Re­gel­wer­ke und An­wen­dung

Production Partner - - Special | Lasertechnik - Text: Ebi Ko­the | Fo­tos: Ralf Lot­tig (Tarm), La­ser­world

… and we must them hal­ten. So er­mahn­te Marc Te­ren­zi sei­ne Kon­tra­hen­ten be­reits im Tv-dschun­gel­camp und wur­de mit die­ser Grund­hal­tung am En­de zum Dschun­gel­kö­nig. Aber wie sieht es bei La­ser­shows mit den Re­geln aus? Un­ser Au­tor Ebi Ko­the hat sich für PRODUCTION PART­NER durch den Vor­schrif­ten-dschun­gel ge­schla­gen und her­aus­ge­fun­den: Wel­che Re­geln gibt es, wo ste­hen die­se – und hält sich über­haupt je­mand dar­an?

Ein­lei­tend sei ge­sagt: Die nach­fol­gen­den Aus­füh­run­gen sind als ers­te Hin­wei­se zu ver­ste­hen und ent­bin­den nicht von der ei­gen­ver­ant­wort­li­chen Be­schäf­ti­gung mit die­ser Ma­te­rie. Als Grund­la­ge kann man hier­zu die na­tio­na­le Um­set­zung der IEC 60825-1 durch die „DIN EN 60825-1 Si­cher­heit von La­ser­ein­rich­tun­gen – Teil 1: Klas­si­fi­zie­rung von An­la­gen und An­for­de­run­gen“an­se­hen, in wel­cher die An­for­de­run­gen an ei­ne La­ser­an­la­ge fest­ge­legt wer­den. Die Norm be­zieht sich auf La­ser­an­wen­dun­gen im All­ge­mei­nen und be­inhal­tet ne­ben ei­nem Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem auch An­for­de­run­gen an Her­stel­ler, wel­che An­ga­ben ge­lie­fert wer­den müs­sen, da­mit an­ge­mes­se­ne Vor­sichts­maß­nah­men er­grif­fen wer­den kön­nen. Auch ei­ne Show­la­ser­an­la­ge muss den tech­ni­schen Si­cher­heits­vor­schrif­ten ge­nü­gen.

Funk­tio­na­le Si­cher­heit als Gr­und­vor­aus­set­zung

„Nor­ma­ler­wei­se hat der An­wen­der ei­ner Show­la­ser­an­la­ge mit den tech­ni­schen Nor­men nicht viel zu tun, wenn das Sys­tem von ei­nem se­riö­sen Her­stel­ler stammt“, führt da­zu Pro­fes­sor Klaus Goe­bel, öf­fent­lich be­stell­ter und ver­ei­dig­ter Sach­ver­stän­di­ger für La­ser­tech­nik, aus. „Die tech­ni­schen Maß­nah­men zum Per­so­nen­schutz ste­hen an ers­ter Stel­le, das heißt die An­la­ge muss dies auch kön­nen. Lei­der fin­den sich vie­le, meist asia­ti­sche Pro­duk­te auf dem Markt, de­ren Ge­rä­te­si­cher­heit nur man­gel­haft oder gar nicht vor­han­den ist. Im Grun­de ge­nom­men ist die Gr­und­for­de­rung recht ein­fach: Die La­ser­an­la­ge muss je­der­zeit si­cher ab­ge­schal­tet wer­den kön­nen und ge­gen un­be­fug­te Be­nut­zung ge­si­chert sein – das heißt: Not­aus-tas­ter und Schlüs­sel­schal­ter. Das Pro­blem liegt auch hier im De­tail: Die­se Funk­tio­nen müs­sen spe­zi­el­len An­for­de­run­gen ge­nü­gen, die sich wie­der­rum über das Ri­si­ko be­stim­men. Hier­zu muss der Her­stel­ler der Show­la­ser­an­la­ge ei­ne Ri­si­ko­ana­ly­se er­stel­len. Im Fal­le ei­ner Show­la­ser­an­la­ge ha­ben wir es meis­tens mit La­sern der Klas­sen 3B oder 4 zu tun. Das Ri­si­ko, die­ser Strah­lung aus­ge­setzt zu wer­den, kann ei­nen ir­re­ver­si­blen Au­gen­scha­den zur Fol­ge ha­ben – da­mit lan­det die Ri­si­ko­ana­ly­se bei ei­nem so­ge­nann­ten Per­for­man­ce­le­vel d. De­tails hier­zu fin­den sich in der Norm für Funk­tio­na­le Si­cher­heit EN 13849.“

Ver­ein­facht dar­ge­stellt be­schäf­tigt sich der Be­reich Funk­tio­na­le Si­cher­heit mit dem The­ma, wel­che An­for­de­run­gen an ei­ne Feh­ler­si­cher­heit ge­stellt wer­den: Je nach Grad der mög­li­chen Schwe­re von Ver­let­zun­gen bis zum Tod von Per­so­nen wer­den Per­for­mance Le­vel a bis d de­fi­niert. Aus die­ser Ein­tei­lung folgt ei­ne For­de­rung nach dem je­wei­li­gen Grad der Feh­ler­si­cher­heit ei­nes Ge­rä­tes. Klaus Goe­bel führt wei­ter aus: „Sämt­li­che Si­cher­heits­bau­tei­le, die nun in der Show­la­ser­an­la­ge ver­baut wur­den, müs­sen die­sem Per­for­man­ce­le­vel ent­spre­chen, im Fal­le von PL d ist dies recht an­spruchs­voll.“ Ein Bei­spiel: Der Not­aus-tas­ter ist über ei­ne nor­ma­le Zwei­draht­lei­tung an­ge­schlos­sen, ver­gleich­bar dem Licht­schal­ter an un­se­rem Kühl­schrank. Im Fal­le ei­nes ers­ten Feh­lers, kann nun die­se Lei­tung ent­we­der un­ter­bro­chen oder kurz­ge­schlos­sen sein, das heißt sie ist nicht „Ein­feh­ler­si­cher“. Wenn sie die Kühl­schrank­tür schlie­ßen, wo­her wis­sen sie dann, dass in­nen das Licht aus ist? Ei­ne sol­che Schnitt­stel­le an der Show­la­ser­an­la­ge wä­re al­so nicht zu­läs­sig. Ähn­lich ver­hält es sich mit Si­cher­heits­funk­tio­nen, wel­che über den Steu­er­rech­ner aus­ge­führt wer­den: Si­cher­heits­tech­ni­sche Funk­tio­nen dür­fen nicht von ein­fa­chen Com­pu­tern über­nom­men wer­den. Die Hür­den für Hard- und Soft­ware sind hier­bei ex­trem hoch, zu­dem müs­sen teu­re Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren

»Die La­ser­an­la­ge muss je­der­zeit si­cher ab­ge­schal­tet wer­den kön­nen und ge­gen un­be­fug­te Be­nut­zung ge­si­chert sein.« Prof. Klaus Goe­bel | öf­fent­lich be­stell­ter und ver­ei­dig­ter Sach­ver­stän­di­ger für La­ser­tech­nik

durch­lau­fen wer­den. Der Her­stel­ler wird al­so si­cher­heits­re­le­van­te Schnitt­stel­len im­mer mit über­ge­ord­ne­ten Sys­te­men rea­li­sie­ren. Mo­der­ne Di­oden­la­ser be­sit­zen meist kei­nen Shut­ter mehr, da ei­ne Ab­schal­tung über den Di­oden­strom ein­fach und schnell zu rea­li­sie­ren ist. Be­fin­det sich den­noch ei­ne so­ge­nann­te fern­be­dien­ba­re Si­cher­heits­ver­rie­ge­lung in der Show­la­ser­an­la­ge, so muss auch die­se den An­for­de­run­gen des Per­for­man­ce­le­vels ge­nü­gen. Prin­zi­pi­ell gilt dies für al­le si­cher­heits­re­le­van­ten Bau­tei­le in der An­la­ge. Die meis­ten Show­la­ser­an­la­gen ar­bei­ten mit Scan­nern – hier ist es wich­tig, dass die­se z. B. Min­dest­ge­schwin­dig­kei­ten ein­hal­ten und/oder vor­ge­ge­be­ne Win­kel­aus­len­kun­gen nicht un­ter­schrei­ten. Auch hier­bei han­delt es sich um Si­cher­heits­funk­tio­nen, wel­che ent­spre­chend aus­zu­füh­ren sind.

All die hier be­schrie­be­nen Si­cher­heits­funk­tio­nen sind durch den Her­stel­ler der Show­la­ser­an­la­ge zu rea­li­sie­ren. Der Be­trei­ber muss in der La­ge sein, die­se Schnitt­stel­len für sein Si­cher­heits­kon­zept ent­spre­chend zu nut­zen. Er soll­te sich je­doch un­be­dingt beim Kauf der An­la­ge da­von über­zeu­gen, dass die­se vor­han­den sind und den An­for­de­run­gen der Nor­men ge­nü­gen. Im Ide­al­fall be­kommt der Kun­de vom Her­stel­ler die Ri­si­ko­ana­ly­se. „Nach­fra­gen lohnt sich im­mer, al­ler­dings be­steht hier kein Rechts­an­spruch“, er­klärt Klaus Goe­bel.

Hilf­reich ist es, sich die Un­ter­la­gen des Sys­tems an­zu­se­hen, ob es vom Her­stel­ler ei­ne Kon­for­mi­täts­er­klä­rung mit aus-

Mas­ters of Hard­core

Electric Lo­ve Fes­ti­val

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.