Buch­be­spre­chung: Nicht­staat­li­che Si­cher­heits­kräf­te bei Ver­an­stal­tun­gen

„Der Ein­satz nicht­staat­li­cher Si­cher­heits­kräf­te bei Ver­an­stal­tun­gen“Hand­buch für Ver­an­stal­ter, Be­trei­ber für Ver­an­stal­tungs­stät­ten und Füh­rungs­kräf­te der Si­cher­heits­diens­te

Production Partner - - Inhalt - Text: Ste­fan Jun­ker | Bild: Beuth Ver­lag

Ne­ben künst­le­ri­schen und tech­ni­schen Über­le­gun­gen rü­cken heut­zu­ta­ge auch si­cher­heits­tech­ni­sche Maß­nah­men im­mer mehr in den Fo­kus von Ver­an­stal­tern und/oder Be­trei­bern – und das ist gut so! Auch wenn das „Si­cher­heits­kon­zept“vor al­lem durch die Ter­ror­an­grif­fe auf Ver­an­stal­tun­gen in Pa­ris, Berlin oder Man­ches­ter in al­ler Mun­de ist, soll­te nicht ver­ges­sen wer­den, dass grund­sätz­lich bei je­der Ver­an­stal­tung durch ei­ne Ab­wei­chung vom all­täg­li­chen Re­gel­be­trieb Ge­fähr­dun­gen un­ter­schied­lichs­ter Art für Mit­wir­ken­de und Be­su­cher ent­ste­hen und ent­spre­chend ver­mie­den oder be­herrscht wer­den müs­sen.

Ins­be­son­de­re bei Groß­ver­an­stal­tun­gen und/oder ge­fähr­li­chen sze­ni­schen Vor­gän­gen klafft be­züg­lich der Ver­an­stal­tungs­si­cher­heit die Sche­re zwi­schen ei­nem enor­men Ge­fähr­dungs­po­ten­ti­al – egal ob bei Auf-, Ab­bau oder Durch­füh­rung – und ei­ner ziel­ge­rich­te­ten und ganz­heit­li­chen Si­cher­heits­kon­zep­ti­on oft­mals lei­der noch weit aus­ein­an­der. Vor al­lem Be­trei­ber von Ver­samm­lungs­stät­ten und Ver­an­stal­ter bzw. de­ren ein­ge­setz­te Ver­an­stal­tungs­lei­ter sind hier auf­grund viel­fäl­ti­ger, recht­li­cher Vor­ga­ben in der Pflicht, Maß­nah­men zum Schutz von Le­ben, Kör­per und Ge­sund­heit al­ler Be­tei­lig­ten zu er­grei­fen und zu kon­trol­lie­ren.

In der Re­gel ge­schieht die Um­set­zung die­ser Maß­nah­men zur Ver­an­stal­tungs­si­cher­heit vor al­lem mit Hil­fe ei­ge­ner oder ge­werb­li­cher Si­cher­heits­kräf­te, die als „ver­län­ger­ter Arm“von Ver­an­stal­ter oder Be­trei­ber fun­gie­ren. Doch was dür­fen sie, was nicht? Wel­che recht­li­chen Grund­la­gen und Vor­ga­ben gibt es? Hier setzt das Buch „Der Ein­satz nicht­staat­li­cher Si­cher­heits­kräf­te bei Ver­an­stal­tun­gen“an und ver­sucht Klar­heit zu schaf­fen.

Von der Be­gri!ich­keit bis zu Auf­ga­ben und Be­fug­nis­sen

Das Buch be­ginnt mit der Klä­rung der wich­tigs­ten Be­gri!ich­kei­ten wie bei­spiels­wei­se Si­cher­heits­dienst, Ver­an­stal­tung, Be­trei­ber und Ver­an­stal­ter, um sich an­schlie­ßend den pri­mär auf­tau­chen­den „Si­cher­heits­pro­ble­men bei Ver­an­stal­tun­gen“und den dies­be­züg­lich ge­gen­über­ste­hen­den, „recht­li­chen Grund­la­gen der Si­cher­heits­pflich­ten“der ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen aus Zi­vil-, Straf- und Bau­recht so­wie ver­bands­recht­li­chen und ver­trag­li­chen Vor­ga­ben zu wid­men.

Im Ka­pi­tel „Rol­le und Sta­tus der Si­cher­heits­diens­te“wer­den die Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Auf­trag­ge­ber und Si­cher­heits­dienst wie Di­enst-, Ar­beits­und Werk­ver­trag ge­nau­er un­ter die Lu­pe ge­nom­men, aber auch zi­vil­recht­li­che Be­grif­fe wie Be­sitz­die­ner, Ver­rich­tungs­oder Er­fül­lungs­ge­hil­fe ge­klärt, in de­ren Funk­ti­on Mit­ar­bei­ter von Si­cher­heits­diens­ten tä­tig, aber auch haft­bar ge­macht wer­den kön­nen. Dar­auf auf­bau­end wer­den an­schlie­ßend die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se der ein­ge­setz­ten Si­cher­heits­kräf­te nä­her ana­ly­siert – hier­un­ter fal­len vor al­lem es­sen­ti­el­le In­for­ma­tio­nen und un­er­läss­li­ches Ba­sis­wis­sen zu Haus- und Be­sitz­recht so­wie den so­ge­nann­ten Je­der­mann­rech­ten. Ei­nen gro­ßen Raum im Buch nimmt nun das Ka­pi­tel „Rechts­ver­stö­ße und Vor­ge­hen des Si­cher­heits­diens­tes“in An­spruch, um al­len Be­tei­lig­ten ein „Ge­spür“für das Vor­lie­gen von straf-, zi­vil- oder sons­ti­gen, öf­fent­lich-recht­li­chen so­wie ver­bands­recht­li­chen Ver­stö­ßen und ge­eig­ne­ten und zu­läs­si­ge Maß­nah­men zu ge­ben.

Ab­schlie­ßend bie­ten die letz­ten The­men noch ei­ni­ge in­ter­es­san­te In­for­ma­tio­nen über „Füh­rung, Or­ga­ni­sa­ti­on und Per­so­nal­stär­ke im Si­cher­heits­dienst“, „psy­cho­lo­gi­sche Aspek­te der Auf­ga­ben­wahr­neh­mung“, „Ko­ope­ra­ti­on und prak­ti­sche Hin­wei­se“so­wie „Min­dest­lohn und Ar­beit­neh­mer­über­las­sung“und „Ar­beits­schutz“.

Fa­zit

Das Buch rich­tet sich in ers­ter Li­nie an Be­trei­ber von Ver­an­stal­tungs­stät­ten, Ver­an­stal­ter und ih­re Ver­an­stal­tungs­lei­ter so­wie Füh­rungs­kräf­te der Si­cher­heits­diens­te und ver­sucht glei­cher­ma­ßen in­for­ma­ti­ver Ein­stieg als auch prak­ti­sches Nach­schla­ge­werk zum The­ma Ein­satz nicht­staat­li­cher Si­cher­heits­kräf­te dar­zu­stel­len.

Für er­fah­re­ne Si­cher­heits­mit­ar­bei­ter – un­ter an­de­rem mit Nach­weis der Sach­kun­de nach §34a der Ge­wer­be­ord­nung – wird es wohl nicht viel Neu­es bie­ten, für an­de­re In­ter­es­sen­ten hin­ge­gen fehlt in man­chen Be­rei­chen et­was Tie­fe

fehlt, um die kom­ple­xen Zu­sam­men­hän­ge und Hin­ter­grün­de rich­tig ver­ste­hen und ein­ord­nen zu kön­nen.

Den­noch ist das Buch ei­ne durch­aus emp­feh­lens­wer­te Lek­tü­re, die ei­nen ins­ge­samt run­den und um­fang­rei­chen Ein­blick in die recht­li­chen Grund­la­gen, Auf­ga­ben, Gren­zen und Pro­ble­me beim Ein­satz nicht­staat­li­cher Si­cher­heits­kräf­te auf­zeigt.

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