Pro­jek­ti­ons­flä­chen: Wel­che Bild­wand­flä­che eig­net sich?

Production Partner - - Inhalt - Text: Ebi Ko­the | Fo­tos: AV Stumpfl, Chris­toph Hil­ger, Ger­riets, Cal­eb Tkach, www.tarm.de, Mo­ve­cat Gmbh / Ralph Lar­mann

Wäh­rend die tech­ni­schen Da­ten der zu ver­wen­den­den Pro­jek­to­ren in Be­zug auf Auf­lö­sung und Hel­lig­keit bei ei­ner Pla­nung oft im Mit­tel­punkt des In­ter­es­ses ste­hen, wer­den die Ei­gen­schaf­ten der Bild­wand­flä­che selbst oft un­ter­ge­ord­net be­han­delt. Da­bei füh­ren erst bei­de Kom­po­nen­ten zu op­ti­ma­ler Bild­qua­li­tät. Für die ver­schie­dens­ten An­wen­dungs­fäl­le be­steht ein brei­tes An­ge­bot von Pro­jek­ti­ons­un­ter­grün­den mit un­ter­schied­lichs­ten Aus­rich­tun­gen.

Um ein Bild zu pro­ji­zie­ren, be­darf es ei­ner ge­eig­ne­ten Flä­che. Je­de mög­lichst hel­le Wand wä­re da­zu grund­sätz­lich nutz­bar. Geht es je­doch um ei­ne qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Darstel­lung, sind Pro­jek­ti­ons­lein­wän­de da­für bes­ser ge­eig­net.

Erst ei­ne glat­te Flä­che und ein auf den je­wei­li­gen Ein­satz­zweck ab­ge­stimm­tes Ma­te­ri­al füh­ren zu op­ti­ma­len Er­geb­nis­sen. Bei der Aus­wahl ist da­her der ge­plan­te An­wen­dungs­fall zu be­trach­ten. Für den mo­bi­len Ein­satz bei Ver­an­stal­tun­gen emp­feh­len sich auf Rah­men­kon­struk­tio­nen auf­ge­spann­te Bild­wän­de, die üb­li­cher­wei­se aus Po­ly­vi­nyl­chlo­rid (PVC) her­ge­stellt wer­den. Bei grö­ße­ren Flä­chen wer­den ein­zel­ne Bah­nen mit­tels Hoch­fre­quenz-schweiß­ver­fah­ren mit spe­zi­el­len Ma­schi­nen na­he­zu un­sicht­bar mit­ein­an­der ver­bun­den.

Leucht­dichte­fak­tor

Ein wich­ti­ges Gü­te­kri­te­ri­um für Pro­jek­ti­ons­flä­chen ist der so­ge­nann­te Leucht­dichte­fak­tor. Die­ser Fak­tor, auch Gain ge­nannt, be­schreibt den Wir­kungs­grad ei­ner Pro­jek­ti­ons­flä­che. In der DIN 19045 sind die Be­din­gun­gen be­schrie­ben, wie die Licht­aus­beu­te ei­ner Bild­wand im Ver­gleich zu ei­ner de­fi­nier­ten Re­fe­renz­flä­che er­mit­telt wird. Die­se Re­fe­renz­flä­che ist ei­ne wei­ße Krei­de­ka­chel aus Ba­ri­umsul­fat, de­ren Leucht­dichte­fak­tor mit 1 be­zeich­net wird. Al­le An­ga­ben von

Leucht­dichte­fak­to­ren der ein­zel­nen Her­stel­ler soll­ten sich im­mer auf die­se Re­fe­renz­flä­che nach DIN 19045 be­zie­hen.

Ge­mes­sen wird die Leucht­dich­te bei un­ter­schied­li­chen Be­trach­tungs­win­keln: Die Leucht­dich­te ist üb­li­cher­wei­se am höchs­ten, wenn das pro­ji­zier­te Licht senk­recht auf die Bild­wand fällt und der Be­trach­ter in der glei­chen Ach­se auf die Pro­jek­ti­ons­flä­che schaut. Die Pro­jek­ti­ons­ach­se und die op­ti­sche Ach­se sind in die­sem Fall gleich, der Be­trach­tungs­win­kel ist 0° und hier wird der ma­xi­ma­le Leucht­dichte­fak­tor ge­mes­sen. Je wei­ter sich ein Be­trach­ter aber au­ßer­halb der Pro­jek­ti­ons­ach­se be­fin­det, des­to grö­ßer wird der Be­trach­tungs­win­kel und um­so klei­ner wird in der Re­gel die Leucht­dich­te des re­flek­tier­ten Lichts. Ein Leucht­dich­te-dia­gramm zeigt den Leucht­dichte­fak­tor beim je­wei­li­gen Be­trach­tungs­win­kel. Je fla­cher der Kur­ven­ver­lauf ist, des­to gleich­mä­ßi­ger ist die Leucht­dich­te­ver­tei­lung der Pro­jek­ti­ons­fo­lie. Je stei­ler die Kur­ve ist, des­to mehr neigt die Pro­jek­ti­ons­fo­lie zum Hot-spot und ist für be­stimm­te Ein­satz­zwe­cke wie zum Bei­spiel Sof­tedge-pro­jek­tio­nen nicht ge­eig­net. Ei­ne wei­te­re gra­fi­sche Darstel­lungs­art der Leucht­dich­te­ver­tei­lung in Ab­hän­gig­keit zum Be­trach­tungs­win­kel ist ei­ne so­ge­nann­te Leucht­dichte­fak­tor-in­di­kat­rix. Pro­fes­sio­nel­le An­bie­ter von Pro­jek­ti­ons­flä­chen lie­fern die­se Da­ten, da­mit der In­ter­es­sent das für ihn op­ti­ma­le Ma­te­ri­al be­stim­men kann. Bei den meis­ten Stan­dard­an­wen­dun­gen soll­te das auf ei­ne Bild­wand auf­fal­len­de Licht breit streu­end re­flek­tie­ren und kei­ne aus­ge­präg­te Vor­zugs­rich­tung der Re­fle­xi­on ha­ben, da­mit auch seit­li­che Be­trach­ter noch ein gu­tes Bild se­hen kön­nen.

Es gibt al­ler­dings auch Aus­füh­run­gen für spe­zi­el­le An­wen­dungs­fäl­le, bei de­nen die Leucht­dich­te in Rich­tung Mit­tel­ach­se be­son­ders hoch ist. So ist es mög­lich, dass es Leucht­dichte­fak­to­ren grö­ßer als 1 gibt. In die­sen Fäl­len re­flek­tiert oder trans­mit­tiert ei­ne Pro­jek­ti­ons­flä­che mehr Licht als die wei­ße Re­fe­renz­flä­che der DIN 19045. Üb­li­cher­wei­se geht die An­he­bung in der Mit­tel­ach­se je­doch mit ei­nem Ab­fall zu den Sei­ten­win­keln ein­her, so­dass sich sol­che Ma­te­ria­li­en be­son­ders eig­nen, wenn sich die Be­trach­ter vor­zugs­wei­se im Be­reich der Mit­tel­ach­se be­fin­den.

Der un­mit­tel­ba­re Nut­zen ei­ner Licht­bild­wand mit hö­he­rem Gain liegt auf der Hand: Um ein eben­mä­ßig hel­les Bild im Ver­gleich zu ei­ner Wand mit ge­rin­ge­rem Leucht­dichte­fak­tor zu er­zeu­gen, reicht ei­ne ge­rin­ge­re Pro­jek­torleis­tung – zu Zei­ten knap­pe­rer Bud­gets ein ein­zu­rech­nen­der Fak­tor.

Auf- und Rück­pro­jek­ti­on

Ei­ne wei­te­re mög­li­che Un­ter­schei­dung be­steht im räum­li­chen Ver­hält­nis von Pro­jek­tor, Lein­wand und Be­trach­ter: Han­delt es sich um ei­ne Auf­pro­jek­ti­on, bei der sich der Pro­jek­tor auf der glei­chen Sei­te der Lein­wand wie der Be­trach­ter be­fin­det oder soll es ei­ne Rück­pro­jek­ti­on wer­den, bei wel­cher sich der

Pro­jek­tor aus Sicht des Be­trach­ters hin­ter der Lein­wand be­fin­det? Das Deut­sche In­sti­tut für Nor­mung e.v. (DIN) hat in DIN 19045-4 mit dem Ti­tel „Pro­jek­ti­on von Steh- und Lauf­bild“die ver­schie­de­nen Pro­jek­ti­ons­wän­de klas­si­fi­ziert und in ver­schie­de­ne Bild­wand­ty­pen mit den Be­zeich­nun­gen D, R, Bund S ein­ge­teilt. Mit den ver­schie­de­nen Bild wand ty­pen kann man die Pro­jek­ti­on s tech­nik an die räum­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten, an die Raum grö­ße und die Sitz an­ord­nung der Be­trach­ter an­pas­sen.

Da­bei de­cken die Bild­wand­ty­pen D und R die häu­figs­ten An­wen­dungs­fäl­le ab. D steht für Dif­fus und be­schreibt ei­ne Auf­pro­jek­ti­ons­wand, die das auf­fal­len­de Licht breitstreu­end re­flek­tiert und kei­ne aus­ge­präg­te Vor­zugs­rich­tung der Re­fle­xi­on auf­weist. Sol­che Fo­li­en sind auch in licht­dich­ter Aus­füh­rung er­hält­lich, die kein auf­tref­fen­des Licht durch­las­sen, da­mit dies nicht durch Trans­mis­si­on ver­schwen­det, son­dern mög­lichst in Rich­tung der Be­trach­ter re­flek­tiert wird. Er­reicht wird dies oft durch Ver­bin­dung ver­schie­de­ner, auf­ein­an­der lie­gen­der Fo­li­en. Zu­sätz­lich wer­den so auch stö­rend von der Rück­sei­te ein­strah­len­de Licht­an­tei­le ver­hin­dert. Der Typ R be­zeich­net ei­ne Bild­wand­flä­che für Rück­pro­jek­ti­on, bei wel­cher das von hin­ten auf­tref­fen­de Licht nicht re­flek­tiert, son­dern durch­ge­las­sen wird (Trans­mis­si­on). Ins­be­son­de­re bei Rück­pro­jek­ti­ons­fo­li­en ist ei­ne gleich­mä­ßi­ge dif­fu­se Licht­ver­tei­lung not­wen­dig, um ei­nen so­ge­nann­ten Hots­pot – für den Be­trach­ter wahr­nehm­ba­re Hell/dun­kel­un­ter­schie­de – zu ver­mei­den. Von den ein­schlä­gi­gen An­bie­tern wer­den so­wohl für Auf- als auch für Rück­pro­jek­ti­on uni­ver­sell ver­wend­ba­re Fo­li­en an­ge­bo­ten, um dem An­wen­der mög­lichst ho­he Va­ria­bi­li­tät zu bie­ten. Für die­se Pro­duk­te lie­fern pro­fes­sio­nel­le Her­stel­ler na­tür­lich zwei Gain­wer­te – je­weils für Auf- und Rück­pro­jek­ti­on. Al­ler­dings gilt auch hier – wie oft bei Mul­ti­funk­tio­na­li­tät: Wer Al­les nur et­was kann, kann üb­li­cher­wei­se Nichts be­son­ders gut.

Spe­zi­al­an­wen­dun­gen

Für Spe­zi­al­an­wen­dun­gen sind die Ty­pen S und B de­fi­niert: Bei ei­ner Lein­wand Typ S (spe­cu­lar/spie­gelnd) wird das vom Pro­jek­tor kom­men­de Licht wie von ei­nem Spie­gel re­flek­tiert. Er­reicht wird die­ser Spie­ge­lef­fekt durch ei­ne Me­tall- oder Sil­ber­schicht auf der Bild­wand­ober­flä­che. Sol­che Bild­wän­de ha­ben üb­li­cher­wei­se ei­nen er­höh­ten Gain-fak­tor und ei­ne aus­ge­präg­te Vor­zugs­re­fle­xi­ons­rich­tung in Rich­tung der ge­spie­gel­ten Ein­fall­sach­se.

Bild­wän­de mit me­tal­li­schen Pig­men­ten wer­den für 3DPro­jek­tio­nen nach dem Po­la­ri­sa­ti­ons­ver­fah­ren be­nö­tigt. Nur die­se sind in der La­ge, die zur Tren­nung des lin­ken und rech­ten Bil­des ein­ge­setz­ten un­ter­schied­li­chen Po­la­ri­sa­ti­ons­rich­tun­gen des Lich­tes mit un­ver­än­der­ter Po­la­ri­sa­ti­on zu re­flek­tie­ren. Der Bild­wand­typ B (be­a­ded/be­perlt) funk­tio­niert ähn­lich wie der zu­vor be­schrie­be­ne Typ S, nur dass das Licht in Rich­tung des Licht­ein­falls „re­tro­re­flek­tiv“zu­rück­re­flek­tiert wird. Dies wird durch ei­ne Kris­tall- oder Per­lober­flä­che er­reicht. Auch die­se Bild­wän­de be­sit­zen ne­ben hö­he­rem Kon­trast ei­nen grö­ße­ren Leucht­dichte­fak­tor, was zu Las­ten des ma­xi­ma­len Be­trach­tungs­win­kels geht. Ein­satz­mög­lich­kei­ten sind die Er­zeu­gung ei­nes mög­lichst hel­len Bil­des bei

Ver­wen­dung ei­nes nicht sehr leis­tungs­star­ken Pro­jek­tors, der Ein­satz in nicht ver­dun­kel­ba­ren Räu­men oder die ge­woll­te Be­gren­zung ei­ner seit­li­chen Ein­sicht. So­ge­nann­te Hell­raum­lein­wän­de mit pa­ra­bo­lisch ge­krümm­ter Flä­che wer­den für Auf­pro­jek­tio­nen mit Gain bis zu 26 an­ge­bo­ten.

Ma­te­ri­al­far­be

Lein­wän­de wer­den in un­ter­schied­li­chen Far­ben an­ge­bo­ten – von Weiß bis na­he­zu Schwarz. Für mög­lichst ver­lust­freie Pro­jek­tio­nen eig­nen sich be­son­ders hel­le Ma­te­ria­li­en. Soll die Pro­jek­ti­ons­flä­che je­doch zum Bei­spiel in ei­nem Büh­nen­bild ein­ge­bun­den und bei Nicht­be­spie­lung mög­lichst un­auf­fäl­lig sein emp­feh­len sich eher dunk­le­re Aus­füh­run­gen, die auch üb­li­cher­wei­se we­ni­ger Stör­licht re­flek­tie­ren. Die Ma­te­ri­al­far­be hat Aus­wir­kun­gen auf den Leucht­dichte­fak­tor und da­mit mög­li­cher­wei­se auf die not­wen­di­ge Pro­jek­to­ren­stär­ke. Bei dem Ein­satz von dunk­len Fo­li­en wer­den im Ver­gleich zu hel­len Flä­chen hö­he­re Pro­jek­to­ren­leis­tun­gen nö­tig sein um auf die glei­che Bild­hel­lig­keit zu kom­men. Aber auch Farb­wie­der­ga­be und Kon­trast­ver­hal­ten ei­ner Bild­wand kön­nen in­ter­es­san­te Aspek­te für ei­ne Aus­wahl sein.

Farb­wie­der­ga­be

Die Re­fle­xi­on bzw. Trans­mis­si­on ei­ner Lein­wand muss in Be­zug auf die Farb­wie­der­ga­be über das Farb­spek­trum nicht im­mer gleich hoch sein, son­dern kann sich in ein­zel­nen Wel­len­län­gen des für das mensch­li­che Au­ge wahr­nehm­ba­ren Lich­tes – der Be­reich zwi­schen et­wa 380 bis 780 Na­no­me­ter – un­ter­schei­den. Bei be­son­ders ho­hen An­for­de­run­gen an ex­ak­te Farb­wie­der­ga­be soll­te man sich die von pro­fes­sio­nel­len An­bie­tern zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Farb­spek­tro­gram­me der ein­zel­nen Fo­li­en an­se­hen. Ei­ne gu­te Farb­wie­der­ga­be­fä­hig­keit er­kennt man an ei­ner Gleich­mä­ßig­keit der ver­schie­de­nen Wel­len­län­gen des Farb­be­rei­ches.

Kon­trast

Auch in Be­zug auf den Kon­trast be­ste­hen Un­ter­schie­de bei den ein­zel­nen Pro­duk­ten: Bei ei­nem gu­ten Kon­trast wer­den schwar­ze Bild­tei­le vom Be­trach­ter als schwarz und wei­ße Bild­tei­le als weiß wahr­ge­nom­men. Na­tur­ge­mäß lässt sich ein wei­ßes Bild auf ei­ner wei­ßen Bild­wand bes­ser pro­ji­zie­ren als auf ei­ner dunk­len. Schwar­ze Bild­be­rei­che kann man wie­der­um auf ei­ner dunk­len Flä­che op­ti­ma­ler er­zeu­gen – man er­hält ei­nen bes­se­ren Schwarz­wert.

Ein Pro­jek­tor kann kein „schwar­zes Licht“pro­ji­zie­ren. Schwarz ent­steht nur durch die Ab­we­sen­heit von Licht – auch von Stör­licht – an die­sen Stel­len. Ein gu­ter Kon­trast be­steht dann, wenn der Un­ter­schied zwi­schen dar­ge­stell­ten schwar­zen und wei­ßen Bild­tei­len mög­lichst hoch ist. Um auf die ver­schie­dens­ten An­for­de­run­gen der An­wen­der ein­zu­ge-

hen bie­ten die Her­stel­ler auch hier Pro­duk­te mit un­ter­schied­li­chen Fä­hig­kei­ten an.

Brand­schutz

Bild­wän­de müs­sen nach DIN 19045-5 min­des­tens nor­ma­lent­flamm­bar sein. Sol­len die­se in Deutsch­land im Be­reich der

V er samm­lungs stät­ten ver­ord­nun­gen der je­wei­li­gen Län­der ver­wen­det wer­den, müs­sen sie al­ler­dings s ch we­rent flamm­bar sein. Die Klas­si­fi­zie­rung von Bau­stof­fen wird in Deutsch­land nach der DIN 4102 Teil 1-4 fest­ge­legt. Grund­sätz­lich re­gelt die­se DIN Prü­fun­gen und An­for­de­run­gen an das Brand ver­hal­ten von Bau­stof­fen und Bau­tei­len. In­der DIN 4102-1 ist das Test­ver­fah­ren genau be­schrie­ben. An­de­re Län­der

ha­ben eben­falls ei­ge­ne na­tio­na­le Prüf- und Klas­si­fi­ka­ti­ons­nor­men für das Brand­ver­hal­ten, so gilt zum Bei­spiel in Frank­reich die NF P 92-503, in En­g­land BS 5867 und in den USA NFPA 70.

In den meis­ten eu­ro­päi­schen Län­dern ist die eu­ro­päi­sche Norm EN 13501-1 für die Bau­stoff­klas­si­fi­zie­rung mitt­ler­wei­le eta­bliert, wo­bei die na­tio­na­len Nor­men – wie auch in Deutsch­land – teil­wei­se noch par­al­lel zu den eu­ro­päi­schen Nor­men gel­ten. Pro­fes­sio­nel­le An­bie­ter ge­ben Aus­kunft über ei­ne be­ste­hen­de Klas­si­fi­ka­ti­on und de­ren Prüf­grund­la­gen ih­rer Pro­duk­te. Bei der Ent­schei­dung für ein Pro­dukt soll­te man sich da­her auch hier mit dem ge­plan­ten Ein­satz­zweck be­schäf­ti-

gen, um die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen er­fül­len zu kön­nen.

Tex­ti­le Ma­te­ria­li­en

Lein­wän­de in Stan­dard­for­ma­ten wie 16:9 oder 4:3 sind al­ler­dings nur ein Teil­be­reich der mög­li­chen An­wen­dun­gen. In vie­len Fäl­len wer­den Fo­li­en als Son­der­an­fer­ti­gung für ei­nen be­stimm­ten Ein­satz kon­fek­tio­niert und ver­baut. Aber nicht nur die bis­her be­schrie­be­nen Pvc-lein­wand­ma­te­ria­li­en eig­nen sich zur Pro­jek­ti­on: So gibt es ein wei­tes Feld von Ma­te­ria­li­en, mit de­nen sich be­ein­dru­cken­de Ef­fek­te rea­li­sie­ren las­sen. Im Thea­ter­be­reich be­reits lan­ge be­kannt sind se­mi­t­rans­pa­ren­te, tex­ti­le Pro­duk­te, die Pro­jek­tio­nen ab­hän­gig von der Be­leuch­tungs­si­tua­ti­on mit Durch­sicht auf den da­hin­ter be­find­li­chen Raum er­mög­li­chen. Die­ser Ef­fekt ist auch Bran­chen­frem­den ver­traut: Sieht man von au­ßen bei Ta­ges­licht auf ein Haus­fens­ter mit Gar­di­ne, kann man üb­li­cher­wei­se nicht in den un­be­leuch­te­ten Raum da­hin­ter schau­en. Der glei­che Blick bei Dun­kel­heit im Au­ßen­be­reich und ei­nem be­leuch­te­ten Zim­mer gibt ab­hän­gig von der Dich­te des Stof­fes den Blick in das In­ne­re frei. Kann man wie im Thea­ter oder ei­ner Hal­le die Be­leuch­tungs­si­tua­ti­on im Raum be­ein­flus­sen, er­ge­ben sich da­durch viel­fäl­ti­ge Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten.

Be­leuch­tet man ei­ne im vor­de­ren Be­reich ei­ner Büh­ne hän­gen­de, for­mat­fül­len­de Ga­ze oder ei­nen Tüll schräg von vorn und sorgt da­für, dass der ver­blei­ben­de Büh­nen­raum da­hin­ter dun­kel bleibt, wird die­se vor­de­re Ebe­ne weit­ge­hend blick­dicht und er­mög­licht dem Pu­bli­kum zum Bei­spiel ver­bor­ge­ne Um­bau­ten oder Auf­trit­te. Be­leuch­tet man den Raum hin­ter dem Ge­we­be und nimmt des­sen di­rek­te Be­leuch­tung weg, wird es ab­hän­gig von der Ge­we­be­dich­te trans­pa­rent. Ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit ist die Kom­bi­na­ti­on ei­nes se­mi­t­rans­pa­ren­ten Ge­we­bes mit ei­ner mit Ab­stand da­hin­ter be­find­li­chen Pro­jek­ti­ons­flä­che. Ei­ne Auf­pro­jek­ti­on ei­nes ent­spre­chend po­si­tio­nier­ten Pro­jek­tors wird so so­wohl auf der vor­de­ren als auch auf der hin­te­ren Ebe­ne sicht­bar. Bei ei­ner Pro­jek­ti­on von bei­spiels­wei­se Schnee­flo­cken auf die­sen bei­den Ebe­nen kön­nen drei­di­men­sio­na­le Ein­drü­cke mit ho­her Tie­fen­wir­kung er­zeugt wer­den. Ei­ne sol­che Kom­bi­na­ti­on von halb­durch­sich­ti­gem Ge­we­be mit da­hin­ter lie­gen­der Bild­wand wird ger­ne ge­nutzt um un­er­wünsch­tes Stör­licht – zum Bei­spiel von Büh­nen­schein­wer­fern – von der Pro­jek­ti­ons­flä­che ab­zu­hal­ten. Auch bei La­ser­shows fin­den sol­che Ge­we­be Ver­wen­dung, da sie so­wohl ei­ne Durch­sicht auf die La­ser­strah­len als auch die Darstel­lung von gra­fi­schen Ele­men­ten auf der Flä­che er­mög­li­chen.

Klas­si­ker im sze­ni­schen Be­reich sind die Ge­we­be Erbs- und Go­be­l­in­tüll. Erst­ge­nann­ter be­sitzt wa­ben­för­mi­ge Zel­len mit sechs­ecki­ger, na­he­zu kreis­för­mi­ger Loch­form und bie­tet da­durch ei­ne ho­he Trans­pa­renz. Da er über we­ni­ger ge­schlos­se­ne Flä­che ver­fügt, ist die Auf­nah­me­fä­hig­keit von auf­tref­fen­dem Pro­jek­ti­ons­licht ge­rin­ger. Die We­bart Go­be­l­in­tüll führt zu recht­ecki­gen Zel­len mit hö­he­rer Dich­tig­keit und da­durch bes­se­rer Sicht­bar­keit ei­nes pro­ji­zier­ten Bil­des bei we­ni­ger Trans­pa­renz. Um auch hier den je­wei­li­gen An­wen­dungs­fäl­len Rech­nung zu tra­gen sind die­se Ge­we­be in Weiß, Schwarz und Grau er­hält­lich und auf Wunsch so­gar in Son­der­far­ben ein­färb­bar. Da Erb­stüll nicht sehr form­sta­bil ist und leicht zum Tail­lie­ren neigt, wird die­ses Ma­te­ri­al oft für den Ein­satz seit­lich ge­spannt oder ge­führt. Go­be­l­in­tüll ist hier un­emp­find­li­cher und kann frei im Raum hän­gen. Auch Ge­we­be wie Voi­le, Schlei­er­nes­sel oder La­ser­scrim bie­ten noch ei­ne ge­wis­se Trans­pa­renz.

Ak­tu­el­le Pro­duk­ti­ons­bei­spie­le für tex­ti­le Pro­jek­ti­ons­flä­chen aus dem Tour­nee­be­reich sind die letz­te Ade­le-tour, bei der ein 29 Me­ter brei­ter und 9,5 Me­ter ho­her raff­ba­rer Go­be­l­in­tüll ver­wen­det wur­de und die Tour­pro­duk­ti­on von Xa­vier Nai­doo, bei wel­cher sechs um ei­ne Cen­ters­ta­ge an­ge­ord­ne­te Roll­lein­wän­de mit Tre­vi­ra CS Voi­le be­stückt wur­den.

Go­be­l­in­tüll als Pro­jek­ti­ons­flä­che für ei­ne La­ser­show

Frost­fo­lie vor ei­ner LED-WAND Die Fo­lie bil­det die hel­len Aspek­te der pro­ji­zier­ten Me­di­en ab, wäh­rend die wie­der­ge­ge­be­nen dunk­le­ren Aspek­te im Hin­ter­grund blei­ben und da­mit ei­nen drei­di­men­sio­na­len Ef­fekt er­zeu­gen. Der Ab­stand zwi­schen der LED-WAND und...

Fo­li­en­ma­te­ri­al in ver­schie­de­nen Far­ben

Farb­spek­tro­gramm ei­ner Pro­jek­ti­ons­fo­lie

Pro­jek­ti­ons­fo­lie 10 × 56 Me­ter auf ei­nem Mes­se­stand

Leucht­dich­te­dia­gramm ei­ner Fo­lie für Auf- und Rück­pro­jek­ti­on in Ab­hän­gig­keit vom Be­trach­tungs­win­kel: Gain in der 0-Ach­se bei Auf­pro­jek­ti­on (rot) 1,89, bei Rück­pro­jek­ti­on (blau) 0,58.

Auf­pro­jek­ti­on 0-Ach­se und seit­li­che Be­trach­tungs­win­kel

Her­stel­lung Die Fo­li­en­tei­le wer­den mit­ein­an­der ver­schweißt

Kon­fek­tio­nie­rung der Pro­jek­ti­ons­fo­li­en

Knüpf­ba­re Auf­pro­jek­ti­ons­wand auf Alu­mi­ni­um­rah­men von AV Stumpfl

Raff­ba­rer Go­be­l­in­tüll als Pro­jek­ti­ons­flä­che auf der Ade­le-tour­pro­duk­ti­on

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