Marc Pet­zold: Die nächs­te Lmp-ge­ne­ra­ti­on

Vor sechs Jah­ren ist Marc Pet­zold in die Fuß­stap­fen sei­nes Va­ters ge­tre­ten und trägt seit­her als Teil der Lmp-ge­schäfts­füh­rung Ver­ant­wor­tung für das seit Jahr­zehn­ten bran­chen­weit be­kann­te Un­ter­neh­men. Wir spra­chen mit Pet­zold über das „Er­be“der Rock´n´rol

Production Partner - - Inhalt - Text und Fo­tos: Jörg Küs­ter

Marc Pet­zold spricht mit Be­dacht und lässt sich nicht oh­ne wei­te­res aus der Re­ser­ve lo­cken. Den­noch weicht er pri­va­ten Fra­gen nicht aus, selbst wenn das Ge­spräch – in ge­wis­ser Wei­se un­ver­meid­lich – auf sei­ne Rol­le als „Sohn vom Chef“und so­mit als Fi­li­us ei­ner Bran­chen­le­gen­de kommt: „Ich ha­be im­mer Wert dar­auf ge­legt, dass ich ge­gen­über Drit­ten nicht als „der Sohn von Uli“be­zeich­net wer­de“, sagt er. „Selbst­ver­ständ­lich ist Uli mein Va­ter, aber im Un­ter­neh­men bin ich auf­grund mei­ner be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on als Marc Pet­zold tä­tig. Vor mei­nem Ein­tritt bei LMP ha­be ich mir an­de­re Be­tä­ti­gungs­fel­der ge­sucht, was ganz ne­ben­bei auch da­für sorgt, dass ich heu­te nicht die un­ter­neh­mens­ei­ge­ne Lmp-bril­le auf­ha­be … (schmun­zelt) In­ner­halb der Fir­ma kann­ten mich beim Ein­stieg be­reits al­le Mit­ar­bei­ter, so dass es Lmp-intern nach mei­nem Emp­fin­den kei­ne Vor­be­hal­te ge­gen­über mir als Sohn gab.“

Lehr- und Wan­der­jah­re

Marc Pet­zold (42) ist seit April 2012 ge­mein­sam mit Uli Pet­zold und Dipl.kfm. Eg­bert „Ecky“Zu­drop Ge­schäfts­füh­rer der LMP Licht­tech­nik Ver­triebs­ge­sell­schaft mbh (www.lmp.de) mit Sitz in Ib­ben­bü­ren: „Selbst­ver­ständ­lich ha­be ich frü­her schon bei LMP ge­ar­bei­tet, un­ter an­de­rem auf Mes­sen und wäh­rend der Schul­fe­ri­en“, be­rich­tet Pet­zold. Den­noch war der Weg ins vä­ter­li­che Un­ter­neh­men kei­nes­wegs vor­ge­zeich­net: Der Di­plom-kauf­mann (FH) ab­sol­vier­te be­reits wäh­rend sei­nes Stu­di­ums di­ver­se Jobs und Prak­ti­ka in bran­chen­frem­den Un­ter­neh­men. Un­ter an­de­rem war Pet­zold in der Wer­be­in­dus­trie tä­tig und dort mit der Ver­wal­tung von Bud­gets für gro­ße Mar­ken­kam­pa­gnen be­fasst.

Die un­re­gel­mä­ßi­gen Ar­beits­zei­ten in der Wer­be­welt emp­fand Pet­zold nie als be­las­tend, da er über sei­ne El­tern be­reits von Kin­des­bei­nen an mit­er­leb­te, was selbst­stän­di­ges, nicht wei­sungs­ge­bun­de­nes Ar­bei­ten be­deu­tet. Ob­wohl ihm die Auf­ga­ben in der Wer­be­in­dus­trie nach ei­ge­nem Be­kun­den Freu­de be­rei­te­ten, ori­en­tier­te sich Pet­zold nach der Fi­nanz­kri­se 2008 und de­ren Aus­wir­kun­gen auf die Mar­ke­ting­bud­gets neu. Zu Marc Pet­zolds Vi­ta ge­hört ei­ne drei­ein­halb­jäh­ri­ge Tä­tig­keit bei Ger­riets im El­sass – ei­ne Zeit, an die er ger­ne zu­rück­denkt: „Das ist ei­ne tol­le Fir­ma, die sehr wer­ti­ge Sa­chen pro­du­ziert“, sagt er.

Pet­zold be­zeich­net LMP als KMU, al­so als Klei­nes Mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men. „Ich ha­be Be­kann­te, die in gro­ßen Kon­zern­struk­tu­ren ar­bei­ten, und ich bin im­mer wie­der über­rascht, wie weit man ei­ner­seits in be­stimm­ten Punk­ten von­ein­an­der ent­fernt sein kann und wie eng man an­de­rer­seits in ein­zel­nen Aspek­ten bei­sam­men ist“, be­rich­tet er. „Mit­un­ter tre­ten in Kon­zer­nen Pro­ble­me auf, die für LMP ak­tu­ell noch kein The­ma sind, in Zu­kunft aber oh­ne Fra­ge zu ei­nem The­ma wer­den kön­nen. Ich fin­de es span­nend, mich da­zu mit an­de­ren Füh­rungs­ver­ant­wort­li­chen aus­zu­tau­schen – so­fern es mensch­lich passt, üb­ri­gens ger­ne auch mit Wett­be­wer­bern. Es ist nicht mei­ne Na­tur, im­mer nur auf das ei­ge­ne Un­ter­neh­men zu schau­en.“

„Wir sind kei­ne Bank!“

Als Uli Pet­zold die Fir­ma LMP im Jahr 1980 ins Le­ben rief, leis­te­te er wie vie­le Fir­men­grün­der sei­ner Ge­ne­ra­ti­on Pio­nier­ar­beit – das Busi­ness war we­sent­lich un­struk­tu­rier­ter als heu­te und das in­zwi­schen zu er­le­ben­de Aus­maß der Glo­ba­li­sie­rung in kei­ner Wei­se vor­her­seh­bar. Es geht das Ge­rücht,

»Wir sind kei­ne Bank! Ich möch­te, dass die po­si­ti­ven Aspek­te des Rock´n´roll-spi­rits wei­ter­le­ben.«

dass Uli Pet­zold Ver­triebs­ver­ein­ba­run­gen frü­her aus­schließ­lich per Hand­schlag be­sie­gel­te: „Das stimmt“, sagt Marc Pet­zold und lä­chelt. „So hat man das da­mals eben ge­macht, ver­mut­lich nicht nur bei LMP.“

Es ist Marc Pet­zold wich­tig, dass bei LMP trotz ei­ner zeit­ge­mä­ßen Un­ter­neh­mens­auf­stel­lung der Spi­rit der Grün­der­jah­re fort­lebt: „Ich wür­de mir wün­schen, dass die­ser be­son­de­re Geist in Tei­len er­hal­ten bleibt“, sagt der Ge­schäfts­füh­rer. „Wir sind kei­ne Bank! Ich möch­te, dass die po­si­ti­ven Aspek­te des Rock´n´roll-spi­rits wei­ter­le­ben, zu­mal vie­le un­se­rer Kun­den die­sen Geist eben­falls in sich tra­gen und wir dies­be­züg­lich ei­ne Schnitt­men­ge be­sit­zen.“

Marc Pet­zold kennt die Ver­an­stal­tungs­bran­che seit frü­hes­ter Kind­heit: „Be­reits im Al­ter von drei Jah­ren war ich mit mei­nem Va­ter an­läss­lich ei­nes Kun­den­be­suchs das ers­te Mal in ei­ner Dis­ko­thek, na­ment­lich im Os­na­brü­cker Hy­de Park“, er­in­nert er sich. Spä­ter hat­te Pet­zold ei­ne Dis­ko­thek di­rekt vor der Tü­re, denn ein Teil des Ge­bäu­des, in wel­chem sich der Fir­men­sitz von LMP be­fin­det, war über Jah­re hin­weg ei­ne be­lieb­te Groß­raum­dis­co („Clash“), die von Uli Pet­zold be­trie­ben wur­de. „Lei­der wur­de die Dis­co kurz vor mei­nem 16. Ge­burts­tag ge­schlos­sen“, sagt Pet­zold mit ge­spiel­tem Be­dau­ern und nicht oh­ne dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Ju­gend­schutz­be­stim­mun­gen – zum Leid­we­sen der äl­te­ren Ge­schwis­ter sei­ner Freun­de – von sei­nem Va­ter stets sehr ernst ge­nom­men wur­den.

Ver­trieb im Wan­del

Ak­tu­ell be­schäf­tigt die LMP Licht­tech­nik Ver­triebs­ge­sell­schaft mbh knapp 30 fest­an­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter. LMP bil­det aus, hat im Mo­ment al­ler­dings kei­ne Azu­bis im Haus. Vie­le An­ge­stell­te hal­ten dem Un­ter­neh­men seit Jahr­zehn­ten die Treue, und die Mit­ar­bei­ter­fluk­tua­ti­on war lan­ge Zeit be­mer­kens­wert ge­ring. Ei­ne Zä­sur bil­de­te der Weg­gang von Ro­be: Der neu ge­grün­de­te deut­sche Ro­be-ver­trieb such­te Fach­kräf­te, und meh­re­re Per­so­nen aus der Lmp-be­leg­schaft nah­men das An­ge­bot zu ei­ner be­ruf­li­chen Ve­rän­de­rung wahr. Marc Pet­zold spricht sach­lich bis dis­tan­ziert über die Tren­nung von der Mar­ke, die LMP als deut­scher Ex­klu­siv­ver­trieb über Jah­re hin­weg auf­ge­baut hat: „Wir wa­ren nicht glück­lich mit der Si­tua­ti­on“, fasst er die merk­lich un­ge­lieb­te Ent­wick­lung zu­sam­men. „Nicht nur wir, son­dern auch vie­le un­se­rer Kun­den und Weg­be­glei­ter be­kun­de­ten ihr Un­ver­ständ­nis. Von ei­nem stammt der Aus­spruch: „Man kann als Ver­trieb nicht nur zu schlecht, son­dern auch zu gut sein.“Im­mer­hin wa­ren wir mit LMP in­ner­halb von 15 Jah­ren gleich fünf Mal der er­folg­reichs­te Dis­tri­bu­tor welt­weit!“

Wie Tren­nungs­pro­zes­sen von wich­ti­gen Mar­ken be­geg­net wer­den kann, war in der Fir­men­his­to­rie von LMP schon ein­mal zu er­le­ben: Be­vor Ro­be ins Pro­gramm ge­nom­men und im Be­wusst­sein hie­si­ger An­wen­der eta­bliert wur­de, war LMP eng mit High End Sys­tems ver­bun­den. Dass Ro­be (und nicht Va­ri-li­te) im Lmp-ver­triebs­port­fo­lio die Nach­fol­ge von HES an­trat, über­rasch­te sei­ner­zeit: „Ro­be kann­te da­mals kaum je­mand, und die Fir­ma hat­te mit dem 250 XT ex­akt ein Pro­dukt im Pro­gramm“, er­klärt Pet­zold. „Aus mei­ner Sicht zeig­te al­ler­dings schon der da­ma­li­ge Wech­sel, dass LMP mit dem Weg­gang von Ver­triebs­mar­ken gut um­zu­ge­hen ver­steht.“

LMP ver­treibt seit dem 1. April 2017 Ela­ti­on Pro­fes­sio­nal, und Marc Pet­zold schwärmt von „ei­nem tol­len Port­fo­lio, das suk­zes­siv aus­ge­baut wird und qua­li­ta­tiv in je­der Hin­sicht be­ste­hen kann". Er weist dar­auf hin, dass Ela­ti­on Pro­fes­sio­nal in den USA ei­ne an­ge­se­he­ne Mar­ke ist, es hier­zu­lan­de aber durch­aus noch Auf­klä­rungs­ar­beit zu leis­ten gilt, wel­che er als er­fah­re­ner Mar­ke­ting­pro­fi ger­ne un­ter­stüt­zen möch­te.

Gro­ßen An­klang fin­det nach sei­nen Wor­ten ak­tu­ell das out­door-fä­hi­ge (IP65) Mo­ving­light PROTEUS HY­BRID (Spot plus Beam und Wash), wel­ches die­sen Som­mer auf zahl­rei­chen Groß­pro­duk­tio­nen zu er­le­ben sein und mit ei­ner Ent­la­dungs­lam­pe be­trie­ben wird: „Der Markt sieht, dass ei­ne Per­for­mance wie beim PROTEUS HY­BRID mit Led-tech­nik schlicht­weg noch nicht mög­lich ist“, sagt Pet­zold und spielt ver­mut­lich auf ein Led-be­stück­tes Wett­be­wer­ber­pro­dukt an.

Als Ei­gen­mar­ke bie­tet LMP Licht­pro­duk­te un­ter dem La­bel LITECRAFT an. „LITECRAFT ist viel mehr als ei­ne wei­te­re Mar­ke bei LMP – sie ist ei­ne der wich­tigs­ten und äl­tes­ten Mar­ken“, so Marc Pet­zold. „Noch län­ger ist bei LMP nur LITTLITE seit nun­mehr 38 Jah­ren ver­tre­ten. Mit dem neu­en Schwer­punkt LED er­leb­te LITECRAFT ei­ne Wie­der­be­le­bung. Stand die Mar­ke vor­her „nur“für Zu­be­hör, steht sie heu­te für in­no­va­ti­ve Led-schein­wer­fer mit ei­nem sehr gu­ten Preis-leis­tungs-ver­hält­nis. Hin­zu kom­men auch wei­ter­hin Zu­be­hör so­wie Pro­blem­lö­ser für die täg­li­che Ar­beit, an­ge­fan­gen vom An­schlag­ma­te­ri­al bis zum Zoomtu­bus.“Den Schritt zu LITECRAFT TRUSS sieht Pet­zold als lo­gi­sche Kon­se­quenz der Mar­ken­er­wei­te­rung: Tra­ver­sen ver­kauft LMP seit zwei Jah­ren eben­falls sehr er­folg­reich als Ei­gen­mar­ke un­ter dem La­bel LITECRAFT TRUSS, nach­dem die Zu­sam­men­ar­beit mit der Mi­los-grup­pe (Area Four In­dus­tries) beendet wur­de.

Am Fir­men­sitz in Ib­ben­bü­ren be­hei­ma­tet ist ne­ben der LMP Licht­tech­nik Ver­triebs­ge­sell­schaft mbh auch die 1999 ge­grün­de­te LMP Py­ro­tech­nik Gm­bh & Co. KG (www.lmp-py­ro­tech­nik.com) un­ter Lei­tung von Hans-ge­org „Ge­or­ge“Kloodt.

Mar­ke­ting­mix

Äl­te­re Se­mes­ter ken­nen frag­los noch den Lmp-ka­ta­log, wel­cher von Uli Pet­zold über vie­le Jah­re hin­weg in ei­ge­ner Re­gie pro­du­ziert wur­de und je­des Jahr an­läss­lich der Frank­fur­ter Mes­se rei­ßen­den Ab­satz fand. „Weih­nach­ten war bei uns im­mer Ka­ta­log­schrei­be­zeit“, er­in­nert sich Marc Pet­zold und be­rich­tet über heu­te kaum mehr vor­stell­ba­re Lay­out-pro­zes­se mit ana­lo­gen Fo­to­ne­ga­ti­ven und klein­tei­li­gen Kle­be­ar­bei­ten.

Wich­tig war für LMP stets ei­ne gut funk­tio­nie­ren­de Mund­pro­pa­gan­da, wel­che sich in­zwi­schen fast voll­stän­dig in den di­gi­ta­len Raum ver­la­gert hat. Dass in den so­zia­len Netz­wer­ken nicht al­les ei­tel Son­nen­schein ist, hat Marc Pet­zold be­reits mehr­fach er­fah­ren müs­sen: „Es gibt nicht we­ni­ge Per­so­nen, die nur noch tech­ni­sche Da­ten­blät­ter ver­glei­chen und Mei­nun­gen über Pro­duk­te kund­tun, die sie noch nie ver­wen­det oder so­gar noch nicht ein­mal ge­se­hen ha­ben“, weiß der Ge­schäfts­füh­rer. „Ich hal­te es für ge­fähr­lich, wenn sich sol­che Per­so­nen on­line in ei­nem Mi­kro­kos­mos be­we­gen und nicht mehr über den Tel­ler­rand hin­aus­schau­en – wenn in den so­zia­len Netz­wer­ken dann Äp­fel mit Bir­nen ver­gli­chen wer­den, merkt es kaum je­mand mehr, und es ent­ste­hen Mei­nun­gen, die nicht auf über­prüf­ba­ren Fak­ten be­ru­hen.“State­ments – selbst zu be­son­ders kru­den The­sen/pro­vo­ka­tio­nen – mag Marc Pet­zold in­zwi­schen laut ei­ge­ner Aus­sa­ge in den ein­schlä­gi­gen Fo­ren nicht mehr ab­ge­ben: „Ich er­tra­ge es ein­fach nicht, was dort teil­wei­se in wel­cher Form ge­äu­ßert wird und übe mich da­her in Zu­rück­hal­tung“, räumt er of­fen ein. Bei LMP küm­mert sich ein klei­nes Team um die So­ci­al-me­dia-ak­ti­vi­tä­ten; ge­sucht wird in ers­ter Li­nie je­doch der non-di­gi­ta­le per­sön­li­che Kon­takt zu (po­ten­ti­el­len) Kun­den.

Print ist ent­ge­gen an­ders­lau­ten­der Un­ken­ru­fe kei­nes­wegs tot: Ein Mal pro Quar­tal er­scheint bei LMP das Kun­den­ma­ga­zin LMP [ac­cess], das so­wohl als PDF und epa­per wie

auch in ge­druck­ter Form ver­füg­bar ist. „Vie­le Leu­te möch­ten im­mer noch rich­ti­ges Pa­pier in den Hän­den hal­ten“, hat Marc Pet­zold fest­ge­stellt. „Ich freue mich im­mer, wenn ich zu Be­such bei Kun­den bin und das Heft dort ir­gend­wo her­um­lie­gen se­he – wenn das Ma­ga­zin be­reits ein we­nig ab­ge­grif­fen wirkt, weiß ich, dass es vie­le Leu­te ge­le­sen ha­ben. Ob­wohl LMP [ac­cess] in der Pro­duk­ti­on kos­ten­in­ten­siv ist, ist es für LMP ein wich­ti­ges Tool.“Eher kri­tisch be­trach­tet Pet­zold der­zeit den haus­ei­ge­nen Ka­ta­log, wel­cher 2016 das vor­erst letz­te Mal in ge­druck­ter Form er­schien – ob ei­ne Fort­set­zung fol­gen wird, ist im Mo­ment noch frag­lich.

Im ak­tu­el­len Jahr war LMP er­neut auf der Pro­light + Sound in Frank­furt prä­sent. „Ich per­sön­lich mag Mes­sen“, ant­wor­tet Marc Pet­zold di­plo­ma­tisch auf die Fra­ge nach dem Sinn von Mes­se­auf­trit­ten im In­ter­net-zeit­al­ter. „Ich schät­ze die Net­wor­king-mög­lich­kei­ten, fin­de es al­ler­dings scha­de, dass Be­su­cher die ei­gent­li­chen Pro­duk­te im­mer we­ni­ger wahr­neh­men: In der Re­gel wer­den Neu­ig­kei­ten heut­zu­ta­ge ja be­reits lan­ge vor Be­ginn ei­ner Mes­se pu­blik ge­macht, um in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­flut nicht un­ter­zu­ge­hen.“

Laut nach­ge­dacht wird in Ib­ben­bü­ren über er­gän­zen­de An­ge­bo­te zur Mes­se­prä­senz. „Der Kun­de er­war­tet heu­te, dass der Ver­trieb an ihn her­an­tritt und er nicht zum Dis­tri­bu­tor kom­men muss“, hat Marc Pet­zold be­ob­ach­tet. „Wir den­ken durch­aus über Al­ter­na­ti­ven zu kos­ten­in­ten­si­ven Mes­se­auf­trit­ten nach.“Äu­ßerst er­folg­reich ist be­reits jetzt das LMP [col­le­ge], das Fort­bil­dun­gen an­bie­tet, wel­che sich von ein­fa­chen Work­shops bis zu Ad­van­ced Trai­nings für er­fah­re­ne An­wen­der er­stre­cken. Das LMP [col­le­ge] ist nicht auf die Rä­um­lich­kei­ten in Ib­ben­bü­ren be­grenzt, son­dern fin­det als Ver­an­stal­tung auf An­fra­ge auch bei Kun­den statt.

Pro­fi-sup­port ver­sus „Preis als Waf­fe“

LMP kon­zen­triert sich auf das B2b­ge­schäft: Ne­ben dem „klas­si­schen Ver­lei­her“zäh­len auch Pro­duk­ti­ons­fir­men so­wie Mes­se­bau­un­ter­neh­men und Dry-hi­re-com­pa­nies zur Ziel­grup­pe. „Selbst­ver­ständ­lich be­die­nen wir Kun­den von klein bis groß – es gibt in punc­to Um­satz kei­nen fes­ten Schnitt“, be­tont Pet­zold und weist dar­auf hin, dass LMP aus­schließ­lich Licht­tech­nik im Pro­gramm führt. Ei­ne Ex­pan­si­on in Rich­tung Au­dio­tech­nik ist nicht ge­plant.

Um ko­pier­ten Wa­ren und/oder de­ren nicht kon­for­mer Ein­füh­rung ent­ge­gen­zu­tre­ten, hat LMP be­reits im letz­ten Jahr ei­ne Än­de­rung der Ser­vice­leis­tun­gen be­kannt­ge­ge­ben. „LMP möch­te sei­nen Kun­den auch wei­ter­hin das ge­wohnt ho­he Ser­vice­le­vel für al­le eta­blier­ten Mar­ken bie­ten“, er­klärt Marc Pet­zold. „Un­ser Be­stre­ben ist, Ge­rä­te zü­gig und tech­nisch ein­wand­frei zu war­ten be­zie­hungs­wei­se in­stand zu set­zen. Da uns je­doch im­mer mehr Ge­rä­te er­rei­chen, die am deut­schen Markt wei­test­ge­hend un­be­kannt sind und für die sich in Deutsch­land kein Ver­trieb oder Im­por­teur ver­ant­wort­lich fühlt, wer­den Res­sour­cen ge­bun­den, die an an­de­rer Stel­le nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Lan­ge Stand­zei­ten und un­er­füll­ba­re Re­pa­ra­tur­auf­trä­ge las­sen sich nicht mit un­se­rem Qua­li­täts­ver­spre­chen ver­ein­ba­ren. Wir be­grei­fen die­sen Schritt als Qua­li­täts­of­fen­si­ve und ver­trau­en auf das Ver­ständ­nis un­se­rer Kun­den.“Die an­ge­spro­che­nen Di­rekt­im­por­te sind auch der Grund, war­um sich LMP schon län­ger aus dem Ge­schäft mit Led-vi­deo­sys­te­men zu­rück­ge­zo­gen hat.

Wer als An­wen­der di­rekt in Chi­na or­dert, weiß nach Ein­schät­zung von Marc Pet­zold oft nicht, dass er als so ge­nann­ter „In­ver­kehrs­brin­ger“haft­bar ge­macht wer­den kann. Dem

The­ma mit all sei­nen Im­pli­ka­tio­nen lie­ße sich ein ei­gen­stän­di­ger Ar­ti­kel wid­men, denn das Ce-sie­gel steht am Ran­de be­merkt nicht für „Chi­na Ex­port“… Marc Pet­zold kom­men­tiert: „Mit LMP ar­bei­ten wir sau­ber, und wir möch­ten un­se­ren Bei­trag zu si­che­ren Ar­beits­be­din­gun­gen leis­ten. Wir sind kei­ne Box-shif­ting-com­pa­ny! Wenn ei­ne Led-be­stück­te Par-kan­ne bei LMP ein paar Eu­ro mehr kos­tet als bei ei­ner Di­rekt­be­stel­lung in Asi­en, er­hal­ten Kun­den im Ge­gen­zug in­ner­halb ei­nes an­ge­mes­se­nen Zei­t­raums ei­ne Nach­kauf­ga­ran­tie so­wie ei­nen aus­rei­chen­den Stock an Er­satz­tei­len und kön­nen bei Be­darf au­ßer­dem auf die Lmp-ei­ge­nen Ser­vice­werk­stät­ten zu­rück­grei­fen, was mög­li­che Aus­fall­zei­ten er­heb­lich re­du­ziert.“

Mit un­schö­nen Aus­wüch­sen des On­line-han­dels, bei de­nen nach Mei­nung nicht we­ni­ger Be­ob­ach­ter der „Preis als Waf­fe“in­stru­men­ta­li­siert wird und die Al­go­rith­men au­to­ma­ti­sier­ter Preis­an­pas­sungs­soft­ware ku­rio­se Blü­ten her­vor­brin­gen, sieht sich LMP trotz Fo­kus­sie­rung auf das B2b-ge­schäft kon­fron­tiert: „Wir blei­ben von den Ent­wick­lun­gen nicht ver­schont, und es gibt durch­aus ei­ne Schnitt­men­ge zu be­son­ders preis­sen­si­ti­ven Kun­den“, sagt Marc Pet­zold über die im­mer noch weit­ver­brei­te­te „Geiz ist geil“-men­ta­li­tät und das lei­di­ge Ab­grei­fen von Be­ra­tung im Fach­han­del, um an­schlie­ßend mög­lichst güns­tig im Web zu be­stel­len. „Con­su­mer-lö­sun­gen und Pro­duk­te für Pro­fes­sio­nals las­sen sich nicht mehr in je­dem Fall scharf von­ein­an­der tren­nen, und selbst bei hoch­wer­ti­gen Pro­duk­tio­nen kom­men im­mer öf­ter auch se­mi­pro­fes­sio­nel­le Pro­duk­te zum Ein­satz.“

Pet­zold wei­ter: „Bei LMP wol­len wir mit ei­ner kom­pe­ten­ten Be­ra­tung so­wie um­fas­sen­dem Know-how und Ser­vice rund um die von uns ver­trie­be­nen Mar­ken und Pro­duk­te punk­ten. Ich möch­te be­haup­ten, dass es nicht vie­le Ver­trie­be un­se­rer Grö­ße gibt, die sich hier­für zwei Pro­dukt­ma­na­ger leis­ten. So­wohl der mit Licht­steue­run­gen und Dim­mer­sys­te­men be­fass­te Mit­ar­bei­ter als auch sein Kol­le­ge, der für sämt­li­che Lam­pen zu­stän­dig ist, sind für Kun­den im­mer an­sprech­bar und stets bes­tens in­for­miert, woran das ge­sam­te LMP-TEAM par­ti­zi­piert. Dar­über hin­aus stel­len sie die di­rek­te Schnitt­stel­le zum Her­stel­ler dar.

»Es gibt im­mer mehr Her­stel­ler, im­mer mehr Ver­trie­be und im­mer mehr Pro­duk­te – man­che An­wen­der wis­sen in­zwi­schen ja vor lau­ter Mark­tän­de­run­gen gar nicht mehr genau, wel­cher Dis­tri­bu­tor wel­ches Pro­dukt ver­treibt.« Marc Pet­zold | LMP

Bei LMP ver­ste­hen wir uns ex­pli­zit nicht aus­schließ­lich als Ver­kaufs­arm ei­nes Her­stel­lers, son­dern dar­über hin­aus als Bin­de­glied mit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­len in bei­de Rich­tun­gen. Kun­den, die aus­schließ­lich auf den Preis schau­en, ver­ges­sen das ger­ne schon ein­mal. Wir hal­ten es für sinn­voll, wenn sich In­ter­es­sen­ten bei uns vor ei­nem Kauf um­fas­send in­for­mie­ren und Pro­duk­te auch ei­gen­stän­dig in un­se­rem groß­zü­gig di­men­sio­nier­ten De­mo­raum oder auch bei sich aus­pro­bie­ren kön­nen – da­her wei­sen bei uns üb­ri­gens die Re­tou­ren ei­nen ver­schwin­dend ge­rin­gen Um­fang auf. Die pro­fes­sio­nel­le Be­ra­tung wird von un­se­ren Kun­den ger­ne an­ge­nom­men, denn sie wis­sen, dass nicht nur un­se­re Pro­dukt­ma­na­ger, son­dern auch die Mit­ar­bei­ter des Sa­les-teams ih­re Spra­che spre­chen. Un­se­re Mit­ar­bei­ter ken­nen die Ma­te­rie und müs­sen wäh­rend ei­nes Te­le­fon­ge­sprächs nicht erst Ar­ti­kel­num­mern nach­schau­en. Dass kom­pe­ten­te Be­ra­tung Geld kos­tet, soll­te da­bei klar sein. Fast al­le un­se­re Kun­den su­chen den per­sön­li­chen Kon­takt, was wir als Un­ter­neh­men gut fin­den – un­ser On­line-shop ist da­her mehr oder we­ni­ger als ein täg­lich ak­tua­li­sier­ter Ka­ta­log samt Preis­lis­te zu ver­ste­hen, selbst­ver­ständ­lich auch mit Kauf­ab­schluss­mög­lich­keit.“

Licht­tech­ni­scher Aus­blick

In der Licht­tech­nik sieht Marc Pet­zold den seit Jah­ren zu be­ob­ach­ten­den Trend zu Led-ba­sier­ten Lö­sun­gen un­ge­bro­chen: „Es gibt im­mer noch Lo­ca­ti­ons, in de­nen kei­ne ein­zi­ge Led-lam­pe hängt – das Po­ten­zi­al ist wei­ter­hin rie­sig“, kon­sta­tiert der Ge­schäfts­füh­rer. Im Seg­ment der Mo­ving­lights be­ob­ach­tet Pet­zold di­ver­se in­ter­es­san­te Ent­wick­lun­gen, weist im glei­chen Atem­zug al­ler­dings auf mög­li­che Re­strik­tio­nen durch die eu­ro­päi­sche Ge­setz­ge­bung hin.

Pet­zold: „Ela­ti­on Pro­fes­sio­nal hat be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr das Mo­ving­light Ar­tis­te Da­li mit kom­bi­nier­ter Led/la­ser­phos­phor-en­gi­ne vor­ge­stellt und da­mit wie­der ein­mal aus­ge­präg­te In­no­va­ti­ons­freu­de de­mons­triert. Die Plas­ma­tech­no­lo­gie wird sich in der pro­fes­sio­nel­len Licht­tech­nik hin­ge­gen nach mei­nem Da­für­hal­ten nicht mehr durch­set­zen – ich füh­le mich beim Stichwort Plas­ma im­mer ein we­nig an 3Dfern­se­her er­in­nert, die auch kurz­zei­tig ei­ne Re­nais­sance er­lebt ha­ben und dann wie­der in der Ver­sen­kung ver­schwun­den sind. Span­nend fin­de ich im Mo­ment Ent­wick­lun­gen, wel­che aus dem Wunsch nach noch mehr Leis­tung re­sul­tie­ren: Wenn man sich die 1.000-Watt-klas­se an­schaut, ist un­mit­tel­bar er­sicht­lich, wel­che Di­men­sio­nen der­art po­ten­te Led­schein­wer­fer an­neh­men – Grö­ße und Ge­wicht lie­gen bei ver­gleich­ba­ren Out­put zum Teil ober­halb von Pro­duk­ten mit kon­ven­tio­nel­len Leucht­mit­teln. Ich glau­be nicht, dass es das ist, was Kun­den wirk­lich wol­len – Ela­ti­on Pro­fes­sio­nal bei­spiels­wei­se zeigt sich in die­ser Hin­sicht kon­se­quent und wird be­stimm­te Lam­pen­ty­pen wei­ter­hin aus­schließ­lich mit kon­ven­tio­nel­ler Leucht­mit­tel­be­stü­ckung an­bie­ten. Für die kom­men­den Jah­re wer­den oh­ne Fra­ge bei­de Wel­ten ih­re Be­rech­ti­gung be­sit­zen.“

Selbst­ver­ständ­nis

„Man muss nicht der Größ­te sein, son­dern ei­ne Fir­ma ha­ben, mit der man zu­frie­den ist“, sagt Marc Pet­zold. „Es gibt im­mer mehr Her­stel­ler, im­mer mehr Ver­trie­be und im­mer mehr Pro­duk­te – man­che An­wen­der wis­sen in­zwi­schen ja vor lau­ter Mark­tän­de­run­gen gar nicht mehr genau, wel­cher Dis­tri­bu­tor wel­ches Pro­dukt ver­treibt. Bei LMP sind wir dar­an in­ter­es­siert, Mar­ken mög­lichst lan­ge im Port­fo­lio zu be­hal­ten – wir möch­ten sie auf­bau­en, so­fern wir ent­spre­chen­des Po­ten­zi­al se­hen; das ist dann ei­ne lang­fris­ti­ge Rech­nung und Part­ner­schaft. Wir ach­ten be­son­ders dar­auf, dass die von uns ver­trie­be­nen Pro­duk­te naht­los mit­ein­an­der har­mo­nie­ren, was be­kann­ter­ma­ßen nicht im­mer der Fall ist, wenn Ge­rä­te un­ter­schied­li­cher Her­stel­ler bei un­ter­schied­li­chen Ver­trie­ben ge­or­dert wer­den. Bei LMP be­we­gen wir uns weg vom Pro­dukt­ge­dan­ken und hin zu spiel­fer­ti­gen Kom­plett­lö­sun­gen. Vie­le Kun­den schät­zen die Vor­tei­le ei­ner Kom­plett­lö­sung, die zu 100 Pro­zent ge­prüft aus­ge­lie­fert wird – im Pro­fi­seg­ment wird die­ser Ser­vice ent­spre­chend ho­no­riert. Der Zeit­auf­wand und der Är­ger, wel­che auf die­se Wei­se zu ver­mei­den sind, wer­den eben­so wie der Sup­port wäh­rend des ge­sam­ten Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses im Preis an­er­kannt.“

»Bei LMP ver­ste­hen wir uns ex­pli­zit nicht aus­schließ­lich als Ver­kaufs­arm ei­nes Her­stel­lers, son­dern dar­über hin­aus als Bin­de­glied mit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­len in bei­de Rich­tun­gen« Marc Pet­zold | LMP

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