10 Jah­re DIN 15905-5

Zehn Jah­re DIN 15905-5 sind für PRODUCTION PART­NER An­lass, um ei­ne Zwi­schen­bi­lanz zu zie­hen: Was war frü­her, wo ste­hen wir gera­de und wo wird es wohl noch hin­ge­hen? Mi­cha­el Eb­ner wirft ei­nen Blick auf Rechts­la­ge, Mess­mög­lich­kei­ten und die Ver­kehrs­si­che­run

Production Partner - - Publikumsschutz | Din 15905-5 - Text: Mi­cha­el Eb­ner | Fo­tos: Det­lef Ho­e­pfner, Ben Krie­mann

Im No­vem­ber 2007 wur­de die Neu­fas­sung von DIN 15905-5 (Ver­an­stal­tungs­tech­nik – Ton­tech­nik – Teil 5: Maß­nah­men zum Ver­mei­den ei­ner Ge­hör­ge­fähr­dung des Pu­bli­kums durch ho­he Schal­le­mis­sio­nen elek­tro­akus­ti­scher Be­schal­lungs­tech­nik) ver­öf­fent­licht und da­mit ei­ne ver­al­te­te und we­nig prak­ti­ka­ble Norm er­setzt. Die­se Norm hat we­sent­lich da­zu bei­ge­tra­gen, das The­ma Pu­bli­kums­schutz (hier: vor zu ho­hen Schall­druck­pe­geln) vor­an­zu­brin­gen, auch wenn na­tür­lich noch längst nicht al­les per­fekt läuft.

Rechts­la­ge

Al­le re­le­van­ten Ge­richts­ur­tei­le zu die­sem The­ma sind be­reits vor der Neu­fas­sung von DIN 15905-5 ge­fällt wor­den – sie sind al­so kei­ne Re­ak­ti­on auf die Neu­fas­sung, son­dern die Recht­spre­chung hat erst da­zu ge­führt, dass das The­ma erns­ter ge­nom­men und die Norm pra­xis­taug­lich ge­macht wur­de. Der Ver­an­stal­ter hat ei­ne Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht – das hat aber nichts mit dem Stra­ßen­ver­kehr zu tun. Er hat da­für zu sor­gen, dass auf sei­nen Ver­an­stal­tun­gen kei­ner zu Scha­den kommt, al­so auch kei­ner mit ei­ner Ge­hör­schä­di­gung nach Hau­se geht. Da­für muss er z. B. ei­ne norm­ge­rech­te Mes­sung des Schall­pe­gels vor­neh­men, die be­legt, dass der Schall­druck im ge­setz­lich ge­re­gel­ten Rah­men liegt (da­zu spä­ter mehr). Kommt er die­ser Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nicht nach, dann ist er zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet (Be­hand­lungs­kos­ten, Schmer­zens­geld usw.). Ent­schei­dend ist hier, dass nach Ur­teil des BGH be­reits ein „Be­weis des ers­ten An­scheins“aus­reicht, so­fern der Ver­an­stal­ter nicht sei­ner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nach­ge­kom­men ist. Den Be­klag­ten bleibt dann die Er­schüt­te­rung die­ses An­scheins­be­wei­ses vor­be­hal­ten – klas­si­sche Be­weis­last­um­kehr. Der Ge­schä­dig­te muss zwar nach wie vor den Be­such des Kon­zer­tes (z. B. mit ei­ner auf­be­wahr­ten Ein­tritts­kar­te oder mit Zeu­gen­be­weis) und die Ge­hör­schä­di­gung (üb­li­cher­wei­se mit ei­nem At­test des Oh­ren­arz­tes) nach­wei­sen, aber nicht mehr de­ren ur­säch­li­chen Zu­sam­men­hang.

Am 13. Sep­tem­ber 2001 (5 U 1324/00) stell­te das Ober­lan­des­ge­richt Ko­blenz zu­dem klar, dass die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nicht al­lei­ne beim Ver­an­stal­ter, son­dern eben­so beim bau­recht­li­chen Be­trei­ber des Ver­an­stal­tungs­or­tes liegt.

Mes­sung nach DIN 15905-5

Um ih­rer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nach­zu­kom­men, ha­ben Ver­an­stal­ter oder bau­recht­li­che Be­trei­ber al­so ei­ne Mes­sung nach DIN 15905-5 durch­füh­ren zu las­sen: Die­se Mes­sung er­fasst den Beur­tei­lungs­pe­gel für den so­ge­nann­ten maß­geb­li­chen Im­mis­si­ons­ort, das ist der lau­tes­te Punkt im Pu­bli­kums­be­reich. An die­sen Punkt stellt man aber bes­ser kein Mess­mi­kro­fon hin – statt­des­sen wird ei­ne Er­satz­ort­mes­sung durch­ge­führt: Das Mess­mi­kro­fon wird an ei­nem an­de­ren Ort an­ge­bracht, Kor­rek­tur­wer­te kor­ri­gie­ren die Mes­sung ent­spre­chend. Mit der Wahl des Er­satz­or­tes be­stimmt man we­sent­lich, wie die Kor­rek­tur­wer­te aus­fal­len – die­se wie­der­um ha­ben ent­schei­den­den Ein­fluss dar­auf, in­wie­weit Fremd­ge­räu­sche (z. B. des Pu­bli­kums) die Mes­sung ver­fäl­schen. Dies sei kurz an­hand ei­nes klei­nen Bei­spiels dar­ge­stellt:

Neh­men wir an, das Mess­mi­kro­fon wird (aus Grün­den der Be­quem­lich­keit) di­rekt am FOH auf­ge­stellt – dort ist es 8 db lei­ser als am maß­geb­li­chen Im­mis­si­ons­ort. Die Kor­rek­tur­wer­te müs­sen die­sen Un­ter­schied aus­glei­chen, al­so das ge­mes­se­ne Si­gnal am FOH um 8 db nach oben kor­ri­gie­ren. Wenn aber nun Pu­bli­kum in Stim­mung ist, dann er­zeugt es über län­ge­re Zei­t­räu­me durch­aus ei­nen Schall­pe­gel von 95 db (Te­enager bei ei­ner Boy-group lo­cker noch mal 10 db mehr). Wür­de die­ser Wert jetzt um 8 db nach oben kor­ri­giert, dann wür­den 103 db an­ge­zeigt – das liegt ein gu­tes Stück über dem Richt­wert von 99 db und das oh­ne je­des Si­gnal aus der PA. Wird statt­des­sen das Mess­mi­kro­fon na­he an die PA ge­hängt, dann ist es dort lau­ter als am maß­geb­li­chen Im­mis­si­ons­ort – die Kor­rek­tur­wer­te müs­sen das ge­mes­se­ne Si­gnal nun nach un­ten kor­ri­gie­ren. Wür­den die 95 db aus dem Pu­bli­kum um 8 db nach un­ten kor­ri­giert, dann lä­ge das an­ge­zeig­te Si­gnal bei 87 db; das ist so weit un­ter dem Richt­wert, dass man es ver­nach­läs­si­gen kann.

Wie eben ge­zeigt wur­de, be­steht die Auf­ga­be bei ei­ner Mes­sung nach DIN 15905-5 dar­in, das Mi­kro­fon so na­he an die Box zu brin­gen, dass Pu­bli­kums­ge­räu­sche – die nicht in den An­wen­dungs­be­reich von DIN 15905-5 fal­len – mög­lichst we­nig in die Mes­sung ein­ge­hen. Es gibt da­bei je­doch zwei prak­ti­sche Vor­aus­set­zun­gen:

Zum ei­nen muss das Mess­mi­kro­fon ent­spre­chend pe­gel­fest sein. Möch­te man ei­nen L(c)peak von max. 135 db nach­wei­sen,

soll­te der Mess­be­reich zu­min­dest bis 136 db ge­hen. Sind da noch mal 8 db Kor­rek­tur­wert drauf zu rech­nen, dann muss die Pe­gel­fes­tig­keit bei der Mes­sung von Peak-pe­geln min­des­tens 144 db be­tra­gen. Die Pe­gel­fes­tig­keit von Mess­mi­kro­fo­nen wird üb­li­cher­wei­se für Rms-pe­gel ei­nes Si­nus­si­gnals an­ge­ge­ben. Das liegt 3 db tie­fer, ent­spre­chend wä­re ei­ne Pe­gel­fes­tig­keit bei der Mes­sung von Rms-pe­geln von 141 db er­for­der­lich.

Die zwei­te An­for­de­rung be­trifft die Ver­bin­dung vom Mess­mi­kro­fon zum FOH, an dem üb­li­cher­wei­se die Mess­an­la­ge oder zu­min­dest ei­ne An­zei­ge steht. Zu Zei­ten ana­lo­ger Mul­ti­co­res war die An­for­de­rung re­la­tiv sim­pel: Mess­mi­kro­fon mit Xlr-steck­ver­bin­der oder zu­min­dest auf XLR ad­ap­tier­bar. Seit­dem da oft di­gi­ta­le Co­res lie­gen ist das nicht mehr ganz so ein­fach. Manch­mal liegt für ein paar DMX 512-Uni­ver­ses ein Co­re, auf dem noch ei­ne Lei­tung frei ist, manch­mal steht das Sys­tem je­doch auf der Büh­ne, am FOH ist dann nur ei­ne An­zei­ge. Apro­pos An­zei­ge: Da hat je­der Her­stel­ler sei­ne ei­ge­ne Phi­lo­so­phie (und hält sie selbst­ver­ständ­lich für die Best­mög­li­che) – in der Pra­xis kommt aber wohl je­der pro­fes­sio­nel­le Ton­tech­ni­ker mit je­der gän­gi­gen Va­ri­an­te klar, selbst wenn es nur „ei­ne Am­pel“sein soll­te.

Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht

Ei­ne Mes­sung ist zwar ei­ne not­wen­di­ge Be­din­gung für die Wahr­neh­mung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht, je­doch reicht die­se al­lei­ne nicht aus. Der Ver­an­stal­ter hat (ne­ben ei­ner In­for­ma­ti­ons­pflicht) auch da­für zu sor­gen, dass die Richt­wer­te nicht über­schrit­ten wer­den. Die­se lie­gen beim Beur­tei­lungs­pe­gel (ein kor­ri­gier­ter L(a)eq, ge­mit­telt auf je­weils 30 Mi­nu­ten) bei 99 db – so­fern dem Pu­bli­kum kein Ge­hör­schutz zur Ver­fü­gung ge­stellt wird nur 95 db – und beim L(c)peak bei 135 db.

Da­bei ist bei klei­nen Ver­an­stal­tun­gen meist der L(a)eq das Pro­blem, wäh­rend bei gro­ßen Ver­an­stal­tun­gen mit üb­li­cher­wei­se hoch ge­flo­ge­nen Li­ne-ar­ray-sys­te­men und ent­spre­chend gleich­mä­ßi­ger Be­schal­lung meist der L(c)peak di­rekt vor den Bass-bo­xen das Pro­blem dar­stellt. Ins­be­son­de­re wenn un­ter den „Ba­na­nen“meh­re­re Subs ge­stackt wer­den und die Ab­sperr­git­ter nur et­wa 1 m da­vor ste­hen, ist man schnell über 135 db. Auch hier hilf mög­lichst gleich­mä­ßi­ge Be­schal­lung der gan­zen Pu­bli­kums­flä­che, z. B. in­dem man al­le Subs über die gan­ze Brei­te ver­teilt („Zahn­lü­cke“).

Ein ein­ma­li­ger Im­puls im μs-be­reich reicht aus um den Richt­wert des L(c)peak zu über­schrei­ten. Selbst wenn man woll­te, man könn­te gar nicht so schnell die An­la­ge her­un­ter­re­geln. Obend­rein sorgt die norm­ge­mä­ße Er­mitt­lung von k2 (Dif­fe­renz von zwei L(c)peak-wer­ten) da­für, dass die Mes­sung noch reich­lich un­ge­nau ist. Ei­gent­lich möch­te man L(c)peak gar nicht mes­sen, son­dern das gan­ze Pro­blem ei­nem Peak-li­mi­ter über­ant­wor­ten; in den meis­ten Laut­spre­cher-con­trol­lern ist so et­was oh­ne­hin vor­han­den, manch­mal lässt es sich auch frei ein­stel­len. Grund­sätz­lich könn­te man auch für die Ein­hal­tung des L(a)eq ei­nen Li­mi­ter ein­set­zen. Das Pro­blem da­bei ist, dass han­dels­üb­li­che Rms-li­mi­ter über viel zu kur­ze Zei­ten mit­teln und Li­ve-mu­sik in der Re­gel et­wa 15 bis 25 db Dy­na­mik auf­weist. Stellt man den Rms-li­mi­ter auf ei­nen ma­xi­ma­len Pe­gel von 99 db ein, dann ist zwar die Ein­hal­tung des Schutz­ziels si­cher­ge­stellt, aber man müss­te den Beur­tei­lungs­pe­gel auf 84 db re­du­zie­ren, da­mit die 15 db Dy­na­mik der Li­ve-mu­sik nicht weg­kom­pri­miert wer­den. Mit ei­nem Beur­tei­lungs­pe­gel von 84 db lässt sich je­doch mo­der­ne Mu­sik nicht ad­äquat wie­der­ge­ben: das Si­gnal wür­de hart ge­gen den Li­mi­ter ge­fah­ren wer­den und dem­ent­spre­chend klingt es dann auch.

Auch der an­de­re Weg funk­tio­niert nicht: Wür­de man auf 99 db Beur­tei­lungs­pe­gel noch 15 db Dy­na­mik hin­zu ad­die­ren und des­halb den Rms-li­mi­ter auf 114 db ein­stel­len, dann be­steht die Ge­fahr ex­zes­si­ver Beur­tei­lungs­pe­gel, soll­te das Si­gnal hart ge­gen den Li­mi­ter ge­fah­ren wer­den. Bei der Ein­hal­tung von 99 db L(a)eq ist al­so nach wie vor die Mes­sung das Mit­tel der Wahl, al­len­falls kön­nen an das Mess-sys­tem an­ge­kop­pel­te Li­mi­ter hier ei­ne Über­schrei­tung des Richt-

»Ein ein­ma­li­ger Im­puls im μs-be­reich reicht aus, um den Richt­wert des L(c)peak zu über­schrei­ten. Selbst wenn man woll­te, man könn­te gar nicht so schnell die An­la­ge her­un­ter­re­geln. Obend­rein sorgt die norm­ge­mä­ße Er­mitt­lung von k2 (Dif­fe­renz von zwei L(c)peak-wer­ten) da­für, dass die Mes­sung noch reich­lich un­ge­nau ist.« Mi­cha­el Eb­ner | über „das Sor­gen­kind“L(c)peak

werts ver­hin­dern und so­mit läs­ti­ge Dis­kus­sio­nen mit un­ein­sich­ti­gen Ton­tech­ni­kern ver­hin­dern.

Apro­pos: Sol­che un­ein­sich­ti­gen Ton­tech­ni­ker sind sel­te­ner ge­wor­den. Seit­dem ge­flo­ge­ne Li­ne-ar­ray-sys­te­me für ei­ne gleich­mä­ßi­ge Be­schal­lung des Pu­bli­kums sor­gen und die zu­neh­men­de Ver­wen­dung von In-ear-mo­ni­to­ring den Büh­nen­pe­gel auf er­träg­li­che Wer­te re­du­zie­ren, ist die Ein­hal­tung der Richt­wer­te aus der DIN 15905-5 kei­ne grö­ße­re Her­aus­for­de­rung mehr. Pro­fes­sio­nel­le Ton­tech­ni­ker kom­men da­mit pro­blem­los zu­recht, zu­mal die zu­läs­si­gen Pe­gel nach dem Im­mis­si­ons­schutz (TA Lärm oder Frei­zeit­lärm­richt­li­nie) bei Open-air-ver­an­stal­tun­gen oft deut­lich drun­ter lie­gen und die Pe­gel­be­schrän­kun­gen in an­de­ren Län­dern, ins­be­son­de­re der Schweiz, deut­lich ri­go­ro­ser durch­ge­setzt wer­den. Aber „kön­nen“ist nicht gleich­be­deu­tend mit „wol­len“, und dann gibt es da auch noch die kla­re Aus­sa­ge des Künst­lers „aus­zu­rei­zen, was ir­gend­wo mög­lich ist“. Dass die dro­hen­de Scha­dens­er­satz­pflicht den Ver­an­stal­ter und nicht den Künst­ler tref­fen wür­de, mag ein Teil die­ses Pro­blems sein.

Des­halb ist es für den In­ha­ber der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nur die zweit­bes­te Lö­sung, sich hier auf die Ko­ope­ra­ti­ons­be­reit­schaft von Ton­tech­ni­ker und/oder Künst­ler zu ver­las­sen. Im Ar­beits­schutz gilt die kla­re Re­gel, dass tech­ni­sche Maß­nah­men Vor­rang vor or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men ha­ben – es ist kein Grund er­sicht­lich, war­um beim Pu­bli­kums­schutz an­ders vor­ge­gan­gen wer­den soll­te.

Aus­blick: Re­le­vanz der DIN 15905-5 nimmt zu

Pro­gno­sen sind im­mer schwie­rig, be­son­ders wenn sie die Zu­kunft be­tref­fen (Mark Twain). Dass die DIN 15905-5 in nächs­ter Zeit ge­än­dert wird, ist nicht zu er­war­ten, denn die jet­zi­ge Fas­sung ist pra­xis­taug­lich. Den k2 (Kor­rek­tur­wert für L(c)peak) könn­te man zwar ge­nau­er mit der Dif­fe­renz von L(c)eq-wer­ten er­mit­teln, aber das scheint zu un­be­deu­tend, um ein Nor­mungs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren. Wäh­rend das Pro­jekt Dj-füh­rer­schein weit­ge­hend ein­ge­schla­fen ist, be­su­chen lau­fend neue Tech­ni­ker die Schu­lung zum Sach­kun­di­gen für Schall­pe­gel­mes­sun­gen bei Ver­an­stal­tun­gen (z. B. bei b-trend-set­ting, DEA oder Eu­ra­ka) und sind da­mit auch für die Um­set­zung von DIN 15905-5 zer­ti­fi­ziert.

Die An­wen­dung von DIN 15905-5 wird sich wei­ter in der Pra­xis durch­set­zen, das wird – wie schon in der Ver­gan­gen­heit zu be­ob­ach­ten – ste­tig, aber nicht be­son­ders schnell ge­hen. Dass die Frei­zeit­lärm­richt­li­nie 2015 die­se Norm ex­pli­zit er­wähnt, hat sie bei den Be­hör­den zwar ein Stück be­kann­ter ge­macht, dass die­se aber ei­ne Mes­sung nach DIN 15905-5 tat­säch­lich ver­lan­gen, ist nach wie vor eher sel­ten.

Dass Ver­an­stal­ter in grö­ße­rem Um­fang ver­klagt wer­den, scheint auch noch nicht zu pas­sie­ren. Ein Ein­blick ist hier je­doch schwie­rig, da sol­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen fast aus­schließ­lich au­ßer­ge­richt­lich bei­ge­legt wer­den – schon al­lein, um kei­ne Nach­ah­mer auf den Plan zu ru­fen. Ei­ne ge­wis­se Miss­brauchs­ge­fahr ist in die­sem Be­reich durch­aus ge­ge­ben: Mir wur­de neu­lich von ei­nem Fall be­rich­tet, bei dem ein (vor­geb­lich oder tat­säch­lich?) Ge­schä­dig­ter bei zu­min­dest drei Dis­co­the­ken­be­trei­bern kas­siert hat. In dem Ma­ße, wie das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko der Ver­an­stal­ter steigt, steigt na­tür­lich auch de­ren Wunsch nach Rechts­si­cher­heit. Dem­nach ist zu er­war­ten, dass die Re­le­vanz von DIN 15905-5 lang­fris­tig eher zu­nimmt.

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