Fridie Uni­ver­se Con­trol

Production Partner - - Inhalt - Text: Tor­ben Leh­mann | Ab­bil­dun­gen: Fridie In­ter­ac­tive

„Don’t was­te ti­me le­arning soft­ware“– das schreibt sich die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Soft­ware­schmie­de Fridie In­ter­ac­tive ganz groß auf ih­re Fah­nen, und be­zeich­net Uni­ver­se als „Schwei­zer Ta­schen­mes­ser“der Event­bran­che: Ein In­ter­face zur Steue­rung ein­zel­ner Ge­rä­te, Ver­ar­bei­tung von ein­ge­hen­den Si­gna­len oder dem zeit­ba­sier­ten Aus­lö­sen von Er­eig­nis­sen

Man kennt das ja: Be­son­ders auf Mes­sen, Kon­fe­ren­zen, Ta­gun­gen oder sons­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen vie­le Ar­ten von Vi­deo­tech­nik (und zu­neh­mend kom­ple­xe­re Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen) zum Ein­satz kom­men, kann man in der Re­gie auch mal schnell den Ge­samt­über­blick ver­lie­ren. Wenn dann bei­spiels­wei­se auch noch par­al­lel und an meh­re­ren Stel­len ge­schraubt wer­den muss – sei es das Vor­neh­men von Ein­stel­lun­gen an ei­ner Kreuz­schie­ne, das Öff­nen/schlie­ßen ei­nes oder meh­re­rer Bea­mer-shut­ter für ei­ne an­ste­hen­de Ein­spie­lung in der ak­ti­ven Po­wer­point-prä­sen­ta­ti­on, das Trig­gern ei­ne Me­dien­ser­vers oder ir­gend­ei­ne an­de­re

Mo­di­fi­ka­ti­on am Sys­tem, sind die Hand­lungs­fä­hig­kei­ten, auch die ei­nes er­fah­re­nen Ope­ra­tors, ab ei­nem be­stimm­ten Punkt schlicht und ein­fach er­schöpft.

Nun gibt es be­reits ei­ni­ge we­ni­ge Soft­ware­lö­sun­gen auf dem Markt, die genau sol­che Be­fehls­ket­ten über ei­ne gra­fi­sche Ober­flä­che mit­ein­an­der ver­knüp­fen und so­mit zur Ver­ein­fa­chung der An­steue­rung un­ter­schied­lichs­ter Sys­tem­kom­po­nen­ten bei­tra­gen kön­nen. Die Pro­gram­mie­rer der Uni­ver­se-con­trol-soft­ware aus dem Hau­se Fridie In­ter­ac­tive ver­spre­chen, dass ih­re ak­tu­el­le und her­stel­ler­un­ab­hän­gi­ge Lö­sung in­ner­halb von we­ni­gen Mi­nu­ten das ge­wünsch­te Er­geb­nis lie­fert. Und das auf ein­fachs­te Art und Wei­se. Von Ope­ra­tor für Ope­ra­tor, so lau­tet ei­ne der haus­ei­ge­nen zen­tra­len Aus­sa­gen über die­ses Pro­dukt. Die Uni­ver­se Soft­ware ist nun nicht wirk­lich neu. Seit ca. fünf Jah­ren ist die Soft­ware auf dem Markt und wird mitt­ler­wei­le in der Ver­si­on 3.4 ver­trie­ben. Die Ent­wick­ler der Soft­ware

sind ganz nah am Pro­dukt auf­ge­stellt, laut ei­ge­ner Aus­sa­ge ist die Viel­zahl der im­ple­men­tier­ten Funk­tio­nen im lau­fen­den Pra­xis­be­trieb ent­stan­den. Auch der Sup­port wird bei Fridie groß ge­schrie­ben. Die Lis­te der steu­er­ba­ren End­ge­rä­te wird lau­fend ak­tua­li­siert, da mitt­ler­wei­le auch di­ver­se Her­stel­ler das Po­ten­ti­al die­ser Soft­ware­lö­sung er­kannt ha­ben. Zu­dem kön­nen in der Li­bra­ry feh­len­de Ge­rä­te oder ge­wünsch­te Funk­tio­nen bei den Ent­wick­lern zur Im­ple­men­tie­rung in Auf­trag ge­ge­ben wer­den.

In­ter­face rund um die Sta­ge

Ist die Soft­ware erst ein­mal in­stal­liert, kann es auch di­rekt los­ge­hen. Zwar ist für die Nut­zung von Uni­ver­se frei­lich ei­ne Li­zen­zie­rung er­for­der­lich, je­doch lässt sich ein Pro­jekt auch ganz oh­ne ei­ne gül­ti­ge Li­zenz er­stel­len und vor­pro­gram­mie­ren. Die Ein­schrän­kung be­steht un­ter die­sen Um­stän­den le­dig­lich dar­in, dass nach fünf Mi­nu­ten al­le Ein- und Aus­gangs­si­gna­le der Uni­ver­se-soft­ware ge­stoppt, so­mit je­doch al­le vor­ge­nom­me­nen Pro­gram­mie­run­gen auf ih­re Kor­rekt­heit über­prüft wer­den kön­nen.

Die Soft­ware­ober­flä­che ist recht über­sicht­lich ge­hal­ten und teilt sich rein op­tisch und ganz grob in vier un­ter­schied­lich gro­ße Be­rei­che auf. Do­mi­niert wird das gan­ze von der so­ge­nann­ten ‚Sta­ge’. Hier be­fin­det sich die ei­gent­li­che Ak­ti­ons­flä­che der Soft­ware­lö­sung, die tat­säch­lich völ­lig frei kon­fi­gu­rier­bar ist, und per Drag & Drop mit di­ver­sen Ele­men­ten, in ers­ter Hin­sicht mit But­tons oder Fa­dern, je­doch auch mit Be­schrif­tun­gen oder Bil­dern be­füllt wer­den kann. Ein wei­te- rer Be­reich, rechts da­von an­ge­ord­net, lie­fert In­for­ma­tio­nen zu den je­wei­li­gen Ei­gen­schaf­ten ei­nes an­ge­wähl­ten Ele­ments oder Ge­rä­tes. Hier kann zum ei­nen von der Grö­ße, über die Schrift­art, bis hin zur Farb­ge­bung für je­des ein­zel­ne Ele­ment so ziem­lich al­les ein­ge­stellt wer­den, was man sich vor­stel­len kann. Zum an­de­ren wer­den hier je­doch auch die Ver­bin­dungs­ei­gen­schaf­ten der zu­ge­wie­se­nen Ge­rä­te vor­ge-

nom­men. Ein drit­ter Be­reich, wel­cher in ei­ner Baum­struk­tur un­ter der Sta­ge an­ge­ord­net ist, ist un­ter an­de­rem für die Fest­le­gung der je­wei­li­gen Funk­tio­nen ein­zel­ner Ele­men­te zu­stän­dig. In die­sem Be­reich wird aber bei­spiels­wei­se auch die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ge­rä­te­bi­blio­thek ver­wal­tet. Der vier­te und letz­te Be­reich ist ein klei­ner Mo­ni­tor, mit des­sen Hil­fe sich die aus­ge­hen­den Si­gna­le über­wa­chen las­sen. Wech­selt man in den so­ge­nann­ten Show­mo­dus, ste­hen nur noch die er­stell­ten Ele­men­te zur di­rek­ten Steue­rung zur Ver­fü­gung.

Wie sieht das in der Pra­xis aus?

Als ein­fachs­tes Bei­spiel lässt sich die un­ge­fäh­re Funk­ti­ons­wei­se von Uni­ver­se mit der Fern­steue­rung des Vlc-play­ers, der sich eben­falls in der (mo­men­tan 75 Ge­rä­te um­fas­sen­den) Ge­rä­te­bi­blio­thek wie­der­fin­det, de­mons­trie­ren. Das Ge­rät (in die­sem Fal­le der Vlc-play­er) wird ein­fach per Drag & Drop mit dem Pro­jekt ver­bun­den, dann noch die Ip-adres­se und der Port ein­ge­stellt, und das war es dann auch schon fast. Für die kor­rek­te Kon­fi­gu­ra­ti­on des je­wei­li­gen End­ge­rä­tes steht im Be­darfs­fall ei­ne de­tail­lier­te On­line­hil­fe zur Ver­fü­gung. Jetzt noch eben ei­nen But­ton auf der Sta­ge hin­zu­ge­fügt, das Ge­rät mit die­sem per Drag & Drop ver­knüpft, den Be­fehl ‚Start’ aus dem Drop-down-me­nü aus­ge­wählt, und fer­tig ist die Play-tas­te. Das war wirk­lich ein­fach. Und jetzt stel­le man sich die­se Mög­lich­keit mal in Ver­bin­dung mit ei­nem Pro­jek­tor, ei­ner Kreuz­schie­ne, oder gar ei­nem Me­dien­ser­ver vor. Na­tür­lich wird das gan­ze kom­ple­xer, je mehr steu­er­ba­re Funk­tio­nen die je-

»Als Ope­ra­tor hat man in man­chen Si­tua­tio­nen wäh­rend des Live-be­triebs ein­fach zu we­ni­ge Glied­ma­ßen. Die Idee, showre­le­van­te Ab­läu­fe für un­ter­schied­li­che Sys­tem­kom­po­nen­ten mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen, ist hier tat­säch­lich in ei­ner ge­wis­sen Wei­se neu er­fun­den wor­den.

wei­li­gen End­ge­rä­te mit sich brin­gen, und bei ei­nem hoch­wer­ti­gen Me­dien­ser­ver sieht das auch gleich ganz an­ders aus, das ist klar. Aber um es erst ein­mal ver­stan­den zu ha­ben, bie­tet Uni­ver­se die Mög­lich­keit, mit nur ei­nem Knopf­druck gleich­zei­tig be­lie­big vie­le ver­schie­de­ne Be­feh­le an völ­lig un­ter­schied­li­che Emp­fän­ger zu sen­den.

Vom Ope­ra­tor für Ope­ra­tor

Dass man sich na­tür­lich im Vor­feld ein we­nig mit der Ma­te­rie aus­ein­an­der­ge­setzt ha­ben soll­te, sei hier jetzt ein­mal vor­aus­ge­setzt. Denn die Ein­stell­mög­lich­kei­ten kön­nen im De­tail und ge­rä­te­spe­zi­fisch dann doch schon mal recht um­fang­reich sein, und um ein paar Mo­di­fi­ka­tio­nen wird man nicht um­her kom­men – ver­ständ­lich bei der Art der an­zu­steu­ern­den Ge­rä­te­ka­te­go­ri­en. Aber der Clou an der gan­zen Sa­che ist laut Fridie In­ter­ac­tive der Um­stand, dass die Ent­wick­ler der Uni­ver­se-soft­ware al­le­samt aus der Bran­che kom­men, und Show-ope­ra­tor im Live-ge­schäft sind oder wa­ren, die sich und an­de­ren das Le­ben et­was leich­ter ma­chen woll­ten. So­mit ba­siert die­ses Tool auf der Ein­fach­heit ei­nes ein­heit­li­chen Be­di­en­kon­zep­tes und punk­tet durch ei­ne äu­ßerst in­tui­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­se.

Kon­nek­ti­vi­tät: vom Me­dien­ser­ver bis Po­wer­point

Uni­ver­se kom­mu­ni­ziert qua­si mit al­lem, was über ei­ne Schnitt­stel­le da­für ver­fügt. Ein gro­ßes Au­gen­merk liegt hier je­doch auf der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Uni­ver­se und Me­dien­ser­vern. So kom­mu­ni­ziert die Soft­ware in Ver­bin­dung mit be­stimm­ten Sys­te­men so­gar bi­di­rek­tio­nal, so­dass bei­spiels­wei­se be­reits vor­han­de­ne Cue­lis­ten ei­nes Me­dien­ser­vers ein­fach per Drop-

Down-me­nü in Uni­ver­se aus­ge­wählt und zu­ge­wie­sen wer­den kön­nen.

Der Groß­teil der Si­gnal­ver­ar­bei­tung fin­det über TCP in der gän­gi­gen 192.168.xxx.xxx Stan­dard-ip-ran­ge statt. Aber auch UDP, OSC, Artnet, und so­gar MIDI oder se­ri­el­le Da­ten kön­nen ver­ar­bei­tet wer­den.

Ne­ben der ak­ti­ven An­steue­rung an­de­rer Sys­tem­kom­po­nen­ten kann die Uni­ver­se Soft­ware im Ge­gen­zug auch Si­gna­le emp­fan­gen und so­mit von ex­ter­nen Qu­el­len an­ge­trig­gert wer­den. Dies kann z.b. durch ei­ne Po­wer­point-prä­sen­ta­ti­on rea­li­siert wer­den, die in ei­nem be­stimm­ten Chart ei­nen Be­fehl an die Uni­ver­se-soft­ware sen­det. Eben­falls ste­hen Ti­me­co­de und die uhr­zeit­ge­stütz­te Aus­lö­sung von Be­fehls­ket­ten zur Ver­fü­gung, was spe­zi­ell im Be­reich von Fes­t­in­stal­la­tio­nen, Mes­sen oder Aus­stel­lun­gen in­ter­es­sant sein kann.

Zu­dem ver­fügt die Uni­ver­se-soft­ware über ein Web-in­ter­face und kann so­mit von je­dem be­lie­bi­gen in­ter­net­fä­hi­gen Ge­rät über ei­ne ei­ge­ne gra­fi­sche Ober­flä­che fern­ge­steu­ert wer­den.

Fa­zit

Als Ope­ra­tor hat man in man­chen Si­tua­tio­nen wäh­rend des Live-be­triebs ein­fach zu we­ni­ge Glied­ma­ßen. Und die Idee, showre­le­van­te Ab­läu­fe für un­ter­schied­li­che Sys­tem­kom­po­nen­ten mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen, ist an sich zwar nicht neu, hier aber tat­säch­lich in ei­ner ge­wis­sen Wei­se neu er­fun­den wor­den.

Die ein­fa­che Struk­tur der Soft­ware­ober­flä­che und die in­tui­ti­ve Be­die­nung ma­chen Uni­ver­se nicht nur von der Preis­po­li­tik (nur 749,− € net­to je Li­zenz) her zu ei­nem un­schlag­ba­ren Tool. Mit Hil­fe we­ni­ger Tu­to­ri­als, die so­wohl auf der Home­page, als auch auf dem Youtu­be-chan­nel des Her­stel­lers zu fin­den sind und zu­sam­men we­ni­ger als ei­ne hal­be St­un­de dau­ern, ist man in we­ni­gen Schrit­ten start­klar. Si­cher muss man sich auch hier und da für spe­zi­el­le­re Fäl­le et­was tie­fer in die Soft­ware hin­ein­ar­bei­ten, gar kei­ne Fra­ge. Das steht je­doch in kei­nem Ver­hält­nis zu der Ar­beits­er­leich­te­rung, wel­che Uni­ver­se am En­de be­reit­stellt. [5210]

Mes­se­stand auf der pl+s 2018 Edit-mo­dus des In­ter­faces, mit dem der Mes­se­stand ge­steu­ert wur­de: As­cen­der48, Pan­do­ras Box, Watchout, Ven­tuz, ei­ne Dmx-leuch­te, ein MIDI-PULT und vier Gpio-but­tons

Uni­ver­se im ge­styl­ten Show-mo­dus Kon­so­le aus Star Treck steu­ert Watchout-ser­ver

Bei­spiel für ein kom­ple­xes In­ter­face Uni­ver­se im Edit-mo­dus

Edit-mo­dus in ei­nem kom­ple­xen In­ter­face

Je­de Ober­flä­che kann auch per Web­in­ter­face von je­dem mo­bi­len End­ge­rät aus auf­ge­ru­fen wer­den

Show-mo­dus der In­stal­la­ti­on auf der pro­light+sound

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