Re­port: Au­dio­tech­nik bei Adel Ta­wil Tour

Production Partner - - In­halt - Text: Har­ry He­cken­dorf | Fo­tos: Har­ry He­cken­dorf, Paul Ga­ert­ner (2)

Adel Ta­wil setz­te bei sei­ner Tour auf das neue Co­da Au­dio Ai­ray, in das Am­bi­on in­ves­tier­te. In­go Thür­auf zeig­te sich be­geis­tert von Hand­ling und Per­for­mance des Li­ne-ar­rays; Avid S6-L und ein di­gi­ta­les Shu­re-wire­less lie­fer­ten die Si­gna­le

Adel Ta­wil prä­sen­tier­te sein neu­es Al­bum auf Open-air-fes­ti­vals so­wie ei­ner Tour­nee En­de 2017. Licht­de­si­gner Ber­til Mark und sein Team sorg­ten da­bei für ein rund­um stim­mi­ges Büh­nen­bild (PRO­DUC­TION PART­NER Aus­ga­be 2|2018). Für

ei­ne eben­so stim­mi­ge und be­ein­dru­cken­de Au­di­o­qua­li­tät war In­go Thür­auf (FOH) ver­ant­wort­lich. In­go Thür­auf wur­de da­bei von dem er­fah­re­nen Sys­tem­tech­ni­ker Micha­el Wirth un­ter­stützt. Um dem Wunsch des Büh­nen­de­si­gners nach ei­nem luf­ti­gen und kla­ren Büh­nen­bild nach­zu­kom­men, wa­ren sämt­li­che Gi­tar­ren­ver­stär­ker an die seit­li­chen Rän­der der Büh­ne ver­bannt und so­gar nach au­ßen ge­rich­tet, so dass auf der Büh­ne we­nig un­ge­wünsch­ter „Schmutz“in die üb­ri-

gen Mi­kro­fo­ne auf­ge­nom­men wur­de. Wei­te­res auf­fal­len­des De­tail: Bei der Ab­nah­me der Bass­drum mit ei­nem Au­dix D6 wur­de ei­ne Auf­hän­gung von Kel­ly Shu ver­wen­det, die laut In­go Thür­auf ei­ne her­vor­ra­gen­de Dämp­fung bie­tet. Bes­te Vor­aus­set­zun­gen al­so für „sau­be­re Si­gna­le“von der Büh­ne.

Al­le draht­lo­sen Mi­kro­fo­ne wur­den mit der neu­en di­gi­ta­len Ad-se­rie von Shu­re (Axi­ent Di­gi­tal) be­trie­ben. Auch hier lob­te der Foh-in­ge­nieur die sehr gu­te Klang­qua­li­tät und Be­die­nungs­freund­lich­keit, wie et­wa die ex­trem ho­he Auf­lö­sung und die er­freu­li­che Tat­sa­che, dass in der di­gi­ta­len Au­dio­welt kei­ner­lei Rau­schen das Si­gnal mehr stö­re.

Co­da Ai­ray als Main-pa

Ein wei­te­res No­vum bei der Tour­nee­pro­duk­ti­on war der Ein­satz des Co­da Ai­ray als Main PA und ei­ni­ger neu­er Co­da-kom­po­nen­ten. „Ich be­ob­ach­te schon seit ei­ni­gen Jah­ren be­geis­tert die sorg­fäl­ti­ge Ent­wick­lungs­ar­beit der Co­da-au­dio-sys­te­me“, ver­riet In­go Thür­auf und er­gänz­te: „Vor al­lem die Hoch- und Mit­tel­ton-ein­hei­ten im­po­nie­ren sehr. Das sehr kom­pak­te 3-We­ge-full­ran­ge-sys­tem mit sei­nen 2 × 12“Laut­spre­chern und zwei 6“-DDP Wa­ve Dri­vern (Du­al Dia­phragm Pla­nar Wa­ve) bie­tet ei­nen sehr ho­hen Out­put. In­zwi­schen wird zu­guns­ten von Dop­pel­ring-trei­bern auf die üb­li­chen Dia­phrag­ma-trei­ber ver­zich­tet. Das bie­tet nicht nur ei­ne op­ti­ma­le Ener­gie­aus­beu­te, son­dern er­mög­licht auch die kom­pak­te Bau­form. Das ist, wenn man so will, ei­ne Po­int Sour­ce und bil­det den Mit­tel­punkt des Mit­tel/hoch­ton-be­rei­ches. Die­se Trei­ber­tech­no­lo­gie hat ei­nen deut­lich hö­he­ren Wir­kungs­grad als z. B. ein ver­gleich­ba­rer 6,5“-Laut­spre­cher. Des­halb kann hier in die­ser ver­gleichs­wei­se klei­nen Bau­form so viel Ener­gie er­reicht wer­den. Ich ha­be so­wohl die­ses als auch das Co­da-vor­gän­ger­sys­tem schon für ei­ni­ge hoch­ka­rä­ti­ge In­dus­trie­ver­an­s­tal-

tun­gen ein­ge­setzt und war je­des Mal völ­lig über­rascht, wie kraft­voll und deut­lich so­wohl Spra­che als auch Mu­sik über län­ge­re Dis­tan­zen klan­gen. Die Sprach­ver­ständ­lich­keit ist wirk­lich ex­trem gut.“Bei­de Ddp-trei­ber de­cken 350 Hz bis 22 khz ab, wäh­rend die Dop­pel-12“im Be­reich von 50 Hz bis 700 Hz ar­bei­ten. Im Be­reich von 350–700 Hz ar­bei­ten so­mit al­le Trei­ber zu­sam­men, wo­durch die ma­xi­ma­le Splaus­ga­be­fä­hig­keit des Sys­tems dras­tisch er­höht wer­den soll.

Da bei die­ser Pro­duk­ti­on die Text- bzw. Sprach­ver­ständ­lich­keit ex­pli­zit ge­for­dert war, schlug der er­fah­re­ne Foh-in­ge­nieur das Co­da Ai­ray vor, das seit En­de Ju­ni 2017 in gro­ßen Stück­zah­len bei der Am­bi­on Gmbh vor­han­den ist. Im De­zem­ber letz­ten Jah­res kam das Co­da Ai­ray au­ßer­dem zum Ein­satz, als Am­bi­on mit Mat­thi­as Schweig­hö­fer un­ter­wegs war so­wie An­fang 2018 auf der Kett­car-tour.

Brei­te mu­si­ka­li­sche Pa­let­te von al­ten Songs bis Hip-hop

„Es galt, zu­dem ei­ne brei­te mu­si­ka­li­sche Pa­let­te von al­ten Songs (Ich+ich) bis hin zu ak­tu­el­len Hip-hop-ti­teln ab­zu­de­cken. Die Ar­ran­ge­ments sind häu­fig sehr dicht und fi­li­gran. Mal fin­den sich sub­ti­le Gi­tar­ren­sounds, die es prä­zi­se ab­zu­bil­den gilt, dann wer­den bei ei­ni­gen Hip-hop-an­mu­ten­den Songs ent­spre­chen­de Bäs­se ab­ge­ru­fen – dann ist viel He­adroom ge­fragt“, schmun­zel­te In­go Thür­auf und be­ton­te: „Das Co­da Ai­ray-sys­tem er­le­dig­te die Auf­ga­ben sehr löb­lich.“

Als Sub­woo­fer wur­den die da­zu­ge­hö­ri­gen Sys­tem­bäs­se SCP ein­ge­setzt. „Bei den neu­en Scp-bäs­sen fin­det sich die ge­lun­ge­ne Um­set­zung ei­ner sehr in­ter­es­san­ten In­no­va­ti­on. Der Chef­ent­wick­ler und Co­da-in­ha­ber Svet­ly Alex­and­rov ent­wi­ckel­te nicht nur spe­zi­el­le Chas­sis, son­dern er kon­zi­pier­te neue 18“-Laut­spre­cher, die über ei­ne ana­lo­ge „Ge­gen­kopp­lungs­schlei­fe“, ei­ne per­ma­nen­te Über­wa­chung und Kon­trol­le der Mem­bra­ne di­rekt an die Leis­tungs­elek­tro­nik der Ver­stär-

ker­ein­heit ver­fü­gen. Da­durch wird der Träg­heit und dem Aus­schwing­ver­hal­ten ent­ge­gen ge­ar­bei­tet“, be­rich­te­te der Foh-in­ge­nieur. Das Er­geb­nis sei ein schnel­ler, ex­trem tie­fer Bass mit ei­nem brei­ten, sehr ge­ra­den Fre­quenz­ver­lauf. „Die­se Ei­gen­schaf­ten he­ben den Co­da SCP von vie­len an­de­ren Bäs­sen ab. Auch un­ter schwie­ri­gen Be­din­gun­gen in gro­ßen Are­nen ist der SCP ein sehr mu­si­ka­li­scher und schnel­ler Bass“, lob­te In­go Thür­auf wei­ter.

Sys­tem­tech­ni­ker Micha­el Wirth, der auf gro­ßen Pro­duk­tio­nen mit den be­kann­ten, fa­vo­ri­sier­ten Sys­te­men ar­bei­tet und da­her über ent­spre­chen­de Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten ver­fügt, äu­ßer­te sich eben­falls sehr be­geis­tert zu dem neu­en Co­da­au­dio-sys­tem. „Die A/b-ver­glei­che zu Sub­woo­fern oh­ne Sen­sor sind be­ein­dru­ckend. Ich bin über­zeugt, dass die­ses Sys­tem auch in der Liga der Are­nen mit­spie­len kann.“Lob gab es auch für das Hand­ling des Sys­tems. Die Kom­po­nen­ten sind iden­tisch schmal und hin­sicht­lich der Rig­ging-an­for­de­run­gen (3-Punkt oh­ne lo­se Tei­le) iden­tisch. Auch das ge­rin­ge Ge­wicht des Sys­tems brin­ge Vor­tei­le, ins­be­son­de­re, wenn die Be­las­tun­gen der Hän­ge­punk­te li­mi­tiert sind.

Auf der Tour­nee wur­den pro Main Hang bis zu 14 Ai­rays und vier Vi­rays be­nutzt. Als Si­de Hangs dien­ten je­weils 12 Vi­rays. Bis zu 24 SCP-SUBS ka­men vor der Büh­ne als Su­bar­ray zum Ein­satz. Zu­sätz­lich wur­den wäh­rend der Show drei oder vier Co­da Au­dio APS (Ar­raya­ble Po­int Sour­ce) im Cen­ter ge­flo­gen. Auf De­lay Li­nes konn­te al­ler­dings auch in den drei gro­ßen Spiel­or­ten „lo­cker ver­zich­tet“wer­den. Als Ver­stär­ker ka­men erst­mals die neu­en Co­da LI­NUS14D zum Ein­satz: Die vier­ka­na­li­gen Class D-IC DSP Amps lie­fern 4 × 3.500 an 4 Ohm und bie­ten zeit­ge­mä­ße Fea­tu­res wie SHARC Floa­ting Po­int DSP bi 96 khz, Dan­te und LI­NUS Live-net­work Con­trol /Mo­ni­to­ring.

Mix und Au­to­ma­ti­sie­rung: Avid Ve­nue S6L

Die 45 Ka­nä­le der Show wur­den in ei­nem Avid Ve­nue S6L als Misch­pult zu­sam­men­ge­fasst. Ei­ni­ge Lie­der wur­den über Ti­me­co­de au­to­ma­ti­siert, die live und in Echt­zeit nur schwer zu rea­li­sie­ren wa­ren. Die­se Art der Au­to­ma­ti­sie­rung er­leich­te­re die Ar­beit und schaf­fe Platz, um sich mit Kopf und Hän­den auf die krea­ti­ven Aspek­te der Live-ar­beit zu kon­zen­trie­ren, be­ton­te In­go Thür­auf. Für das Ein­mes­sen des Sys­tems wur­den zwei Bey­er­dy­na­mic MM 1 mit Bey­er­dy­na­mic-sen­dern TG1000 ein­ge­setzt.

Ge­a­delt

Die von uns be­such­te Show in Hal­le/west­fa­len hat­te nicht nur ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Charme und ein fri­sches Büh­nen­und Licht­de­sign zu bie­ten, son­dern be­stach vor al­lem durch ein glas­kla­res, nie­mals auf­dring­lich laut wir­ken­des Klang­bild – und zwar in der ge­sam­ten Hal­le. Die Text­ver­ständ­lich­keit war tat­säch­lich un­ge­wöhn­lich be­ein­dru­ckend. Die Pro­duk­tio­nen „The Script“und „Kett­car“so­wie Pla­ce­bo sind sind oder wa­ren eben­falls mit Ai­ray auf Tour.

Vor der Büh­ne Co­da Au­dio SCP Subs und Front­fill Co­da Au­dio G712

Cen­ter­fill aus Co­da Au­dio APS

Cr­ew To­bi Gro­the (Sys­tem­tech­ni­ker u. Büh­ne), Micha­el Wirth (Sys­te­men­gi­neer), In­go Thür­auf (FOH) und Thi­mo Stro­bel (Mo­ni­tor)

Di­gi­ta­les Wire­less vier­ka­na­li­ge Emp­fän­ger Shu­re Axi­ent AD4Q

Be­währt Shu­re Axi­ent Di­gi­tal Be­ta58

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