D&b Sl-se­rie

Production Partner - - Inhalt - Text und Fo­tos: Jörg Küs­ter

„Rich­tig gei­ler Sound“wur­den den dies­jäh­ri­gen Frei­luft­kon­zer­ten am Es­se­ner Bal­de­ney­see be­schei­nigt. Zum Ein­satz kam dort die neu­es­te Pro­to­ty­pen­ge­ne­ra­ti­on der d&b Sl-se­rie. Ei­nen um­fas­sen­den Re­port zum Frei­luft-pra­xis­test gibt es ab Sei­te 88.

Bei den Frei­luft­kon­zer­ten am Bal­de­ney­see kam die drit­te (und letz­te) Pro­to­ty­pen­ge­ne­ra­ti­on der neu­en d&b Sl-se­rie zum Ein­satz, wel­che be­züg­lich der Hard­ware be­reits wei­test­ge­hend den Se­ri­en­mo­del­len ent­sprach. Die Er­geb­nis­se lie­ßen Ton­pro­fis auf­hor­chen, und auch au­dio­tech­nisch un­vor­be­las­te­te Be­su­cher be­rich­te­ten in den so­zia­len Netz­wer­ken über „ei­nen rich­tig gei­len Sound am See“.

Un­ge­wohn­te Klän­ge am Stadt­strand: Im Rah­men ih­rer „Vier und Jetzt“-tour gas­tier­ten Die Fan­tas­ti­schen Vier am Sea­si­de Beach – ei­nem 250 Me­ter lan­gen und 35 Me­ter brei­ten Strand mit hel­lem Quarz­sand, mehr als 100 ech­ten Pal­men und di­ver­sen Bars. Das aus­ver­kauf­te Kon­zert lock­te am 26. Au­gust 2017 rund 15.000 Be­su­cher an das Ufer des Es­se­ner Bal­dey­se­es, wo die Fan­tas und ih­re Fans bei bes­tem Spät­som­mer­wet­ter ei­ne rau­schen­de Beach-par­ty fei­er­ten.

Für die Be­schal­lung war die TDA Ren­tal Gm­bh ver­ant­wort­lich; Laut­spre­cher und End­stu­fen stamm­ten aus dem Port­fo­lio von d&b au­dio­tech­nik. Ton­tech­nisch in­ter­es­sier­te Kon­zert­gäs­te wid­me­ten ih­re Auf­merk­sam­keit ins­be­son­de­re Laut­spre­chern aus der neu­en d&b Sl-se­rie (sie­he Kas­ten),

wel­che die Main-pa form­ten und pas­send zur en­er­gie­ge­la­de­nen Hiphop-show mit ei­nem „mäch­ti­gen Pfund“auf sich auf­merk­sam mach­ten: Ex­trem sat­te Bäs­se, ein auf­ge­räum­ter Mit­ten­be­reich und cris­pe Hö­hen oh­ne Ten­denz zu Schär­fe wuss­ten bei der im Ge­samt­ein­druck trotz kräf­ti­ger Pe­gel sehr ent­spannt auf­spie­len­den An­la­ge zu ge­fal­len. Hin­ter der Büh­ne ging es wäh­rend der Show hin­ge­gen über­ra­schend lei­se zu, so dass man rein akus­tisch kaum glau­ben moch­te, dass auf der an­de­ren Sei­te gera­de bei vol­ler Band-po­wer der Stadt­strand mit di­ver­sen Fan­ta-hits von „Die da!?!“bis „Po­pu­lär“zer­legt wur­de – die car­dioi­de Ab­strahl­cha­rak­te­ris­tik der neu­en d&b-sys­te­me fiel back­stage ab­so­lut po­si­tiv auf.

Frei­luft-pra­xis­test

Op­tisch be­ein­dru­ckend in der be­schau­li­chen See-umgebung wirk­te ei­ne Eu­ro­truss PR-10 Sta­ge, de­ren ma­xi­ma­le Dach­be­last­bar­keit sich auf 20 Ton­nen be­läuft. Zu be­schal­len war ein Be­su­cher­are­al mit ei­ner Tie­fe von 120 Me­tern, das nach hin­ten von di­ver­sen Im­biss­stän­den be­grenzt wur­de. Ei­ne De­lay-li­ne kam le­dig­lich auf der rech­ten Sei­te des Plat­zes zum Zu­ge und wur­de ge­nutzt, um rund 45 Me­ter vor der Büh­ne von ei­nem Baum her­vor­ge­ru­fe­ne Ab­schat­tun­gen zu kom­pen­sie­ren. Links und rechts am Foh-tower wa­ren dar­über hin­aus in luf­ti­ger Hö­he zwei Y7P an­ge­bracht. Be­züg­lich der mög­li­chen Pe­gel wa­ren die be­kann­ten ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen zu be­ach­ten; dar­über hin­aus gab es am See je­doch kei­ne be­son­de­ren Auf­la­gen mit Aus­nah­me der Vor­ga­be, dass der letz­te Ton der Show um 22:30 Uhr ver­klun­gen sein muss­te.

Das di­rekt an den See gren­zen­de Ge­län­de wird ins­ge­samt recht gut von Bäu­men ab­ge­schirmt und ist von reich­lich Grün um­ge­ben – of­fen ist je­doch die zum See wei­sen­de Sei­te, auf wel­cher der Wind frei­es Spiel hat: „Wind ist der Feind je­des Li­ne-ar­rays – je we­ni­ger wir da­von am See ha­ben, des­to bes­ser“, so Ste­fan „Ste­ve“To­des­ki­no, Ge­schäfts­füh­rer der TDA Ren­tal Gm­bh, am Nach­mit­tag vor dem Fan­ta-kon­zert. „Letz­te Wo­che wa­ren wir beim Sum­mer Bree­ze Open Air im baye­ri­schen Din­kels­bühl, dort war es wirk­lich sehr win­dig – al­ler­dings konn­ten wir in die­sem Kon­text wirk­lich gu­te Er­fah­run­gen mit der ,Winds­ta­bi­li­tät‛ der neu­en Sl-se­rie ma­chen. Bis zur De­lay-li­ne war in Din­kels­bühl ei­ne Dis­tanz von 85 Me­tern zu über­brü­cken, der Ein­druck al­ler Be­tei­lig­ten lau­te­te zu­sam­men­fas­send, dass das Er­geb­nis ‚bes­ser als sonst‛ aus­fiel.“

„Man be­nö­tigt bei Sys­te­men von der Di­men­si­on der neu­en Sl-se­rie die Er­fah­rung von Li­ve-kon­zer­ten, wel­che man un­ter La­bor­be­din­gun­gen nie­mals in al­len Aspek­ten si­mu­lie­ren kann“, er­klär­te Ste­fan To­des­ki­no. „Ich ver­fol­ge die Ent­wick­lung der Sl-se­rie be­reits seit Ja­nu­ar 2017, da TDA zum Kreis nur we­ni­ger aus­ge­wähl­ter Fir­men welt­weit ge­hört, de­nen das Sys­tem be­reits zu ei­nem frü­hen Zeit­punkt vor­ge­stellt wur­de. Es ist ganz er­staun­lich, wel­che Wei­ter­ent­wick­lung das Pro­dukt in­ner­halb we­ni­ger Mo­na­te bis zum heu­ti­gen Tag er­fah­ren hat!“Au­ßer beim Sum­mer Bree­ze und den Shows am Bal­de­ney­see konn­te TDA Ren­tal die neu­en d&b Sl-sys­te­me wäh­rend der Som­mer­sai­son bei Kon­zer­ten von Ma­ri­us Mül­ler-wes­tern­ha­gen und den Söh­nen Mann­heims im Spar­kas­sen­park Mön­chen­glad­bach auf „Hertz & Nie­ren“tes­ten.

Car­dioi­de Ab­strah­lung

„Ein wirk­lich gro­ßer Vor­teil des Sys­tems ist die breit­ban­di­ge, car­dioi­de Ab­strahl­cha­rak­te­ris­tik der Tops“, kon­sta­tier­te Ste­fan

To­des­ki­no. „Der sonst üb­li­che, auf der Rück­sei­te ei­nes Ar­rays zu ver­neh­men­de Mit­ten­mulm ent­fällt kom­plett – das Sys­tem spielt ein­fach ex­trem sau­ber und man muss nicht ge­gen ir­gend­wel­che Ar­te­fak­te an­kämp­fen, da Letz­te­re schlicht­weg nicht auf­tre­ten. Dass im Bass­be­reich mit ei­ner nie­ren­för­mi­gen Ab­strah­lung ge­ar­bei­tet wird, ist be­reits seit ei­ni­ger Zeit gang und gä­be – dass aber nun auch Toptei­le bis ganz weit nach un­ten ei­ne Car­dioi­d­cha­rak­te­ris­tik auf­wei­sen, ist im Mo­ment ein­zig­ar­tig und mei­ner Mei­nung nach ein rie­si­ger Sprung nach vor­ne! Die Büh­ne wird von stö­ren­den Ein­strah­lun­gen weit­ge­hend frei­ge­hal­ten, so dass die of­fe­nen Mi­kro­fo­ne we­sent­lich clea­ne­re Si­gna­le lie­fern und nicht von ei­ner Mit­ten­bla­se tan­giert wer­den.“

Rig­ging-mo­di

An­ge­tan äu­ßer­te sich Ste­fan To­des­ki­no über den Com­pres­si­on-mo­de, der beim Rig­ging neue Op­tio­nen er­öff­net: „Die Bo­xen wer­den bei der Sl-se­rie als Vie­rer­pa­ke­te mit 0-Grad­win­ke­lung gera­de in Dol­lys trans­por­tiert“, er­klärt der Tda­ge­schäfts­füh­rer. „Man kann jetzt das gan­ze Ar­ray gera­de auf­hän­gen, und die Win­ke­lung er­folgt erst, wenn al­les kom­plett in der Luft ist. Vor­aus­set­zung da­für sind ein Com­pres­si­on-fra­me am un­te­ren En­de des Ar­rays so­wie ein Mo­to­ro­der Hand­ket­ten­zug. Der gro­ße Vor­teil be­steht dar­in, dass man je­der­zeit die Mög­lich­keit hat, Win­kel zu än­dern – wenn das Ar­ray hängt und man fest­stellt, dass man viel­leicht hier und dort doch die Win­kel ein we­nig an­ders set­zen möch­te, kann man ein­fach den rück­sei­ti­gen Fla­schen­zug öff­nen und die Win­ke­lung ent­spre­chend an­pas­sen. Bei der J-se­rie muss­te man die Ba­na­ne da­für erst kom­plett her­un­ter­las­sen, um sie dann an­schlie­ßend um­zu­win­keln. Ein Nach­teil des Com­pres­si­on-mo­des be­steht in der zu­sätz­li­chen Hard­ware, oh­ne wel­che die­se Art der Auf­hän­gung nicht funk­tio­niert – das ist jetzt al­les zwar nicht so­oo auf­wän­dig, ist aber bei­spiels­wei­se bei der J-se­rie nicht er­for­der­lich. Es ist wie im­mer im Le­ben: Al­les hat Vor- und Nach­tei­le!“

Sound

Zu sei­nem sub­jek­ti­ven Klang­ein­druck be­fragt, äu­ßer­te sich Ste­fan To­des­ki­no so: „Bei den Laut­spre­chern der neu­en Sl­se­rie han­delt es sich in punc­to Sound um ty­pi­sche Ver­tre­ter der d&b-klang­phi­lo­so­phie: Die neu­en Sys­te­me klin­gen sehr of­fen und ha­ben im di­rek­ten Ver­gleich mit der J-se­rie im Hoch­ton­be­reich auf al­le Fäl­le wei­ter hin­zu­ge­won­nen. Die Auf­lö­sung wur­de so­wohl im Hoch­ton­be­reich als auch un­ter­halb von 1 khz deut­lich über­ar­bei­tet und ist nach mei­nem Da­für­hal­ten um Län­gen bes­ser ge­wor­den. Das soll jetzt über­haupt nicht hei­ßen, dass die Ele­men­te der J-se­rie ei­ne schlech­te Fi­gur ab­ge­ben, aber wenn man ei­nen un­mit­tel­ba­ren A/b-hör­ver­gleich an­stellt, wie wir es in un­se­rem La­ger be­reits ge­tan ha­ben, tre­ten die Un­ter­schie­de deut­lich zu Ta­ge. Sämt­li­che Fre­quenz­be­rei­che wer­den von der Sl-se­rie sehr auf­ge­räumt wie­der­ge­ge­ben, und was mir be­reits beim ers­ten Open-ai­r­ein­satz be­son­ders auf­ge­fal­len ist, ist die un­fass­bar gu­te

»Die neue Trei­ber­ge­ne­ra­ti­on lässt es zu, mit den Sl-sys­te­men sehr laut zu wer­den, was nicht in je­dem Kon­text Sinn er­gibt. Den He­adroom muss man ten­den­zi­ell eher ein we­nig zü­geln, um ein ins­ge­samt schö­nes Klang­bild zu er­zie­len.« Ste­fan „Ste­ve“To­des­ki­no | über die Be­die­nung ei­nes so leis­tungs­star­ken Sys­tems

Ste­reo­ab­bil­dung! Bei man­chen Be­schal­lungs­lö­sun­gen ver­liert man in Ste­reo-auf­bau­ten sehr rasch die ge­gen­über­lie­gen­de Sei­te, so­bald man sich aus der Mit­te ein paar Me­ter nach links oder rechts be­wegt. Bei den d&b Sl-sys­te­men kann ich mich hin­ge­gen lo­cker zehn Me­ter aus der Haupt­ach­se ei­nes Ar­rays be­we­gen und hö­re im­mer noch An­tei­le der an­de­ren Ba­na­ne – und zwar sehr gut! Ich bil­de mir ein, dass die­ser Um­stand mög­li­cher­wei­se durch das car­dioi­de Ab­strahl­ver­hal­ten be­dingt ist: Un­sau­ber­kei­ten im Low-mid-be­reich ent­fal­len hier, man kann Qu­el­len ein­fach bes­ser or­ten. Das Ste­reo­bild ist su­per!“Dass die neue Sl-se­rie äu­ßerst leis­tungs­stark ist und laut Ste­fan To­des­ki­no über „un­glaub­lich viel He­adroom“ver­fügt, ver­langt nach ei­ner Be­die­nung mit Be­dacht: „Die neue Trei­ber­ge­ne­ra­ti­on lässt es zu, mit den Sl-sys­te­men sehr laut zu wer­den, was nicht in je­dem Kon­text Sinn er­gibt“, so To­des­ki­no. „Den He­adroom muss man ten­den­zi­ell eher ein we­nig zü­geln, um ein ins­ge­samt schö­nes Klang­bild zu er­zie­len.“

Se­t­up am Bal­de­ney­see

Am Es­se­ner Bal­de­ney­see wur­de für das Rig­ging der Gslsys­te­me, den Toptei­len der Sl-se­rie, der Com­pres­si­on-mo­de ge­nutzt. Die Ober­kan­te der Li­ne-ar­rays be­fand sich in et­wa zwölf Me­tern Hö­he. Die Haupt­be­schal­lung setz­te sich aus 2 × 16 Gsl-sys­te­men zu­sam­men, wo­bei die Ar­rays aus zwölf GSL8 und vier dar­un­ter be­fes­tig­ten GSL12 ge­bil­det wa­ren. Sta­ge left war ein 12er-si­de­hang mit per Ar­raypro­ces­sing an­ge­steu­er­ten V8 an­ge­bracht, auf der rech­ten Sei­te kam ein 8er-si­de­hang zum Ein­satz. Als Front­fills fan­den acht d&b V7P Ver­wen­dung – lie­gend mit ge­dreh­ten Cd-hör­nern. Die Vor­grup­pe (Flo Me­ga & Band) nutz­te für ihr Mo­ni­to­ring d&b M2 Zwei­we­ge-hoch­leis­tungs­mo­ni­to­re; die Fan­tas­ti­schen Vier und ih­re Mu­si­ker setz­ten auf In-ear-mo­ni­to­ring. Si­de­fills ka­men in Es­sen nicht zum Ein­satz. Die ein­zel­ne De­lay-li­ne hin­ter dem Baum setz­te sich aus acht mit Ar­raypro­ces­sing be­ar­bei­te­ten V8 zu­sam­men; dem „Foh-schat­ten“wirk­ten zwei V7P ent­ge­gen.

Für die Wie­der­ga­be tie­fer Fre­quen­zen wa­ren 20 SL-SUB mit 3 × 21"-Be­stü­ckung vor­ge­se­hen, die sich in zehn quer­lie­gen­den Zwei­er­pa­ke­ten ent­lang der vor­de­ren Büh­nen­kan­te ver­teil­ten. Die neu­en SL-SUB wei­sen ge­rin­ge­re Ma­ße als die J-INFRA auf, kön­nen aber nichts­des­to­trotz mit ei­ner hö­he­ren Ef­fi­zi­enz punk­ten – ein SL-SUB er­setzt mehr oder we­ni­ger zwei gän­gi­ge Sub­woo­fer. Die Sl-sub­woo­fer wur­den in Es­sen mit ei­ner obe­ren Grenz­fre­quenz von 90 Hz be­trie­ben; die Main-hangs wur­den full­ran­ge ein­ge­setzt.

Si­gnal­fluss, Am­ping, Ar­raypro­ces­sing

Die Gsl-sys­te­me sind für den Ein­satz mit Ar­raypro­ces­sing aus­ge­legt. Bei den auf zwei Amp-ci­tys ver­teil­ten Ver­stär­kern ka­men in Es­sen aus­schließ­lich d&b D80-mo­del­le zum Zu­ge – ein Gsl-sys­tem wird von je­weils zwei D80-ver­stär­ker­ka­nä­len im 2-Weg-ak­tiv-mo­dus an­ge­trie­ben. In Es­sen wur­den die Aus­gangs­si­gna­le der di­gi­ta­len Au­dio­kon­so­le über AES/EBU in La­ke-con­trol­ler ge­führt. Über die an den Pro­zes­so­ren vor­han­de­nen Aes/ebu-aus­gän­ge wur­den die Si­gna­le an­schlie­ßend in Cat­co­re-um­set­zer ge­führt und ge­lang­ten via Cat-lei­tung zur Büh­ne. Dort be­fan­den sich wei­te­re Um­set­zer, de­ren Aes/ebu-aus­gän­ge mit den ent­spre­chen­den Ein­gän­gen der D80-end­stu­fen ver­bun­den wa­ren – so­mit konn­te ein voll­stän­dig di­gi­ta­ler Au­dio­si­gnal­fluss rea­li­siert wer­den. Als Ha­va­ri­e­lö­sung wur­den am Bal­de­ney­see er­gän­zend ana­lo­ge Lei­tun­gen ver­legt.

Mit­hil­fe von Ar­raypro­ces­sing wur­de die Wie­der­ga­be der Sys­te­me per­fekt an die lo­ka­len Ge­ge­ben­hei­ten an­ge­passt. Wei­ter hin­ten auf dem Ge­län­de war ein Ab­fall des Ge­samt­pe­gels aus­zu­ma­chen, was so auch er­wünscht war: „Man soll­te es mit den Mög­lich­kei­ten von Ar­raypro­ces­sing nicht über­trei­ben“, kom­men­tier­te Ste­fan To­des­ki­no. „Es er­gibt kei­nen Sinn, ein kom­plett un­na­tür­lich wir­ken­des Klang­bild ein­zu­rich­ten – wer als Kon­zert­be­su­cher wei­ter hin­ten steht, möch­te ein­fach nicht der­art mit Voll­dampf be­schallt wer­den wie die Fans in den ers­ten Rei­hen.“

Für die Shows in Es­sen wur­de im Vor­feld ein Ar­ray­calc-file an­ge­legt, auf des­sen Ba­sis das Se­t­up di­men­sio­niert und aus­ge­rich­tet wur­de. Selbst­ver­ständ­lich kam die R1 Fern­steu­er­soft­ware eben­falls zum Ein­satz. „Mei­ner Mei­nung nach bie­tet d&b per­fek­te Kom­plett­pa­ke­te aus Hard- und Soft­ware, wel­che über die Jah­re hin­weg im­mer wei­ter ver­bes­sert wur­den – als Pa­ket funk­tio­nie­ren die Sys­te­me wirk­lich her­vor­ra­gend und ma­chen die Ar­beit ab­so­lut an­ge­nehm“, fass­te Ste­fan To­des­ki­no zu­sam­men. „Nicht zu ver­ges­sen ist der her­aus­ra­gend gu­te d&b-ser­vice, wel­cher die An­wen­der stets

mit ins Boot nimmt.“Dass Qua­li­tät ih­ren Preis hat, ist Ste­fan To­des­ki­no selbst­ver­ständ­lich nicht ent­gan­gen: „Ei­ne An­schaf­fung bei d&b tut fi­nan­zi­ell im­mer weh, aber letzt­end­lich zei­gen Aspek­te wie der Wie­der­ver­kaufs­wert, dass die Pro­duk­te ei­gent­lich nicht teu­er sind. Teu­er wer­den Pro­duk­te erst, wenn sie nach fünf Jah­ren nur noch die Hälf­te wert sind!“

Neu bei d&b: Gro­ße Spe­zi­el­le Laut­spre­cher

„Das Kür­zel GSL steht für Gro­ße Spe­zi­el­le Laut­spre­cher – die an­de­ren Buch­sta­ben wa­ren be­reits ver­ge­ben“, sagt Wer­ner „4“Bay­er vom d&b Pro­duct Ma­nage­ment schmun­zelnd über die Toptei­le der d&b Sl-se­rie. Die neu­en Pro­duk­te sol­len im Früh­jahr 2018 an­läss­lich der pro­light+sound of­fi­zi­ell vor­ge­stellt wer­den. Sie de­fi­nie­ren im Port­fo­lio von d&b au­dio­tech­nik die Pre­mi­um-leis­tungs­klas­se und sind ober­halb der wei­ter im Lie­fer­pro­gramm ver­blei­ben­den J-se­rie an­ge­sie­delt – es han­delt sich al­so um „das ganz gro­ße Be­steck“für Fes­ti­vals, Tour­ne­en und Fes­t­in­stal­la­tio­nen. Ein spec sheet mit be­last­ba­ren Zah­len/da­ten/fak­ten rund um die neu­en Laut­spre­cher war zum Zeit­punkt des Ge­sprächs lei­der noch nicht ver­füg­bar.

„Die Sl-se­rie stellt tech­no­lo­gisch be­trach­tet ei­ne voll­kom­men neue Ge­ne­ra­ti­on dar“, sagt Wer­ner Bay­er nicht oh­ne Stolz. „Die Ent­wick­lung er­streck­te sich über ei­nen Zei­t­raum

von et­wa vier Jah­ren und führ­te ent­lang ei­nes Wegs, der von Mei­len­stei­nen wie den leis­tungs­star­ken D80 Dsp-ver­stär­kern und ei­nem Oca-netz­werk für die schnel­le Da­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on ge­säumt ist. Vor et­wa ei­nem Jahr ha­ben wir uns dar­über hin­aus dem The­ma ,Mis­si­on Imis­si­on‛ ge­wid­met und Noiz­calc ent­wi­ckelt; 2017 ka­men klei­ne­re Tools im Rah­men un­se­rer ,En­ab­ling Tech­no­lo­gies‛-ma­xi­me hin­zu. Al­le die­se Ent­wick­lun­gen so­wie un­se­re jahr­zehn­te­lan­ge Er­fah­rung im Laut­spre­cher­bau flie­ßen letzt­lich in die Sl­se­rie ein und tra­gen mit da­zu bei, dass die neu­en Gsl-kom­po­nen­ten über den weit­aus größ­ten Teil ih­res Wie­der­ga­be­spek­trums ei­ne ge­rich­te­te Ab­strah­lung auf­wei­sen – wir spre­chen von breit­ban­di­ger Di­rek­ti­vi­tät. Die Gsl-sys­te­me las­sen sich da­bei full­ran­ge bis zu ei­ner un­te­ren Grenz­fre­quenz von 40 Hz be­trei­ben.“Di­plom-phy­si­ker Mat­thi­as „Mat­ze“Christ­ner, Team Le­a­der R&D Acoustics bei d&b au­dio­tech­nik er­gänzt: „Seit 2006 hängt das Is­o­ba­ren-dia­gramm der J-se­rie über mei­nem Schreib­tisch – ich muss­te es mir wirk­lich je­den Tag an­schau­en und konn­te auf die­se Wei­se bes­tens ver­in­ner­li­chen, was noch zu tun ist …“(lacht)

Die neu­en Ar­ray-mo­du­le sind in Va­ri­an­ten mit 80° ho­ri­zon­ta­ler Ab­strah­lung (GSL8) so­wie 120° ho­ri­zon­ta­ler Ab­strah­lung (GSL12) ver­füg­bar. Be­stückt sind die neu­en Gsl-sys­te­me mit zwei 14"-Laut­spre­chern, wel­che von zwei 10"-Chas­sis flan­kiert wer­den. Letz­te­re sind seit­lich an­ge­bracht, wor­auf per­fo­rier­te, mit wet­ter­fes­tem Schaum­stoff hin­ter­leg­te Schall­aus­läs­se ne­ben den Grif­fen hin­wei­sen. Zweck der Kon­struk­ti­on ist ei­ne kon­trol­lier­te Ab­strah­lung, wel­che durch er­wünsch­te Aus­lö­schungs- und Ad­di­ti­ons­ef­fek­te letzt­lich in ei­ner nie­ren­för­mi­gen Richt­cha­rak­te­ris­tik mit nur ge­rin­gen Emis­sio­nen auf der Laut­spre­cher­rück­sei­te re­sul­tiert. Der „Mehr Pe­gel nach vor­ne und we­ni­ger nach hin­ten“-an­satz passt per­fekt zum ak­tu­el­len d&b Claim „Mo­re art less noi­se.“

Bei den Gsl-sys­te­men funk­tio­niert die Kon­trol­le der Ab­strah­lung über den ge­sam­ten Wie­der­ga­be­be­reich bis hin­ab zu den tie­fen Fre­quen­zen – ein kla­rer Un­ter­schied zur sonst zu den tie­fen Fre­quen­zen hin ste­tig zu­neh­men­den Om­ni­di­rek­tio­na­li­tät. Die Vor­tei­le ei­ner kon­trol­lier­ten Ab­strah­lung lie­gen

mei­nem »Seit 2006 Schreib­tisch hängt das – Is­o­ba­ren-dia­gramm ich muss­te es mir wirk­lich der J-se­rie je­den über Tag an­schau­en und konn­te auf die­se Wei­se bes­tens ver­in­ner­li­chen, was noch zu tun ist … « lacht Mat­thi­as „Mat­ze“Christ­ner | Di­plom-phy­si­ker und Team Le­a­der R&D Acoustics bei d&b

auf der Hand: Sinn­los nach hin­ten ab­ge­son­der­te Schall­ener­gie, wel­che An­woh­ner po­ten­zi­ell be­läs­ti­gen könn­te, wird re­du­ziert. Auf und hin­ter der Büh­ne herrscht „we­ni­ger Alarm“; Mi­kro­fo­ne ge­lan­gen spä­ter an ih­re Rück­kopp­lungs­gren­zen, was sich in Kom­bi­na­ti­on mit wei­te­ren Maß­nah­men vor­teil­haft auf den Ge­samt­klang aus­wirkt. Bei Hal­len­kon­zer­ten mit schall­har­ten Rück­wän­den dürf­te der Ef­fekt noch deut­li­cher als in Open-air-zu­sam­men­hän­gen in Er­schei­nung tre­ten.

Die Gsl-sys­te­me las­sen sich auf un­ter­schied­li­che Ar­ten an­brin­gen: Zum ei­nen wird der zum Pa­tent an­ge­mel­de­te Com­pres­si­on-mo­de un­ter­stützt, bei wel­chem das Ar­ray zu­nächst gera­de auf­ge­hängt wird. Die Win­ke­lung lässt sich an­schlie­ßend rück­sei­tig über ei­nen Mo­to­ro­der Hand­ket­ten­zug bis zum ge­wünsch­ten Cur­ving ein­stel­len. Die Al­ter­na­ti­ve ist der Ten­si­on-mo­de, bei dem ei­ne be­reits ge­curv­te PA ab­schnitts­wei­se nach oben ge­zo­gen wird. Die Gsl-sys­te­me wer­den in Vie­rer-dol­lys trans­por­tiert; die Laut­spre­cher­ge­häu­se sind an ih­ren Front­sei­ten in be­kann­ter Ma­nier gleich­mä­ßig ver­bun­den und wer­den rück­sei­tig va­ria­bel ge­win­kelt.

„Ei­ne Tour­nee mit der ers­ten Pro­to­ty­pen­ge­ne­ra­ti­on der neu­en Se­rie fand im Herbst 2016 statt und führ­te un­ter­halb des Ra­dars ei­ner brei­te­ren Öf­fent­lich­keit durch gro­ße deut­sche Are­nen. Rich­tig am Start bei di­ver­sen Fes­ti­vals in ganz Eu­ro­pa sind wir mit der neu­en Sl-se­rie seit Mai 2017“, be­rich­tet Wer­ner Bay­er. „Wir ha­ben in die­ser Zeit vie­le Er­fol­ge ge­fei­ert und auch ei­ni­ges ge­lernt; die Kon­zer­te am Es­se­ner Bal­de­ney­see be­schlie­ßen so­zu­sa­gen die prak­ti­sche Open-air-test­pha­se. Im Ok­to­ber 2017 soll nach Fer­tig­stel­lung der letz­ten Soft­ware-op­ti­mie­run­gen die ers­te Aus­lie­fe­rungs­wel­le und ei­ne in­ter­na­tio­na­le Pre­view-pha­se für aus­ge­wähl­te Di­enst­leis­ter star­ten. Die ver­ant­wort­li­chen Ton­tech­ni­ker wer­den da­für bei be­son­de­ren Events ge­schult.“Chef­ent­wick­ler Mat­thi­as Christ­ner ist zu­frie­den: „Das Dia­gramm der neu­en Gslsys­te­me hängt an mei­nem Ar­beits­platz nun un­ter dem Is­o­ba­ren-dia­gramm der J-se­rie – nach vie­len Jah­ren kann ich nun end­lich wie­der gut schla­fen …“(lacht)

Com­pres­si­on-mo­de ver­ein­facht die nach­träg­li­che An­pas­sung der Win­ke­lung oh­ne Her­un­ter­las­sen des ge­sam­ten Ar­rays

20 SL-SUBS mit 3 × 21" Be­stü­ckung in quer­lie­gen­den Zwei­er­pa­ke­ten ent­lang der vor­de­ren Büh­nen­kan­te

Ar­raypro­ces­sing mit Ar­ray­calc, in der hin­te­ren Zu­schau­er­flä­che wur­de ein Pe­gel­ab­fall ein­ge­plant

R1 Soft­ware zur Fern­steue­rung

Ste­fan „Ste­ve“To­des­ki­no Ge­schäfts­füh­rer der TDA Ren­tal Gm­bh

Sea­si­de Beach Bal­de­ney die zu be­schal­len­de Flä­che – plus vie­le spon­ta­ne An­ker­lie­ger, die vom Se­gel­boot aus das Kon­zert ver­folg­ten ...

d&b Team Mat­thi­as „Mat­ze“Christ­ner, Wer­ner „4“Bay­er und Mi­cha­el Weiß

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