die Phy­sik über­lis­tet, son­dern das Hör­ver­hal­ten des Men­schen ge­nutzt. Da­bei geht es we­ni­ger um tech­ni­sche Kenn­zah­len von Bo­xen und Ver­stär­kern, son­dern um das sub­jek­ti­ve Klang­ge­fühl, das sich beim Hö­rer ein­stellt. Und da der Mensch in sei­ner Wahr­neh­mung oh­ne­hin be­schränkt ist, kann man psy­cho­lo­gisch ge­se­hen durch­aus ei­ni­ge Fre­quen­zen be­to­nen und an­de­re we­glas­sen, oh­ne dass das Hör­ge­fühl lei­det. Die­ses Sound­tu­ning ist das Er­geb­nis prak­ti­scher Psy­cho­lo­gie, wie sie auch das Mp3-for­mat nutzt: man­che Tö­ne feh­len eben in der Mu­sik, oh­ne dass es dem Durch­schnitts­hö­rer auf­fällt. Und für Men­schen, die den Bass et­was ver­mis­sen, gibt es an der Ste­reo­an­la­ge lan­ge schon die Loud­ness-tas­te: Sie gleicht die Pe­gel an, ver­stärkt ge­zielt die tie­fen Tö­ne, die beim na­tür­li­chen Hö­ren in der Laut­heit schon ein­mal un­ter­ge­hen.

Im All­tag ist üb­ri­gens längst zu be­ob­ach­ten, dass Mu­sik von vie­len Men­schen nur noch beim Au­to­fah­ren so rich­tig in­ten­siv und laut ge­hört wird. Wenn man sich als Pro­du­zent dar­auf ein­stellt, und ein Song im Au­to gut klingt, dann ist er in der Re­gel auch fre­quenz­tech­nisch per­fekt ab­ge­mischt. Mit phy­si­ka­li­scher Kor­rekt­heit und ton­tech­ni­schen Idea­len hat das na­tür­lich we­nig zu tun. Aber dar­auf kommt es wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gisch auch gar nicht an: Am En­de ist es al­lein das sub­jek­ti­ve Hör­er­leb­nis, das zählt.

Tho­mas Jen­d­rosch ist mu­sik­in­ter­es­sier­ter Me­di­en-, Kon­su­mund Ver­hal­tens­for­scher. Er lehrt Wirt­schafts­psy­cho­lo­gie an der FH West­küs­te in Hei­de .

Ein Bass muss phy­si­schen Druck ha­ben, da­mit auch die mensch­li­che Mo­to­rik an­ge­regt wird

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