Test: Odin T-8A Ac­tive Se­ries

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Goertz | Fo­tos: An­selm Goertz, Highli­te (3), Det­lef Ho­e­pfner (1)

Noch ein Li­ne-ar­ray? Das T-8A samt Sub­woo­fer S-18A setzt ei­ge­ne Ak­zen­te: Als voll ak­ti­ve Lö­sung ver­zich­tet es auf al­les, was die Kos­ten über­pro­por­tio­nal in die Hö­he schnel­len las­sen könn­te und bie­tet pra­xis­er­prob­te Tech­nik

„Ob wir das Rad neu er­fin­den? Nein …!“So recht mu­tig steigt der Pro­spekt für das Odin Li­ne-ar­ray ein: Aber fri­schen Wind möch­te man in den Markt brin­gen, so der Her­stel­ler Highli­te. Bei ih­rer täg­li­chen Pra­xis als Ton­tech­ni­ker vor Ort so­wie im Ver­trieb er­kann­ten Ralph Ga­b­riël und Ron Schif­felers von Highli­te den Be­darf nach pro­fes­sio­nel­len Pro­duk­ten in ei­ner güns­ti­gen Preis­klas­se für klei­ne­re und mitt­le­re Ver­an­stal­tun­gen und für das Ver­leih­ge­schäft. Ei­ne Vor­stel­lung vom Kun­den­kreis hat­te man so be­reits, und beim The­ma Fer­ti­gung konn­te man auf die gro­ße Er­fah­rung der ei­ge­nen Mar­ke DAP zu­rück­grei­fen. Die Ent­wick­lung nah­men Ralph Ga­b­riël und Ron Schif­felers zu­sam­men mit ih­ren Part­nern in Chi­na dann kurz­ent­schlos­sen sel­ber in die Hand, und es ent­stand die Laut­spre­cher­se­rie mit dem Na­men „Odin Au­dio­sys­tems by DAP“. Die ers­ten Pro­duk­te in der Odin-se­rie sind ein kom­pak­tes Li­ne-ar­ray mit 2 × 8" Be­stü­ckung und der zu­ge­hö­ri­ge flug­fä­hi­ge 1 × 18" Sub­woo­fer. Bei­de Sys­te­me sind self powe­r­ed und wer­den voll ak­tiv be­trie­ben. Al­le Laut­spre­cher sind zu­dem ver­netz­bar und kön­nen mit der haus­ei­ge­nen Soft­ware kon­fi­gu­riert und kon­trol­liert wer­den. Wei­te­re Mo­del­le für ei­ne kom­plet­te Ran­ge von Büh­nen­laut­spre­chern be­fin­den sich be­reits in der Ent­wick­lung und wer­den fol­gen. Die Ziel­set­zung da­bei ist ei­ne voll pro­fes­sio­nel­le Aus­füh­rung und Aus­stat­tung bei gleich­zei­tig ein­fa­cher Hand­ha­bung, die es dem Ver­lei­her not­falls auch er­laubt, die Laut­spre­cher an tech­nisch we­ni­ger ver­sier­te Kun­den her­aus­zu­ge­ben. Selbst­ver­ständ­lich soll­ten die Odin-sys­te­me da­bei aber auch für klei­ne­re Fir­men preis­lich at­trak­tiv blei­ben, oh­ne dass man, wie heu­te schon fast üb­lich, di­rekt noch ei­ne Fi­nan­zie­rung mit­ver­kau­fen muss.

Wich­tigs­te Gr­und­vor­aus­set­zun­gen sind ei­ne pro­fes­sio­nel­le Aus­füh­rung der Ge­häu­se und der zu­ge­hö­ri­gen Mecha­nik so­wie hoch­wer­ti­ge Kom­po­nen­ten, bei Odin setzt man kom­plett auf Chas­sis des eng­li­schen Tra­di­ti­ons­her­stel­lers Ce­les­ti­on. Für ei­ne ein­fa­che Be­die­nung (und so­mit

auch Be­triebs­si­cher­heit) wähl­te man den ak­ti­ven Self-powe­r­ed-be­trieb – Ver­stär­ker und Con­trol­ler sind schon fest mit an Bord und dem An­wen­der bleibt die Über­le­gung er­spart, wel­che End­stu­fen und Con­trol­ler mit wel­chem Set­up denn nun wie vie­le Laut­spre­cher in wel­cher Kon­stel­la­ti­on be­trei­ben kön­nen. Für di­ver­se Stan­dard­an­wen­dun­gen sind die Ein­stel­lun­gen in den Laut­spre­chern be­reits im Spei­cher ab­ge­legt und der An­wen­der wählt nur noch per Dreh­schal­ter die ge­wünsch­te Ein­stel­lung. Gro­ße oder kom­ple­xe­re Sys­tem kön­nen bei Be­darf aber auch per Soft­ware kon­fi­gu­riert wer­den.

Li­ne-ar­ray Ele­ment T-8A

Die Be­zeich­nung „8A“im Ar­ray-ele­ment T-8A deu­tet be­reits an, dass man es mit ei­nem 8"-Sys­tem – in die­sem Fall 2 ×8" – mit ak­ti­ver Be­triebs­art zu tun hat. Streng ge­nom­men wä­re die rich­ti­ge Be­zeich­nung „ak­tiv self powe­r­ed“(ein ak­ti­ves Sys­tem kann auch mit ex­ter­nen End­stu­fen be­trie­ben wer­den und ein self powe­r­ed Laut­spre­cher durch­aus auch über ei­ne pas­si­ve Wei­che ver­fü­gen, hier ist bei­des der Fall). End­stu­fen und Con­trol­ler be­fin­den sich in der Box und al­le Fil­ter­funk­ti­on sind kom­plett ak­tiv und wer­den von ei­nem DSP aus­ge­führt.

Für ein Li­ne-ar­ray-ele­ment mit 2 × 8"-Be­stü­ckung gibt es meh­re­re wich­ti­ge Ge­sichts­punk­te: Mit der durch die dop­pel­te Tief­ton­be­stü­ckung ver­grö­ßer­ten Mem­bran­flä­che und er­höh­ten Be­last­bar­keit er­reicht man vor al­lem zu tie­fe­ren Fre­quen­zen hin ei­nen kräf­ti­gen Ge­winn beim Ma­xi­mal­pe­gel. Han­delt es sich um ein 2-We­ge-sys­tem, dann ent­steht durch die ver­grö­ßer­te Mem­bran­flä­che aber auch ei­ne ver­stärk­te und schon bei tie­fe­ren Fre­quen­zen ein­set­zen­de Bün­de­lung in der Schall­ab­strah­lung, die ei­nen kon­ti­nu­ier­li­chen Über­gang zum Hoch­tö­ner er­schwe­ren kann. Strebt man, wie beim T-8A, bei ei­ner Über­nah­me­fre­quenz von 1,2 khz ei­nen pra­xis­ge­rech­ten ho­ri­zon­ta­len Öff­nungs­win­kel von 100° an, dann wä­re das Bün­de­lungs­ver­hal­ten der 2 × 8"-An­ord­nung hier schon viel zu eng und es wür­de beim Über­gang zum Hoch­tö­ner ei­ne Sprung­stel­le ent­ste­hen.

Für das T-8A ha­ben die Ent­wick­ler da­her ei­ne spe­zi­el­le Fron­tab­de­ckung kon­stru­iert, bei der die bei­den 8"-Mem­bra­nen nur über je­weils zwei in­nen

lie­gen­de Öff­nun­gen den Schall ab­strah­len. Die Aus­deh­nung der Strah­ler­flä­che wird so deut­lich ver­klei­nert und die Bün­de­lung re­du­ziert. Die da­durch ent­ste­hen­den Kam­mern vor den Mem­bra­nen wir­ken gleich­zei­tig auch noch als akus­ti­sche Band­päs­se, die par­ti­ell auch die Sen­si­ti­vi­ty stei­gern. Die Fron­tab­de­ckung agiert zu­dem auch als ho­ri­zon­ta­les Wa­ve­gui­de oder Horn für die bei­den mit­tig an­ge­ord­ne­ten Hoch­tö­ner. Als Hoch­ton­trei­ber kom­men 1"-Neo­dym-kom­pres­si­ons­trei­ber von Ce­les­ti­on zum Ein­satz. Die Flug­me­cha­nik der T-8A ist in Drei­punkt-tech­nik aus­ge­führt und zwar nicht ganz so ele­gant ver­senk­bar wie bei an­de­ren Mo­del­len, trägt da­für aber zum güns­ti­gen Preis bei, oh­ne funk­tio­nal ein­zu­schrän­ken. Die Box-zu-box-win­kel wer­den an der hin­te­ren Ver­bin­dung für Win­kel von 0° bis 7,5° in 1,5°-Schrit­ten ein­ge­stellt. Als Pla­nungs­hil­fe für ei­ne zur Hö­r­er­flä­che pas­sen­de Ein­stel­lung gibt es Ea­se-fo­cus-da­ten. Al­le elek­tri­schen An­schlüs­se und Be­dien­ele­men­te be­fin­den sich auf der Rück­sei­te der Box. An­schlüs­se mit Link­aus­gän­gen gibt es für die Strom­ver­sor­gung mit Po­wer­con-buch­sen, für ana­lo­ge Au­dio­si­gna­le Ein­gän­ge auf XLR und für die Ver­net­zung mit Rj45buch­sen. Al­le not­wen­di­gen Ver­bin­dun­gen kön­nen so von Box zu Box in­klu­si­ve der Sub­woo­fer durch­ver­bun­den wer­den. Bei den Strom­an­schlüs­sen ist je nach Aus­las­tung des Sys­tems zu be­ach­ten, dass mög­lichst nicht mehr als vier Tops oder zwei Subs an ei­ner 16-Am­pere-pha­se par­al­lel lau­fen. Die Aus­wahl des pas­sen­den Pre­sets kann ent­we­der über den Dreh­schal­ter auf der Rück­sei­te zur Aus­wahl ei­nes von neun Fac­to­ry Pre­sets oder über die Edi­tor-soft­ware er­fol­gen. Möch­te man die Edi­tor-soft­ware ein­set­zen, dann muss das Netz­werk für al­le Laut­spre­cher im Sys­tem ver­ka­belt sein. Die Küh­lung der in­ter­nen Elek­tro­nik er­folgt mit ge­re­gel­ten Lüf­tern über die seit­lich ge­le­ge­nen Öff­nun­gen. Die Ge­häu­se sel­ber sind wie üb­lich aus Mul­ti­plex mit Kunst­stoff­lack ge­fer­tigt. Auf der Front­sei­te gibt es ein so­li­des Git­ter mit hin­ter­leg­tem Schaum­stoff und auf den Sei­ten­flä­chen sind je zwei Griff­scha­len ein­ge­las­sen, wo­mit sich die 22,5 kg wie­gen­den Toptei­le gut hand­ha­ben las­sen. Al­les an den T-8A ent­spricht dem üb­li­chen Stan­dard für pro­fes­sio­nel­le Pa-laut­spre­cher. Wei­te­re De­tails zum ver­füg­ba­ren Zu­be­hör für die Auf­stel­lung bzw. Auf­hän­gung und den Trans­port fin­den sich zum En­de die­ses Ar­ti­kels.

Ge­mes­sen: Hoch-/mit­tel­ton

Ob­schon das T-8A ein voll ak­ti­ves Sys­tem ist, ha­ben wir es uns trotz­dem nicht neh­men las­sen, zu­nächst die ein­zel­nen We­ge pur oh­ne die in­ter­ne Elek­tro­nik zu mes­sen. Nur so

Leis­tet mehr, ar­bei­tet schnel­ler, rech­net sich so­fort: Wir ha­ben Di­gi­tal 6000 ent­wi­ckelt, um die Er­war­tun­gen von Sound­pro­fis eben­so zu über­tref­fen wie die von Bu­si­ness­ma­na­gern. Des­halb bleibt un­se­re neue Se­rie in an­spruchs­volls­ten Hf-um­ge­bun­gen ver­läss­lich und er­mög­licht – da in­ter­mo­du­la­ti­ons­frei – selbst in schmals­ten Fre­quenz­räu­men mehr Ka­nä­le. Für Zu­ver­läs­sig­keit und Über­tra­gungs­qua­li­tät bürgt die Tech­nik der Meis­ter­klas­se Di­gi­tal 9000: Di­gi­tal 6000 ar­bei­tet mit dem be­währ­ten Long-ran­ge-mo­dus und dem le­gen­dä­ren Senn­hei­ser Au­dio Co­dec. Di­gi­ta­le In­te­gra­ti­on (AES3, Dan­te) ist eben­so selbst­ver­ständ­lich wie ein Nut­zer­inter­face, das al­le Funk­tio­nen des Zwei-ka­nal-emp­fän­gers sou­ve­rän be­reit­stellt.

Ar­ray mit vier Odin T-8A wo­mit sich schon ei­ne klei­ne Hal­le gut be­schal­len lässt

Front­ge­stal­tung der Odin T-8A mit eng zu­sam­men­lie­gen­den Öff­nun­gen der bei­den 8"-Tief­tö­ner und dem mit­tig an­ge­ord­ne­ten Hoch­ton Wa­ve­gui­de (Abb. 1)

Rück­sei­te der Odin T-8A mit Au­dio-, Netz­werk- und Strom­ver­sor­gungs­an­schlüs­sen (Abb. 2)

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