Out­li­ne New­ton

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Go­ertz | Fo­tos: Die­ter Stork, An­selm Go­ertz

Out­li­ne hat bis­her mit be­son­de­ren Li­ne-ar­ray- oder Rig­ging-kon­zep­ten auf sich auf­merk­sam ge­macht. Mit dem New­ton, der sich in der ers­ten Re­lease-ver­si­on be­reits auf un­se­rem Mess­platz ein­fand, star­tet man nun ein en­ga­gier­tes Dsp-pro­jekt – mehr da­zu ab

Ei­nen ra­di­ka­len Au­dio­pro­zes­sor mit 216 Ein- und Aus­gän­gen, ei­nem 18 × 16 Ma­trix-mi­scher und Rai­sed-co­si­ne-fil­tern stellt Out­li­ne für be­son­ders kom­ple­xe Au­dio­struk­tu­ren vor

Der ita­lie­ni­sche Her­stel­ler Out­li­ne, be­kannt für pro­fes­sio­nel­le Groß­be­schal­lungs­sys­te­me mit in­no­va­ti­ven Fea­tu­res, stellt mit dem New­ton Pro­ces­sor ei­nen neu­en Ge­rät­ty­pus vor, den man bei Out­li­ne sel­ber als „Mul­ti-sour­ce Au­dio Pro­ces­sor“be­zeich­net, wo­mit man die Sa­che be­reits auf den Punkt trifft: Der New­ton-pro­ces­sor kann als zen­tra­ler Kon­ten­punkt in gro­ßen Au­dio­sys­te­men ei­ne Viel­zahl von Au­dio­si­gna­le ver­wal­ten, zu­ord­nen, fil­tern, ver­zö­gern – und noch vie­les mehr. Der Schwer­punkt liegt da­bei auf di­gi­ta­len Si­gna­len, für die der New­ton Schnitt­stel­len im Dan­te-for­mat, als MADI co­axi­al und op­tisch so­wie mit Aes3-schnitt­stel­len be­reit­hält. Op­tio­nal gibt es dann noch je acht ana­lo­ge Ein- und Aus­gän­ge. Sum­miert man al­les auf, dann wird dar­aus die be­acht­li­che Men­ge von bis zu 216 Ein­gangs­we­gen und eben­so vie­len Aus­spiel­we­gen. Äu­ßer­lich und vor al­lem von vor­ne be­trach­tet ist der New­ton da­ge­gen eher un­schein­bar. Das nur 1 HE mes­sen­de 19"-Ge­rät zeigt auf der Front mit ei­ner Rei­he LEDS di­ver­se Sta­tus­mel­dun­gen, Pre­sets und ein ak­ti­ves Pro­ces­sing an, gibt aber sonst noch nicht viel über sei­ne Funk­ti­on preis. Wie bei vie­len mo­der­nen Ge­rä­ten ist die Rück­sei­te da­ge­gen mitt­ler­wei­le we­sent­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ger. Von links nach rechts gibt es zu­nächst zwei Kalt­ge­rä­te­buch­sen. Für ein Ge­rät mit ei­ner ab­so­lut zen­tra­len Auf­ga­be in ei­ner Be­schal­lungs­an­la­ge spielt der Aspekt der Be­triebs­si­cher­heit ei­ne be­son­ders gro­ße Rol­le, dem hier durch zwei Netz­tei­le, die dann auch noch auf zwei se­pa­ra­te Strom­krei­se ge­legt wer­den kön­nen, Rech­nung ge­tra­gen wird. Es folgt ei­ne USB „OTG Buch­se“(für „on the go“), die an vie­len ak­tu­el­le Smart­pho­nes heu­te als Schnitt­stel­le zur Au­ßen­welt dient und im New­ton für zu­künf­ti­ge An­wen­dung ge­dacht ist. In der wei­te­ren Ab­fol­ge kom­men dann vier Netz­werk­buch­sen, von de­nen zwei als pri­mä­rer und se­kun­dä­rer Dan­te-port de­fi­niert sind. Mit vier An­schlüs­sen op­tisch und co­axi­al je­weils als In­put und Out­put folgt die Madi-schnitt­stel­le. Da­bei sind die ko­axia­len und op­ti­schen An­schlüs­sen nicht nur al­ter­na­tiv son­dern auch par­al­lel nutz­bar. Vier wei­te­re Bnc-buch­sen kön­nen Wordclock-si­gna­le, auch für die Vi­deo-syn­chro­ni­sa­ti­on, ent­ge­gen­neh­men oder aus­ge­ben. Die rech­te Hälf­te der Rück­sei­te tei­len sich sechs D-sub-buch­sen. Zwei 9-po­li­ge für ein Rs485-in­ter­face und Gpio-an­schlüs­se so­wie vier 25po­li­ge für die Ein- und Aus­gän­ge im AES/EBU (AES3) For­mat und die op­tio­na­len ana­lo­gen Ein- und Aus­gän­ge. Letz­te­re gibt es je­weils ma­xi­mal acht an der Zahl, die op­tio­nal be­stückt oder nach­ge­rüs­tet wer­den kön­nen. Das Pi­nout mit je acht Ein- oder Aus­gän­gen auf den D-sub25-an­schlüs­sen ent­spricht den Tas­cam/ya­ma­ha-kon­ven­tio­nen für ana­lo­ge An­schlüs­se auf D-sub-ver­bin­dern. Bei den

Aes/ebu-an­schlüs­sen ist man mit je vier Ein- und Aus­gangs­we­gen der Tas­cam-kon­ven­ti­on ge­folgt.

Was der New­ton Pro­ces­sor nun mit den vie­len Ein­gangs- und Aus­gangs­we­gen macht, er­klä­ren am bes­ten die Gra­fi­ken aus Abb. 1 und 2. Abb. 1 zeigt da­zu noch­mals al­le Ein- und Aus­gän­ge am New­ton. Für das Rou­ting im Ge­rät gibt es ei­nen In­put- und ei­nen Out­put-patch, von den 216 Ein­gangs­si­gna­len kön­nen be­lie­bi­ge 16 auf ei­nen Pro­ces­sing-block (In­put DSP) ge­rou­tet wer­den. Zu­sätz­lich gibt es noch den 8-in-2-aux-mi­scher für die ana­lo­gen Ein­gän­ge. Von dort geht es mit ins­ge­samt 18 Ka­nä­len in ei­nen Ma­trix-mi­xer mit 16 Aus­gän­gen Die 16 Aus­gän­ge der Ma­trix, dem auch wie­der ein Pro­ces­sing­block (Out­put DSP) folgt, kön­nen an­schlie­ßend über den Out­put-patch frei auf die 216 Aus­gän­ge ge­rou­tet wer­den.

Et­was ver­ein­facht könn­te man auch von ei­nem „18 × 16 Ma­trix-mi­scher mit Dsp-funk­tio­na­li­tät in den Ein- und Aus­gän­gen kom­bi­niert mit je ei­nem In­put- und ei­nem Out­put-rou­ting-mo­dul“spre­chen. Das klingt zu­nächst ein­mal ein­fach, wird aber in dem Mo­ment et­was kom­pli­zier­ter, wenn man be­denkt, dass die Ein­gangs­und Aus­gangs­si­gna­le groß­teils di­gi­tal sind und für ei­ne be­lie­bi­ge ge­mein­sa­me Ver­ar­bei­tung syn­chro­ni­siert wer­den müs­sen! Das ge­schieht in Ab­bil­dung 3 in den mit ASRC (asyn­chro­nes samp­le ra­te con­ver­si­on) be­zeich­ne­ten blau­en Mo­du­len. Über die Be­di­en­ober­flä­che kann der An­wen­der aus­wäh­len, wel­che Qu­el­le mit der Mas­ter Clock syn­chro­ni­siert wird oder ob al­ter­na­tiv die in­ter­ne 96-khz­clock ge­nutzt wird.

Front­an­sicht des New­ton 16+8 Pro­zes­sors mit den Sta­tus­an­zei­gen

In­nen­an­sicht des New­ton mit ei­nem gro­ßen PCB und Auf­steck-boards für das Dan­te-brook­lyn-mo­dul, den Fp­ga-baustein und die ana­lo­gen Ein- und Aus­gän­ge

Dicht be­pack­te Rück­sei­te des New­ton 16+8 Pro­zes­sors mit den ana­lo­gen und di­gi­ta­len Aes3-schnitt­stel­len auf D-sub-buch­sen. Die Madi-in­ter­faces gibt es so­wohl op­tisch als auch mit Co­ax-an­schlüs­sen

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